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Magersucht - Soziale Isolation

14. Februar 2017 um 18:20

Hi
Ich hoffe, das hier ist das richtige Forum für sowas.

Ich bin im Alter von 15 Jahren magersüchtig geworden, habe immer weniger gegessen und infolge dessen natürlich immer weiter abgenommen. Da ich hier natürlich niemanden triggern möchte, werde ich hier jetzt nicht meinen niedrigsten BMI nennen oder sowas, aber ich sah schon sehr schrecklich aus. Nach einem halben Jahr begannen meine Eltern sich Sorgen zu machen und von da an begann der Kampf gegen die Krankheit, inklusive kleinerer (und leider auch größerer) Rückfälle. Ich war auch in psychologischer Betreuung, habe allerdings nie in eine Klinik oder ähnliches gewollt. In dieser ganzen Zeit habe ich mich immer mehr aus dem sozialen Leben zurück gezogen. Schon vorher war ich eher introvertiert und ruhig, aber infolge der Mangelernährung hatte ich so wenig Energie, dass ich einfach keine Kraft mehr für Freunde aufbringen konnte und daran auch keinen Spaß mehr hatte. Dies blieb auch all die Jahre so bei. Mittlerweile bin ich 20 Jahre alt und würde sagen, dass ich weitestgehend "geheilt" bin, auch wenn ich natürlich (noch?) nicht wieder so unbeschwert essen kann wie vor meiner Krankheit. Allerdings schaffe ich es einfach nicht aus dieser sozialen Isolation. Ich wohne nicht mehr bei meinen Eltern und finde es als ohnehin schon schüchterner Mensch sehr schwierig neue Leute kennen zu lernen und nun fühle mich auch noch sehr unsicher, weil mir so viele Erfahrungen fehlen, die man im Alter zwischen 15-20 macht. Ich habe noch nie Alkohol getrunken, war noch nie auf einer Party, hatte noch nie eine Beziehung usw. Ich habe auch überhaupt kein Bedürfnis nach Sex (also noch nie gehabt), was ja in dem Alter auch nicht unbedingt üblich ist. Da ich mich so unwohl in Gegenwart anderer Menschen fühle, ziehe ich mich immer mehr zurück und möchte meistens nur alleine sein. Gleichzeitig bin ich damit aber sehr unzufrieden, da ich langfristig gesehen natürlich auch irgendwann eine eigene Familie usw. haben möchte. Andere Leute gehen auch nicht auf mich zu, ich vermute mal, dass sie in irgendeiner Weise meine Einstellung wahrnehmen (sei es durch Körpersprache oder ähnliches). Hat vielleicht jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht? Hat das doch noch etwas mit dem Gewicht zu tun? Wie hat sich euer Sozialleben durch die Krankheit verändert?

Liebe Grüße, Melli
 

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