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Mein Weg mein Leben

12. Februar 2016 um 10:46

Hallo meine Lieben Blümchen<3,
ACHTUNG: Langer Text. Ggf Triggern wegen Gewicht angaben. Negativ sowohl Positive Sachen ; )
Ich wollte mir und euch anderen von meinen Weg beschreiben, (Tut mir leid ich bin etwas durcheinander, wenn die Texte gerade nicht zusammen passen oder Stimmig sind) wenn ich irgendwann mal auf den Account meine Beiträge nochmal lesen kann und sehen kann, aha da ging es dir und so! Das ist manchmal gar nicht so verkehrt und Hilft . (Ich hatte gerade einen wichtigen Termin der gut gelaufen ist, aber seit einer Woche war ich sehr angespannt und möchte jetzt gerne heulen .)


Das ist auch eine kleine re-Antwort auf die Antworten von meinen Thema Freude und ein Tipp<3, nun also gut dann beginnen wir mal meinen Weg.

2012: Es fing an mit extremen Panik Attacken und hyperventiliert ich musste fast jede Woche ins Wochenende und habe Tabor bekommen, ich habe immer noch die Angst gespürt und wollte trotzdem nur noch schlafen.

Ich kam in die Tagesklinik in unserer Stadt, ich war 19 Jahre, der Altersdurchschnitt lag bei 26-60. Ich fühlte mich sehr unwohl obwohl eine dorthin kam, die war in meinem Alter und hatte auch Angststörung, mit ihr ging es noch. Doch als sie sich entließ machte ich eh nicht mit und wurde überwiesen in die Kinder und Jugendpsychatrie. Dort redete ich ein paar Mal mit der Psychologen und sollte nach einer Woche dorthin einziehen, jedoch ließ ich mich von so schlechten Bewertungen beeinflussen das ich den Platz vergab, ein großer Fehler! Mir ging es sehr schlecht danach. Jedoch..

Tagesstruktur: Gar keine, morgens bis abends Pc. Schule hatte ich abgebrochen. Nur Streit mit meinen Eltern
Gefühl: Gar nicht gut, Angst und Panik bis zum Umfallen, Einsamkeit ohne Ende. Selbstmordgedanken und sehr Depressiv

2012/3: Ich bekam noch eine Chance und durfte doch in die Klinik auf Station 4 und nicht 5. Was ich nicht wusste es würde die Hölle werden Ich wusste nur innerlich wollte ich das wirklich? Ich wollte es nicht. In der Klinik wurde festgestellt das ich atypische Magersucht, Angststörung und Depression hätte. Ich wog 44 damals. (Kleine Anmerkung ich bin schon seit 7-8 Jahren sehr schlank und im Untergewicht garantiert gewesen ohne es zu merken!) Ich bekam die Sonde, es war Horror für mich von 3 Monaten die ich da war, hatte ich 2 Monate die Sonde und ich kotzte sie jeden Tag aus, ich wollte sie nicht in mir haben. Meine zwei Zimmergenossen (3 Best Zimmer) tolerierten es und munterten mich immer auf. Als ich Blut spuckte entließ ich mich. Ich hatte in den drei Monaten noch nie so viel geweint! Die Psychologin sagte mir bei dem Abschluss Gespräch das ich eine von den 10% bin die an der Magersucht sterben würde, ich hatte ihr nur ins Gesicht gegrinst und gedacht ~Garantiert nicht!~

Gefühle: Sauer und verzweifelt zum Kampf bereit. Atypische Magersucht keine Krankheitseinsicht! Depressiv und Angststörung etwas besser

Tagesstruktur in der Klinik: Montags und Mittwoches zum Wiegen, dann Frühstück bzw Sondennahrung, Pause, um 10 Zwischenmahlzeit, Pause, um 12 Mittag, Pause, 15 ZM, Pause, um 18 Uhr Abendbrot natürlich alles mit Sonde Einheiten. In den Pausen hab ich geschlafen und viel Spaß mit meinem Mitbewohnern gehabt, ich durfte aber nicht raus wegen der Sonde!

Gefühle: Verzweifelt und nur am Heulen und richtig schlimme Angst, aber auch Spaß.

Meine Eltern waren sehr verzweifelt und ich saß beim gleichen Abend vor 2 Würstchen, das war für mich die Welt, ich hab mir gesagt die isst du jetzt auf sonst fängt das alles wieder von vorne an! Und ich begann zu essen ohne das mir jemand einen Plan schrieb, ich aß Mengen und nahm auch zu, ziemlich schnell. Als ich auf 49kg war hatte ich Angst zu steigern weil mir immer so schlecht war und mein Magen weh tat, aber ich steigerte und kam dieses Jahr noch auf 54 kg und dann ging es in die Reha nach Bad Bodenteich, kurz im Betreuten essen aber ganz schnell beim normalen essen! Ich blieb hier drei Monate, rutschte aber wieder auf 53kg was mich ziemlich sauer machte! Als ich zuhause war, aß ich wieder und kam auf 57kg.

Tagesstruktur Zuhause: Morgens Frühstück um 7/8 dann sich fertig machen, lesen oder Brief schreiben. Um 10 ZM, 13 Mittag, 15 ZM, 18 Abendbrot. Zwar auch ganz viel PC dazwischen, aber naja.
Mittwochs sind wir zum Markt gefahren, also in die Stadt. Abends war ich immer Spazieren mit meinem Vater, Samstag sind wir Einkaufen gefahren und haben Sonntag am See einen Spaziergang gemacht.

Gefühle: Dank der Klinik etwas besser, aber immer noch Depressiv und Sauer und sehr traurig. Aber auch Lebenslust etwas.

Dann wurde beschlossen das ich in ein Betreutes Wohnen ziehe und ich wollte es auch obwohl ich sehr doll Angst hatte und wieder alles abnahm was ich zunahm. In der Wg zog ich mit 54kg ein. (In der Wg bin ich heute noch) die ganze Zeit über nach den Klinik Entlassungen wurde ich Ärztlich und Psychologisch Betreut, allerdings für meine Angststörung und der Arzt wog das Gewicht.
Ich war bis zu dem Zeitpunkt sehr einsam und traurig und sehr depressiv mit Selbstmordgedanken.

Anmerkung: Bevor ich in die WG gezogen bin, bin ich nochmal nach Bad Bodenteich um mich auf die WG vorzubereiten, wurde Dezember entlassen, bin dann aber erst doch Februar eingezogen!

Tagesstruktur in der Klinik wie in der Psychiatrie nur das ich keine Sonde hatte und zum Kunst, Gespräch, Gruppentherapie, Wiegen, Sport musste und ganz viel spazieren gegangen bin.
Tagestruktur zuhause war die gleiche, nur das ich nicht mehr richtig gegessen habe weil ich dachte ich komm nie in die WG.

Gefühle: Ängstlich, erfreut, Depressiv, atypische Magersucht so langsam glaub ich auch daran. Einsam und unsicher.

2014:
Als ich in der Wg einzog traf ich zwei Leute die da wohnten die ich aus der Klinik kannte. Ich lernte Putzen, einzukaufen, zu essen, Spaß zu haben mit anderen und Abenteuer zu erleben, endlich wieder reale Freundschaften zu knüpfen, es gab ja davor nur den Pc und meine Eltern und ein paar Freunde die kaum Zeit hatten. Ich redete mit den Betreuern und fasste Vertrauen und bald war ich fröhlicher den je, hatte aber auch tiefen und fuhr oft zu meinen Eltern, weil ich sie vermisste. So langsam bildete sich ein Plan. Zuerst war ich im Arbeitstraining von der Wg aus dort gab es kochen, nähen, Handwerkliches, den Buchversand und das Atelier. Ich war im Atelier und musste jede 15 Minuten aufs Klo wegen einer Reizblase, psychisch ausgelöst- die wurde immer besser so das ich nach einen halben Jahr sogar zwei Stunden aushielt. Das essen von der Mensa durfte ich in meine Wohnung nehmen und essen. Ich nahm stetig ab, lag aber daran das ich entschlossen hatte zu verlieren gegen die Magersucht, da mir es zu unsicher war ob ich der Wg bleiben konnte oder nicht.
Ich entschied mich doch nochmal es mit der Schule zu probieren, nach den SommerferienIn den Sommerferien machten wir eine Ferienfahrt nach Schwerin und es hat mir egal viel Spaß gemacht mit meinen Mitbewohnern dort zu sein und zu klettern, Wandern, die Stadt zu erkunden und noch vieles mehr. Ich schaffte es sogar vor allen zu essen, wenn auch wenig. (Eins meiner Hauptprobleme vor anderen zu essen!)
Dann nach den Sommerferien ging ich zur Schule und fand eine mit der ich gut klarkam, aber ich zog auch in die Trainingswohnung um, es war für mich zu viel und ich brach die Schule ab. (Mit Veränderung komm ich nicht gut klar, da gehe ich erst recht ins Hungern rein) ich war wieder im Arbeitstraining(AT) und fing an zu fehlen weil ich mich ziemlich fertig machte dafür das ich die Schule abgebrochen habe. Die zeit mit meiner Mitbewohnerin M. war einmalig wir lachten viel und Putzen die Wohnung, halfen uns gegenseitig zu einem hoch und bestellten sogar Pizza. (Echt lecker Champion, Mais und Zwiebeln ; )

Tagestruktur: Um 7 ist wecken dann ins Bad und sich anziehen, ab zum Frühstück. Um 8 fängt das At an um 10:30 gab es eine Pause bis 11 und dann bis 13 Uhr. Um 13 gibt es essen von der Mensa, selbst gekocht <3. Dann muss man montags und freitags Putzen sein Zimmer und das Amt was man hat. Wird dann ausgezahlt und geht um halb 7 Einkaufen an den Tagen. Montag und Donnerstag war Abendessen um 18 Uhr. Donnerstag Hv um 18:30 da werden alle wichtigen Sachen besprochen die Anstehen. Je nachdem welchen Sport du von der Wg aus machst musste man zu der Uhrzeit da sein und das 2x die Woche. In der Freizeit kannst du machen was du willst.

Gefühle: Hochs und tiefst, aber viel fröhlicher und erfreuter wenn auch Depressiv und Selbstmordgedanken (aber viel weniger) ich hatte Spaß und noch mehr Lust zu erleben.

2015/6
Leider zog M. in einen anderen Bereich (Die Wg ist sehr groß und umfassend) ich packte meinen sieben Sachen und folgte ihr, ich hatte ziemlich Angst vor der Gruppe aber nach einiger Zeit ging es und ich ging auch wieder Regelmäßig zum At und meldete mich erneut bei der Schule an. Ich wurde Gruppensprecher mit S. zusammen und hatte hier meinen Spaß und öffnete mich den Betreuern und mir wie anderen gegenüber immer mehr. Ich fuhr wieder im Sommer auf Ferienfahrt und hatte das Gewicht 49kg erreicht, ich konnte nicht viel mit machen da mir extrem Schwindelig war, aber die Zeit war super mit meinen Jungs in einem Zimmer zu schlafen!
Nachdem Sommer ging ich zur Schule, es war echt eine super Klasse und ich hatte Spaß. Doch leider rutschte ich im November in eine Krise. Eine gute Krise meine Sichtweise veränderte sich und im Dezember hatte ich keine Körperwahrnemungstörung mehr, davor musste ich mir aber die ganze Zeit sagen das ich aussehe wie ein Skelett was ja auch Stimmt! Mein Betreuer hatte ich sehr gut um mich gekümmert. Meine Angststörung wurde größer und größer, der Schwindel rapide, alles wurde schlimmer und schlimmer und besser irgendwie. Ich hatte mehr, hm, mehrRealität und erkannte viele Denkweisen die falsch wahren. Schule war ich Krankgeschrieben und hatte sehr doll Angst dort hinzugehen. Nebenbei war/bin ich aber noch Gruppensprecher und sorgte dafür das die Gruppe nicht zu große Streitereien hatte. Mein Betreuer entschied ich sollte wieder ins AT und ich stimmte zu. Ein Tag At und einen halben und ich fuhr den Weg zur Schule und am Donnerstag nach drei Monaten (Im Feb. Also) saß ich wieder im Unterricht.

Manchmal in meiner Krise wollte ich in eine Klinik, aber meine Psychologin sagte das wäre nicht gut (Gewicht Momentan 50KG war immer schwankend 50/49kg ) Ich war nicht der Meinung doch nachdem sie mir zweimal erklärt hatte warum ich nicht in die Klinik sollte und die WG viel mehr zu meiner Klinik werden könnte und ich drüber nachdachte verstand ich plötzlich auch warum. Ich würde aus mein Leben rausgerissen werden und ich war gerade dabei mir selbst näher zu kommen, mich lieben zu lernen so wie ich bin und mit meinen Gefühlen klar zu kommen, mich meinen Ängsten zu stellen und weiter zuzunehmen.

Und soll ich euch was sagen? Dies ist mein Weg! Und ich werde ihn so gehen wie ich ihn für richtig halte! Ich kann das Schaffen gesund zu werden und meine Depression ist schon fast weg.

Tagesstruktur: Ist fast gleich, ich muss jetzt nur noch einmal Putzen und halt mehr essen (haha ) mach ich echt gerne oh und statt AT geh ich ja eben zur Schule, aber nur für 2 Stunden. Und ich muss jede Woche wiegen (-.-) nervig, aber wenn das Gewicht Bergaufgeht brauch ich nur noch alle 2 Wochen <3.

Gefühle: Dankbarkeit. Atypische Magersucht volle Krankheitseinsicht und bin bereit mein Gewicht zu verändern ins Positive. Der Angststörung in den Hinter zu treten und die Depression im Urlaub zu lassen! Selbstmordgedanken 1% höchstens und das nur alle 3- 6 Monate. Ich fühl mich viel Lebendiger und ich bin so Dankbar das die WG mir so gut geholfen hat mit allen denen ich treffe und zu tun habe und natürlich mit mir Selbst. Ich hab auch tiefst klar, aber das ist okay. Und ich hab diese Woche zum ersten Mal versucht nicht ins hungern zu verfallen sondern weiter zu essen <3. Hat zwar nicht ganz geklappt aber zu 15% und das ist ein Anfang!

PS: Ich sag nicht das in die Klinik gehen so schlecht ist, mich hat das damals mit der Sonde traumatisiert aber auch wach gerüttelt irgendwie. Klinik ist bestimmt etwas Gutes wenn man sich drauf einlässt und mit macht, aber ihr müsst dringend überlegen was ist dann nach der Klinik? Ihr müsst euch wirklich ein Umfeld schaffen mit Sozialer Struktur und einen Plan das ihr etwas macht und sei es nur ein Spaziergang, aber (@mimi du kennst dich da viel besser aus, mir ist das nur aufgefallen weil dein Text total stimmte, ich hab Struktur und ein gutes Umfeld was mir hilft dabei, gesund zu werden <3). Diese Krankheit ist böse und hässlich und man darf sie nicht gewinnen lassen es gibt so viel mehr im Leben! Achja was ich eigentlich sagen wollte, es gibt auch noch andere Wege als die Klinik, man braucht eben ein gutes Umfeld und einen starken Willen.
Rückschläge sind okay, aber ihr und ich müssen wieder aufstehen. Krisen kann man nutzen zur Veränderung!

@Mimi noch etwas ich war so glücklich als du schriebst das ich schon ein Schritt weiter bin, natürlich wird es noch eine Weile dauern bis es komplett weg ist aber ich hab ja die Zeit. Ich hätte nie gedacht das ich jemals soweit kommen würde, aber ich bin so froh das ich es soweit geschafft habe und endlich das Leben schmecken konnte! Und es ist so viel schöner wirklich. Kämpfe. Achja ich mag ganz besonders deine Texte du bist hier eine Bereicherung!

@Yehma & Wildapfel: Eure Texte habt mir auch die Augen geöffnet und sehr geholfen!

PSS: Ich werde noch dieses Thema verfolgen und bestimmt ab und an rein schauen und mit euch fühlen ; ) <3

So das war meine Geschichte bis jetzt zwar noch etwas Oberflächlich, aber mehr geht nicht .
Achja die WG ist nicht speziell für Essstörung sondern für alles: Depressiv, Angststörung, Drogen, Alkohol, Boderline, Essstörungen, Zwänge usw

Zitat Wir sind wie wir sind und das acht uns reich. Zitat Ende Lied Einmalig.
Hört nicht auf zu kämpfen wir schaffen das!

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