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Magersucht und mittendrin?

16. Juli 2014 um 13:28

Hallo zusammen,

seit einiger Zeit drängt sich bei mir die Frage auf, ob ich magersüchtig bin oder doch nicht. Die Zweifel kommen daher, weil ich ein Merkmal der Bulimie aufweise.

Es fällt mir schwer trotz der gewissen Anonymität hier zu schreiben, aber ich denke mal das ist normal und geht anderen ebenso.

Also das ich seit ca. 3 Jahren eine Essstörung habe das weiß ich. Sie wurde zwar nie diagnostiziert, aber mein Essverhalten ist in dieser Zeit jedoch nie normal gewesen. Hungern, Fressen und Kotzen und wieder hungern ... Aber seit Februar diesen Jahres beschäftigt sich mein Kopf und mein Verhalten zunehmend immer mehr und mehr mit dem Thema Essen und Aussehen.
Ich war eigentlich immer normalgewichtig und hatte eine recht sportliche Figur ... doch seit Anfang Juni habe ich mittlerweile so einiges an Gewicht rapide verloren und das ganz bewusst. Jetzt befinde ich mich im leichtem *** und der Blick im Spiegel sowie die Anzeige auf der Waage passen jedoch überhaupt nicht zusammen. Das Gewicht ist ein wenig erschreckend, aber mein Spiegelbild ist widerwärtig, überall an mir sehe ich Fettpolster. Ich kann auch einfach nicht verstehen warum andere sagen ich hätte eine gute Figur???

Nun mein Tag beginnt mit dem Gang zur Waage und endet dort auch immer mit einer großen Angst zugenommen zu haben, wenn dies der Fall ist bricht innerlich meine Welt zusammen. Die Kalorienzählerei hat bei noch nicht begonnen, was aber auch an meinem Beruf liegen könnte. Da ich als Küchenchefin arbeite, habe ich den ganzen Tag mit Lebensmitteln, Menüplänen usw. zu tun. An manchen Tagen stört mich dies überhaupt nicht und an immer mehr werdenden Tagen schnürt sich bei mir die Kehle zu oder ich habe das Gefühl mich übergeben zu müssen.

Mittlerweile kann mein Körper über mehrere Tage auf Nahrung verzichten und ich bleibe nur beim Mineralwasser, welches häufig auch zu wenig ist. Wenn sich jedoch der Hunger meldet und nicht mehr ignoriert werden kann, dann kommt nach dem Essen das schlechte Gefühl. Das Gefühl sich nicht unter zu Kontrolle zu haben und die Schmach des Versagens. Alles was ich dann gegessen (nicht gefressen) es können auch nur Kleinigkeiten sein, findet dann den Weg nach draußen, so wie es reinkam und sollte es nicht von allein klappen so kommt das 2 Fingerprinzip (übergeben) dazu.

Der Kopf sagt leise es ist nicht richtig, was ich mache und ich sollte mir Hilfe holen, aber dann schaue ich an mir runter und der Ekel vor mir selbst siegt wieder. Und so wird weiter gemacht wie bisher.

Nun ist meine Frage stehe ich noch Anfang und kann den Weg daraus allein schaffen oder bin ich schon mittendrin und sollte mir Hilfe suchen?

LG shodow

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16. Juli 2014 um 13:54

Hey
Liebe Shodow,

was Du erzählst, klingt meiner Meinung nach sehr nach längst mittendrin. Du sagst selbst, dass Du seit ca dei Jahren an einer Essstörung leidest. Dass Du nun so rapide Gewicht verloren hast, ist in meinen Augen ein Zeichen dafür, dass die Essstörung mehr Raum eingenommen hat.
Dass Du im leichten UG bist, Dich dennoch "massiger" siehst und überhaupt nicht nachvollziehen kannst, warum andere Menschen sagen, Du hättest eine tolle Figur, zeigt, wie sehr sich Deine Selbstwahrnehmung bereits verschoben hat und dass Du längst ein gestörtes Verhältnis zu Deinem eigenen Körper hast.
Ich bin selbst seit zehn Jahren irgendwas zwischen Bulimie und Magersucht, und war mir auch lange nicht sicher bei der Frage Therapie usw. Ich habe mich (ziemlich spät) dafür entschieden, um nicht mir sagen/vorwerfen zu müssen, ich hätte nicht alles versucht - anders konnte ich die Therapie auch nicht rechtfertigen, ich wollte es immer "allein schaffen". Ich habe zwei sehr enge Freunde, die mich dazu "angeschoben" haben, weil auch sie irgendwann sichtbar am Ende ihrer Kräfte waren, mit meiner Krankheit umzugehen.
Ich würde Dir wünschen, dass Du Dir Hilfe suchst! Angenommen ich hätte Recht mit "mittendrin", wäre eine Therapie mehr als angebracht, und selbst wenn Du für Dich denkst, das alles stünde noch am Anfang, dann fang jetzt eine Therapie an, wo Du noch bessere Chancen hast, den Weg zurück in ein Leben ohne Essstörung zu finden!
Als ich meine Therapie angefangen habe - ich war mir auch alles andere als einig, ob das denn wirklich angebracht ist/sein muss - hat meine Therapeutin ziemlich zu Anfang gesagt, sie wäre sich nicht sicher, ob das Problem ambulant überhaupt noch in den Griff zu kriegen sei. Sie hätte mich am liebsten direkt in einer Klinik gesehen - da wollte ich nur nicht hin Und ich habe vorher auch überlegt, ob eine Therapie denn überhaupt nötig sei.

Ich wünsche Dir alles Gute und würde mich freuen, von Dir zu hören, wie es Deinen Vorstellung nach weiter gehen soll
Liebe Grüße und viel Kraft!

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17. Juli 2014 um 18:16

Hey
Liebe Shadow,

es hat mich doch bewegt dir zu schreiben, es steht für mich fest, dass du an einer Essstörung leidest, die Frage Therapie oder nicht das ist eine Frage für sich, es ist ein schwerer Weg und kann auch ein sehr langwieriger Weg sein, wenn man darin keine Erfahrung hat, wie man am Besten mit sich umgeht, aus eigener Erfahrung muss ich leider sagen, dass mir keine Therapie was gebracht hat und auch auch kein Klinikaufenthalt, kann aber überall verschieden sein. Versuche diese Gedanken die aufkommen z.B. ich bin zu dick, Depressionen, Aengste ... zu vergessen, dass bist du nicht, denn die Waage zeigt was anderes, (wenn es dir was bringt und es dir besser geht wenn du jeden Tag auf die Waage stehst dann tue dies), versuche normal zu essen (gesund) du kannst niemals dick werden, wenn du normal isst, ich weiss nicht warum du diese Essstörung hast, deswegen kann ich nicht all zuviel schreiben, es geht um dich, nehme dir zu Herzen ganz normal zu essen, es ist dein Körper, und den hast du zu pflegen, und sage dir selbst nie das du ein Problem hast, im Gegenteil, du bist toll.

Schaue das es dir gut geht!!!
(und wenn du noch so geplagt bist mit Gedanken, dass sind Dinge die in dir aufsteigen die aber nicht stimmen, versuche Sie wegzuschieben, du bist stärker und du bist toll)

liebe Grüße

Sonne

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22. Juli 2014 um 19:10

Liebe Shadow,
aus eigener Kraft den Weg aus dem Teufelskreis einer Essstörungen zu finden, das kann einem viel abverlangen, aber niemals so viel wie die Essstörung selbst. Denn ist man einmal reingerutscht in diesen Sumpf` (und ich glaube, die Beschreibung passt gut zu den Gefühlen, die man ständig mit sich herumschleppt), findet man immer mehr Gefallen an seinem Zustand und verklärt das Ganze völlig realitätsfern.
Es ist schon ein riesiger Schritt (wohl der allerwichtigste), dass du dir eine Essstörung eingestehtst! Auch dass du dein Verhalten analysierst und dich damit objektiv auseinandersetzt ist unabdingbar dafür, zu erkennen, was was nicht normal und somit zu ändern ist. Mit dieser guten und reifen Vorraussetzung schaffst du das Gesundwerden vielleicht von selbst und ohne große ärztliche Hilfe. Aber wenn das so einfach wäre... Du ahnst wahrscheinlich, dass es Konsequenz und Mühen benötigt, wieder mehr zu essen und sich dabei nicht (bzw so selten wie nur möglich) beleidigt zu fühlen. Anfangs scheint das ganz bestimmt noch schwer, doch mit der Zeit wirst du dich so gut fühlen (seelisch und körperlich), wie du es dir von der ES wohl erhofft, aber nie gekriegt hast. Und das große Ziel ist ja, wieder ganz normal ohne Gewissensbisse und Selbsthass essen zu können.
Um das zu erreichen, musst dir einmal ganz klar vor Augen führen, was ein Weg zurück ins normale` Leben ohne Essstörung bedeutet. Denk an den Spaß, den du wieder mit deinen Freunden haben kannst, deine Familie, die Unbeschwertheit, die du verdient hast, ein Leben, dass du viel besser und zufriedener leben kannst ohne diesen großen, barriereähnlichen Schatten Essstörung`. Setz dich einfach mal damit auseinander, ich hoffe, du findest diese Optionen besser als die der ES. Denn das ist Tatsache.
Ich wünsche dir alles Gute, du kannst das schaffen Es wird eine der besten Entscheidungen deines Lebens sein!

PS: Das mit den Fettpolstern ist natürlich eine Sache für sich Aber ich hoffe, du kannst so viele lebenswichtigere Dinge aufzählen, über die es sich nachzudenken und sorgen lohnt, dass diese in Relation gesetzt lächerlich erscheinen. Glaub mir, Bekämpfung von Fett hat keine hohe Priorität im Leben, vor allem, weil du wahrscheinlich eh unterdurchschnittlich wenig hast. Fett ist kein Maßstab für Schönheit oder sonst was. Ich bin davon überzeugt, dass du das insgeheim selbst weißt! Aus einer ES auszubrechen ist eine riesengroße Stärke! Wollte ich nur noch einmal betonen

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28. Juli 2014 um 1:31
In Antwort auf hudes_11868320

Hey
Liebe Shodow,

was Du erzählst, klingt meiner Meinung nach sehr nach längst mittendrin. Du sagst selbst, dass Du seit ca dei Jahren an einer Essstörung leidest. Dass Du nun so rapide Gewicht verloren hast, ist in meinen Augen ein Zeichen dafür, dass die Essstörung mehr Raum eingenommen hat.
Dass Du im leichten UG bist, Dich dennoch "massiger" siehst und überhaupt nicht nachvollziehen kannst, warum andere Menschen sagen, Du hättest eine tolle Figur, zeigt, wie sehr sich Deine Selbstwahrnehmung bereits verschoben hat und dass Du längst ein gestörtes Verhältnis zu Deinem eigenen Körper hast.
Ich bin selbst seit zehn Jahren irgendwas zwischen Bulimie und Magersucht, und war mir auch lange nicht sicher bei der Frage Therapie usw. Ich habe mich (ziemlich spät) dafür entschieden, um nicht mir sagen/vorwerfen zu müssen, ich hätte nicht alles versucht - anders konnte ich die Therapie auch nicht rechtfertigen, ich wollte es immer "allein schaffen". Ich habe zwei sehr enge Freunde, die mich dazu "angeschoben" haben, weil auch sie irgendwann sichtbar am Ende ihrer Kräfte waren, mit meiner Krankheit umzugehen.
Ich würde Dir wünschen, dass Du Dir Hilfe suchst! Angenommen ich hätte Recht mit "mittendrin", wäre eine Therapie mehr als angebracht, und selbst wenn Du für Dich denkst, das alles stünde noch am Anfang, dann fang jetzt eine Therapie an, wo Du noch bessere Chancen hast, den Weg zurück in ein Leben ohne Essstörung zu finden!
Als ich meine Therapie angefangen habe - ich war mir auch alles andere als einig, ob das denn wirklich angebracht ist/sein muss - hat meine Therapeutin ziemlich zu Anfang gesagt, sie wäre sich nicht sicher, ob das Problem ambulant überhaupt noch in den Griff zu kriegen sei. Sie hätte mich am liebsten direkt in einer Klinik gesehen - da wollte ich nur nicht hin Und ich habe vorher auch überlegt, ob eine Therapie denn überhaupt nötig sei.

Ich wünsche Dir alles Gute und würde mich freuen, von Dir zu hören, wie es Deinen Vorstellung nach weiter gehen soll
Liebe Grüße und viel Kraft!

Hallo
ich habe nun doch einige Zeit gebraucht, um Eure Antworten zu verarbeiten.

Mittlerweile habe ich mich selbst entschlossen gehabt meine ES einem guten Arbeitskollegen zu erzählen. Nachdem ich es ihm gesagt hatte, habe ich es auf eine Art bereut, aber ich muss auch sagen, dass es auf die andere Weise gut tut mit jemandem darüber zu reden.
Er ist zwar im Hauptsitz und ich in einer Nebenstelle der Firma und uns trennen gut 250 Km, aber ich bin des Öfteren dort um auszuhelfen, wenn Notstand ist.

Mein Gewicht hat sich jedoch weiter reduziert, auch wenn ich mittlerweile ab und zu ein wenig esse und es nicht immer wieder den Weg wieder nach draußen findet. Jedoch hat sich meine Einstellung zu meinem Körper nicht geändert, daher habe ich mich ein wenig mit dem Gedanken an eine Beratungsstelle mehr oder weniger angefreundet.

Über eine Therapie habe ich auch nachgedacht, aber ich weiß nicht so recht. Jedoch würde mich interessieren, wie so eine ambulante Therapie abläuft, falls ich mich vllt. doch irgendwann dafür entscheiden sollte.

LG Shodow

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