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Meine beste Freundin ist Magersüchtig

30. November 2012 um 18:27 Letzte Antwort: 30. November 2012 um 21:18

Als ich meine beste freundin kennen lernte, war sie schon pro ana. jetzt im nachhinein denke ich, es ist besser das sie es schon war, bevor ich sie kennen lernte, sonst wäre ich wahrscheinlich noch viel trauriger. Ich habe wahnsinnige angst sie zu verlieren, durch diese schreckliche krankheit. Sie ist in einer klinik im moment, aber sie lässt sich einfach nicht auf die therapie ein. gerade hat sie eine magensonde, weil sie sich eben weigert etwas zu essen.es ist einfach total schlimm für mich, weil es keinen gibt der mich versteht, meine anderen freunde sagen: wieso bist du mit ihr befreundet? du hast doch eh nichts von ihr! Ich könnte mich niemals von ihr abwenden, sie ist ein so bezaubernder mensch, diese dumme, dumme krankheit ändert ganz sicher nichts an den gefühlen für sie. leider ist es nicht nur so, dass sie magersüchtig ist, sondern auch depressiv, sie hat selbstmordgedanken. Ich habe angst das sie sich umbringt, ich wüsste das ich aufjedenfall weiterlebe, denn ich habe eigentlich ein gutes leben, bin auch eigentlich sonst sehr glücklich, aber innerlich wäre ein großer teil in meinem herzen gestorben. Ich hoffe, es gibt hier einige leute die ähnliches durchmachen, die mich verstehen.
liebe grüße,
meike

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30. November 2012 um 19:53

Kenn ich
Es tut mir sehr sehr leid, dass du das durchmachen musst.
Ich weiß nicht, ob dir das hilft, aber ich werde jetzt mal erzählen, wie es bei mir war vllt bringt es dich ja weiter oder du weißt, dass es nicht nur die so geht

Meine freundin war anfang der 6. Klasse, als sie sich plötzlich sehr für gesunde Ernährung, Sport und Abnehmen interessierte. Anfänglich machte ich mir keine Sorgen und verstand es auch nicht, warum ihre Eltern sie zur Psychotherapie schickten. Aber dann wurde es immer schlimmer. Sie macht tausend Dinge in ihrer Freizeit, ist super sportlich, SEHR musikalisch und künstlerisch begabt. Sie hatte immer weniger Zeit für mich, und wenn wir uns trafen, haben wir nur, wirklich ausschließlich über sie, ihre Probleme mit den Eltern und ihre Krankheit geredet. Ich wollte ihr unbedingt helfen, habe mich daraufhin sehr intensiv mit dem Thema befasst (1,5 Jahre habe ich keinen anderen Bücher als Biographien und Fachbücher zum Thema gelesen!) und war wann immer sie mich brauchte da. Dann kam das Gefühl hinzu, dass ich sie nicht wirklich verstehe, habe angefangen auf mein Essverhalten zu achten, und als dann Familienprobleme dazu kamen, bin ich in die MS gerutscht. Mir ging es richtig richig schlecht, ich hätte sie echt gebraucht, aber als ich sie besucht habe (sie war in der klinik), und ihr das angedeutet habe, ist sie total ausgerastet und hat mir dann eine SMS geschickt, dass sie nichts mehr mit mir zu tun haben will. Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie weh das tat!!

Das ist jetzt ein halbes Jahr her, und ich leide immer noch darunter, wie sie mich im Stich gelassen hat, als ich sie nötig gebraucht hätte. Und mir ist auch klar, dass diese Krannkheit sie zu dem gemacht hat, wie sie jetzt ist, aber irgendwann kommt der Punkt, wo man sich selbst schützen und auf Abstand gehen muss, um sich nicht selbst kapputt zu machen! Ich habe diesen Punkt verpasst, ich wünsche dir, dass du die richtige Balance zwischen Anteilnahme und Selbtschutz findest!!

Für dich und deine Freundin alles Beste!

LG wunderlandfee

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30. November 2012 um 21:18
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Kenn ich
Es tut mir sehr sehr leid, dass du das durchmachen musst.
Ich weiß nicht, ob dir das hilft, aber ich werde jetzt mal erzählen, wie es bei mir war vllt bringt es dich ja weiter oder du weißt, dass es nicht nur die so geht

Meine freundin war anfang der 6. Klasse, als sie sich plötzlich sehr für gesunde Ernährung, Sport und Abnehmen interessierte. Anfänglich machte ich mir keine Sorgen und verstand es auch nicht, warum ihre Eltern sie zur Psychotherapie schickten. Aber dann wurde es immer schlimmer. Sie macht tausend Dinge in ihrer Freizeit, ist super sportlich, SEHR musikalisch und künstlerisch begabt. Sie hatte immer weniger Zeit für mich, und wenn wir uns trafen, haben wir nur, wirklich ausschließlich über sie, ihre Probleme mit den Eltern und ihre Krankheit geredet. Ich wollte ihr unbedingt helfen, habe mich daraufhin sehr intensiv mit dem Thema befasst (1,5 Jahre habe ich keinen anderen Bücher als Biographien und Fachbücher zum Thema gelesen!) und war wann immer sie mich brauchte da. Dann kam das Gefühl hinzu, dass ich sie nicht wirklich verstehe, habe angefangen auf mein Essverhalten zu achten, und als dann Familienprobleme dazu kamen, bin ich in die MS gerutscht. Mir ging es richtig richig schlecht, ich hätte sie echt gebraucht, aber als ich sie besucht habe (sie war in der klinik), und ihr das angedeutet habe, ist sie total ausgerastet und hat mir dann eine SMS geschickt, dass sie nichts mehr mit mir zu tun haben will. Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie weh das tat!!

Das ist jetzt ein halbes Jahr her, und ich leide immer noch darunter, wie sie mich im Stich gelassen hat, als ich sie nötig gebraucht hätte. Und mir ist auch klar, dass diese Krannkheit sie zu dem gemacht hat, wie sie jetzt ist, aber irgendwann kommt der Punkt, wo man sich selbst schützen und auf Abstand gehen muss, um sich nicht selbst kapputt zu machen! Ich habe diesen Punkt verpasst, ich wünsche dir, dass du die richtige Balance zwischen Anteilnahme und Selbtschutz findest!!

Für dich und deine Freundin alles Beste!

LG wunderlandfee

Liebe wunderlandfee,
deine antwort hat mich unglaublich doll bewegt. Es tut mir schrecklich leid, was dir passiert ist, in einer solch schweren situation von der besten freundin im stich gelassen zu werden, dass ist einfach schlimm. Dein beitrag hat mich aber auch dazu gebracht, über mich nach zu denken. Ich frage mich, ob ich mich in der zeit verändert habe, seitdem ich sie kenne. ich habe eigentlich bis eben noch nie darüber nachgedacht welche folgen das alles für mich haben kann. Außerdem frage ich mich gerade, ob sie, wenn ich am boden wäre, die kraft hätte mich zu trösten. ich denke mir geht es ähnlich wie es dir ging. wir reden meist nur über sie, da wir keine gemeinsamen freunde oder so haben. allerdings habe ich auch gar nicht das verlangen danach mit ihr über meine probleme zu reden, denn ich will einfach nur stark für sie sein. ich hoffe nicht, dass meine antwort jetzt auf dich wirkt, als wolle ich die freundschaft gar nicht. nein, nein. so ist es defintiv nicht, aber ich habe einfach diese "macke" das menschen erst für mich interessant werden, wenn sie irgendwelche probleme haben. keine ahnung wieso das so ist.

ich wünsche dir, falls du interesse daran hast, dass du und deine ehemalige freundin wieder sowas wie freunde werden.

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