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Meine Schwester

22. August 2013 um 10:30 Letzte Antwort: 23. August 2013 um 8:57

Hallo ihr lieben.

Ich muss da jetzt mal drüber berichten.
Meine jüngere Schwester war jahrelang extrem magersüchtig. Sie wurde ein paar Mal aufgrund extremen Untergewicht und Herzrhythmusstörungen, Wassereinlagerungen etc. ins Krankrnhaus und dann in die Klinik zwangseingewiesen. Einmal sogar in die geschlossene Psychatrie. Und nun, seit schon ein paar Monaten geht es steil bergauf mit ihr. Das ist soooo toll. Niemand hätte das gedacht. Ich habe sie jetzt etwas länger nicht mehr gesehen, da ich nicht mehr zu Hause wohne und sie im Urlaub war. Nun hat sie vor kurzem Bilder bei Fb hochgeladen und sie sieht so toll aus. Ihr Gesicht strahlt, sie lächelt und sieht glücklich aus. Zu dünn ist sie immer noch, aber man muss nicht mehr Angst haben, dass sie jeden Moment einfach umfällt. Sie hat es sogar schon geschafft mit Genuss ein großes Eis essen zu gehen. Oh man ich bin so unendlich glücklich. Sie hat wohl noch immer einen langen Weg vor sich, aber sie schafft das.
Ich möchte euch an diesem Beispiel zeigen, dass man es schaffen kann. Auch extreme Fälle, die schon so mancher fast aufgegeben hat, können es schaffen. Es ist nie zu spät zum Kämpfen. Glaubt an euch, Mädels.

ganz liebe Grüße, nikati

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22. August 2013 um 17:26

Hey
das ist schön zu hören, dass sie so fortschritte macht

du hast auch eine ES?
Was genau für eine?
Hat sich eure Krankheit parallel entwickelt oder war sie oder du zuerst krank?
ich frage weil ich in einer ähnlichen situation bin
meine schwester ist etwas jünger als ich und extrem bulimisch und ug. unsere es hat sich unabhängig voneinander entwickelt (ich war im ausland, sie war schon bulimisch undich wusste nichts davon als ich krank wurde)
ich liebe meine schwester wirklich sehr
aber bin ich ganz erhlich, kann ich mir nicht vorstellen gesund werden zu können, wenn sie es nicht wird..
also beeinflussen wir uns schon irgendwie auch wenn wir es nicht wollen
es ist schonmal gut das ich nicht mehr zu hause wohne
sie wohnt zuhause...
wie sieht es bei dir aus??

LG

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22. August 2013 um 18:36
In Antwort auf bice_12924220

Hey
das ist schön zu hören, dass sie so fortschritte macht

du hast auch eine ES?
Was genau für eine?
Hat sich eure Krankheit parallel entwickelt oder war sie oder du zuerst krank?
ich frage weil ich in einer ähnlichen situation bin
meine schwester ist etwas jünger als ich und extrem bulimisch und ug. unsere es hat sich unabhängig voneinander entwickelt (ich war im ausland, sie war schon bulimisch undich wusste nichts davon als ich krank wurde)
ich liebe meine schwester wirklich sehr
aber bin ich ganz erhlich, kann ich mir nicht vorstellen gesund werden zu können, wenn sie es nicht wird..
also beeinflussen wir uns schon irgendwie auch wenn wir es nicht wollen
es ist schonmal gut das ich nicht mehr zu hause wohne
sie wohnt zuhause...
wie sieht es bei dir aus??

LG

Hey chilischote.
Das ist bei uns beiden leider genauso, dass wir uns gegenseitig extrem beeinflussen. Auch wenn wir beide wissen, dass es völliger Quatsch ist und das jede für sich und von sich aus gesund werden muss. Naja so viel zum vernünftigen Teil und der Theorie...
Ich habe auch Magersucht. Bei mir war es allerdings zum Glück nie so ganz extrem schlimm bzw ich habe alleine aus der schlimmsten Phase wieder relativ schnell herausgefunden. Ich bin damal zuerst magersüchtig geworden; mit 16, 17 hat das bei mir so schleichend angefangen. Die schlimmste Phase hatte ich dann mit recht extremen Untergewicht zu meiner Abizeit. Danach wurde es dann besser, jedoch immer wieder mit Tiefpunkten. Ich kämpfe heute auch noch ziemlich mit dem Essen, aber imo kann ich wenigsten ganz gut leben.
Bei meiner Sis hat das Ganze dann ca. 2-3 Jahre (weiß gar nicht mehr ganz genau) nachdem ich in der Magersucht rutschte angefangen. Anfangs kamen nur so ein paar Bemerkungen, dass sie sich neben mir dick fühlen würde und nicht mit mir ins Schwimmbad gehen möchte usw und dann nach einer Klassenfahrt kam sie total ausgemergelt zurück. Da hat das dann so richtig bei ihr angefangen. Sie war damals 12 oder 13 Jahre alt.
Irgendwie hat sich das Ganze schon parallel bei uns entwickelt und wir hatten Jahre lang leider ein sehr schlechtes Verhältnis zueinander vorallem aufgrund der Krankheit, Konkurrenzkampf oder so in der Art. Ich kann es gar nicht sagen. Wir haben auch beide sehr unter dem schlechten verhältnis gelitten, da wir uns eigentlich total lieb haben, aber irgendwie konnten wir nicht miteinander richtig reden. Das ist zum Glück nun nicht mehr so. Letztes Weihnachten haben wir sehr viel über unsere Krankheit gesprochen, eigentlich das erste Mal so richtig offen. Und das hat so gut getan. Es war das beste Weihnachten seit langem.

Ich kann dich sehr gut verstehen, dass du froh bist nicht mehr zu Hause bei deiner Sis zu wohnen. Mir ging/ geht es da wirklich genauso. Ich liebe meine Sis über alles, aber zusehen zu müssen, wie sie sich kaputt (ge)macht (hat), wie sie die komplette Familie in ihrer schlimmsten Phase unter Kontrolle hatte und dann noch dieser Konkurrenzkampf, den wohl jede Essgestörte kennt, das war die Hölle.

Hast du denn Magersucht oder Bulimie?
Und wie ist euer Verhältnis zueinander? Könnt ihr über die Krankheit reden?

glg

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22. August 2013 um 19:18
In Antwort auf alisha_12758359

Hey chilischote.
Das ist bei uns beiden leider genauso, dass wir uns gegenseitig extrem beeinflussen. Auch wenn wir beide wissen, dass es völliger Quatsch ist und das jede für sich und von sich aus gesund werden muss. Naja so viel zum vernünftigen Teil und der Theorie...
Ich habe auch Magersucht. Bei mir war es allerdings zum Glück nie so ganz extrem schlimm bzw ich habe alleine aus der schlimmsten Phase wieder relativ schnell herausgefunden. Ich bin damal zuerst magersüchtig geworden; mit 16, 17 hat das bei mir so schleichend angefangen. Die schlimmste Phase hatte ich dann mit recht extremen Untergewicht zu meiner Abizeit. Danach wurde es dann besser, jedoch immer wieder mit Tiefpunkten. Ich kämpfe heute auch noch ziemlich mit dem Essen, aber imo kann ich wenigsten ganz gut leben.
Bei meiner Sis hat das Ganze dann ca. 2-3 Jahre (weiß gar nicht mehr ganz genau) nachdem ich in der Magersucht rutschte angefangen. Anfangs kamen nur so ein paar Bemerkungen, dass sie sich neben mir dick fühlen würde und nicht mit mir ins Schwimmbad gehen möchte usw und dann nach einer Klassenfahrt kam sie total ausgemergelt zurück. Da hat das dann so richtig bei ihr angefangen. Sie war damals 12 oder 13 Jahre alt.
Irgendwie hat sich das Ganze schon parallel bei uns entwickelt und wir hatten Jahre lang leider ein sehr schlechtes Verhältnis zueinander vorallem aufgrund der Krankheit, Konkurrenzkampf oder so in der Art. Ich kann es gar nicht sagen. Wir haben auch beide sehr unter dem schlechten verhältnis gelitten, da wir uns eigentlich total lieb haben, aber irgendwie konnten wir nicht miteinander richtig reden. Das ist zum Glück nun nicht mehr so. Letztes Weihnachten haben wir sehr viel über unsere Krankheit gesprochen, eigentlich das erste Mal so richtig offen. Und das hat so gut getan. Es war das beste Weihnachten seit langem.

Ich kann dich sehr gut verstehen, dass du froh bist nicht mehr zu Hause bei deiner Sis zu wohnen. Mir ging/ geht es da wirklich genauso. Ich liebe meine Sis über alles, aber zusehen zu müssen, wie sie sich kaputt (ge)macht (hat), wie sie die komplette Familie in ihrer schlimmsten Phase unter Kontrolle hatte und dann noch dieser Konkurrenzkampf, den wohl jede Essgestörte kennt, das war die Hölle.

Hast du denn Magersucht oder Bulimie?
Und wie ist euer Verhältnis zueinander? Könnt ihr über die Krankheit reden?

glg

Hmm
wir verstehen uns so gut, verstehen uns ohne worte
mein leid ist ihr leid..aber da ist auch oft der knackpunkt
weiß ich das es ihr scheiße geht zieht es mir auch immer unbewusst runter...wir können offen reden aber haben auch unsere grenze. ich weiß nicht was sie wiegt, sie weiß nicht was ich wiege (will ich niemals wissen) und das was wir genau essen usw ich auch tabu...
wir wollen uns nicht triggern, aber ganz vermeiden lässt es sich nicht...sie ist SO mager, dass tut mir weh...ich wäre gerne für sie da, aber kann es nicht wirklich. bin selbst viel zu krank..
war erst nur magersüchtig. dann kam irgendwie die bulimie schleichend dazu, jetzt hab ich beide
ich bin nach meinem bmi zufolge stark ug, sehe ich aber absolut nicht..ich hasse die krankheit. sie macht so viel kapputt und leider auch etwas zw. mir und meienr sis auch wenn wir es uns nicht eingestehen wollen

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23. August 2013 um 8:47
In Antwort auf bice_12924220

Hmm
wir verstehen uns so gut, verstehen uns ohne worte
mein leid ist ihr leid..aber da ist auch oft der knackpunkt
weiß ich das es ihr scheiße geht zieht es mir auch immer unbewusst runter...wir können offen reden aber haben auch unsere grenze. ich weiß nicht was sie wiegt, sie weiß nicht was ich wiege (will ich niemals wissen) und das was wir genau essen usw ich auch tabu...
wir wollen uns nicht triggern, aber ganz vermeiden lässt es sich nicht...sie ist SO mager, dass tut mir weh...ich wäre gerne für sie da, aber kann es nicht wirklich. bin selbst viel zu krank..
war erst nur magersüchtig. dann kam irgendwie die bulimie schleichend dazu, jetzt hab ich beide
ich bin nach meinem bmi zufolge stark ug, sehe ich aber absolut nicht..ich hasse die krankheit. sie macht so viel kapputt und leider auch etwas zw. mir und meienr sis auch wenn wir es uns nicht eingestehen wollen

Ohje
das tut mir leid, dass es dir/ euch imo so bescheiden geht. Ich hoffe das wird bald wieder besser.
Ja genauso war/ ist es auch bei uns, dass ich einfach keinen Grund gesehen habe gesund zu werden als es meiner Schwester so richtig mies ging. Ich bin zu der Zeit auch wieder schlimmer in die MS gerutscht. Ich habda zwar schon nicht mehr zu Hause gewohnt, aber mitbekommen habe ich es dennoch. Bin dann oft in den Wald gegangen und habe dort stundenlang auf einer Bank gesessen und geweint.
Das ist gut, dass ihr nicht über Essen, Gewicht, kcal redet. Dieses Thema ist bei uns beiden auch absolut tabu. Ich denke das würde auch nichts bringen außer unnütze Vergleiche und so.
Bist du oder deine Schwester dnen in Therapie?

lg

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23. August 2013 um 8:57

Ja
das denke ich auch, dass man die jüngeren Geschwister ungewollt beeinflusst. Das hat mich jahrelang auch extrem fertig gemacht. Ich dachte andauernd nur so Sachen wie, "wenn sie stirbt, dann bist du schuld" und so. Es war richtig schlimm. Allerdings denke ich mittlerweile, dass es ein eigenstämdiges Krankheitsbild ist und nicht nur Nachahmerei. Vielleicht hat dieses Vorleben der Krankheit den Einstieg erleichtert, aber es war niemals der Grund für den Ausbruch. Also mache dir keine Vorwürfe. Du kannst nichts dafür, dass deine Schwester auch krank geworden ist. Es ist schlimm, aber du bist alleine für dich verantwortlich und darfst dir nicht diese Schuld aufladen.
Bei uns ist es genauso, dass meine jüngere Sis schon seit längerem eine Therapie macht und ich nicht. Ich bin auch sehr stolz, dass sie das (mitterweile) freiwilig macht. Ihre Therapeutin scheint auch echt super zu sein und hat so einiges in Bewegung gesetzt.
Ich habe schon öfters eine Therapie angefangen, aber die Therapeuten hatten immer keinen Bock auf mich. Die letzte sagte zu mir: "Man kann Sie nicht therapieren, da sie viel zu kritisch sind und zu viel nachdenken". Toll. Und die vorherige, die war offensichtlich von mir genervt. Hatte schon imer Bauchweh, wenn ich dahin musste.Echt frustrierend.

lg

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