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Männer: wer kennt das ...Baby da, Lust Partnerin weg....

Letzte Nachricht: 18. Juli 2013 um 15:12
A
aramis_11842354
25.03.13 um 13:47

Nachdem ich mich als Leser nun schon eine lange Zeit hier im Forum rum treibe traue ich mich mal, mein Problem zu schildern, da es mich sehr belastet und ich eigentlich nicht mehr ein noch aus weiß.
Eigentlich handelt es sich dabei um das klassische Vater aber nicht mehr Mann nach Geburt - Problem.
Ich bin mit meiner Partnerin nunmehr 4 Jahre zusammen und vor ziemlich genau einem Jahr wurde unser Kind geboren. Vor der Geburt war meine Partnerin sexuell sehr aktiv. Klar, am Anfang der Beziehung ist es immer sehr ausgeprägt, aber an und für sich war es nicht nur am Anfang sondern bis zur Schwangerschaft (und auch anfangs noch während der Schwangerschaft) sehr intensiv und häufig. Da war ich als Mann so manches mal überfordert.
Wir kauften uns ein Häuschen im Grünen, dann kam der Kinderwunsch bei meiner Partnerin auf. Ich selbst habe schon zwei Kinder (9 und 13 Jahre alt) aus erster Ehe, hatte aber nichts gegen ein drittes Kind, welches ja eine Liebesbeziehung entspringt und diese auch künftig bereichern sollte
Mir war bewusst, dass ein Kind eine Partnerschaft auf die Probe stellt und das Würmchen auch ab sofort das Regime übernimmt. Ich kannte das alles ja nun schon und deswegen war mir bewusst, dass gerade eine junge Frau (30 Jahre alt) erst lernen muss, mit dem tiefen Einschnitt, den der Nachwuchs mit sich bringt, umzugehen lernen muss. Ich muss dazu sagen, dass unsere Partnerschaft ziemlich perfekt war. Jeder von uns konnte er selbst bleiben, es war Platz für Ich und Wir. Keine Eifersucht, keine Vorwürfe, jeder machte so gut er konnte und alles konnte, nichts musste. Wir hatten auch Probleme, gerade was meine Altlasten anbelangte, es ist eben nicht leicht für eine Frau, wenn das alte Leben des Partners immer wieder in die neue Familie drängte, sei es durch Umgangswochenenden oder Unterhaltszahlungen u.ä.
Wir haben gestritten und uns wieder vertragen. Wir konnten über alles reden, wirklich alles. Meine Partnerin ist eine sehr selbstbewusste Frau und das in jeder Hinsicht.
Seit der Geburt unseres Kindes ist MEIN Problem der fehlende Sex.
Das in den ersten Monaten nach der Geburt Ebbe ist, war mir bewusst und als guter Partner kann man auch eine Weile abstinent leben. Nun ist aber bereits ein Jahr vergangen und es passiert nach wie vor nichts. Um keinen Druck aufzubauen, habe ich in den ersten neun Monaten so gut wie gar nichts geäußert um ihr die Zeit zu lassen, sich zu regenerieren und in der neuen Rolle zurecht zu finden. Danach habe ich bis vor ein paar Wochen auch nur leise nebenläufig geäußert, dass wieder eine Pillenpackung aufgefuttert ist, ohne dass man sie gebraucht hätte . Ich habe wie gesagt bewusst keine lauten Töne angeschlagen, da ich keinen Druck aufbauen wollte. Nachdem sich aber nichts getan hat und ich wenn überhaupt ein bis zwei mal im Monat ran durfte, habe ich das Thema auf den Tisch gepackt und das deutlich. Ich habe Ihr mein Verständnis für Ihre Situation kund getan und ebenso gefragt, was ich dazu tun kann, damit sich die Situation verbessern könnte. Es kam wie bei wohl den meisten Beziehungen in dieser Phase heraus, dass Sie sich mehr Unterstützung von mir wünschen würde. Ich kann das sogar ein Stück weit verstehen. Als Mutti im ersten Jahr ist man rund um die Uhr beschäftigt. Nicht mal aufs Klo gehen kann man, ohne das Baby mit dabei zu haben. Den Haushalt bekommt man kaum auf die Reihe, die Nächte sind anstrengend und und und. Dennoch versuche ich, soweit es geht zu helfen. Ich gehe jeden Tag arbeiten und wenn ich nach Hause komme, füttere ich den Spatz, spiel mit ihm und bringe ihn auch zu Bett. Ich fahre einkaufen, ich bereite am WE das gemeinsame Frühstück vor. Ich versuche auch trotz männlichem Tunnelblick die Arbeiten drum herum zu sehen und zu helfen ( diese Kleinigkeiten wie Geschirrspüler leer räumen, Müll runter bringen, Blumen gießen, Katze versorgen u.s.w.).
Unser Kind ist ein sehr liebes und pflegeleichtes Kind. Schreit kaum, ist motorisch absolut zeitgemäß entwickelt. Es schläft nachts gut durch, isst normal. Eigentlich hat sich alles eingelaufen, so dass ab 19 Uhr Ruhe ist und keine außergewöhnlichen Belastungen auftauchen. So wünschen sich viele andere junge Eltern ihre Situation, da haben wir eigentlich Glück gehabt. Trotzdem entbehrt unsere Paarbeziehung der erotischen Komponente. Könnte es an der Pille liegen? Haben wir drüber geredet. Vorschlag meinerseits war, sie abzusetzen und zu schauen, ob sich die Libido verändert. Falls ja, würde ich mich steriliesieren lassen, da ich definitiv keine weiteren Kinder mehr haben will. Das wollte meine Partnerin aber nicht. Sie will zwar auch kein weiteres Kind mehr, aber sie meint, dass sie ja vorher auch die Pille genommen hat und trotzdem eine stark ausgeprägte Libido.
Vielleicht liegt es am Sex selbst, bzw. an mir? Ich habe das offen angesprochen aber auch das hat sie verneint. Am Ende liegt der Grund ihrer Ansicht nach darin, dass sie einfach kaputt ist und geschafft vom Tag mit dem Kind und dass es sie ärgert, dass sie kaum den Haushalt bewältigen kann oder Körperpflege etc Ab 19 Uhr ist aber jeden Abend Zeit, Zeit um fern zu schauen, zu googlen etc Ich habe ihr signalisiert, dass jede andere Mutter auch mit diesen Dingen klar kommen muss und dass wir es mit unserem Wurm echt noch gut abgegriffen haben. Sie sagt, mit den Aufgaben ist sie schon mehr als ausgelastet, hat kaum mal Zeit für sich und das letzte worauf sie dann noch Bock hat, ist sich darum zu kümmern, dass meine sexuellen Bedürfnisse befriedigt werden. Das war wie ein Schlag ins Gesicht. Ich habe ihr auch gesagt, dass sie doch mal los fahren soll, dass ich auf den Wurm aufpasse, vielleicht mal mit ner Freundin weg oder so. Auch diesbezüglich komme ich ihr gern entgegen. Am Anfang der Beziehung stellte sie mir die Frage, wie wichtig mir Sexualität in der Beziehung sei, da es ihr sehr wichtig ist. Mit einem Mal ist das Thema aber ganz nach hinten gerutscht.
Man sagt zwar immer, man soll drüber reden, aber mal ehrlich, wozu führt es am Ende? Die Frau fühlt sich unter Druck gesetzt und ich als Mann egoistisch. Ich liebe meine Partnerin über alles und ich habe auch nicht die Erwartungshaltung, dass jeder Abend mit Sex endet. Eigentlich habe ich gar keine Erwartungshaltung sonder eher den Wunsch, nicht nur als Vater und wohngemeinschaftlicher Lebenspartner sonder auch als Mann wieder wahrgenommen zu werden. Für mich ist Sex auch nicht einfach nur Fleischverzehr sondern das worin partnerschaftliche Liebe sich ausdrückt. Nähe, körperliche Zuwendung. Sie sagt, sie liebt mich nach wie vor genauso intensiv. Aber mal ehrlich, ist das wirklich Liebe, ohne Sex? Ich meine partnerschaftliche Liebe, nicht wie Geschwisterliebe Ich merke, wie ich mich immer weiter zurück ziehe. Ich mag einfach nicht mehr kuscheln, wenn man dabei fast zerspringt. Ich schau schon weg um ihren Körper nicht noch als Reiz sehen zu müssen. Ich traue mich nicht mehr sie anzufassen, weil ich Angst habe, sie unter Druck zu setzen. Mein Humor ist flöten gegangen, weil ich einfach nur noch traurig bin.
Seit Wochen frage ich mich, wie ich damit klar kommen kann, denn es scheint ja nur mein und nicht ihr Problem zu sein. Fremdgehen ist keine Lösung. Zum einen, weil Sex für mich etwas ist, was man ausschließlich mit seinem Partner teilt und zum anderen weil es keine echte Befriedigung bringen würde. Es geht mir ja nicht nur um den Druckabbau sondern um viel mehr dabei.
Es einfach hinnehmen kann ich aber auch nicht, kann mich ja nicht abschalten und so tun als sei ich glücklich.
Abwarten? Wie lange? Abwarten meint meine Partnerin ja auch, es würde schon irgendwann mal wieder anders werden. Daran glaube ich nicht. Man kann jeden Abend eine Begründung haben, warum es nicht geht, zu müde, zu gestresst und und und. Und ehrlich, jeder Grund kann auch plausibel und nachvollziehbar sein Aber ich mache mir nichts vor, Gründe wird es immer geben und mir ist klar, dass die Stressmomente nicht weniger werden können Sie geht nun ab nächste Woche wieder arbeiten (6h) und unser Kind in die Einrichtung. Das stellt logistisch noch mal andere Anforderungen an uns. Auch die werden wir meistern. Aber weniger Stress wird das mit Sicherheit in den nächsten Jahren nicht.
Schöne Momente schaffen? Auch das habe ich versucht. Kerzenschein und Romantik, mal das Kind abliefern und Zeit füreinander haben. Aber auch das funktioniert nur kurze Zeit und ich halte es für falsch, Lust herbei zu beschwören mit Kerzenduft und Schummerlicht. Ohne Frage ist das wichtig, aber es kann nicht der Schlüssel sein. Vor der Schwangerschaft war es egal, wo und wann und wie die Rahmenbedingungen gewesen sind. Man hatte einfach Lust aufeinander und gut war.
Ich weiß also nicht mehr weiter. Da ist zum einen meine Partnerin, der das Thema plötzlich unwichtig ist und da bin ich, dem es wichtig ist. Ich habe kein Recht dazu, es zu fordern und das möchte ich auch nicht. Keinen Sex aus Gnade, Dankbarkeit, Schuldgefühlen oder dergleichen. Ich möchte ihn aus Lust heraus. Und genau darin sehe ich das Problem. Keine Seite hat Schuld, keine Seite ein Recht. Kompromisse? Gibt es die in diesem Fall? Ich denke nicht Kann es sein, dass man am an einem Punkt angekommen ist, an dem es einfach nicht mehr passt und man sich trennt? Viele Frauen würden jetzt aufschreien und sagen: wenn Du sie wirklich liebst, lebst Du damit Ich finde aber, so einfach ist das nicht Mir ist es sehr wichtig und essentieller Bestandteil einer Paarbeziehung. Ich möchte doch nicht nur Vater und Mitbewohner sein...sondern auch Mann...
Mir ist bewusst, dass mein halber Roman hier bei vielen Menschen nur Kopfschütteln hervorrufen wird und mir ist auch bewusst, dass ich mit meiner Argumentation kaum Lösungsmöglichkeiten offen halte. Aber gerade deswegen wende ich mich an dieses Forum. Vielleicht kann mir doch jemand hilfreiche Tipps geben. Sorry für den langen Text. ;-(

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E
emi_12843551
27.03.13 um 19:00

...
Hallo,

also das ist in der Tat eine schwierige Situation. Allerdings glaube ich nicht an diese 4 Phasen-Sex Geschichte. Die hier als Erklärung abgeliefert wurde.

"Am Ende liegt der Grund ihrer Ansicht nach darin, dass sie einfach kaputt ist und geschafft vom Tag mit dem Da ist zum einen meine Partnerin, der das Thema plötzlich unwichtig ist und da bin ich, dem es wichtig ist Kind und dass es sie ärgert, dass sie kaum den Haushalt bewältigen kann oder Körperpflege etc"

Das sind ziemlich viele und gute Gründe, keine Lust auf Sex zu verspüren.

In der Aussage steckt zum Beispiel drin, dass sie mit der Situation Kind überfordert ist. Sie hat dir damit gesagt, dass sie sich nicht mehr als Frau fühlt. Sie hat dir damit ebenfalls gesagt, dass sie noch nicht mal mehr die einfachsten Dinge hin bekommt und das Gefühl hat, dass ihr alles über den Kopf wächst. Es steckt aufgebaute Frustration darin, die im Grunde daraus resultiert, dass sie sich selbst nicht mehr gerecht werden kann. Körperpflege ist durchaus etwas recht wichtiges fürs eigene Wohlbefinden, wenn sie noch nicht mal mehr genügend Zeit dafür findet, dann muss die Situation derzeit für sie alles andere als schön sein. Vermutlich hat sie das Gefühl ihr Selbst irgendwo zwischen Haushalt und Windeln verloren zu haben.

"Ab 19 Uhr ist aber jeden Abend Zeit, Zeit um fern zu schauen, zu googlen etc"

Das ist Zeit in der Sie versucht ein Hauch von Energie aufzutanken, die ihr in den letzten Monaten in Überfluss abhanden gekommen ist. Nur ist es eben für sie so, dass mehr Energie weggekommen ist, als wieder zurück geflogen ist.

"Ich habe ihr signalisiert, dass jede andere Mutter auch mit diesen Dingen klar kommen muss und dass wir es mit unserem Wurm echt noch gut abgegriffen haben."

Tatsächlich sind solche Äußerungen, auch wenn sie aus schierer Verzweiflung herrühren, sehr kontraproduktiv. Denn damit signalisierst du deiner Frau leider nur, dass du ihre Probleme nicht ernst nimmst und alle anderen Mütter kein Problem damit haben, die Rolle der Frau zu erfüllen. Damit hast du erfolgreich schon mal erreicht, dass sich deine Frau noch schlechter fühlt als vorher. Das wiederum lässt die Libido noch weiter sinken und führt ganz sicher nicht zur alten Lust zurück.

Davon mal abgesehen, stimmt das nicht ganz. Denn es gibt sehr viele Frauen, die die Mutterrolle und die Frauenrolle nicht miteinander kombiniert bekommen. Es wird nur immer runter gespielt und so getan, als würden danach alle sofort wieder wilden hemmungslosen Sex haben wollen.

Dabei ist es in sehr vielen Fällen so, dass aus vielen Gründen, einer ist übrigens sich vom Partner im Stich gelassen fühlen, ihre Lust verlieren. Das kann ein temporärer Zustand oder auf Lebenszeit andauernder Zustand, mit diesem Partner sein.

" Sie sagt, mit den Aufgaben ist sie schon mehr als ausgelastet, hat kaum mal Zeit für sich und das letzte worauf sie dann noch Bock hat, ist sich darum zu kümmern, dass meine sexuellen Bedürfnisse befriedigt werden."

Das mag dich zwar schockiert haben, aber wundert dich das jetzt wirklich? Also ich kenne durchaus auch Männer, die bei zuviel Stress ebenfalls unter Libidoverlust leiden und das ist hier bei deiner Frau definitiv der Fall. Also im Grunde befindet sich deine Frau nur noch in dem Funktionsmodus, und da hat man nun mal keine wirkliche Lust auf Sex. Es stellt sich da eher die Frage, wie lange sie das noch auf Dauer aufrecht erhalten kann, ohne sich selbst komplett zu verlieren.

Wenn mein Partner mir so etwas sagen würde, würden bei mir zumindest alle Alarmglocken anspringen und ich würde sofort überlegen, wie man diese sehr ernst zunehmende Situation ändern kann. Denn sowas kann auf Dauer deutlich schlimmere Nebenwirkungen mit sich führen, als Libidoverlust. Wobei das schon ein alarmierendes Signal ist und man die Ursache dafür beheben muss.

"Ich habe ihr auch gesagt, dass sie doch mal los fahren soll, dass ich auf den Wurm aufpasse, vielleicht mal mit ner Freundin weg oder so. Auch diesbezüglich komme ich ihr gern entgegen"

Das ist ein netter Gedanke, aber zum einen fehlt deine Freundin/Frau derzeit jegliche Energie dafür. Zum anderen ändert das rein gar nichts an ihrer derzeitigen Situation und somit auch nichts an deiner.

Wenn du wirklich an eurem gemeinsamen Sexualleben hängst, wäre es deutlich angebrachter, nach Lösungswegen zu suchen, die auch auf Dauer etwas bringen und eine Entlastung für deine Frau darstellen.

Solange sie sich allein gelassen und unverstanden von dir fühlt, wird es auch kaum Sex geben. Denn das ist der Lustkiller schlecht hin.

" Da ist zum einen meine Partnerin, der das Thema plötzlich unwichtig ist und da bin ich, dem es wichtig ist"

Deiner Partnerin ist das Thema nicht mehr wichtig, weil sie keine Ressourcen dafür frei hat. Wenn die allerdings wieder gegeben sind, dann kommt auch die Lust zurück. Denn auf unsere Libido verzichtet der Körper nun mal als aller erstes, denn darauf kann man, so hart es auch klingen mag, am leichtesten verzichten. Es ist zumindest fürs Überleben nicht gerade der wichtigste Modus.

Die Frage ist eben, wie sehr ihr beide bereit seit, an euren Problemen zu arbeiten.

Wenn sie hingegen sich gegen jegliche Hilfestellung wehrt, deine und ihre Probleme nicht ernst nimmt und einfach nur auf stur schaltet und dich macht, in dem Fall ist es dann besser die Beziehung zu verlassen. Denn es macht nur sinn, in einer Beziehung zu bleiben, wo beide Partner die Probleme erkennen und sich diesen gemeinsam auch stellen wollen. Ansonsten werden damit beide nur unglücklich und das bringt es nun auch nicht.

lg



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D
diane_12916248
17.04.13 um 20:28
In Antwort auf emi_12843551

...
Hallo,

also das ist in der Tat eine schwierige Situation. Allerdings glaube ich nicht an diese 4 Phasen-Sex Geschichte. Die hier als Erklärung abgeliefert wurde.

"Am Ende liegt der Grund ihrer Ansicht nach darin, dass sie einfach kaputt ist und geschafft vom Tag mit dem Da ist zum einen meine Partnerin, der das Thema plötzlich unwichtig ist und da bin ich, dem es wichtig ist Kind und dass es sie ärgert, dass sie kaum den Haushalt bewältigen kann oder Körperpflege etc"

Das sind ziemlich viele und gute Gründe, keine Lust auf Sex zu verspüren.

In der Aussage steckt zum Beispiel drin, dass sie mit der Situation Kind überfordert ist. Sie hat dir damit gesagt, dass sie sich nicht mehr als Frau fühlt. Sie hat dir damit ebenfalls gesagt, dass sie noch nicht mal mehr die einfachsten Dinge hin bekommt und das Gefühl hat, dass ihr alles über den Kopf wächst. Es steckt aufgebaute Frustration darin, die im Grunde daraus resultiert, dass sie sich selbst nicht mehr gerecht werden kann. Körperpflege ist durchaus etwas recht wichtiges fürs eigene Wohlbefinden, wenn sie noch nicht mal mehr genügend Zeit dafür findet, dann muss die Situation derzeit für sie alles andere als schön sein. Vermutlich hat sie das Gefühl ihr Selbst irgendwo zwischen Haushalt und Windeln verloren zu haben.

"Ab 19 Uhr ist aber jeden Abend Zeit, Zeit um fern zu schauen, zu googlen etc"

Das ist Zeit in der Sie versucht ein Hauch von Energie aufzutanken, die ihr in den letzten Monaten in Überfluss abhanden gekommen ist. Nur ist es eben für sie so, dass mehr Energie weggekommen ist, als wieder zurück geflogen ist.

"Ich habe ihr signalisiert, dass jede andere Mutter auch mit diesen Dingen klar kommen muss und dass wir es mit unserem Wurm echt noch gut abgegriffen haben."

Tatsächlich sind solche Äußerungen, auch wenn sie aus schierer Verzweiflung herrühren, sehr kontraproduktiv. Denn damit signalisierst du deiner Frau leider nur, dass du ihre Probleme nicht ernst nimmst und alle anderen Mütter kein Problem damit haben, die Rolle der Frau zu erfüllen. Damit hast du erfolgreich schon mal erreicht, dass sich deine Frau noch schlechter fühlt als vorher. Das wiederum lässt die Libido noch weiter sinken und führt ganz sicher nicht zur alten Lust zurück.

Davon mal abgesehen, stimmt das nicht ganz. Denn es gibt sehr viele Frauen, die die Mutterrolle und die Frauenrolle nicht miteinander kombiniert bekommen. Es wird nur immer runter gespielt und so getan, als würden danach alle sofort wieder wilden hemmungslosen Sex haben wollen.

Dabei ist es in sehr vielen Fällen so, dass aus vielen Gründen, einer ist übrigens sich vom Partner im Stich gelassen fühlen, ihre Lust verlieren. Das kann ein temporärer Zustand oder auf Lebenszeit andauernder Zustand, mit diesem Partner sein.

" Sie sagt, mit den Aufgaben ist sie schon mehr als ausgelastet, hat kaum mal Zeit für sich und das letzte worauf sie dann noch Bock hat, ist sich darum zu kümmern, dass meine sexuellen Bedürfnisse befriedigt werden."

Das mag dich zwar schockiert haben, aber wundert dich das jetzt wirklich? Also ich kenne durchaus auch Männer, die bei zuviel Stress ebenfalls unter Libidoverlust leiden und das ist hier bei deiner Frau definitiv der Fall. Also im Grunde befindet sich deine Frau nur noch in dem Funktionsmodus, und da hat man nun mal keine wirkliche Lust auf Sex. Es stellt sich da eher die Frage, wie lange sie das noch auf Dauer aufrecht erhalten kann, ohne sich selbst komplett zu verlieren.

Wenn mein Partner mir so etwas sagen würde, würden bei mir zumindest alle Alarmglocken anspringen und ich würde sofort überlegen, wie man diese sehr ernst zunehmende Situation ändern kann. Denn sowas kann auf Dauer deutlich schlimmere Nebenwirkungen mit sich führen, als Libidoverlust. Wobei das schon ein alarmierendes Signal ist und man die Ursache dafür beheben muss.

"Ich habe ihr auch gesagt, dass sie doch mal los fahren soll, dass ich auf den Wurm aufpasse, vielleicht mal mit ner Freundin weg oder so. Auch diesbezüglich komme ich ihr gern entgegen"

Das ist ein netter Gedanke, aber zum einen fehlt deine Freundin/Frau derzeit jegliche Energie dafür. Zum anderen ändert das rein gar nichts an ihrer derzeitigen Situation und somit auch nichts an deiner.

Wenn du wirklich an eurem gemeinsamen Sexualleben hängst, wäre es deutlich angebrachter, nach Lösungswegen zu suchen, die auch auf Dauer etwas bringen und eine Entlastung für deine Frau darstellen.

Solange sie sich allein gelassen und unverstanden von dir fühlt, wird es auch kaum Sex geben. Denn das ist der Lustkiller schlecht hin.

" Da ist zum einen meine Partnerin, der das Thema plötzlich unwichtig ist und da bin ich, dem es wichtig ist"

Deiner Partnerin ist das Thema nicht mehr wichtig, weil sie keine Ressourcen dafür frei hat. Wenn die allerdings wieder gegeben sind, dann kommt auch die Lust zurück. Denn auf unsere Libido verzichtet der Körper nun mal als aller erstes, denn darauf kann man, so hart es auch klingen mag, am leichtesten verzichten. Es ist zumindest fürs Überleben nicht gerade der wichtigste Modus.

Die Frage ist eben, wie sehr ihr beide bereit seit, an euren Problemen zu arbeiten.

Wenn sie hingegen sich gegen jegliche Hilfestellung wehrt, deine und ihre Probleme nicht ernst nimmt und einfach nur auf stur schaltet und dich macht, in dem Fall ist es dann besser die Beziehung zu verlassen. Denn es macht nur sinn, in einer Beziehung zu bleiben, wo beide Partner die Probleme erkennen und sich diesen gemeinsam auch stellen wollen. Ansonsten werden damit beide nur unglücklich und das bringt es nun auch nicht.

lg



@tosendesgewaesser
"Deiner Partnerin ist das Thema nicht mehr wichtig, weil sie keine Ressourcen dafür frei hat. Wenn die allerdings wieder gegeben sind, dann kommt auch die Lust zurück."

Äh, gibt es da Erfahrungswerte Deinerseits (von Dir, Deinem Umfeld, Literatur etc.) oder argumentierst Du nur so, weil Du es für logisch hälst? Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass bei Paaren, bei denen der Sex, der in der Anfangszeit als toll und wichtig empfunden wurde, und der dann irgendwann über einen langen Zeitraum "im Eimer" war und dies nicht auf gegenseitigem Einverständnis beruhte, sondern einer der beiden Partner damit ein großes Problem hatte, dass es sich dann wieder zu lustvollem Sex auf dauerhafter Basis entwickelt. Das sagt mir 1. meine eigene leidvolle Erfahrung, trotz langjähriger Versuche, etwas daran zu ändern 2. die meisten Foreneinträge, die ich zu dem Thema gefunden habe (fast alle sagen, es wird im Laufe der Zeit immer schlimmer; muss natürlich nicht repräsentativ sein, ich fürchte aber schon), 3. die ein oder andere Studie.

M39

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ernest_12167595
20.04.13 um 19:27
In Antwort auf diane_12916248

@tosendesgewaesser
"Deiner Partnerin ist das Thema nicht mehr wichtig, weil sie keine Ressourcen dafür frei hat. Wenn die allerdings wieder gegeben sind, dann kommt auch die Lust zurück."

Äh, gibt es da Erfahrungswerte Deinerseits (von Dir, Deinem Umfeld, Literatur etc.) oder argumentierst Du nur so, weil Du es für logisch hälst? Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass bei Paaren, bei denen der Sex, der in der Anfangszeit als toll und wichtig empfunden wurde, und der dann irgendwann über einen langen Zeitraum "im Eimer" war und dies nicht auf gegenseitigem Einverständnis beruhte, sondern einer der beiden Partner damit ein großes Problem hatte, dass es sich dann wieder zu lustvollem Sex auf dauerhafter Basis entwickelt. Das sagt mir 1. meine eigene leidvolle Erfahrung, trotz langjähriger Versuche, etwas daran zu ändern 2. die meisten Foreneinträge, die ich zu dem Thema gefunden habe (fast alle sagen, es wird im Laufe der Zeit immer schlimmer; muss natürlich nicht repräsentativ sein, ich fürchte aber schon), 3. die ein oder andere Studie.

M39

Ich muss dir recht geben
ich kann deine aussage nur bestätigen, ich habe 30 jahre gehofft und gekämpft und alles versucht, trotz herrlicher urlaube und viel zeit zu zweit, gab es keinen lustvollen sex und keine sexuelle besserung, nur immer gefälligkeitssex, wenn sie merkte wie sehr ich darunter leide.
heute glaube ich, das wirklich wohl asexualität vorliegt, nachdem ich mich damit beschäftigt habe. schaut mal ins netz, da gibt es halt auch entsprechende foren.
lg, + toi,toi,toi

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emi_12843551
17.07.13 um 22:54
In Antwort auf diane_12916248

@tosendesgewaesser
"Deiner Partnerin ist das Thema nicht mehr wichtig, weil sie keine Ressourcen dafür frei hat. Wenn die allerdings wieder gegeben sind, dann kommt auch die Lust zurück."

Äh, gibt es da Erfahrungswerte Deinerseits (von Dir, Deinem Umfeld, Literatur etc.) oder argumentierst Du nur so, weil Du es für logisch hälst? Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass bei Paaren, bei denen der Sex, der in der Anfangszeit als toll und wichtig empfunden wurde, und der dann irgendwann über einen langen Zeitraum "im Eimer" war und dies nicht auf gegenseitigem Einverständnis beruhte, sondern einer der beiden Partner damit ein großes Problem hatte, dass es sich dann wieder zu lustvollem Sex auf dauerhafter Basis entwickelt. Das sagt mir 1. meine eigene leidvolle Erfahrung, trotz langjähriger Versuche, etwas daran zu ändern 2. die meisten Foreneinträge, die ich zu dem Thema gefunden habe (fast alle sagen, es wird im Laufe der Zeit immer schlimmer; muss natürlich nicht repräsentativ sein, ich fürchte aber schon), 3. die ein oder andere Studie.

M39

...
"Äh, gibt es da Erfahrungswerte Deinerseits (von Dir, Deinem Umfeld, Literatur etc.) oder argumentierst Du nur so, weil Du es für logisch hälst?"

Die Argumentation bestand aus einer Mischung von allem.

Wobei der Kontext eine wesentliche Rolle spielte. Denn die Problematik kam ja durch die Geburt des Kindes erst zu Stande und es gibt zu dem Thema einige Fachliteratur, die sehr wohl aufzeigt, dass es im sexuellen Bereich nach der Geburt eines Kindes problematisch werden kann.

Es ging hier ja nicht um eine glückliche frisch verliebte Beziehung, bei der alles toll war und plötzlich gab es keinen Sex mehr. Das ist eine komplett andere Situation und hier spielt der Faktor Kind nun mal auch eine bedeutende Rolle.

"ie meisten Foreneinträge, die ich zu dem Thema gefunden habe (fast alle sagen, es wird im Laufe der Zeit immer schlimmer; muss natürlich nicht repräsentativ sein, ich fürchte aber schon), 3. die ein oder andere Studie.
"

Punkt zwei ist in der Tat nicht sonderlich repräsentativ.

Die ein oder andere Studie kann alles mögliche bedeuten. Meinst du damit Studien die explizit sich mit der Lustlosigkeit der Frau nach der Geburt befassen oder Studien die sich eher auf die allgemeine Lustlosigkeit beziehen? Und es wäre da auch gut irgendwie zu wissen, welche Hypothesen die einzelnen Studien untersucht haben.

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H
hero_12039557
18.07.13 um 14:03

Erfahrung
Mir sind hier manche texte echt zu anstrengend. Deshalb fasse ich mich kurz. Habe genau die gleichen probleme wie du. Siehe mein thread!! Ich kann dir nur eines sagen; am schluss wirst du immer der dumme sein. Weil, du kannst dich im haushalt und überall bemühen wie du willst von deiner frau wird keine zuneigung kommen. Irgendwann eirst du dich zurückziehen und dann heisst es wieder der bemüht sich ja gar nicht. Ps: besuche mal eine entspannte massage LOL

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warsdasschon
warsdasschon
18.07.13 um 15:12

Also Respekt,
diese Erklärung trifft absolut zu, zumindest bei mir auch

Und dann wundern sich die Frauen warum fremdgegangen wird...
Nichts für das Körperlich machen, aber dann die Moralkeule schwingen

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