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Meine Mutter ist alkoholkrank

16. August 2010 um 14:38 Letzte Antwort: 20. September 2010 um 13:34

Hallo erstmal,

ich muss gleich zu Anfang sagen, das es mir nicht leicht fällt, hier "meine" Geschichte reinzuschreiben.

Es geht um meine Mutter, sie trinkt, seit ich ein Kleinkind war, soll heißen, ich kenne sie gar nicht wirklich nüchtern.

Seit ca einem Jahr hat sie einen neuen Freund, und ich dachte zunächst auch, das er ihr guttut! Sie hat mich nicht mehr betrunken angerufen (was sie sonst rund um die Uhr tat), war ausgelassen, hat viel gelacht - wirkte glücklich.

Gestern wurde dieses Bild zerstört:
Letzte Woche war mein Geburtstag und ich wunderte mich, warum sie nicht angerufen hat (zur Info: Sie wohnt ca 250km entfernt), hab mir aber erstmal nichts dabei gedacht, kam schon öfter vor.
Naja, als sie aber Samstag nicht zurückrief, machte ich mir schon Sorgen und habs nochmal probiert.
Es ging mein Stiefpapa (Ihr Exmann) ans Telefon und hat mir erzählt, das sie betrunken gegen einen Baum gefahren ist.
Daraufhin wurde sie in die Psychiatrische eingeliefert.

Dann hat er mir erzählt, das ihr neuer Freund mit ihr zusammen regelrechte Sauforgien veranstaltet hat. (Sie nimmt schon seit ca 10 Jahren Schmerzmittel)..ja und dann noch was, was mich wirklich geschockt hat und zwar litt sie schon seit langer Zeit unter Depressionen, hat dagegen Medis bekommen und mich scheinbar immer unmittelbar nach der Einnahme angerufen, daher wohl auch die gute Laune.
Da sie wohl oft irgendwelche Anfälle bekommen hat, ist sie schon des öfteren (absichtlich) betrunken gegen eine Wand, Laterne oder sonstwas gefahren und wollte so ihrem Leben ein Ende setzen.
Letzte Woche war wohl wieder ein gescheiterter Versuch.

Heute habe ich mit mir gesprochen und ich bin einfach nur froh, das ihr nichts passiert ist (körperlich)!

Nun weiß ich aber nicht, wie ich mich ihr gegenüber verhalten soll..ich würd sie gerne besuchen gehen, aber ich weiß nicht ob ich einfach so tun soll,als wäre nichts, oder soll ich sie direkt drauf ansprechen,was passiert ist?!?
Ich habe keine Ahnung, aber ich wäre einfach nur gerne für Sie da......

Liebe Grüße

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20. August 2010 um 6:37

Danke...
für Deine Antwort und für deine Offenheit!

Bei meiner Mutter kam zuerst der Alkohol.
Sie trinkt nun schon seit knappen 30 Jahren (kurz nachdem ich auf die Welt kam, hat sie angefangen), vor ca 3 Jahren haben die Depressionen angefangen.

Das ist ein guter Tipp, ich denke das werde ich so machen
Und das sie sich dafür schämt, das kann ich vermutlich nur bestätigen, die hat es vor mir immer versucht zu verbergen...ohne meinen Stiefvater wüsste ich nicht mal wo sie ist.
Ich habe sie die letzten Tage immer täglich angerufen und sie hat sich sehr gut angehört, hat sich gefreut das ich anrufe und wir haben ein bisschen gequatscht.
Ich möchte sie ungerne darauf ansprechen, ich warte lieber bis sie es von alleine macht und so lange bin ich einfach für sie "da"...zumindest am Telefon und besorge ihr die Dinge, die sie benötigt.
Am Besten werde ich sie vielleicht besuchen, wenn der Entzg vorbei ist..ich hab gelesen, das der in der Regel 10 Tage dauert.

Ich finde es super, das du die Kurve noch gekriegt hast!

Vielen Lieben Dank nochmal und alles Gute für dich

Liebe Grüße

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20. September 2010 um 13:34

Ihre Geschichte: meine Mutter ist alkoholkrank
Hallo!
Mit großem Interesse habe ich Ihren Eintrag gelesen.
Ich arbeite für das RTL Mittagsmagazin Punkt 12 und plane eine längere Reportage über (erwachsene) Kinder, deren Eltern alkohlkrank sind. Ich möchte darin aufzeigen, was es für Kinder heißt, in ständiger Angst um ihre Eltern zu leben, mit der Sucht zurecht zu kommen oder auch nicht und welche Konsequenzen diese für Ihr eigenes Leben hat.
Wenn Sie Interesse haben, mir ein wenig mehr über sich zu erzählen, würde ich mich freuen von Ihnen zu hören. Mailen Sie an punkt12@rtl.de und ich antworte Ihnen dann.

Alles Gute für Sie!


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