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... Mann trinkt heimlich ...

4. Mai 2006 um 14:28 Letzte Antwort: 5. Mai 2006 um 15:14

Hallo Forumbesucher,

ich muss sagen, ich bin ziemlich verzweifelt und weiss nicht genau, was ich tun soll.
Mein Mann und ich sind seit 4,5 Jahren zusammen und ich habe von Anfang an bemerkt, dass er Alkohol (vor allem Bier) sehr gerne trinkt.

Er weiss sehr seine Grenze nicht und wird laut, überempfindlich und aggressiv. Ich bekomme dann richtig angst. Er schreit mich an, veranstaltet Eifersuchtsszenen.
Das krasseste ist, dass er am nächsten Morgen wieder ganz OK ist. Er weiss nicht mehr so genau, was für blöde Sprüche er abgelassen hat und fragt sich war um ich sauer bin.

Ab und zu finde ich eine leere Dose oder die geschenkten Weinflaschen, bzw auch härtere Getränke sind dann halb leer.
Er trinkt heimlich, ohne dass jemand dabei ist oder so, sondern ganz alleine.
Wenn ich ihn darauf anspreche, dann sagt er, dass er nichts davon weiss und ich übertreibe ja.
Er ist sauer auf mich und sagt, er sei kein Alkoholiker.
vielleicht ist er es noch nicht, aber ich denke, er ist auf dem besten Weg dorthin.

Ich muss sagen, ich verabscheue Alkohol (in Übermengen), ich habe aus familiären Gründe richtigen Ekel dagegen und wollte nie mit einem Alkoholiker verheiratet sein.

Mein Mann wünscht sich sehnlichst Kinder und möchte mit mir gemeinsam eine Familie aufbauen.
Mir schoss eine Idee durch den Kopf, dass ihm sagen könnte, solange er nicht aufhört zu trinken, dass ich nicht bereit bin, Kinder in die Welt zu setzen.

Was meint ihr dazu?
Ich danke für eure Antworten!

Franzi

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4. Mai 2006 um 15:59

Dein Mann hat ein Problem
das er als keins ansieht. Ich kenne das. Mein Vater war auch Alkoholiker (seit 12 Jahren ist er trocken), und zwar so einer, der ständig seinen bestimmten Pegel brauchte und auch heimlich getrunken hat (außer auf Party usw. natürlich). Bei ihm war es zwar äußerst selten so, dass er sich total betrunken hat und dann ausfallend oder aggressiv wurde, sondern er war mehr oder weniger ständig schlecht drauf, hat meine Mutter und mich und meinen Bruder runter gemacht und Dinge gesagt, die ihm bis heute leid tun... Davon, dass er Alkoholiker ist, wollte er natürlich nichts wissen. Das will kein Alkoholiker. Und ich habe leider selten gehört, dass ein Alkohliker von ganz allein einsieht, dass er einer ist. Meistens muss erst irgend etwas passieren, damit sie es kapieren. Mein Vater z. B. hatte damals einen schweren Berufsunfall und musste dann, dadurch dass er im Krankenhaus lag, gezwungenermaßen einen Entzug machen. Er hat es damals nur knapp überlebt, so weit war es schon bei ihm. Aber es geht ja hier nicht um meinen Vater, sondern um deinen Mann. Und ich kann dir leider keinen wirklich hilfreichen Tip geben, wie du ihn davon überzeugen kannst, dass er ein Alkohol-Problem hat. Was du nur auf keine Fall tun darfst ist, es zu ignorieren oder dich damit abzufinden. Das wäre der größte Fehler! Versuch noch einmal, in aller Ruhe mit ihm zu reden und erkläre ihm deine Sorgen. Irgendwelche Drohungen (wie das mit den Kindern) bringen ja in der Regel gar nichts, aber wenn alles andere nichts hilft, würde ich vermutlich auch das versuchen. Vielleicht öffnet ihm eine solche Entscheidungsfrage ja die Augen.

Wenn er steif und fest behauptet, er sei kein Alkoholiker, dann verlange doch eine Beweis von ihm. Er soll mal eine Woche lang keine Tropfen Alkohol trinken. Wenn er nicht drauf eingeht oder es nicht schafft, muss er zugeben, dass etwas nicht stimmt.

Ansonsten würde ich dir raten, mit anderen, euren gemeinsamen Freunden oder eurer Familie, darüber zu reden. Wenn auch die ihn drauf ansprechen, sieht er es ja vielleicht doch ein.

Ich hoffe, ich konnte dir ein kleines bisschen helfen und wünsche dir und deinem Mann ganz viel Glück, dass es, was das Thema angeht, ein schnelles, gutes Ende nimmt, bevor es zu spät ist! Alles Gute!

Sabrina

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5. Mai 2006 um 10:17
In Antwort auf sierra_12732972

Dein Mann hat ein Problem
das er als keins ansieht. Ich kenne das. Mein Vater war auch Alkoholiker (seit 12 Jahren ist er trocken), und zwar so einer, der ständig seinen bestimmten Pegel brauchte und auch heimlich getrunken hat (außer auf Party usw. natürlich). Bei ihm war es zwar äußerst selten so, dass er sich total betrunken hat und dann ausfallend oder aggressiv wurde, sondern er war mehr oder weniger ständig schlecht drauf, hat meine Mutter und mich und meinen Bruder runter gemacht und Dinge gesagt, die ihm bis heute leid tun... Davon, dass er Alkoholiker ist, wollte er natürlich nichts wissen. Das will kein Alkoholiker. Und ich habe leider selten gehört, dass ein Alkohliker von ganz allein einsieht, dass er einer ist. Meistens muss erst irgend etwas passieren, damit sie es kapieren. Mein Vater z. B. hatte damals einen schweren Berufsunfall und musste dann, dadurch dass er im Krankenhaus lag, gezwungenermaßen einen Entzug machen. Er hat es damals nur knapp überlebt, so weit war es schon bei ihm. Aber es geht ja hier nicht um meinen Vater, sondern um deinen Mann. Und ich kann dir leider keinen wirklich hilfreichen Tip geben, wie du ihn davon überzeugen kannst, dass er ein Alkohol-Problem hat. Was du nur auf keine Fall tun darfst ist, es zu ignorieren oder dich damit abzufinden. Das wäre der größte Fehler! Versuch noch einmal, in aller Ruhe mit ihm zu reden und erkläre ihm deine Sorgen. Irgendwelche Drohungen (wie das mit den Kindern) bringen ja in der Regel gar nichts, aber wenn alles andere nichts hilft, würde ich vermutlich auch das versuchen. Vielleicht öffnet ihm eine solche Entscheidungsfrage ja die Augen.

Wenn er steif und fest behauptet, er sei kein Alkoholiker, dann verlange doch eine Beweis von ihm. Er soll mal eine Woche lang keine Tropfen Alkohol trinken. Wenn er nicht drauf eingeht oder es nicht schafft, muss er zugeben, dass etwas nicht stimmt.

Ansonsten würde ich dir raten, mit anderen, euren gemeinsamen Freunden oder eurer Familie, darüber zu reden. Wenn auch die ihn drauf ansprechen, sieht er es ja vielleicht doch ein.

Ich hoffe, ich konnte dir ein kleines bisschen helfen und wünsche dir und deinem Mann ganz viel Glück, dass es, was das Thema angeht, ein schnelles, gutes Ende nimmt, bevor es zu spät ist! Alles Gute!

Sabrina

Danke für euere Ratschläge und Warnungen.
Vielen Dank für euere Tipps.

Ich habe gestern mit meinem Mann gesprochen, dass ich diese Lügen und die Heimlichtuerei nicht mehr ertrage und ihm gesagt, dass ich gehen werde, wenn es noch mal passiert. Dass ich konsequent bin, weiss er. Das werde ich auch machen. Vielleicht wenn er merkt, was er verliert, dass er dann zur Vernunft kommt.

Wenn ich darüber nachdenke, dann tut mir das alles sehr leid. Ich wünsche mir so sehr ein schönes Leben mit ihm. Er ist ein so guter Mensch, aber er zwingt mich, so zu handeln.
Es wird denke ich, auf ein Ultimatum rauslaufen.

Wünscht mir Kraft.

Danke nochmal und viele Grüße,
Franzi

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5. Mai 2006 um 15:14

Bloß kein mitleid!
mein ex ist alkoholiker. erst habe ich die augen davor verschlossen - ich wollte nicht allein sein. dann hat er ein jahr lang hat immer wieder versprochen eine therapie zumachen, aber immer, wenn ich gesagt habe "geh jetzt, oder ich gehe" fing er an zu heulen und meinte es täte im alles so leid und er wolle mir nicht wehtun und mich nicht verlieren.

dank einer guten freundin habe ich es geschafft tatsächlich zu gehen. er hat sein problem bis heute nicht in den griff bekommen, mußte schon seinen führerschein abgeben und hat diesen leider wiederbekommen. gott sei dank muß ich mich damit nicht mehr belasten, aber ich weiß das seine jetzige lebensgefährtin die augen davor verschließt - genau wie ich es getan habe!

ich wünsche dir alles gute und viel kraft - und wenn er nicht zu den aa's geht: geh du!

alles liebe, leela

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