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Klinik am Korso

13. Juli 2015 um 23:04 Letzte Antwort: 16. April 2016 um 9:22

Hallo ihr Lieben,
ich war anfang des Jahres zwei Monate in der Klinik am Korso (Diagnose: Anorexie) und wollte euch kurz an meinen Erfahrungen teilhaben lassen.
Also vorab: ich kann die Klinik nur empfehlen! Die Zeit dort war so erholsam und schön, ich habe mich dort fast wie zuhause gefühlt. Total sicher und aufgehoben. Auch die Mitpatienten und Therapeuten waren super.
Am Anfang hat man eine Sperrzeit von zwei Wochen. Das bedeutet, dass man sein Handy abgibt und bis auf die täglichen Therapiespaziergänge die Klinik eigentlich nicht verlässt. Davon ausgenommen sind sogenannte Externen-Ausflüge mit der gesamten Therapiegruppe (ohne Therapeuten). Die Gruppe besteht aus bis zu 12 Patienten. Die Gruppen sind nicht nach Symptomatik getrennt (in der Klinik am Korso werden alle möglichen Essstörungsformen behandelt).
Ich (und die meisten anderen Patienten dort) habe die Sperrzeit als total erholsam empfunden.
Nach der Sperrzeit darf die Klinik zu bestimmten therapiefreien Zeiten verlassen werden.
Das Therapieangebot besteht aus: Gruppentherapie (mehrfach die Woche), Ernährungstherapie (hier auch Gruppen/Einzelkochen), Gestaltungstherapie und Körpertherapie.
Zusätzlich können bei den Therapeuten Einzel-Termine ausgemacht werden.
Der Gruppentherapeut leitet die Gruppentherapie-Sitzungen. Zudem gibt es einen betreuenden Arzt und es sind stets Schwestern im Haus.

Es gibt für alle Patienten das gleiche Essen, basierend auf der Annahme, dass ein erwachsener, normalgewichtiger Mensch 2000-2200 kcal täglich braucht. Da Adipose Patienten einen höheren und machtsüchtige einen niedrigeren Grundumsatz haben nehmen die Patienten zu oder ab.

Es gibt drei Haupt und zwei Zwischenmahlzeiten (auch für adipöse Patienten).
Mir tat es total gut, dass bei dem Essen im Grundsatz nicht unterschieden wird.
Das Essen geschieht in der Gruppe und wird in der Regel nicht durch Therapeuten begleitet. Es wird Tischweise portioniert. Am Tisch muss das Essen dann fair aufgeteilt werden, so dass jeder in etwa die gleiche Menge an Essen auf dem Teller hat. Regel ist, dass die Schüsseln leer gemacht werden.
Das Essen ist super, das erleichtert es immens.
Wer Probleme mit dem Essen hat kriegt alle möglichen Hilfsangebote (Einzelessbetreuung etc) geboten. Auch können Nahrungszusätze etc mit der ErnährungstherapeutIn (zum Beispiel bei zu geringer Zunahme) besprochen werden.

Ob gegessen wird obliegt im Grunde dem Patienten.
Überhaupt geht es eher um das Erlernen eines gesunden Essverhaltens.
Ich könnte hier noch ewig weiter erzählen.. Also wenn hier jemand konkrete Fragen hat: fragt

Die Klinik ist super, wenn man Eigenverantwortung übernimmt und gesund werden möchte. Wer noch nicht an diesem Punkt angelangt ist, wird es hier nicht schaffen, da alles recht locker und auf Eigenmotivation ausgelegt ist.
Wer hier "verarscht" lügt sich im Grunde bloß selbst in die Tasche..
Ich war dort sehr gut aufgehoben und die Nachbetreuung ist auch gut. Zu meinen Mutpatienten habe ich noch immer viel Kontakt.

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14. Juli 2015 um 2:34

Hey
Danke für den Bericht.
Aber ich habe noch eine Frage zu dn Zwischemahlzeiten. Sind diese ein muss? Müssen sie gegessen werden? Und kann ich anstelle auch mal ein Eis, etc. mit meinen Eltern, Freunden essen gehen?
Und wie ist das mit Wlan? Also Internet?

lg
taylaaa

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14. Juli 2015 um 8:13
In Antwort auf marlee_12940116

Hey
Danke für den Bericht.
Aber ich habe noch eine Frage zu dn Zwischemahlzeiten. Sind diese ein muss? Müssen sie gegessen werden? Und kann ich anstelle auch mal ein Eis, etc. mit meinen Eltern, Freunden essen gehen?
Und wie ist das mit Wlan? Also Internet?

lg
taylaaa

Nein, kein muss aber eingerechnet
Nein die Zwischenmahlzeiten sind kein muss, aber in dem Tagesbedarf mit eingerechnet. Nach der Sperrzeit kann man natürlich immer mehr dazu übergehen, auch mal eigenhändig was auswärts zu essen (z.B Frozen Yoghurt im Werte-Park von Frosters <3/ ok, bei uns gab eig ständig Fro-Yo ).
Auch ist es möglich, sich nach einem Mindestaufenthalt von ein paar Wochen eine Essenbefreiung zu holen.

Bad Oyenhausen ist zwar keine Großstadt, aber ich habe mich nie gelangweilt. Es gibt ein Kino und den Werre-Park (ein großes Einkaufszentrum), außerdem sind da ein paar kultische Cafés, die auch immer wieder coole Programmpunkte haben.

Diese Cafés sind nur wenige hundert Meter von der Klinik entfernt.

Am Wochenende findet auch für die Sperlinge Programm statt (Wende, Encausting-Malen, Pferdetherapie-> immer sehr voll, Clownstherapie, Medienprojekte oder irgendwelche Vorträge)

Der Altbau der Klinik ist eine schöne alte Villa. Die Zimmer haben in der Regel einen eigenen Balkon.


Was ich im Hinblick auf die Selbstständigkeit total super fand ist die angeschlossene WG. Jeder Gruppe hat eine begrenzte Anzahl an Plätzen in der WG und ich hatte das Glück nach wenigen Wochen dort einziehen zu können.
Hier wird das Abendessen selbst zu bereitet und am Wochenende wird in der WG gekocht. Natürlich müssen die WG-Ler dafür selbst einkaufen (es kann also auf individuelle Wünsche eingegangen werden & die Kosten trägt die Klinik).

In der WG ist es auch möglich sogenannte "Selbstversorgertage" einzulegen, wo man alle Mahlzeiten allein zubereitet. Wir haben auch mal ein WG-Frühstück gemacht oder sind auswärts essen gegangen.
Einmal die Woche wird die WG von der Sozialarbeiterin und der Ernährungstherapeutin besucht. Es werden auch Aufgaben für das Zusammenleben verteilt.

Die Therapieangebote bestehen natürlich fort.
Das war echt ein tolles Übungsfeld und man hat im Gegensatz zur Villa und dem Hauptgebäude top moderne Einzelzimmer.

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14. Juli 2015 um 8:20
In Antwort auf marlee_12940116

Hey
Danke für den Bericht.
Aber ich habe noch eine Frage zu dn Zwischemahlzeiten. Sind diese ein muss? Müssen sie gegessen werden? Und kann ich anstelle auch mal ein Eis, etc. mit meinen Eltern, Freunden essen gehen?
Und wie ist das mit Wlan? Also Internet?

lg
taylaaa

Kein muss, aber eingerechnet
Nein die Zwischenmahlzeiten sind kein muss, aber in dem Tagesbedarf mit eingerechnet. Nach der Sperrzeit kann man natürlich immer mehr dazu übergehen, auch mal eigenhändig was auswärts zu essen (z.B Frozen Yoghurt im Werte-Park von Frosters <3/ ok, bei uns gab eig ständig Fro-Yo ).
Auch ist es möglich, sich nach einem Mindestaufenthalt von ein paar Wochen eine Essenbefreiung zu holen.

Bad Oyenhausen ist zwar keine Großstadt, aber ich habe mich nie gelangweilt. Es gibt ein Kino und den Werre-Park (ein großes Einkaufszentrum), außerdem sind da ein paar kultische Cafés, die auch immer wieder coole Programmpunkte haben.

Diese Cafés sind nur wenige hundert Meter von der Klinik entfernt.

Am Wochenende findet auch für die Sperlinge Programm statt (Wende, Encausting-Malen, Pferdetherapie-> immer sehr voll, Clownstherapie, Medienprojekte oder irgendwelche Vorträge)

Der Altbau der Klinik ist eine schöne alte Villa. Die Zimmer haben in der Regel einen eigenen Balkon.

Was ich auch total super fand, war dass man sich nicht minderwertig oder als Patient fühlt. Es wird einem seitens der Therapeuten und Ärzte im großen und ganzen mit viel Respekt begegnet. Jegliche Vorschläge seitens der Patienten werden auf Realisierbarkeit geprüft und nach Möglichkeit angenommen. Der Chefarzt Dr. Huber ist total nett, also wer privat Patient ist sollte sich überlegen ob er Chefarztbehandlung beantragt..

Wlan gibt es nicht. Eig sind Handys bis 17 Uhr auch nur auf dem Zimmer erlaubt (EIGENTLICH ) Der Empfang ist auch nicht überall der Beste, aber schon ganz in Ordnung. In einem der Cafés gibt es Wlan, da reicht es wenn man mal kurz vor der Tür des Cafés stehen bleibt.

Was ich im Hinblick auf die Selbstständigkeit total super fand ist die angeschlossene WG. Jeder Gruppe hat eine begrenzte Anzahl an Plätzen in der WG und ich hatte das Glück nach wenigen Wochen dort einziehen zu können.
Hier wird das Abendessen selbst zu bereitet und am Wochenende wird in der WG gekocht. Natürlich müssen die WG-Ler dafür selbst einkaufen (es kann also auf individuelle Wünsche eingegangen werden & die Kosten trägt die Klinik).

In der WG ist es auch möglich sogenannte "Selbstversorgertage" einzulegen, wo man alle Mahlzeiten allein zubereitet. Wir haben auch mal ein WG-Frühstück gemacht oder sind auswärts essen gegangen.
Einmal die Woche wird die WG von der Sozialarbeiterin und der Ernährungstherapeutin besucht. Es werden auch Aufgaben für das Zusammenleben verteilt.

Die Therapieangebote bestehen natürlich fort.
Das war echt ein tolles Übungsfeld und man hat im Gegensatz zur Villa und dem Hauptgebäude top moderne Einzelzimmer.

Ich muss allerdings noch dazu sagen, dass ich mit 18 Jahren auf der Erwachsenenstation war. Ich glaube dass diese auch besser ist. Die meisten 17 Jährigem kommen bereits auf die Erwachsenen-Station und der Altersdurchschnitt dort ist ohnehin nicht so hoch.

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14. Juli 2015 um 11:53

Klinik am Korso
Hallo, ich war ebenfalls 2x stationär in der Korso Klink und ich kann 1 zu 1 das genauso wiedergeben .

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15. Juli 2015 um 3:13
In Antwort auf akiva_11896066

Nein, kein muss aber eingerechnet
Nein die Zwischenmahlzeiten sind kein muss, aber in dem Tagesbedarf mit eingerechnet. Nach der Sperrzeit kann man natürlich immer mehr dazu übergehen, auch mal eigenhändig was auswärts zu essen (z.B Frozen Yoghurt im Werte-Park von Frosters <3/ ok, bei uns gab eig ständig Fro-Yo ).
Auch ist es möglich, sich nach einem Mindestaufenthalt von ein paar Wochen eine Essenbefreiung zu holen.

Bad Oyenhausen ist zwar keine Großstadt, aber ich habe mich nie gelangweilt. Es gibt ein Kino und den Werre-Park (ein großes Einkaufszentrum), außerdem sind da ein paar kultische Cafés, die auch immer wieder coole Programmpunkte haben.

Diese Cafés sind nur wenige hundert Meter von der Klinik entfernt.

Am Wochenende findet auch für die Sperlinge Programm statt (Wende, Encausting-Malen, Pferdetherapie-> immer sehr voll, Clownstherapie, Medienprojekte oder irgendwelche Vorträge)

Der Altbau der Klinik ist eine schöne alte Villa. Die Zimmer haben in der Regel einen eigenen Balkon.


Was ich im Hinblick auf die Selbstständigkeit total super fand ist die angeschlossene WG. Jeder Gruppe hat eine begrenzte Anzahl an Plätzen in der WG und ich hatte das Glück nach wenigen Wochen dort einziehen zu können.
Hier wird das Abendessen selbst zu bereitet und am Wochenende wird in der WG gekocht. Natürlich müssen die WG-Ler dafür selbst einkaufen (es kann also auf individuelle Wünsche eingegangen werden & die Kosten trägt die Klinik).

In der WG ist es auch möglich sogenannte "Selbstversorgertage" einzulegen, wo man alle Mahlzeiten allein zubereitet. Wir haben auch mal ein WG-Frühstück gemacht oder sind auswärts essen gegangen.
Einmal die Woche wird die WG von der Sozialarbeiterin und der Ernährungstherapeutin besucht. Es werden auch Aufgaben für das Zusammenleben verteilt.

Die Therapieangebote bestehen natürlich fort.
Das war echt ein tolles Übungsfeld und man hat im Gegensatz zur Villa und dem Hauptgebäude top moderne Einzelzimmer.

...
Danke

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16. April 2016 um 8:00

Wartezeit Klinik
Hallo, ich habe in zwei Wochen mein Aufnahmegespräch wegen atypischer Bullimie. Kannst du dich noch erinnern, ob der Antrag bei der Rentenversicherung sehr schwierig war?Man hört so oft, dass er abgelehnt wird und die Patienten mehrere Monate kämpfen müssen, dass er bewilligt wird.
Zudem würde mich interessieren, wie lange die Wartezeit der Klinik bei dir war. Mir geht es derzeit einfach gar nicht gut und habe einerseits total angst vor der Klinik(aber wirklich nur vor den ersten paar Stunden) und andererseits total angst, dass ich jetzt noch 15 Wochen warten muss, bis ich aufgenommen werde.

Glg

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16. April 2016 um 8:02

Wartezeit Klinik
Hallo ich habe in zwei Wochen mein Aufnahmegespräch wegen atypischer Bullimie.
Weißt du noch, wie lange du auf einen Platz gewartet hast? War es sehr schwer bei deiner Rentenversicherung die Zusage zu bekommen?
Ich höre so oft, dass es total schwierig mit denen sein soll und hab total angst davor, dass ich mich noch monatelang mjt denen rumstreiten muss.
Ich hoffe, dass es dir jetzt richtig gut geht und das meine Fragen okay sind

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16. April 2016 um 9:22
In Antwort auf ashley_12538022

Wartezeit Klinik
Hallo, ich habe in zwei Wochen mein Aufnahmegespräch wegen atypischer Bullimie. Kannst du dich noch erinnern, ob der Antrag bei der Rentenversicherung sehr schwierig war?Man hört so oft, dass er abgelehnt wird und die Patienten mehrere Monate kämpfen müssen, dass er bewilligt wird.
Zudem würde mich interessieren, wie lange die Wartezeit der Klinik bei dir war. Mir geht es derzeit einfach gar nicht gut und habe einerseits total angst vor der Klinik(aber wirklich nur vor den ersten paar Stunden) und andererseits total angst, dass ich jetzt noch 15 Wochen warten muss, bis ich aufgenommen werde.

Glg

Wartezeit
Hallo
also bei mir hat es damals die Krankenkasse übernommen und das recht unkompliziert. Die wartezeit betrug circa 4-5 Wochen. Dann bekam ich eine Nachricht, das ich eine Woche später aufgenommen werden könnte. Die ersten paar Stunden sollten dir wirklich keine Angst machen! Man wird sehr behutsam aufgenommen.
Ganz viel Glück!

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