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Meine Frau hat keine Lust. BITTE LESEN

23. August 2010 um 10:46 Letzte Antwort: 26. August 2010 um 16:26

Hallo liebe Forumsmitglieder,
ich bin zur Zeit am absoluten Ende ... und weiß nicht mehr, was ich tun soll.

Ich bin mit meiner Frau seit 1985 zusammen. Kurz vor unseren ersten intimen Kontakten hat sie mir erklärt, dass >sie mal vergewaltigt wurde und deshalb im Bett nicht alles kann<. Ich schreib das genau so, wie sie es mir damals gesagt hat. Ich war verliebt und irgendwie ging es bei mir zum einen Ohr rein und zum anderen raus. Es stellte sich dann bald raus, das sie mich am Glied nicht anfassen konnte und auch sonst sehr sehr prüde war.
Unser Sexualleben war mehr schlecht als recht. Große Abwechslung gab es nie. Sie war nie begeistert von meinen Vorschlägen und es wurde einfach so ab 1987 immer frustrierender und deutlich weniger. Wir schliefen von da an ca 1 mal pro Woche miteinander.

1996 ging sie zu einer Psychologin, weil sie an ihrem mangelnden Selbstbewußtsein arbeiten wollte. Die kam sehr schnell auf die Vergewaltigung zu sprechen und verordnete uns zuerst mal Abstinenz. Zumindest, das den direkten Geschlechtsverkehr anging. Ich hielt mich daran und wir schliefen 7 Monate nicht miteinander. In der Zeit haben wir über Chat-Kontakte Liebschaften geknüpft. Sie erregte es offensichtlich und die Psychologin, die sich gar nicht vorstellen konnte, was chatten bedeutet, fand es gut, wenn es ihr Lust anregen würde. Irgendwann riet sie ihr, wieder mit mir zu schlafen, wenn sie es für richtig hielt.
Meine Frau explodierte förmlich sexuell. Wir schliefen 5-6 mal die Woche miteinander. Sie hatte Spaß an Oralverkehr. Es war natürlich von der Menge sehr übertrieben, aber in der kurzen Zeit, ca 6 Monate, war es sehr schön und auch lustig.
Unsere Chatbekanntschaften wurden immer intensiver. Wir hatten einen total offenen Umgang miteinander und es schien möglich, das wir mit jedem ins Bett gehen und uns auch noch gegenseitig davon erzählen. Aber es kam anders.
Irgendwann wollte jeden von uns seinen Schatz mal real treffen.
Sie hatte eine Nacht in Pornokino und Swingerclub. Ich zwei Nächte im Luxushotel. Näheres möchte ich jetzt nicht schreiben.
Ihre Bekanntschaft war ab dem Wochenende vorbei. Meine chattete noch immer mit mir und manchmal sogar zu dritt. Einmal sagte meine Chatbekannte >leihst Du mir mal wieder deinen Mann aus?<. Das war für meine Frau zuviel. Sie mochte das nicht mehr, mir war es auch zu stressig und wir liessen alle Chatbekanntschaften auslaufen. Mit dem Sex war es ab dem Wochenende, als wir unsere Bekanntschaften trafen, vorbei. Der selbe alte Trott wie früher begann. Sie hatte nie Lust, machte nie den ersten Schritt, konnte mich nicht mehr anfassen und hatte immer andere Ausreden, warum es ausgerechnet heute nicht gehen würde.
Meine Frau hat gerade wieder ausdrücklich versichert, dass ihre Erfahrungen an dem Wochenende nichts damit zu tun haben. Und sie sagt, das die Vergewaltigung nicht so dramatisch war, das sie bis jetzt deshalb keine Lust verspüren würde.
Wir schliefen 1 mal pro Monat miteinander und ob es klappte oder nicht hatte mit dem ganzen Tagesablauf nichts zu tun. Ob wir küssend und händchenhaltend durch die Stadt gebummelt sind oder sonst wie gut drauf waren ... was Abends im Bett passierte hatte damit nichts zu tun.
Von 2004-2006 haben wir 2 Jahre nicht miteinander geschlafen. 2 Jahre davon habe ich sie auch im täglichen Leben nicht angefasst. Also ich meine nicht berührt. Bei keiner Situation. Sie hat sich nicht beschwert.
Jetzt ist bei einer Sitzung bei einer Psychologin wieder dieses Thema zur Sprache gekommen. Meine Frau hat erklärt, das sie keine Lust auf Sex hat. Das sie sich informiert hätte, weil sie selbst mit diesem Zustand nicht zufrieden ist. Die Psychologin hat uns Expertenhilfe angeraten zum Thema Sexualtherapie für Paare.
Bis zu diesem Termin war ich schon an meiner Grenze. Ich bewegte mich unentwegt zwischen Frust und Hoffnung. Ich dachte dauernd daran, ob es wohl heute Abend klappen könnte und war enttäuscht, wenn nicht. Und am schlimmsten waren diese Tage, an denen man sich so gut verstand und lachte und sich im Arm hatte und dann im Bett nicht das geringste passierte.
Meine Frau macht tagsüber keinen sorgenvollen Eindruck. Solange sie mich hat zum reden, Cafebesuch, tanzen hat scheint sie sehr zufrieden.
Seit dieser letzten Sitzung ist mir, als ob man mir den Boden unter den Füßen weggezogen hätte.
Meiner Frau geht es richtig gut. Sie sagt, welche Last von ihr abgefallen ist und das sie jetzt endlich mal darüber reden kann. Sie sagt, dass sie nicht mehr so aggressiv wäre und strahlt den ganzen Tag.
Aber ich weis, das ich jetzt noch nicht mal Fragen kann, ob sie Lust hat. Sie hat doch gerade erklärt, dass sie nie hat.
Im Bett machen wir jetzt schon wieder beide wortlos das Licht aus ... so wie früher. Sie schläft in 2 Minuten selig ein und ich liege da und habe keine Hoffung mehr.
Bis wir über die Krankenkasse Antwort erhalten, zu welchem Paartherapeuten wir gehen können dauert wahrscheinlich. Dann warten auf eine Termin. Das kann Monate dauern, soviel ist mir klar.
Hinzu kommt, das wir sehr viel tanzen und dabei sind nun mal flirtartige und erotische Situationen normal.
Ich weis einfach nicht mehr weiter. Ich sehe mich nur noch als Belastung für sie. Ohne meine Gelüste und mein Ansprüche an sie scheint sie glücklich.
Wann immer sie darüber redet, sagt sie, das ich mit ihrer Unlust nichts zu tun habe. Das sie etwas ändern will. Aber ich spüre nichts davon. Ich vernachlässige meine Arbeit, ich denke tag und nacht nur an das eine Thema und mir wird alles so egal nach 20 Jahren Frust.

Gruß

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23. August 2010 um 18:27

Danke
Hallo liebeszauber03,
ich danke Dir für die schnelle Antwort!

Ich bin fest überzeugt, dass sich meine Frau überhaupt nicht vorstellen kann, wie es mir geht. Soviel ich weis, hat sie keine Freundin, mit der sie sich über dieses Thema austauscht oder sie sucht sich jemand, der sie in ihrer Haltung unterstützt.

Wir haben drei Kinder und ich habe keine Ahnung, wie ich das finanziell schaffen könnte mit einer Trennung. Wo sollte ich leben? Wie soll ich meinen Beruf ausüben, wenn ich ein Auto brauche? Wir leben jetzt schon ziemlich auf Kante genäht.

Nachdem heute die Krankenkasse ein paar Infos gegeben hat können wir uns auf die Suche nach einem Therapeuten machen. Natürlich (!) habe ich gleich am PC damit begonnen. Es jetzt aber auf meine Frau übertragen.

Meine ganze Hoffung besteht darin, schnell einen Termin zu bekommen und in der Zwischenzeit nicht kaputt zu gehen. Dieses ganze Gerede, die Mails haben mir meine ganze beschissene Situation wieder deutlich gemacht.

Ich sehe, wie es ihr gut geht und habe Angst, sie blockt total ab, wenn ich ungeduldig werde. Das Schlafzimmer ist für mich der Ort, an dem ich mich am unwohlsten fühle und ich drehe fast durch vor Wut, wenn ich daran denke, dass sie 365 Tage im Jahr mit dem Gesicht zur Wand im Bett liegt und liest, irgendwann das Licht aus macht und einfach einschläft, während ich da liege und mich frage >warum?<.
Gruß

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26. August 2010 um 16:26

Anfang
Da ich jetzt hier schon wieder eine schnelle Antwort bekommen habe und erkenne, dass ich nicht ungehört bin, sehe ich mich auch irgendwie verpflichtet, mitzuteilen, was gerade so los ist.
Wir haben sehr schnell einen Termin bei einer Psychotherapeutin bekommen. Zwar ohne Spezialgebiet Sexualtherapie, aber wir haben gleich die Chance genutzt.

Wir haben eine sehr einfache und harmlose Übung 2-3mal die Woche bekommen. Ich habe es geschafft, das der Tag an dem sie stattfindet allein von meiner Frau bestimmt wird. So steht sie auch ein wenig unter Zugzwang.
Am ersten Abend haben wir uns aber sehr intensiv geküsst. An die Übung (streicheln) haben wir nicht gedacht. Es ging von mir aus. Zuerst hat sie mitgemacht. Dann verschloss sie sich sehr. Sie hatte Angst, bei mir würde eine Erwartungshaltung entstehen. Ich versicherte ihr, dass ich gar nichts erwarte. Dann wurde es sehr intensiv, aber immer noch nur geküsst. Dann sagte sie, sie wolle jetzt aufhören. Es hätte sich ein starkes Gefühl bei ihr unten entwickelt und dieses Gefühl möchte sie jetzt mit in den Kopf nehmen, wie sie es ausdrückte.
Das war vollkommen ok für mich und sie machte einen sehr entspannten Eindruck.
Am nächsten Tag erklärte sie, das das Gefühl dann abgenommen habe aber nachts wieder da gewesen wäre.

Also reden können wir im Moment sehr entspannt über alles.
Aber es wird dadurch trotzdem nicht einfach. Ich weis von früheren Therapien, dass sie absolut nur das tun wird, was die Therapeutin sagt. Und wenn etwas nicht ausdrücklich erlaubt wird, wird sie es nie tun, während ich dann vielleicht denke, sie kann doch jetzt ihren Gelüsten freien Lauf lassen und wir Streit bekommen.

Danke für Deine Zeilen.

Gruß

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