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Mama ist psychotisch...

4. November 2008 um 16:21

Hab schon mal einen Threat aufgemacht, hab aber leider kaum Resonanz erhalten.

Ich suche Hilfe zum Erfahrungsaustausch, oder auch Tipps...

Bin 27 Jahre alt, Einzelkind, Halbdeutsche, Arzthelferin und Krankenschwester vom Beruf (Berufsauswahl hatte nix mit der Krankheit meiner Mama zu tun), wohne mit meinem Freund in einer kleinen Wohnung.

Meine Mutter, 48 Jahre, ist psychotisch, leidet seit ca.8 Jahren an einer paranoiden Psychose. Sie hat vorallem einen Verfolgungswahn, wenns extrem wird hat sie akustische, optische und taktile Halluzinationen. Ist aber nicht Krankheitseinsichtig.

Sie ist seit ca. 4 Jahren in Behandlung. Hat zu Beginn Zyprexa genommen, wurde etwas besser. Glaube ich. Denke aber, dass die nur soweit geholfen haben, dass meine Mutter ihre Symptome verstecken konnte. Diese hatte sie auch nur unregelmäßig genommen. Letztes Jahr an Ostern wurde sie in eine Psychiatrie eigewiesen. Wg. akuter Eigengefährdung. Kein Selbstmord. Sie wollte mit Messer, Benzin usw. ihre Wanzen im Körper loswerden... Dort war sie 3 Monate. Wurde auf Abilify umgestellt. Die nimmt sie komischerweise regelmäßig ein. War dann 2 Wochen zu Hause, anschließend 3 Monate Reha. Mittlerweile hat sie eine Schwerbehinderung von 50% und Rente wurde beantragt. Arbeitsvertrag wurde aufgehoben. Seitdem sitzt sie zu Hause und macht nix. Ok, Haushalt schafft sie, aber keine Arbeit, keine Hobbys, keine Freunde.. Papa wohnt zu Hause. Aber da er Südländer ist, konnte er mit der Krankheit nicht gut umgehen. Mittlerweile, seit der Reha bessert es sich. Mittlerweile weiß man, woher ihre Psychose kommt. Man hat entdeckt, dass sie leichte Veränderungen im Gehirn hat, wie als ob ihr Gehirn schrumpft...

Als KS hat man ja einen "besonderen Blick" für Veränderungen. Achte bei Telefonaten und auch Treffen immer auf ihre Stimmung, Gesten/Mimiken. In der Hoffnung, Verschlechterungen rechtzeitig zu erkennen und gegenzulenken.

Steh in der Sache immer unter Strom. Hoffe immer, dass sie weiterhin regelmäßig ihre Medis nimmt, dass es nicht schlimmer wird und in einen chronischen Zustand kommt, wo sie nicht mehr ohne Halluzinationen sein wird. Schlimm ist es, dass das Thema tabu ist. Sie ist überhaupt nicht krankheitseinsichtig.

Find es schlimm, dass sie seit Monaten die ganze Zeit zu Hause sitzt und nicht wirklich was macht. Haushalt, Garten, Körperpflege, Essen kriegt sie schon hin. Aber sich in einen Sportverein, Bastelgruppe o.ä. anzumelden geht nicht. Sie ist so ängstlich, hat überhaupt kein gutes Selbstwertgefühl, kann vieles nicht alleine machen. Da wir beide ein paar Pfunde zu viel haben, dachte ich mir, wir melden uns im Fitnessstudio an. Vor der Tür hat sie nen Rückzieher gemacht. Sie traue sich nicht. Sie ist net mal mit rein gegangen um sich das mal anzuschauen. Ich hab mich angemeldet und geh fleißig ins Training. Speckröllchen sind leider noch nicht weniger geworden. Sie traut sich nicht mal mit dem Auto zu mir in meine Wohnung zu fahren. (wohne ca. 7 km weit weg), aber zu ihrem Vater, der 110 km entfernt wohnt, fährt sie regelmäßig.

Könnte noch vieles weiterschreiben, aber ich glaub, das würde zuviel werden.

Gibt es da draußen jemand, dem es ähnlich geht? Fühl mich sehr alleine... Meinem Freund will ich nicht die ganze Zeit damit belasten. Bin dadurch selbst depressiv geworden. Besuche bei mehreren Psychologen/Psychiatern haben leider nix gebracht. Meinten nur: akute Belastungsreaktion. Na prima, das weiß ich selbst... Die meisten sind irgendwie seltsam... Haben mir nur Medis verschreiben wollen, aber das ist auch nicht die Lösung.

Möchte sehr gerne meine Mutter aus der mehr oder weniger selbstgewählten Isolation rausholen. Sie lebensfroher machen... Mir fällt nix mehr ein. Sie sagt immer nur "ja, werd ich tun" aber im Endeffekt passiert nix.

Habt ihr Ideen? Was macht ihr? Wie gehts eucht dabei?

Bitte meldet euch doch...

LG Mäusle



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31. März 2009 um 21:08

Hey
Es gibt z.B betreute Wohnheime.

Allerdings glaube ich nicht, dass man sie medikamentös nicht besser einstellen kann. Natürlich muss sie die Medikamente aber auch regelmäßig einnehmen. Wenn sie das nicht tut, kann man ihr auch Spritzen geben, die meistens 2-4 Wochen wirken.

Es gibt auch spezielle Betreuer die auch Heimbesuche machen. Zu Hobbis wird deine Mutter vermutlich erst wieder fähig sein, wenn es ihr psychisch auch besser geht. Macht sie denn eine Psychotherapie?

Ich kann mir vorstellen wie schlimm das für dich ist, aber vergiss dich bitte selbst nicht dabei. Du kannst sie nicht zu Hobbys zwingen, ihr nur immer wieder gut zureden...

lg

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1. April 2009 um 11:09
In Antwort auf shadia_12508763

Hey
Es gibt z.B betreute Wohnheime.

Allerdings glaube ich nicht, dass man sie medikamentös nicht besser einstellen kann. Natürlich muss sie die Medikamente aber auch regelmäßig einnehmen. Wenn sie das nicht tut, kann man ihr auch Spritzen geben, die meistens 2-4 Wochen wirken.

Es gibt auch spezielle Betreuer die auch Heimbesuche machen. Zu Hobbis wird deine Mutter vermutlich erst wieder fähig sein, wenn es ihr psychisch auch besser geht. Macht sie denn eine Psychotherapie?

Ich kann mir vorstellen wie schlimm das für dich ist, aber vergiss dich bitte selbst nicht dabei. Du kannst sie nicht zu Hobbys zwingen, ihr nur immer wieder gut zureden...

lg

HMMMMMMMMMMm
Krankheitsuneinsichtig? Nichts wie zwangseinweisen und Depotsprize zwangsvereinbreichen. Velleicht käme ja eine Therpapie wegen Inteligenzminderung für die Tochter in frage?

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1. April 2009 um 12:32

......
Du sei mal schön still wenn du dich nicht auskennst.

Ich leide selbst an paranoider Schizophrenie. Und ich war auch lange Zeit der Meinung, nicht krank zu sein.
Allerdings tut man den Betroffenen keinen Gefallen damit, wenn man sie einfach in Ruhe lässt. Je länger man mit einer Behandlung wartet, desto geringer sind die Changen auf eine Heilung.

Außerdem kann diese Krankheit auch sehr gefährlich sein, wenn die Betroffenen die Realität nicht mehr richtig wahrnehmen können.

Und hast du eine Ahnung wie schlimm sowas auch für Angehörige ist?

Also spar dir deine Bemerkungen. Ich war lange in der geschlossenen Psychiatrie und ich habe auch schon Depotspritzen verabreicht bekommen. Und klar, es war nicht schön, im Gegenteil. Aber ohne das Ganze wäre ich heute nicht da wo ich jetzt bin. Manche Menschen sind nun mal krank und brauchen Medikamente. Genauso wie andere Betablocker oder Insulin brauchen. Das sollte man akzeptieren, auch wenn es schwer ist.

Der Mutter wird damit ja geholfen, so eine Psychose ist nicht nur für die Seele sondern auch für den Körper eine schreckliche Belastung.

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29. Mai 2009 um 12:50

Schade...
...dass einige nicht in der Lage sind, richtig zu lesen.

ICH bin die Angehörige und nicht der kranke Betroffene! Auch für Angehörige ist es unheimlich schwierig mit solch einer Erkrankung umzugehen.

Wie es leider zu oft bei solch Erkrankungen der Fall ist, dreht sich meist das Leben nur um den Betroffenen selbst, aber was ist mit den Angehörigen? Die müssen sämtliche Launen, Unterstellungen, Mißtrauen und z.T. gefährllichen Situationen umgehen!!!

DAS kriegen die Erkrankten leider nicht richtig mit und deswegen denken/handeln wir oft so drastisch!!!

MfG Mäusle

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29. Mai 2009 um 12:54

Zwischenstand zu meiner Mutter...
...sie ist jetzt für 2 jahre berentet worden...

...nimmt regelmäßig ihre Medikamente...

...ist immer noch "Anfallsfrei" geblieben...

...sie ruft mich tägl. mehrmals an (5-6 mal) weil sie mittlerweile so unselbständig geworden ist und mich wg. jedem kleinen Ding um Rat fragt...

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29. Mai 2009 um 22:50
In Antwort auf rowena_12368900

Schade...
...dass einige nicht in der Lage sind, richtig zu lesen.

ICH bin die Angehörige und nicht der kranke Betroffene! Auch für Angehörige ist es unheimlich schwierig mit solch einer Erkrankung umzugehen.

Wie es leider zu oft bei solch Erkrankungen der Fall ist, dreht sich meist das Leben nur um den Betroffenen selbst, aber was ist mit den Angehörigen? Die müssen sämtliche Launen, Unterstellungen, Mißtrauen und z.T. gefährllichen Situationen umgehen!!!

DAS kriegen die Erkrankten leider nicht richtig mit und deswegen denken/handeln wir oft so drastisch!!!

MfG Mäusle

...
Nicht die Kranke? Ist aber aus deinen Beiträgen nicht ersichtlich. Hast du schon über eine Einweisung nachgedacht? Ja, alles dreht sich um den Betroffenen selbst-die Drogen, Fesselungen, sozialer Mord als psychiatrische Diagnose getarnt, krankheitsbedingte natürliche Wille der Betroffenen vs. freier Wille der gesunden Tochter, Diskinesien, Zyprexa, Tremor , Hypotonie, Tachykardie, Adipositas, Sehschwirigkeiten, Sauerstoffmangel, Parkinsonerkrankung, Krämpfe,( ....), Tod .
Wäre der Freitod deiner Mutter der Beweis für deine Gesundheit? Deswegen handeln wir so drastisch... Was wärest du denn ohne deiner kranken Mutter? Oder besser gesagt, ohne den Psychiater, der deine Mutter diagnostiziert hat?Arbeiterklasse?
Personifizierte Abartigkeit? Der Abschaum? Schläger?

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30. Mai 2009 um 10:02
In Antwort auf marjan_12346079

...
Nicht die Kranke? Ist aber aus deinen Beiträgen nicht ersichtlich. Hast du schon über eine Einweisung nachgedacht? Ja, alles dreht sich um den Betroffenen selbst-die Drogen, Fesselungen, sozialer Mord als psychiatrische Diagnose getarnt, krankheitsbedingte natürliche Wille der Betroffenen vs. freier Wille der gesunden Tochter, Diskinesien, Zyprexa, Tremor , Hypotonie, Tachykardie, Adipositas, Sehschwirigkeiten, Sauerstoffmangel, Parkinsonerkrankung, Krämpfe,( ....), Tod .
Wäre der Freitod deiner Mutter der Beweis für deine Gesundheit? Deswegen handeln wir so drastisch... Was wärest du denn ohne deiner kranken Mutter? Oder besser gesagt, ohne den Psychiater, der deine Mutter diagnostiziert hat?Arbeiterklasse?
Personifizierte Abartigkeit? Der Abschaum? Schläger?

Nein, ich bin nicht die Kranke...
Es steht eigentlich sehr deutlich in meiner Überschrift "Mama ist psychotisch", es ist eigenltich schwer, die falsch zu deuten. Leider kann ich den Inhalt deines Beitrags überhaupt net verstehen. Was wolltest du mir sagen?

LG Mäusle

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27. Juni 2009 um 17:34

Hallo
Abilify ist aber besser. Leute die vorher Risperidal genommen hatten, hatten so aengstlich reagiert wie deine Mutter. Zum Beispiel hatte ich ploeztlich Angst vor dem Reisen. Seit ich Abifily nehme fuehle ich mich freier und mache auch viel. Ich arbeite uebrigens aber etwas leichtes. Ich meine ich muss viel stehen, aber da mach ich was dran das das isch aendert. Ich will jetzt einmal Pause machen mit der Tablette, mal schauen wie gut die Nachwirkungen sein werden. Ich hatte uebrigens auch Paranoia aber keine Halluzinationen und die sind nicht ganz weg gegangen.
Vielleicht ist die Dosierung bei ihr zu hoch, oder sie muss nochmals die Tablette wechseln.

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27. Juni 2009 um 17:44

Also
Ich hatte auch so eine terror Mutter und die ist bis heute Krankheitsuneinsichtig wie ihr das nennt. Da kann man dann nichts machen und wir schauen nur ein bischen daemlich wenn sie uns ihre neuesten Geschichten erzaehlt. Die ist an Rheuma erkankt und laesst sich staendig operieren. Wir schauen nur dumm aus der Waesche und sagen nichts denn sie ist immer noch sterker. Wir haetten eigentlich schon laengst die Sozialarbeiter und die Gericht zu hilfe holen sollen um das z\u stoppen und das Medikamente nimmt gegen Psychose.

Wir haben einfach nichts gesagt, sind weg gezogen und lassen sie allen. Sie kreigt alle Hilfe aber eben nichts fuer den Kopf.

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16. August 2009 um 14:47

Verstehe
hi krankg2,
ich habe deinen Bericht gelesen und würdige Deine Hingabe, Deine Mutter zu versorgen.
Ich habe eine Schwester die schizophren ist, aber sie kann wieder ein normales Leben führen. Ich weiss nicht genau, was dazu geführt hat. Wir leben auf dem platten Land mitten in Afrika wo es kaum Ärzte gibt die Bescheid wissen. Vielleicht hat das meine Schwester soweit gebracht, weil sie entscheiden musste, ob sie die letzte ihr angebotene Chance annimmt, oder ob sie lieber sterben will. Jetzt muss sie selber für einen Teil ihres Lebensunterhalts aufkommen, und das tut ihr recht gut, es bringt sie dazu, morgens aus dem Bett zu steigen. Dazu kann sie ihre Talente nutzen, um anderen im Dorf zu helfen, dafür bekommt sie Lob und Anerkennung. Aber nicht jeder Kranke reagiert in gleicher Weise.
Wie gesagt, Nervenkranke können unheimlich stur sein, und ich habe Verständnis für irgendjemandem, der ein seelisch krankes Familienmitlgied betreut. Es kostet viel Lebenskraft.
Geben Sie nicht auf, und tun Sie sich selbst viel Gutes. Es hilft auch wenn man die emotionale Nabelschnur durchtrennt. Aber das braucht Zeit. Alles Gute, Grüße aus Afrika.
A

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17. Januar 2010 um 14:30

Volle EM auf Zeit wg Psychose
Ich habe volle EM auf Zeit wg Psychose erhalten, zunächst für 19 Monate aufgrund der Arbeitsmarktlage.

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31. Januar 2010 um 21:13

Kontaktcafe vor Ort?
Ich finde es ja toll, dass Sie sich um Ihre kranke Mutter kümmern, sie zu Kursen oder zum Sport im Fitnessstudio überreden wollen. Natürlich verstehe ich, wie schwierig, dass manchmal sein kann. Vielleicht ist sie ja einfach überfordert mit dem Allen auf Grund Ihrer Krankheit.
Sie schreiben, dass Ihre Mutter schon 3 Monate in der Psychiatrie war und Ihr Arbeitsvertrag aufgelöst wurde, d.h. das Stigma hat sie eh schon. Es gibt mehr ambulante Hilfen als nur den Psychologen und den Arzt, welche eher auf Lebensbewältigung aus sind als nur auf die Bekämpfung von Symptomen.
In vielen Städten gibt es Kontaktcafes für psychisch kranke Menschen. Hier arbeiten oft verschiedene Menschen aus unterschiedlichen Berufen, vor allem Sozialpädagogen. Manche sind wirklich spitze. Ich habe auch schon mal ehrenamtlich mitgearbeitet, deshalb kenne ich mich da aus.
In einem solchen Cafe können sie Ihre Mutter unbesorgt ein paar Stunden unterbringen, vielleicht sogar mehrfach die Woche. Die reden mit Ihr und oft kann sie dort auch sehr günstig essen. Im besten Fall gibt es dort sogar Gruppen für Menschen wie Ihrer Mutter, z.B. Bastelgruppen, Spielegruppe oder Spaziergruppe. Oft auch die Möglichkeit einer Ergotherapie. Wenn es Ihr zuviel wird, reagieren die darauf und sie kann sich zurückziehen.
Vielleicht würde Ihnen so etwas helfen, ansonsten wünsche ich Ihnen auch viel Erfolg weiterhin. Nicht den Kampf aufgeben und sich auch immer selber Zeit für schöne Sachen gönnen. Sie können das Leben Ihrer Mutter nicht ändern, aber Sie können Sie begleiten und sich Zeit und Liebe für sie nehmen.

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