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Forum / Fit & Gesund

Leben mit der Essstörung

Letzte Nachricht: 21. April 2011 um 2:21
S
shae_12274992
11.04.10 um 23:20



Ich leide jetzt schon seit ungefähr sechs Jahren an einer Essstörung, es gab Phasen, da wurde mein Essverhalten besser und dann leider aber auch wieder schlechter. Selbst nach einer Therapie geht es mir heute nicht besser. Das Problem besteht darin, dass ich, wenn ich alleine lebe und entscheiden kann was ich esse, immer wieder von vorne anfange mich zu zügeln und die Kalorien zu zählen. Ab und zu bekomme ich richtige Fressattacken und dann fühle ich mich soo schlecht, das ich mich selbst nicht mehr ausstehen kann. Das größte Problem besteht für mich aber darin, dass ich meinen ganzen Tagesablauf nach dem essen plane, ich kann keine spontane Essenseinladung annehmen, vorallem hasse ich es in Gesellschaft zu essen, weil ich mich dann beobachtet fühle und nicht so langsam essen kann wie ich will. Den ganzen Tag denke ich ans Essen, ich zerbreche mir regelrecht den Kopf mit dem Kalorienzählen.... ich denke, oder nein ich weiß, das dadurch viel von meiner Lebensqualität verloren geht. Ich weiß nur nicht wo ich anfangen soll, um alles zu überwinden und mich selbst zu akzeptieren. Ich hab es so oft versucht ?!

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D
dermot_12372894
21.04.11 um 2:21

Leben mit der Essstörung?
Hallo summerpie,

Ich leide bereits seit etwa acht Jahren an Magersucht, glaube aber, die Krankheit nach mehreren Jahren Psychotherapie und Klinikaufenthalten ziemlich gut bewältigt zu haben. Mir geht es aber trotzdem oft noch so ähnlich wie dir: Ich habe zwar sehr viele therapeutische Fortschritte gemacht und viel an Lebensqualität zurückgewonnen, trotzdem kostet es mich immer wieder Überwindung zu essen bzw. meine Mahlzeiten planmäßig einzuhalten. Meine Gedanken kreisen nicht mehr so stark um das Thema "Essen" und ich habe kaum noch Angst vor bestimmten Lebensmitteln. Trotzdem zähle auch ich immer noch Kalorien (weil es mir Sicherheit gibt), esse ziemlich oft alleine, weil ich fälschlicherweise denke, dass ich meine Mahlzeiten nur in absoluter Ruhe genießen kann und messe dem Thema "Essen" leider oft noch zu viel Bedeutung bei. Fast alle Therapeuten sind der Meinung, dass man die Essstörung nie wirklich besiegen kann. Man soll angeblich mit der Essstörung bzw. mit den Rest-Symptomen, die nach einer erfolgreichen Therapie noch übrig geblieben sind leben müssen. Ich möchte dem nicht zustimmen, denn ich glaube, mit Willenskraft und Übung wieder geheilt werden zu können! So lehne ich kaum noch gemeinsame Mahlzeiten ab, da die sozialen Kontakte darunter leiden würden, richte meine Mahlzeiten möglichst nach den restlichen Tagesaktivitäten aus und lasse die negativen Gedanken sowie Gefühle in Bezug auf das Essen einfach an mir vorüberziehen, ohne sie großartig zu beachten. Ob ich diese Gedanken bzw. die Versuchung zu hungern jemals los werde, weiß ich nicht. Ich bin aber davon überzeugt, dass man mit den "letzten Überbleibseln" einer gut therapierten Essstörung auch gut leben kann.

Ich möchte dir noch einen kleinen Tipp nebenbei geben: Du musst dich mit deinem Schicksal nicht abfinden! Um zu lernen, spontaner, flexibler und in Gesellschaft anderer Menschen zu essen bzw. um zu erkennen, dass es im Leben wichtigere und schönere Dinge gibt, als sich gedanklih oder durch Rituale auf sein eigenes Essverhalten zu fixieren, solltest du am besten mit anderen Menschen zusammenziehen und sehr oft zusammen essen. So bekommst du ein gesundes Essverhalten und eine gesunde Lebensweise gespiegelt (vorausgesetzt, die Personen, mit denen du zusammenwohnst, haben nicht irgendeine Neurose oder Psychose).

Ich wünsche dir viel Glück und Erfolg! Verzweifle nicht!

Gruß,
Anchorehead.

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