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Klinik: welche Anfangskalorienmenge zur Zunahme?

22. April 2016 um 23:46 Letzte Antwort: 25. April 2016 um 20:26

Hallo zusammen,

hier mal eine kurze Frage an alle Magersüchtigen und Ex-Magersüchtigen unter euch, die schon wegen ihrer Essstörung in einer Klinik waren oder aktuell in einer sind:

Wie war/ist die tägliche Kalorienmenge in "eurer" Klinik geregelt? Und wie pendelte sich euer Gewicht ein? Wurden die Kalorien eurer Zunahme dann entsprechend angepasst, also im Laufe der Zeit verringert? Okay okay, sind 3 Fragen geworden :-P

Am kommenden Donnerstag geht es nämlich auch für mich endlich in die Klinik - und ich muss sagen, ich fühle mich bei dem Gedanken trotz aller Widrigkeiten - echt erleichtert und hab das Gefühl, meine Rettung naht. Aber mir wurde berichtet, dass man dort standardmäßig zu Beginn 1800 kcal, aufgeteilt auf 3 Hauptmahlzeiten und zwei Zwischenmahlzeiten, täglich zu sich nehmen muss. Ist das nicht viel zu viel????? Da kehrt sich ja alles in Nullkommanix ins Gegenteil um, oder nicht? Ich hab echt Angst davor, am Ende übergewichtig zu sein und wieder mit einer Diät anfangen zu "müssen". Schließlich sollten bei mir ursprünglich auch nur die Schwangerschaftpfunde runter.

Ich würde mich freuen, wenn ihr mir hier mal kurz ein paar Zahlen nennen könntet. Danke!

LG Marit

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23. April 2016 um 8:42

Liebe Marit
Ich glaube nicht, dass es dir wirklich weiterhilft, wenn man dir hier Zahlen nennt.
Allerdings merkt man, wie tief du kopfmäßig da drin steckst.

Vertrau den Ärzten, Therapeuten, Ernährungsberatern.

Für gewöhnlich wird die anfängliche Kalorienzahl ganz bestimmt nicht verringert während deines Aufenthalts, es kann eher sein, dass es erhöht wird, weil es mit der Zunahme nicht so klappt. Oder dass temporär doppelt Kohlenhydrate "verordnet" werden, oder mehr Zwischenmahlzeiten etc...

Als ich das erste Mal mit einem sehr niedrigen BMI in eine Klinik kam und von 0 auf 100 diese Menge essen sollte, war das nicht einfach, und viel schwieriger war es später, als ich "mein" Gewicht eigentlich erreicht hatte und dann weiter zunehmen sollte. Manchmal ist es zur Gesundung notwendig, sich von "selbst gesetzten Zahlen" zu verabschieden.
Das hab ich damals aber nicht kapiert und weitere Jahre an die Krankheit verschwendet.

In einer guten Klinik wirst du nicht übergewichtig werden, und du wirst lernen, deinen Körper mit dem "gesunden Gewicht" zu akzeptieren und nicht wieder abnehmen zu wollen.

Ja, natürlich gibt es auch Menschen, die von einer Anorexie vom Untergewicht ins Übergewicht rutschen. Wenn sich die Essstörung verlagert und aus der Anorexie Binge Eating oder Bulimie wird. Das ist nicht mal so selten, aber in einer Klinik, in der man dein eigentliches Problem "angeht", sollte das nicht passieren und du solltest dir jetzt keine Sorgen um solche Themen machen.

Während des ersten Klinikaufenthalts erreichen viele Anorektiker das "Zielgewicht" ohnehin nicht, sondern es gilt dann zuhause weiter dran zu bleiben oder je nach Klinik Konzept zum "Intervall" wiederzukommen.

Ich wünsche dir schon mal ganz viel Erfolg und Kraft für deinen "Neuanfang".
Versuche, "loszulassen" von alten Denkmustern und dich einzulassen auf die Hilfe, die dir angeboten wird.

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23. April 2016 um 9:48

Hey
Ich bin derzeit in ner Klinik. Seit 8,5 Wochen.
Ich hab hier ne Klinik Thread erstellt.
" Anfang vom Ende- Klinikbericht "
Da schreib ich regelmäßig wie es mir ergeht.
Vielleicht hilft es dir.
Viel Glück in der Klinik.
Bergsteigerin

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23. April 2016 um 12:12

Also,
ich habe zwar keine Klinik-Erfahrung hinter mir, aber meine Nahrungszufuhr selbst von einer unterirdischen Menge (geschätzt unter 1000 kcal pro Tag über viele Monate) auf etwa 2000 kcal gesteigert. Ich gebe zu, mental war das ein sehr schwerer Schritt, von dem ich mich im Rückblick jetzt noch frage, warum und wie ich das geschafft habe. Ich weiss nur, dass ich wusste, dass ich mich verändern muss und irgendwie habe ich es, nach einigen Rückschritten, geschafft, einen Schritt weiter in die richtige Richtung zu gehen.

Was ich aber eigentlich Bericht möchte ist, dass das überhaupt nicht zu viel ist. Mit nichten wird man davon dick, eher war es bei mir noch zu wenig, ich bin vor nicht allzu langer Zeit dazu übergegangen, wirklich mitzuzählen, weil ich zu oft unter den 2000 lag und plötzlich Heisshunger bekam, als ich krank war.
Da ich zum Beispiel Schwierigkeiten mit Ödemen habe, brauche ich sehr viel Geduld mit meiner "Figur" und habe durch das mehr-Essen eher eine schlankere Figur bekommen,- bin aber jetzt in einem akzeptablen Gewichtsbereich.
Dein Körper braucht die Nahrung und er wird sie verbrennen. Vergiss dieses Jo-Jo-Zeug, ich glaube, die Dinge verhalten sich ein wenig anders, wenn man lange unterernährt war. Der Körper muss viel ausgleichen und aufbessern, das liest man zumindest immer wieder, und Du solltest ihm das nicht vorenthalten.
Abgesehen davon, wie schon geschrieben wurde,- ich denke, die Leute in der Klinik wissen, was sie tun. Wenn da reihenweise übergewichtige, traumatisierte Menschen aus der Behandlung hervorgehen würden, hätte das sicher einen entsprechenden Ruf weg. Deine Gedanken kann ich gut verstehen. Aber das ist das verschobene Wahrnehmungsvermögen, was man bekommt. Ich habe mir auch eine Weile lang eingebildet, dass ich dick werden würde, wenn ich mit mittags mal statt einem Salat einen Milchkaffee und einen Müsliriegel gönne. Denn das wäre ja was richtiges mit Kalorien. Mittags! Heute ist das meine nachmittägliche Zwischenmahlzeit. Aber ich weiss noch genau, wie viel Panik ich davor hatte und wie ich mir nicht vorstellen konnte, was mit anderen Menschen los ist, die so unbesorgt essen können und vor allem, warum sie nicht herumlaufen wie riesige Hefeklösse. Sogar, nachdem ich mich schon einmal zum mehr essen überwunden hatte, kam das nach vielen Wochen wieder zurück.
Deswegen, versuch Dir bewusst zu sein, dass zur Genesung dazugehört, diesen Zweifeln zu begegnen.
Sorry für den langen Text und viel Glück!

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23. April 2016 um 21:43
In Antwort auf tuyet_988758

Hey
Ich bin derzeit in ner Klinik. Seit 8,5 Wochen.
Ich hab hier ne Klinik Thread erstellt.
" Anfang vom Ende- Klinikbericht "
Da schreib ich regelmäßig wie es mir ergeht.
Vielleicht hilft es dir.
Viel Glück in der Klinik.
Bergsteigerin

Liebe Bergsteigerin
deinen Klinik-Thread kenne ich zumindest zum Teil. Leider reicht meine Zeit als vierfache Mutter nicht immer aus, um hier alles immer "komplett mitzubekommen". Aber immer, wenn ich hier auf gofem bin und dein Update zufällig gerade oben auf der Seite steht, öffne ich auch gleich immer ganz neugierig deinen Thread, will sofort wissen, wie es dir mittlerweile so geht, was du gerade machst und weiter mitverfolgen, wie bewundernswert du diesen harten steinigen Weg gehst und deinen persönlichen Kampf gegen deine Magersucht ausfichst. Ich muss schon ehrlich gestehen, dass ich dich irgendwie als großes Vorbild für mich sehe. Du machst das echt toll und das jetzt schon sagen und schreibe 8,5 (!) Wochen. Nach dieser Zeit will ich eigentlich schon längst zu Hause sein.

Ich werde mir gleich mal die Muße nehmen und deinen Thread komplett lesen zur Vorbereitung auf meinen eigenen harten steinigen Weg.

Dir wünsche ich von Herzen alles Gute! Du schaffst das!!!! Ich drücke dir ganz ganz fest die Daumen.

Ganz liebe Grüße
Marit

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23. April 2016 um 21:55
In Antwort auf cesare_11948568

Liebe Marit
Ich glaube nicht, dass es dir wirklich weiterhilft, wenn man dir hier Zahlen nennt.
Allerdings merkt man, wie tief du kopfmäßig da drin steckst.

Vertrau den Ärzten, Therapeuten, Ernährungsberatern.

Für gewöhnlich wird die anfängliche Kalorienzahl ganz bestimmt nicht verringert während deines Aufenthalts, es kann eher sein, dass es erhöht wird, weil es mit der Zunahme nicht so klappt. Oder dass temporär doppelt Kohlenhydrate "verordnet" werden, oder mehr Zwischenmahlzeiten etc...

Als ich das erste Mal mit einem sehr niedrigen BMI in eine Klinik kam und von 0 auf 100 diese Menge essen sollte, war das nicht einfach, und viel schwieriger war es später, als ich "mein" Gewicht eigentlich erreicht hatte und dann weiter zunehmen sollte. Manchmal ist es zur Gesundung notwendig, sich von "selbst gesetzten Zahlen" zu verabschieden.
Das hab ich damals aber nicht kapiert und weitere Jahre an die Krankheit verschwendet.

In einer guten Klinik wirst du nicht übergewichtig werden, und du wirst lernen, deinen Körper mit dem "gesunden Gewicht" zu akzeptieren und nicht wieder abnehmen zu wollen.

Ja, natürlich gibt es auch Menschen, die von einer Anorexie vom Untergewicht ins Übergewicht rutschen. Wenn sich die Essstörung verlagert und aus der Anorexie Binge Eating oder Bulimie wird. Das ist nicht mal so selten, aber in einer Klinik, in der man dein eigentliches Problem "angeht", sollte das nicht passieren und du solltest dir jetzt keine Sorgen um solche Themen machen.

Während des ersten Klinikaufenthalts erreichen viele Anorektiker das "Zielgewicht" ohnehin nicht, sondern es gilt dann zuhause weiter dran zu bleiben oder je nach Klinik Konzept zum "Intervall" wiederzukommen.

Ich wünsche dir schon mal ganz viel Erfolg und Kraft für deinen "Neuanfang".
Versuche, "loszulassen" von alten Denkmustern und dich einzulassen auf die Hilfe, die dir angeboten wird.

Liebe luckyme
auch dir ganz lieben Dank für deine Antwort. Ich muss schon ehrlich gestehen, ohne mich zu kennen, scheinst du mich ganz genau zu kennen. Scheinbar stecke ich wirklich ganz tief drin, ja, ganz sicher sogar. Das ist ja auch der Grund, warum ich es zu Hause und "nur" in ambulanter Therapie nicht schaffe. Immer nur ganz kleine Schritte nach vorne, um dann sofort ängstlich wieder einen großen Schritt zurück zu machen. Dabei WILL ich nach vorne, WILL kämpfen, WILL es endlich schaffen, WILL leben. Aber hab gleichzeitig einfach solch große Angst, dick und fett und kugelrund zu werden. Dabei gefalle ich mir so, wie ich jetzt bin, überhaupt nicht, aber zunehmen will ich trotzdem nicht. Irgendwie völlig absurd das Ganze und ich kann es gefühlsmäßig auch gar nicht verstehen. Und dann höre ich solche Zahlen wie 1800 (!) kcal.

Aber recht hast du....Ich werde alles dafür geben, diese Denkmuster zu durchbrechen und bin ja eigentlich auch tief in meinem Inneren froh und erleichtert, die Kontrolle über mich jetzt ein Stück weit an andere abgeben zu können.

Danke dir auf jeden Fall für deine guten Wünsche. Ich werde auch mal berichten zwischendurch.

Liebe Grüße
Marit

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23. April 2016 um 22:22
In Antwort auf hosea_12484786

Also,
ich habe zwar keine Klinik-Erfahrung hinter mir, aber meine Nahrungszufuhr selbst von einer unterirdischen Menge (geschätzt unter 1000 kcal pro Tag über viele Monate) auf etwa 2000 kcal gesteigert. Ich gebe zu, mental war das ein sehr schwerer Schritt, von dem ich mich im Rückblick jetzt noch frage, warum und wie ich das geschafft habe. Ich weiss nur, dass ich wusste, dass ich mich verändern muss und irgendwie habe ich es, nach einigen Rückschritten, geschafft, einen Schritt weiter in die richtige Richtung zu gehen.

Was ich aber eigentlich Bericht möchte ist, dass das überhaupt nicht zu viel ist. Mit nichten wird man davon dick, eher war es bei mir noch zu wenig, ich bin vor nicht allzu langer Zeit dazu übergegangen, wirklich mitzuzählen, weil ich zu oft unter den 2000 lag und plötzlich Heisshunger bekam, als ich krank war.
Da ich zum Beispiel Schwierigkeiten mit Ödemen habe, brauche ich sehr viel Geduld mit meiner "Figur" und habe durch das mehr-Essen eher eine schlankere Figur bekommen,- bin aber jetzt in einem akzeptablen Gewichtsbereich.
Dein Körper braucht die Nahrung und er wird sie verbrennen. Vergiss dieses Jo-Jo-Zeug, ich glaube, die Dinge verhalten sich ein wenig anders, wenn man lange unterernährt war. Der Körper muss viel ausgleichen und aufbessern, das liest man zumindest immer wieder, und Du solltest ihm das nicht vorenthalten.
Abgesehen davon, wie schon geschrieben wurde,- ich denke, die Leute in der Klinik wissen, was sie tun. Wenn da reihenweise übergewichtige, traumatisierte Menschen aus der Behandlung hervorgehen würden, hätte das sicher einen entsprechenden Ruf weg. Deine Gedanken kann ich gut verstehen. Aber das ist das verschobene Wahrnehmungsvermögen, was man bekommt. Ich habe mir auch eine Weile lang eingebildet, dass ich dick werden würde, wenn ich mit mittags mal statt einem Salat einen Milchkaffee und einen Müsliriegel gönne. Denn das wäre ja was richtiges mit Kalorien. Mittags! Heute ist das meine nachmittägliche Zwischenmahlzeit. Aber ich weiss noch genau, wie viel Panik ich davor hatte und wie ich mir nicht vorstellen konnte, was mit anderen Menschen los ist, die so unbesorgt essen können und vor allem, warum sie nicht herumlaufen wie riesige Hefeklösse. Sogar, nachdem ich mich schon einmal zum mehr essen überwunden hatte, kam das nach vielen Wochen wieder zurück.
Deswegen, versuch Dir bewusst zu sein, dass zur Genesung dazugehört, diesen Zweifeln zu begegnen.
Sorry für den langen Text und viel Glück!

Liebe chocolateme,
wieso "sorry für den langen Text"??? Das muss ich doch nicht entschuldigen. Dafür muss ich mich bedanken, dass sich da jemand soooooo viel Mühe gibt und so viel Zeit in eine persönliche Antwort investiert! Ich danke dir!!!

Und ja - ich kenne solche Milchkaffee-Überlegungen auch. Ich würde im Moment gar keinen trinken können, trinke schon meinen ganz normalen Kaffee, den ich eigentlicheigentlich schon mein ganzes Erwachsenenleben mit Süßstoff und 1,5%-Milch trinke, neuerdings nur aus einer konischen Tasse, da dort nach dem Einlaufen des Kaffees (wir haben einen Vollautomaten) nur noch die geringste Milchmenge überhaupt rein passt. Und jedes mal frage ich mich: wie bescheuert kann man eigentlich sein????? Aber davon abweichen kann ich auch nicht. Und wenn ich mal eine Hauptmahlzeit esse - alle drei an einem Tag schaffe ich gar nicht - sind es eigentlich ganz genau genommen auch nur Zwischenmahlzeiten, wie z.B. eine 30g-Mini-Banane zum Frühstück oder aber eine Snack-Möhre, zum Mittagessen vielleicht mal etwas Naturjoghurt 0,1%Fett mit vielleicht 30 - 50 g winzig klein geschnittenen Erdbeeren oder Honigmelonen oder so. Abends Salat. Und in der Klinik wird es Salat als Beilage geben.

Esse ich mal mehr, fange ich an zu zittern und grundsätzlich wird mir nach jedem Essen kalt. Trotz alledem kämpfe ich im Moment und versuche immer wieder mal "auszureißen" und wirklich "über die Stränge zu schlagen", manchmal gelingt es mir sogar für einen kurzen Moment oder sogar mal einen gesamte Tagesbilanz (wenn auch nur nach solchen Momenten, die mir zumindest kurz die Augen öffnen, wie gefährlich mein Leben so eigentlich ist, z.B. einem Sturz mit meiner kleinen Tochter auf dem Arm), aber spätestens am nächsten Tag sind dann alle guten Vorsätze wieder hin und der Tag beginnt mit....

...1.) Wiegen
...2.) Kaffee aus einer konischen Tasse

Aber: damit muss jetzt endlich SCHLUSS sein, bevor SCHLUSS ist mit MIR und meinem Leben. Wenn ich es alleine nicht schaffe (schade, dass ich dafür nicht stark genug bin), dann fängt zumindest mit Klinik ein neues Leben für mich an. Ich schaffe das!!!

LG und danke für deinen langen Text
Marit

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24. April 2016 um 17:55
In Antwort auf an0N_1273911699z

Liebe luckyme
auch dir ganz lieben Dank für deine Antwort. Ich muss schon ehrlich gestehen, ohne mich zu kennen, scheinst du mich ganz genau zu kennen. Scheinbar stecke ich wirklich ganz tief drin, ja, ganz sicher sogar. Das ist ja auch der Grund, warum ich es zu Hause und "nur" in ambulanter Therapie nicht schaffe. Immer nur ganz kleine Schritte nach vorne, um dann sofort ängstlich wieder einen großen Schritt zurück zu machen. Dabei WILL ich nach vorne, WILL kämpfen, WILL es endlich schaffen, WILL leben. Aber hab gleichzeitig einfach solch große Angst, dick und fett und kugelrund zu werden. Dabei gefalle ich mir so, wie ich jetzt bin, überhaupt nicht, aber zunehmen will ich trotzdem nicht. Irgendwie völlig absurd das Ganze und ich kann es gefühlsmäßig auch gar nicht verstehen. Und dann höre ich solche Zahlen wie 1800 (!) kcal.

Aber recht hast du....Ich werde alles dafür geben, diese Denkmuster zu durchbrechen und bin ja eigentlich auch tief in meinem Inneren froh und erleichtert, die Kontrolle über mich jetzt ein Stück weit an andere abgeben zu können.

Danke dir auf jeden Fall für deine guten Wünsche. Ich werde auch mal berichten zwischendurch.

Liebe Grüße
Marit

Nicht viel!
Hey du,

Klar für dich scheint 1800 zunächst viel, aber für eine Anorexie ist dies quasi der unterste Wert, damit der Stoffwechsel erstmal wieder in Schwung kommt. Das ist am Anfang Mega schwer und es kann auch passieren dass dein Körper erstmal nicht klar kommt und du aus Einlagerungsgruenden schnell zunimmst aber das pegelt sich alles ein! Ich war in so vielen Kliniken und bei allen Mädels wurden die Kalorien mit der Zeit auf 2500 im Schnitt gehoben! Und die Zunahme wurde immer langsamer. Es ist ein Hammer Experiment aber lass dich drauf ein

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24. April 2016 um 18:28
In Antwort auf an0N_1273911699z

Liebe chocolateme,
wieso "sorry für den langen Text"??? Das muss ich doch nicht entschuldigen. Dafür muss ich mich bedanken, dass sich da jemand soooooo viel Mühe gibt und so viel Zeit in eine persönliche Antwort investiert! Ich danke dir!!!

Und ja - ich kenne solche Milchkaffee-Überlegungen auch. Ich würde im Moment gar keinen trinken können, trinke schon meinen ganz normalen Kaffee, den ich eigentlicheigentlich schon mein ganzes Erwachsenenleben mit Süßstoff und 1,5%-Milch trinke, neuerdings nur aus einer konischen Tasse, da dort nach dem Einlaufen des Kaffees (wir haben einen Vollautomaten) nur noch die geringste Milchmenge überhaupt rein passt. Und jedes mal frage ich mich: wie bescheuert kann man eigentlich sein????? Aber davon abweichen kann ich auch nicht. Und wenn ich mal eine Hauptmahlzeit esse - alle drei an einem Tag schaffe ich gar nicht - sind es eigentlich ganz genau genommen auch nur Zwischenmahlzeiten, wie z.B. eine 30g-Mini-Banane zum Frühstück oder aber eine Snack-Möhre, zum Mittagessen vielleicht mal etwas Naturjoghurt 0,1%Fett mit vielleicht 30 - 50 g winzig klein geschnittenen Erdbeeren oder Honigmelonen oder so. Abends Salat. Und in der Klinik wird es Salat als Beilage geben.

Esse ich mal mehr, fange ich an zu zittern und grundsätzlich wird mir nach jedem Essen kalt. Trotz alledem kämpfe ich im Moment und versuche immer wieder mal "auszureißen" und wirklich "über die Stränge zu schlagen", manchmal gelingt es mir sogar für einen kurzen Moment oder sogar mal einen gesamte Tagesbilanz (wenn auch nur nach solchen Momenten, die mir zumindest kurz die Augen öffnen, wie gefährlich mein Leben so eigentlich ist, z.B. einem Sturz mit meiner kleinen Tochter auf dem Arm), aber spätestens am nächsten Tag sind dann alle guten Vorsätze wieder hin und der Tag beginnt mit....

...1.) Wiegen
...2.) Kaffee aus einer konischen Tasse

Aber: damit muss jetzt endlich SCHLUSS sein, bevor SCHLUSS ist mit MIR und meinem Leben. Wenn ich es alleine nicht schaffe (schade, dass ich dafür nicht stark genug bin), dann fängt zumindest mit Klinik ein neues Leben für mich an. Ich schaffe das!!!

LG und danke für deinen langen Text
Marit

Liebe Marit,
ok, danke, dann nehme ich das sorry zurück, Ich hatte nur das Gefühl, den Inhalt nicht besonders kurz gefasst zu haben.

Ich verstehe Deine Gedanken wirklich sehr gut. Es ist so verrückt, in was für ein mind set man verfallen kann, das einem eine völlig gerechtfertigte Realität vorgaukeln kann die absolut verrückt ist. Seit dieser Erfahrung denke ich manchmal, das sagt viel über den Menschen aus.

Obwohl es überhaupt nicht zum Lachen ist, musste ich grinsen, als immer wieder die konische Tasse ins Spiel kam. Ironischerweise hatte ich selbst einen konischen Kaffeebecher für unterwegs, den ich letzte Woche verloren habe. An seine Stelle ist jetzt ein sehr bobbeliger getreten, in dem die Portionierung wenig überschaubar wäre.
Ich habe zwar glaube ich nie ganz so wenig gegessen wie du, bzw. habe es durch Sport verbrannt, aber ich kenne auch diese Art zu denken sehr gut. Das einzig tröstliche, was mir dazu einfällt ist, dass ich merke: Ebenso möglich, wie sich diese Ängste "anzugewöhnen", ist es, das Maß wieder in eine andere Richtung zu verschieben. Natürlich steckt hinter dem tun mehr, aber im Endeffekt wird in der Praxis die Relation (der Essensmengen, der Vorstellung von Dingen und Mengen, die dick machen) wieder auf ein normaleres Mass zurück verschoben. Und das bedeutet, dass man die Angst, die man jetzt davor hat, nicht behalten wird, wenn man sich wirklich auf den Weg macht. Das bedeutet in der Phantasie natürlich Kontrollverlust, und ich glaube, das macht vielen von uns Angst. Aber man gewöhnt sich an etwas neues und entwickelt sich psychisch mit, das ist dann weniger schlimm. Ich finde, je länger man schafft, zu essen, desto mehr läuft der Stoffwechsel, desto mehr Hunger spürt man wieder und man spürt, dass er wahrhaftig ist, also nicht nur ein billiger Trick vom Körper, um Dich dick zu machen. Desto mehr macht man vor allem die Erfahrung, dass man dauerhaft überhaupt nicht dick wird. Desto mehr sieht man ein, dass man die Nahrung wirklich braucht. Und nach meiner bisherigen Erfahrung: Desto bereiter ist man mit der Zeit, dem Körper diese zugeben, und selbst wenn er vielleicht ein wenig mehr zunehmen sollte, als einem lieb ist. Denn die ganze Lebensenergie kommt zurück, nicht nur Angst und Zweifel. Sicher, nicht selten fühlte und mitunter fühlt sich die Reise für mich an, als wäre ich auf einem Segelschiff unterwegs und müsste das segeln erst lernen. Vor- Und Rückschritte dürfen dazugehören. Versuche, jeden Strohhalm der guten Momente zu nutzen und Dich an sie zu erinnern, wenn es gerade schwer ist, versuche zu reflektieren. Auch für Dich, neben den Kindern. Wenn ich das so schreiben darf. Dass die das wichtigste für Dich sind ist klar,- aber ich denke, sie sind mindestens so happy, wenn sie eine Mutter haben, die gut für sich sorgt, weil sie sich und das Leben gelernt hat zu mögen, eine, die ihnen vorlebt, wie sie selbst für sich sorgen und das Leben geniessen können. Das kannst Du ganz bestimmt schaffen, wenn auch gerade nicht alleine. Du hast geschrieben, du fändest es schade, dass Du nicht selbst stark genug bist. Ich denke, jeder hat einen Grund für seine Probleme und es ist leider vom Leben nicht so geregelt worden, dass man seinen Problemen automatisch gewachsen ist. Das kann einem viel Angst einjagen,- aber man kann da doch nichts für. Und Du bist nicht alleine damit. Gib Gas.

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25. April 2016 um 20:11
In Antwort auf hosea_12484786

Liebe Marit,
ok, danke, dann nehme ich das sorry zurück, Ich hatte nur das Gefühl, den Inhalt nicht besonders kurz gefasst zu haben.

Ich verstehe Deine Gedanken wirklich sehr gut. Es ist so verrückt, in was für ein mind set man verfallen kann, das einem eine völlig gerechtfertigte Realität vorgaukeln kann die absolut verrückt ist. Seit dieser Erfahrung denke ich manchmal, das sagt viel über den Menschen aus.

Obwohl es überhaupt nicht zum Lachen ist, musste ich grinsen, als immer wieder die konische Tasse ins Spiel kam. Ironischerweise hatte ich selbst einen konischen Kaffeebecher für unterwegs, den ich letzte Woche verloren habe. An seine Stelle ist jetzt ein sehr bobbeliger getreten, in dem die Portionierung wenig überschaubar wäre.
Ich habe zwar glaube ich nie ganz so wenig gegessen wie du, bzw. habe es durch Sport verbrannt, aber ich kenne auch diese Art zu denken sehr gut. Das einzig tröstliche, was mir dazu einfällt ist, dass ich merke: Ebenso möglich, wie sich diese Ängste "anzugewöhnen", ist es, das Maß wieder in eine andere Richtung zu verschieben. Natürlich steckt hinter dem tun mehr, aber im Endeffekt wird in der Praxis die Relation (der Essensmengen, der Vorstellung von Dingen und Mengen, die dick machen) wieder auf ein normaleres Mass zurück verschoben. Und das bedeutet, dass man die Angst, die man jetzt davor hat, nicht behalten wird, wenn man sich wirklich auf den Weg macht. Das bedeutet in der Phantasie natürlich Kontrollverlust, und ich glaube, das macht vielen von uns Angst. Aber man gewöhnt sich an etwas neues und entwickelt sich psychisch mit, das ist dann weniger schlimm. Ich finde, je länger man schafft, zu essen, desto mehr läuft der Stoffwechsel, desto mehr Hunger spürt man wieder und man spürt, dass er wahrhaftig ist, also nicht nur ein billiger Trick vom Körper, um Dich dick zu machen. Desto mehr macht man vor allem die Erfahrung, dass man dauerhaft überhaupt nicht dick wird. Desto mehr sieht man ein, dass man die Nahrung wirklich braucht. Und nach meiner bisherigen Erfahrung: Desto bereiter ist man mit der Zeit, dem Körper diese zugeben, und selbst wenn er vielleicht ein wenig mehr zunehmen sollte, als einem lieb ist. Denn die ganze Lebensenergie kommt zurück, nicht nur Angst und Zweifel. Sicher, nicht selten fühlte und mitunter fühlt sich die Reise für mich an, als wäre ich auf einem Segelschiff unterwegs und müsste das segeln erst lernen. Vor- Und Rückschritte dürfen dazugehören. Versuche, jeden Strohhalm der guten Momente zu nutzen und Dich an sie zu erinnern, wenn es gerade schwer ist, versuche zu reflektieren. Auch für Dich, neben den Kindern. Wenn ich das so schreiben darf. Dass die das wichtigste für Dich sind ist klar,- aber ich denke, sie sind mindestens so happy, wenn sie eine Mutter haben, die gut für sich sorgt, weil sie sich und das Leben gelernt hat zu mögen, eine, die ihnen vorlebt, wie sie selbst für sich sorgen und das Leben geniessen können. Das kannst Du ganz bestimmt schaffen, wenn auch gerade nicht alleine. Du hast geschrieben, du fändest es schade, dass Du nicht selbst stark genug bist. Ich denke, jeder hat einen Grund für seine Probleme und es ist leider vom Leben nicht so geregelt worden, dass man seinen Problemen automatisch gewachsen ist. Das kann einem viel Angst einjagen,- aber man kann da doch nichts für. Und Du bist nicht alleine damit. Gib Gas.

Und nochmal ganz lieben Dank
Ich muss schon sagen, du hast echt eine erstaunliche Fähigkeit, den Dingen schnurstracks auf die Spur zu kommen und in einen wildfremden Menschen nahezu lesen zu können.

Erstens: ja, es gibt eine riesige psychische Ursache für meine Essstörung, okay - zugegeben - die gibt es wahrscheinlich bei nahezu allen essgestörten Menschen. Aber: zweitens: du hast sofort erkannt, dass es bei mir zunächst in erster Linie meine Familienmitglieder sind, für die ich gesund aus der Klinik zurück kommen will, meine Motivation also überwiegend extrinsischer Natur ist. Dabei gehörte ich sonst in meinem bisherigen Leben stets zu den intrinsisch motivierten Menschen. Darauf, dass ich mein "eigenes Ich" irgendwie verloren habe, bin ich in meiner ambulanten Therapie auch schon gekommen. Und auch daran werde ich arbeiten müssen.

Für heute hier genug - bin sehr kraftlos heute -
aber zumindest "Danke" sagen wollte ich Dir.

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25. April 2016 um 20:24

Liebe nussnugatmischung
Du machst mir Mut! Scheinbar ist es tatsächlic möglich, nach einer dringend notwendigen Gewichtszunahme dennoch danach im NG zu bleiben. Ich hoffe nur, ich schaffe das auch.

Vielen lieben Dank für deine guten Wünsche für mich und meinen Weg. Besonders schön hat mir gefallen, dass du an dieser Stelle über "Gottes Segen" sprichst. Ich bin tatsächlich ein gläubiger Mensch und nehme deinen Wunsch hier nochmals als Erinnerung daran in die Klinik mit, dass ich nicht allein bin auf meinem Weg und jederzeit aus meinem Glauben neue Zuversicht und neuen Halt schöpfen kann und Gott mich begleitet. Danke!

LG Marit

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25. April 2016 um 20:26
In Antwort auf an0N_1273911699z

Liebe nussnugatmischung
Du machst mir Mut! Scheinbar ist es tatsächlic möglich, nach einer dringend notwendigen Gewichtszunahme dennoch danach im NG zu bleiben. Ich hoffe nur, ich schaffe das auch.

Vielen lieben Dank für deine guten Wünsche für mich und meinen Weg. Besonders schön hat mir gefallen, dass du an dieser Stelle über "Gottes Segen" sprichst. Ich bin tatsächlich ein gläubiger Mensch und nehme deinen Wunsch hier nochmals als Erinnerung daran in die Klinik mit, dass ich nicht allein bin auf meinem Weg und jederzeit aus meinem Glauben neue Zuversicht und neuen Halt schöpfen kann und Gott mich begleitet. Danke!

LG Marit

Ach sorry
Was ich noch unbedingt schreiben wollte:
Ich wünsche dir natürlich auch alles Gute für deinen weiteren Weg und deine Ausbildung für deinen Traumberuf.

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