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Klinik- angst-scham

7. April 2014 um 22:44 Letzte Antwort: 10. April 2014 um 19:56

Hallo! Ich bin neu hier, lese aber schon laaaange mit. Kurz zu meiner Geschichte:
Ich bin 23. seit ich 13 bin, bin ich magersüchtig.
Ich war schon sehr oft in Kliniken. Insgesamt hab ich dort 2.5 Jahre verbracht. Als ich 20 war bin ich zu meinem Freund gezogen, ca 500km von meinem Heimatort entfernt. Nun bin ich wieder hierher zurückgezogen und somit stehe ich nun auch meiner Mutter, welche stets alles für mich getan hat damit ich gesund werde, wieder näher.
Ich wiege zur Zeit um die 38/39kg und bin 1.63 gross. Für mich natürlich nicht sehr wenig, aber meine Mutter macht sich wieder riesige Sorgen.
Ich habe hier nun wieder meinen behandelnden Arzt aufgesucht und dieser hat mich sofort ins Krankenhaus dirigiert. Meine überlegung war Folgende: ich bleibe, bis alle Blutwerte und Tests gemacht wurden und wenn alles soweit ok ist gehe ich wieder nach Hause und wenn nicht, bleib ich eben noch ein wenig. Nun kam es aber anders. Als er vorhin zur Visite kam, meinte er, er würde mich erst entlassen, wenn ich rund 45kg wiege, oder ich bereit bin in eine fachklinik zu gehen. Am liebsten würde ich gleich jetzt nach Hause gehen, zu gross ist die Angst vor dem Zunehmen und dem Essen. Aber ich hab dann meinem Umfeld und auch mir selbst gegenüber so ein schlechtes Gewissen. Ich will doch zumindest zeigen, dass ich will, dass ich mir Mühe gebe. Versteht mich da jemand? Wenn ich an meine Eltern, meinen Freund denke und sehe wie sie sich Sorgen machen, dann hasse ich mich ao sehr für meine Magersucht und will am liebsten sofort gesund sein, denn es bricht mir das Herz und ich habe so ein schlechtes Gewissen, dass ich die Menschen die ich am meisten liebe so unglücklich mache, bloss weil ich dünn sein will. Aber wenn ich dann vor dem Essen sitze, die Waage sehe oder in den Spiegel sehe, vergesse ich all das und denke wieder nur daran, dass ich nicht ein gramm zunehmen und am besten noch ein paar kg abnehmen sollte. Ich will nicht wieder alle enttäuschen. Aber ich selbsr glaube nicht mehr daran, dass mir eine Klinik helfen kann. Ich bin seit jeher in ambulanter Therapie, immer wieder mal unterbrochen durch Klinikufenthalte und ja ich habe dort zwar zugenommen, aber dann auch rasch wieder alles abgenommen. Ich bin so im zwiespalt und sehe wirklich keinen Ausweg mehr im Moment. Dazu kommt noch, dass ich noch nie mit einem "so hohen" Gewicht in einem Krankenhaus war. Ich bilde mir immer ein, dass alle denken "was macht denn die hier, die ist doch völlig gesund und übertreibt total" ich schäme mich so. Ich weiss, dass ich nicht dick bin, aber ich war halt immer erst in kliniken, wenn das Gewicht so tief war, dass ich mich zumindest "krank genug" gefühlt habe und mein Aufenthalt für mich irgendwie gerechtfertigt war.
Ich sitze nun hier im Spital und trete auf der Stelle, weil ich mich noch nicht entscheiden konnte was ich jetzt tun soll. Hier zunehmen? Klinik? Nach Hause gehen? Alles scheint mir falsch zu sein! ich weiss einfach nicht mehr weiter....

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8. April 2014 um 18:26

Hey,
ich denke du solltest dich von dem was alle anderen von dir wollen kurz einmal lösen und in dich hineinhorchen:
Willst du gesund werden?
Wenn ja, bist du bereit, dich auf etwas einzulassen, auch wenn du nicht sicher bist, ob es dir helfen wird?
Wenn ja kennst du die Antwort doch eigentlich schon.

Kennst du den Grund für deine Magersucht? Ziel könnte es nämlich sein, diesen zu finden und zu überwinden. Dabei kann eine Klinik dir wirklich helfen.
Ich vermute auch, dass ist der Grund warum du hinterher immer wieder abgenommen hast. Du bist icht wirklich in dein innerstes gegangen, hast den Grund oder die Gründe nicht gefunden und aufgearbeitet. Und ja, sowas kann schwer und belastet werden, aber es führt zu unendlicher Freiheit.

Auch empfindest du dein Gewicht nicht als kritisch, aber eigentlich ist es deine Magersucht, die das so sieht. Du bist wirklich sehr dünn und Untergewichtig, und die Frage ist, wie lange dein Körper noch mitmacht. Er wird durch das Jahrelange Hungern schon extrem strapaziert sein.
Und ohne dir bewusst Angst machen zu wollen, er könnte jeden Moment sozusagen den Dienst einstellen, dein Herz könnte versagen. Ich vermute dir ist das auch bewusst.

Wenn du dich für einen Moment versuchst zu lösen und auf was einzulassen, nämlich auf die Vorstellung deine Dämonen besiegt zu haben und ein echtes Leben zu Leben.
Stell dir vor, wie das wäre. Du könntest dich frei fühlen, du könntest tun und lassen was du willst. Du hättest die Möglichkeit zu heiraten, oder zu Reisen, was immer du willst als Beruf zu machen. Du könntest dir Träume erfüllen, etwas tun, dass für dich wirklich Sinn ergibt.
Ich weiß nicht was du für Träume hegst, aber es gibt so viele, zum Beispiel die eigene Wohnung einzurichten und zum eigenen kleinen Wohlfühlparadies zu machen, eine Soziale Tätigkeit übernehmen und wichtige und sinnvolle Arbeit leisten. Versuch dir vorzustellen was du gerne machen würdest, wenn dir keine Grenzen gesetzt wären.
Und als nächstes stell dir vor, dass all dies Realität wäre.
Und du kannst die Realität daraus machen!

Aber um all das zu schaffen, brauchst du jemanden, der dir dabei hilft. Und das ist dein eigener Körper. Versuch ihn als Geschenk zu betrachten, denn genau das ist er.
Dein Körper ist ein Geschenk.
Und er ist etwas wundervolles und faszinierendes. Er schenkt dir Liebe, er hilft dir die Umwelt zu empfinden, er trägt dich und setzt deine Wünsche um. Um einen zufriedenen Geist zu haben braucht es einen zufriedenen Körper.
Und genau deswegen musst du versuchen deinem Körper nicht zu schaden. Sonst schadest du auch deinem Geist. Wenn du deinem Körper aber gibst was er braucht wird er dich mit der Zeit auch dafür belohnen.

Und was dein Gewicht angeht ist es überhaupt nicht zu viel für eine Klinik! Das sagt nur deine Magersucht. Du bist krank genug, wirklich, so schlimm das klingt und so wenig du das glauben magst.

Ich hoffe weiß, all das klingt schwer und Magersucht ist eine unglaublich hartnäckige Krankheit. Sie zu bekämpfen ist wirklich schwer und kostet Kraft und Nerven. Oft kommt man an den Punkt, an dem man denkt, man ist einfach nicht stark genug. Aber Magersucht ist keine Krankheit, die Menschen befällt, dir nicht stark sind, denn sie ist eine Krankheit in die jede Menge Energie gesteckt wird von den Betroffenen.
Diese ganze Energie musst du versuchen der Magersucht zu nehmen. Verwende sie gegen sie. Kämpfe. Entscheide dich für das Leben. Ich denke, dich erwartet noch so viel!

Alles Gute!

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8. April 2014 um 21:37
In Antwort auf

Hey,
ich denke du solltest dich von dem was alle anderen von dir wollen kurz einmal lösen und in dich hineinhorchen:
Willst du gesund werden?
Wenn ja, bist du bereit, dich auf etwas einzulassen, auch wenn du nicht sicher bist, ob es dir helfen wird?
Wenn ja kennst du die Antwort doch eigentlich schon.

Kennst du den Grund für deine Magersucht? Ziel könnte es nämlich sein, diesen zu finden und zu überwinden. Dabei kann eine Klinik dir wirklich helfen.
Ich vermute auch, dass ist der Grund warum du hinterher immer wieder abgenommen hast. Du bist icht wirklich in dein innerstes gegangen, hast den Grund oder die Gründe nicht gefunden und aufgearbeitet. Und ja, sowas kann schwer und belastet werden, aber es führt zu unendlicher Freiheit.

Auch empfindest du dein Gewicht nicht als kritisch, aber eigentlich ist es deine Magersucht, die das so sieht. Du bist wirklich sehr dünn und Untergewichtig, und die Frage ist, wie lange dein Körper noch mitmacht. Er wird durch das Jahrelange Hungern schon extrem strapaziert sein.
Und ohne dir bewusst Angst machen zu wollen, er könnte jeden Moment sozusagen den Dienst einstellen, dein Herz könnte versagen. Ich vermute dir ist das auch bewusst.

Wenn du dich für einen Moment versuchst zu lösen und auf was einzulassen, nämlich auf die Vorstellung deine Dämonen besiegt zu haben und ein echtes Leben zu Leben.
Stell dir vor, wie das wäre. Du könntest dich frei fühlen, du könntest tun und lassen was du willst. Du hättest die Möglichkeit zu heiraten, oder zu Reisen, was immer du willst als Beruf zu machen. Du könntest dir Träume erfüllen, etwas tun, dass für dich wirklich Sinn ergibt.
Ich weiß nicht was du für Träume hegst, aber es gibt so viele, zum Beispiel die eigene Wohnung einzurichten und zum eigenen kleinen Wohlfühlparadies zu machen, eine Soziale Tätigkeit übernehmen und wichtige und sinnvolle Arbeit leisten. Versuch dir vorzustellen was du gerne machen würdest, wenn dir keine Grenzen gesetzt wären.
Und als nächstes stell dir vor, dass all dies Realität wäre.
Und du kannst die Realität daraus machen!

Aber um all das zu schaffen, brauchst du jemanden, der dir dabei hilft. Und das ist dein eigener Körper. Versuch ihn als Geschenk zu betrachten, denn genau das ist er.
Dein Körper ist ein Geschenk.
Und er ist etwas wundervolles und faszinierendes. Er schenkt dir Liebe, er hilft dir die Umwelt zu empfinden, er trägt dich und setzt deine Wünsche um. Um einen zufriedenen Geist zu haben braucht es einen zufriedenen Körper.
Und genau deswegen musst du versuchen deinem Körper nicht zu schaden. Sonst schadest du auch deinem Geist. Wenn du deinem Körper aber gibst was er braucht wird er dich mit der Zeit auch dafür belohnen.

Und was dein Gewicht angeht ist es überhaupt nicht zu viel für eine Klinik! Das sagt nur deine Magersucht. Du bist krank genug, wirklich, so schlimm das klingt und so wenig du das glauben magst.

Ich hoffe weiß, all das klingt schwer und Magersucht ist eine unglaublich hartnäckige Krankheit. Sie zu bekämpfen ist wirklich schwer und kostet Kraft und Nerven. Oft kommt man an den Punkt, an dem man denkt, man ist einfach nicht stark genug. Aber Magersucht ist keine Krankheit, die Menschen befällt, dir nicht stark sind, denn sie ist eine Krankheit in die jede Menge Energie gesteckt wird von den Betroffenen.
Diese ganze Energie musst du versuchen der Magersucht zu nehmen. Verwende sie gegen sie. Kämpfe. Entscheide dich für das Leben. Ich denke, dich erwartet noch so viel!

Alles Gute!

Liebe sweetlemons
Danke für deine liebe und aufbauende, lange Antwort. Du weisst gar nicht, wie sehr ich mich gerade darüber gefreut habe und es waren die ersten Zeilen und Worte die ich glaube ich mit meiner "gesunden" Seite in mir gelesen habe, als ich, nicht als Magersucht. Zur Zeit fühle ich mich meistens, als gäbe es nichts anderes mehr. Als wäre ich die Magersucht und nichts anderes mehr.
Nun, ich habe eigentlich alles was ich im Leben brauche, alles das ich mir je gewünscht habe.
Ich habe ein wunderschönes Zuhause, liebevolle Eltern, einen wunderbaren Mann an meiner Seite, einen tollen Beruf und dennoch bin ich so unglücklich. Manchmal denke ich, ich bin einfach ein undankbarer Mensch und will gar nicht glücklich sein, sonst hätte ich die blöde Anorexie doch längst schon losgelassen und würde ein freies und unabhängiges, schönes Leben führen.
Morgen werde ich voraussichtlich entlassen, wenn die letzten Untersuchungen ok sind.
Wie es dann weitergehen soll, weiss ich nicht.
Ich habe mich zum Erstgespräch in einer klinik anmelden lassen. Da werde ich hingehen und mir alles anhören. Ich glaube, wenn ich den hungerkreislauf durchbreche, dann denke ich gewiss auch wieder etwas positiver und reflektierter. Das war bisher immer so.
Aller Anfang ist schwer aber ich werde wohl wieder von vorne beginnen müssen und den Weg solange und immer wieder gehen müssen, bis es mir besser geht und ich die Krankeheit wirklich loslassen kann.

Danke nochmals für deine Antwort.
Bist/warst du auch magersüchtig?
Du musst darauf nicht antworten, nur wenn du magst. Ich frage mich nur, wo jemand so treffende und aufbauende Worte sonst herzaubern könnte


Liebe Grüsse

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8. April 2014 um 23:30
In Antwort auf

Liebe sweetlemons
Danke für deine liebe und aufbauende, lange Antwort. Du weisst gar nicht, wie sehr ich mich gerade darüber gefreut habe und es waren die ersten Zeilen und Worte die ich glaube ich mit meiner "gesunden" Seite in mir gelesen habe, als ich, nicht als Magersucht. Zur Zeit fühle ich mich meistens, als gäbe es nichts anderes mehr. Als wäre ich die Magersucht und nichts anderes mehr.
Nun, ich habe eigentlich alles was ich im Leben brauche, alles das ich mir je gewünscht habe.
Ich habe ein wunderschönes Zuhause, liebevolle Eltern, einen wunderbaren Mann an meiner Seite, einen tollen Beruf und dennoch bin ich so unglücklich. Manchmal denke ich, ich bin einfach ein undankbarer Mensch und will gar nicht glücklich sein, sonst hätte ich die blöde Anorexie doch längst schon losgelassen und würde ein freies und unabhängiges, schönes Leben führen.
Morgen werde ich voraussichtlich entlassen, wenn die letzten Untersuchungen ok sind.
Wie es dann weitergehen soll, weiss ich nicht.
Ich habe mich zum Erstgespräch in einer klinik anmelden lassen. Da werde ich hingehen und mir alles anhören. Ich glaube, wenn ich den hungerkreislauf durchbreche, dann denke ich gewiss auch wieder etwas positiver und reflektierter. Das war bisher immer so.
Aller Anfang ist schwer aber ich werde wohl wieder von vorne beginnen müssen und den Weg solange und immer wieder gehen müssen, bis es mir besser geht und ich die Krankeheit wirklich loslassen kann.

Danke nochmals für deine Antwort.
Bist/warst du auch magersüchtig?
Du musst darauf nicht antworten, nur wenn du magst. Ich frage mich nur, wo jemand so treffende und aufbauende Worte sonst herzaubern könnte


Liebe Grüsse


Freut mich sehr, dass ich ein wenig helfen konnte

Ich bin (wie du dir selber wahrscheinlich schon denken konntest) selber magersüchtig und weiß was es heißt, alles immer eingefärbt mit dem Magersuchtsblick zu sehen.
Umso wichtiger ist es mir, mir regelmäßig klar zu machen, dass die Magersucht nicht zu mir gehört, ich bin das nicht, sie ist nur eine lästige Begleitung.
Deshalb versuche ich oft einfach mich herauszuversetzen und einen gesunden Blickwinkel einzunehmen, soweit das gelingt.

Außerdem glaube ich fest, man kann alles schaffen wenn man genug will und bereit ist was zu tun.

Die Magersucht kommt einem oft vor wie ein Rettungsring. Und so kannst du es dir vorstellen.
Deine Magersucht ist ein Rettungsring und du schwimmst mitten im Meer. Anfangs siehst du das Festland noch, aber du treibst immer mehr ab. Das Festland kann hierbei deine Familie und dein Leben und alles was dir wichtig ist darstellen, das Meer dein eigentliches Problem und die Dinge, die dir weh tun. Du kennst die Strömung des Meeres aber nicht. Langsam kannst du immer weniger Festland sehen, aber du bist froh, deinen Rettungsring zu haben, so musst du nicht schwimmen und dich damit beschäftigen, wie die Strömung ist. Doch irgendwann merkst du, dass dein Rettungsring ein Loch hat. Dir wird klar, dass du den Rettungsring wegwerfen musst um nciht weiter raus zu treiben und schwimmen und deine Strömung finden und gegen sie kämpfen musst, um nicht zu ertrinken. Um zum Festland zurückzukommen
Ich hoffe das waren jetzt nicht zu viele Metaphern, ich wollte dir nur klar machen, warum du das Gefühl hast, die Magersucht ist das einzige was dir bleibt. Du hast irgendwo ein Problem oder ein nicht verarbeitetes Erlebnis, dass du aber nicht kennst und wahrnimmst, zumindest nicht direkt, dass ist der Auslöser deiner Magersucht. Und wegen dieses Auslösers und der Magersucht als Kompensation dessen ist es dir nicht mehr möglich zu sehen, was du eigentlich noch alles hast. Um dort wieder hin zurückzukommen musst du erst das Problem finden und es verarbeiten. Magersucht ist nämlich immer ein Symptom eines tieferen Problems.

Ich finde es sehr gut, dass du dich für ein Vorstellungsgespräch angemeldet hast. In Kliniken kann man Probleme viel ruhiger, konzentrierter und intensiver bearbeiten, da man in einem geschützten Umfeld ist und Abstand vom Alltag hat.

Du machst deinen Weg schon!

Und wie gesagt, ich bin selber Magersüchtig und im Kampf, aber ich hab auch viele Nebendiagnosen und bin so ziemlich schon immer krank. Aber ich gucke nach vorne

Liebe Grüße!

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9. April 2014 um 18:52
In Antwort auf


Freut mich sehr, dass ich ein wenig helfen konnte

Ich bin (wie du dir selber wahrscheinlich schon denken konntest) selber magersüchtig und weiß was es heißt, alles immer eingefärbt mit dem Magersuchtsblick zu sehen.
Umso wichtiger ist es mir, mir regelmäßig klar zu machen, dass die Magersucht nicht zu mir gehört, ich bin das nicht, sie ist nur eine lästige Begleitung.
Deshalb versuche ich oft einfach mich herauszuversetzen und einen gesunden Blickwinkel einzunehmen, soweit das gelingt.

Außerdem glaube ich fest, man kann alles schaffen wenn man genug will und bereit ist was zu tun.

Die Magersucht kommt einem oft vor wie ein Rettungsring. Und so kannst du es dir vorstellen.
Deine Magersucht ist ein Rettungsring und du schwimmst mitten im Meer. Anfangs siehst du das Festland noch, aber du treibst immer mehr ab. Das Festland kann hierbei deine Familie und dein Leben und alles was dir wichtig ist darstellen, das Meer dein eigentliches Problem und die Dinge, die dir weh tun. Du kennst die Strömung des Meeres aber nicht. Langsam kannst du immer weniger Festland sehen, aber du bist froh, deinen Rettungsring zu haben, so musst du nicht schwimmen und dich damit beschäftigen, wie die Strömung ist. Doch irgendwann merkst du, dass dein Rettungsring ein Loch hat. Dir wird klar, dass du den Rettungsring wegwerfen musst um nciht weiter raus zu treiben und schwimmen und deine Strömung finden und gegen sie kämpfen musst, um nicht zu ertrinken. Um zum Festland zurückzukommen
Ich hoffe das waren jetzt nicht zu viele Metaphern, ich wollte dir nur klar machen, warum du das Gefühl hast, die Magersucht ist das einzige was dir bleibt. Du hast irgendwo ein Problem oder ein nicht verarbeitetes Erlebnis, dass du aber nicht kennst und wahrnimmst, zumindest nicht direkt, dass ist der Auslöser deiner Magersucht. Und wegen dieses Auslösers und der Magersucht als Kompensation dessen ist es dir nicht mehr möglich zu sehen, was du eigentlich noch alles hast. Um dort wieder hin zurückzukommen musst du erst das Problem finden und es verarbeiten. Magersucht ist nämlich immer ein Symptom eines tieferen Problems.

Ich finde es sehr gut, dass du dich für ein Vorstellungsgespräch angemeldet hast. In Kliniken kann man Probleme viel ruhiger, konzentrierter und intensiver bearbeiten, da man in einem geschützten Umfeld ist und Abstand vom Alltag hat.

Du machst deinen Weg schon!

Und wie gesagt, ich bin selber Magersüchtig und im Kampf, aber ich hab auch viele Nebendiagnosen und bin so ziemlich schon immer krank. Aber ich gucke nach vorne

Liebe Grüße!


Das Beispiel mit dem Rettungsring und dem Meer ist wirklich sehr treffend und es beschreibt sehr genau, wie man sich fühlt.
Dass du auch an dieser grässlichen Krankheit leidest, tut mir sehr leid. Hast du es denn zumindest aus dem UG geschafft?

Heute ist ein sehr turbolenter Tag für mich.
Mein Arzr kam gestern abend noch und meinte, wenn die letzten Untersuchungen heute morgen ok sind, dann würde er mich entlassen. Ich hatte dummerweise damit gerechnet, dass dies heute geschehen würde. Heute morgen ging ich also zum Ultraschall und als ich zurück war kam der Arzt und meinte, die Befunde wären zwar ok, aber er wolle mich dennoch nicht entlassen, da ihm das Risiko zu hoch ist, falls mir doch was passiert. In mir brach eine welt zusammen. Ich weiss nicht warum, aber umso tiefer das Gewicht umso sensibler bin ich selbst und ich verzweifle an den kleinsten Sachen total. Ich fing sogar an zu heulen (vor dem Arzt) und tat plötzlich trotzig wie ein kleines Kind. Im Nachhinein schäme ich mich jetzt total, aber in der Situation fühlte ich mich total überfordert. Er meinte dann dass ich hier keinen emotionalen Druck aufbauen solle indem ich Tränen zeige, das würde mich auch nicht weiterbringen. Das fand ich dann schon etwas kalt und dann wurde ich auch wütend.
Als er weg war, packte ich meine Sachen und verliess die Klinik auf eigene Faust.
Ich schleppte meine Tasche bis zum nächsten Taxistand und merkte bei jedem Schritt welchen Fehler ich begangen hatte, denn ich fühlte mich so schwach und mir wurde andauernd schwarz vor Augen. Was nicht verwunderlich war, denn eine Stunde zuvor wurde mein Blutdruck 70/50 gemessen. Ich fuhr nach Hause.
Nun sitze ich da, mein Umfeld macht sich wieder riesen Sorgen und ich bin wieder genausoweit wie vorher.
Naja, am Montag geh ich mal zum Erstgespräch in der Klinik.


Ich freue mich, wenn du mir noch etwas mehr über den Verlauf deiner magersucht erzählen würdest, wie es bei dir im Moment ist und wie lange du schon drunter leidest. Gerne kannst du mir auch etwas über dich erzählen, das nicht mit der MS zu tun hat.

Auf eine Antwort freu ich mich sehr.

Herzliche Grüsse

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9. April 2014 um 22:06
In Antwort auf


Das Beispiel mit dem Rettungsring und dem Meer ist wirklich sehr treffend und es beschreibt sehr genau, wie man sich fühlt.
Dass du auch an dieser grässlichen Krankheit leidest, tut mir sehr leid. Hast du es denn zumindest aus dem UG geschafft?

Heute ist ein sehr turbolenter Tag für mich.
Mein Arzr kam gestern abend noch und meinte, wenn die letzten Untersuchungen heute morgen ok sind, dann würde er mich entlassen. Ich hatte dummerweise damit gerechnet, dass dies heute geschehen würde. Heute morgen ging ich also zum Ultraschall und als ich zurück war kam der Arzt und meinte, die Befunde wären zwar ok, aber er wolle mich dennoch nicht entlassen, da ihm das Risiko zu hoch ist, falls mir doch was passiert. In mir brach eine welt zusammen. Ich weiss nicht warum, aber umso tiefer das Gewicht umso sensibler bin ich selbst und ich verzweifle an den kleinsten Sachen total. Ich fing sogar an zu heulen (vor dem Arzt) und tat plötzlich trotzig wie ein kleines Kind. Im Nachhinein schäme ich mich jetzt total, aber in der Situation fühlte ich mich total überfordert. Er meinte dann dass ich hier keinen emotionalen Druck aufbauen solle indem ich Tränen zeige, das würde mich auch nicht weiterbringen. Das fand ich dann schon etwas kalt und dann wurde ich auch wütend.
Als er weg war, packte ich meine Sachen und verliess die Klinik auf eigene Faust.
Ich schleppte meine Tasche bis zum nächsten Taxistand und merkte bei jedem Schritt welchen Fehler ich begangen hatte, denn ich fühlte mich so schwach und mir wurde andauernd schwarz vor Augen. Was nicht verwunderlich war, denn eine Stunde zuvor wurde mein Blutdruck 70/50 gemessen. Ich fuhr nach Hause.
Nun sitze ich da, mein Umfeld macht sich wieder riesen Sorgen und ich bin wieder genausoweit wie vorher.
Naja, am Montag geh ich mal zum Erstgespräch in der Klinik.


Ich freue mich, wenn du mir noch etwas mehr über den Verlauf deiner magersucht erzählen würdest, wie es bei dir im Moment ist und wie lange du schon drunter leidest. Gerne kannst du mir auch etwas über dich erzählen, das nicht mit der MS zu tun hat.

Auf eine Antwort freu ich mich sehr.

Herzliche Grüsse


Ich bin auf der Grenze von Untergewicht und unterem Normalgewicht, aber langsam geht es hoch Aber ich kämpfe auch sehr.

Ich denke es war sicherlich nicht leicht, der heutige Tag. Ich hoffe du ruhst dich jetzt gut aus?

Vielleicht tut dir das Erstgespräch ja gut!

Ich war nicht immer magersüchtig, es fing eigentlich im Alter von drei Jahren mit einer Sozialphobie an, aufgrund einer Posttraumatischen Belastungsstörung. Im Alter von 10 kamen starke Depressionen und Bulimie dazu, Angststörungen und Zwangsstörungen dazu. Mit 12 wurde ich das erste Mal eingewiesen, mittlerweile war ich zwei Mal in Kliniken, das letzte Mal wurde ich 2013 mit deutlicher Besserung entlassen.. aber leider war das nach ein Paar traumatischen Erlebnissen wieder gegessen, ich bin in die Magersucht gerutscht. Das ist jetzt gut ein Jahr her. Ich hab in dem Jahr 22 Kilo abgenommen, aber fünf auch schon wieder zu ) Aber ich muss natürlich jeden Tag kämpfen, mein Gewicht liegt immer knapp auf der Grenze zwischen Normalgewicht und Untergewicht.
Allgemein kann man sagen, dass ich ziemlich viel Mist durchgemacht hab, ich hab keine richtige liebevolle Familie und hatte keine richtige Kindheit. Mittlerweile bin ich übrigens fast 16.

Wenn du magst, kannst du mich ja auch gerne mal anschreiben

Liebe Grüße,
Mia

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10. April 2014 um 19:56
In Antwort auf


Ich bin auf der Grenze von Untergewicht und unterem Normalgewicht, aber langsam geht es hoch Aber ich kämpfe auch sehr.

Ich denke es war sicherlich nicht leicht, der heutige Tag. Ich hoffe du ruhst dich jetzt gut aus?

Vielleicht tut dir das Erstgespräch ja gut!

Ich war nicht immer magersüchtig, es fing eigentlich im Alter von drei Jahren mit einer Sozialphobie an, aufgrund einer Posttraumatischen Belastungsstörung. Im Alter von 10 kamen starke Depressionen und Bulimie dazu, Angststörungen und Zwangsstörungen dazu. Mit 12 wurde ich das erste Mal eingewiesen, mittlerweile war ich zwei Mal in Kliniken, das letzte Mal wurde ich 2013 mit deutlicher Besserung entlassen.. aber leider war das nach ein Paar traumatischen Erlebnissen wieder gegessen, ich bin in die Magersucht gerutscht. Das ist jetzt gut ein Jahr her. Ich hab in dem Jahr 22 Kilo abgenommen, aber fünf auch schon wieder zu ) Aber ich muss natürlich jeden Tag kämpfen, mein Gewicht liegt immer knapp auf der Grenze zwischen Normalgewicht und Untergewicht.
Allgemein kann man sagen, dass ich ziemlich viel Mist durchgemacht hab, ich hab keine richtige liebevolle Familie und hatte keine richtige Kindheit. Mittlerweile bin ich übrigens fast 16.

Wenn du magst, kannst du mich ja auch gerne mal anschreiben

Liebe Grüße,
Mia

Danke euch beiden
@kleinabertrotzdemgem
Deine Aussage, dass einem ein Aufenthalt in einem Krankenhaus wenig bringt, stimmt.
Dies war mein 3.mal im Krankenhaus. Die anderen Male war ich aber noch minderjährig und ao musste ich bleiben. 1x eine Woche und kurz darauf 2.5 Wochen bis der Platz in der Fachklinik frei wurde. Ich erinnere mich noch gut, wie mühsam das dmals für mich war und vielleicht war mein Entschluss die Klinik bereits nach 2 Tagen zu verlassen auch irgendwie eine Reaktion auf damals. Dass man mich nicht mehr "einsperren" kann, dass ich mir nicht mehr die Freiheit nehmen lasse. Ich weiss nicht, vielleicht war ich aber auch voreingenommen, weil mir die anderen Male schon nicht geholfen wurde und ich Angst hatte, dass es wieder so lange geht bis ich entlassen werde. Die Aussagen kamen allerdings nicht von einem Mediziner, sondern von meinem Psychiater Bislang hielt ich ihn wirklich für sehr kompetent, er hat mir bereits mit anderen Problemen wirklich geholfen und er hat auch einen sehr sehr guten Ruf, ist wirklich bekannt und viel gelobt im ganzen deutschsprachigen Raum, aber er ist eben sehr fachlich und kühl. Wie eben die meisten Psychiater. Psychologen sind da anders. Es tut mir auch im Nachhinein jetzt Leid, dass ich ihn als behandelnden Arzt verloren habe, denn er hat ausdrücklich gesagt wenn ich die Klinik auf eigene Faust verlasse, dann ist die Zusammenarbeit dahin, weil er dieses Risiko nicht eingehen kann. Ich verstehe ihn ja auch, aber in dem Moment dachte ich, ich sterbe wenn ich dort hätte bleiben müssen. Er hat ja auch Recht damit wenn er sagt "da merkt man, wie dünn das Eis eigentlich ist" wenn ich anfange zu heulen, weil ich nach 1.5 Tagen nicht entlassen werde. Das stimmt natürlich und stimmt mich auch nachdenklich, wie instabil ich eigentlich bin. Ich frage mich, wie ich den Klinikaufenthalt (fachklinik) von fast einem ganzen Jahr 2007 aushalten konnte, aber ja... Fachklinik ist halt wie du auch sagst, was ganz anderes, da macht man zumindest was, hat therapien den ganzen Tag und Gleichgesinnte mit denen man sprechen kann. Im Moment fühle ich mich einfach nicht bereit für eine stationäre Therapie, zu sehr freue ich mich jeden Tag an der Sonne und dem schönen Wetter und der Freiheit das alles so geniessen zu können, wie ich es möchte. Vielleicht aber ist das alles auch nur eine undurchschaubare Botschaft der Magersucht, die mich wieder austricksen will, weil sie mir doch zu gerne im Mai wie jedes Jahr die "wassermelonen diät" aufzwängen will. Gott, ich fühl mich so bescheuert, wie ich das alles hier niederschreibe. Niemals könnte es irgendwer verstehen, aber ihr, die ihr die selbe Stimme im Kopf habt/hattet versteht vielleicht, warum ich hier mit meinen paar Kilos eher an Wassermelonen denke, als daran mir endlich Hilfe zu holen.
Ist das bei euch auch so, dass ihr zeitenweise auf ganz bestimmte Nahrungsmittel fixiert seid, und so extrem darauf achtet für eine Periode nur ein bestimmtes Nahrungsmittel zu euch zu nehmen?
Bei mir ist das so und wenn ich mal paar Tage immer was Anderes esse, weil ich mich nicht entscheiden kann, weil die MS mir grad nichts bestimmtes aufträgt, fühl ich mich so panisch und undiszipliniert, weil ich dann so irgendwie keine Linie drinnen hab. Ja es reicht mir nicht mal mehr sehr wenig zu essen, nein, es muss über Tage oder Wochen nur etwas bestimmtes sein...
Ich möchte nicht, dass meine Zeilen hier jemanden triggern, deswegen hole ich jetzt nicht weiter aus, aber es würde mich schon interessieren, ob das bei Anderen auch so ist.
Wenn ich am Abend schlafen gehe, ohne zu wissen was ich am nächsten Tag essen soll, dann macht mich das total unruhig und panisch. Vielleicht weil ich Angst habe, wenig von etwas zu essen und dann zu merken, dass was anderes besser gewesen wäre und dann das am Ende auch noch esse und dann zuviel und die Kontrolle verliere... Ich weiss nicht, total seltsam. Aber jetzt STOP!


@sweetlemon

Schön, etwas mehr über dich zu erfahren.
Ehrlichgesagt war ich auch total erstaunt, dass du in deinem Alter bereits so reflektierte Aussagen machen kannst. Echt Hut ab!
Das soll nicht heissen, dass man das mit 16 nicht kann oder so, aber ich muss sagen, ich war mit 16 auch schon ne Weile krank, aber war noch lange nicht so weit wie du es bist. Ich glaube, dass du aufgrund deiner Intelligenz und auch emotionaler Intelligenz wirklich sehr gute Chancen hast, deine Seele von allem was ihr schadet zu befreien.
Ich weiss nicht, was du in deiner Kindheit erlebt hast, aber zu lesen, dass du nie eine liebevolle Familie hattest, stimmt mich sehr traurig.
Umsomehr allerdings ist es dir anzurechnen, dass du so einfühlsam und sensibel und hilfsbreit bist, wo du das doch von Zuhause nicht mit auf den Weg bekommen hast. Das alles zusammen, macht dich wirklich bewundernswert und zu einem ganz tollen Menschen! *fühl dich gedrückt*
Ich habe selbst mehrere schwere traumatische Erlebnisse gehabt, aber nicht in so früher Kindheit.
Bei mir war es sexueller Missbrauch und Gewalt, aber das möchte ich nicht vertiefen. Ich wollte dir nur damit sagen, dass ich verstehen kann, was ein Trauma bedeutet und dass ich auch weiss, wie hart der Weg danach ist. Es freut mich sehr, dass dir dein Klinikaufenthalt 2013 geholfen hat und dass du so kämpfst, nicht wieder ins UG zu fallen.
Mach weiter so! Es lohnt sich, denn du hast auch dein ganzes Leben noch vor dir und mit deinen Fähigkeiten, stehen dir bestimmt sehr viele Türen im Leben offen. Lass sie dir nicht von einer Magersucht, Bulimie oder den Geistern deiner Vergangenheit schliessen, das alles hat dir bereits genug weh getan. Irgendwann ist der Kampf vorbei... Das denk ich mir auch immer

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