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Kinder

1. Februar 2016 um 20:05 Letzte Antwort: 2. Februar 2016 um 22:16

meint ihr mal sollte wenn man essgestört ist, kinder in die Welt setzen? mein freund und ich haben gerade wieder tierische beziehungsprobleme weil es ihn nervt das ich die bulimie seit unserer Beziehung (4 Jahre) immernoch nicht in den griff gekriegt habe und ich immer wieder rückfällig werde(1/2 Jahr läuft alles gut und dann kommen wieder mehr wöchige rückfälle), und er fragt sich wie man sich so eine Zukunft aufbauen soll, und da hab ich mich gefragt ob es überhaupt sinnvoll ist mit jemandem wie mir eine familie zu gründen, denn ich kann einfach keine Garantie geben dass ich komplett davon loskomme, was ist eure Meinung?

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1. Februar 2016 um 20:22

Hallo wibie,
willst du denn Kinder haben?

Psychisch kranke Eltern gelten als Risikofaktor für Kinder, deshalb ist man gut beraten sich erst um sich selbst zu kümmern, bevor man Verantwortung für andere übernimmt. Deshalb würde ich sagen: Nein, wenn man krank ist, sollte man definitiv keine Kinder in die Welt setzen. Du solltest mehrere Jahre stabil und gesund sein um solche weittragenden Entscheidungen in deinem Leben zu treffen.

Ist halt irgendwie auch die Frage warum er es denn so eilig hat mit dem Kinder kriegen? Er hat ja keinen Druck.
Ja, du bist 30, aber das heißt nicht, dass dir eine Familie verwährt bleibt.

Zudem weiß ich ja noch nicht mal ob du wirklich ein oder mehrere Kinder haben möchtest?

Eine Schwangerschaft ab 35 gilt als Risikoschwangerschaft. Alternativ kann man auch adoptieren oder Leihmutterschaft, o. ä. machen. Aber ich denke es gibt schon heute gute medizinische Vorsorgeuntersuchungen um Fehlbildungen früh zu erkennen.

Eine Schwangerschaft mit einer akuten Bulimie sehe ich aber als noch viel größeres Risiko an. Ich schätze das die Risiken fürs Kinder ähnlich oder sogar höher sind, als bei einer Schwangerschaft ab 35.
Außerdem musst du mal allein dein Befinden in dieser Kombination betrachten: Du musst für 2 essen, regelmäßig zum Zahnarzt, zusätzliche Päparate einnehmen. Der Bauch wird kugelrund, jeder glotzt drauf, evtl. noch Gewichtszunahme, Essanfälle und bulimischer Heißhunger plus Schwangerschaftsgelüste... usw? Und danach? Ggf Wochenbettdepression, körperliche Erschöpfung, etc. und dann noch ein Baby und einige Monate akuten Schlafmangel.

Ja, es gibt auch ein paar Leuchten, die während ihrer Bulimie schwanger waren und dann sowas meinten wie "die Schwangerschaft hat mich gerettet". Würde ich mich überhaupt nicht drauf verlassen. Klar, bist du gefordert. Aber wir wissen auch, wie tief man mit Bulimie sinken kann und wie egal dir sowas werden kann.
Würde ich niemals eingehen, solch ein Risiko.

Ich denke nicht, dass du dich wegen einem solchen Thema unter Druck setzen lassen solltest.

Wie ist denn deine Version der Geschichte? Ich meine ist es denn überhaupt ein Thema für dich? Träumst du häufig von einer Schwangerschaft und so?

Wenn eure Ansichten da auseinandergehen, dann werden ihr euch auf kurz oder lang trennen müssen, da ihr ansonsten beide todunglücklich werdet.

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2. Februar 2016 um 16:23
In Antwort auf dolly_12688854

Hallo wibie,
willst du denn Kinder haben?

Psychisch kranke Eltern gelten als Risikofaktor für Kinder, deshalb ist man gut beraten sich erst um sich selbst zu kümmern, bevor man Verantwortung für andere übernimmt. Deshalb würde ich sagen: Nein, wenn man krank ist, sollte man definitiv keine Kinder in die Welt setzen. Du solltest mehrere Jahre stabil und gesund sein um solche weittragenden Entscheidungen in deinem Leben zu treffen.

Ist halt irgendwie auch die Frage warum er es denn so eilig hat mit dem Kinder kriegen? Er hat ja keinen Druck.
Ja, du bist 30, aber das heißt nicht, dass dir eine Familie verwährt bleibt.

Zudem weiß ich ja noch nicht mal ob du wirklich ein oder mehrere Kinder haben möchtest?

Eine Schwangerschaft ab 35 gilt als Risikoschwangerschaft. Alternativ kann man auch adoptieren oder Leihmutterschaft, o. ä. machen. Aber ich denke es gibt schon heute gute medizinische Vorsorgeuntersuchungen um Fehlbildungen früh zu erkennen.

Eine Schwangerschaft mit einer akuten Bulimie sehe ich aber als noch viel größeres Risiko an. Ich schätze das die Risiken fürs Kinder ähnlich oder sogar höher sind, als bei einer Schwangerschaft ab 35.
Außerdem musst du mal allein dein Befinden in dieser Kombination betrachten: Du musst für 2 essen, regelmäßig zum Zahnarzt, zusätzliche Päparate einnehmen. Der Bauch wird kugelrund, jeder glotzt drauf, evtl. noch Gewichtszunahme, Essanfälle und bulimischer Heißhunger plus Schwangerschaftsgelüste... usw? Und danach? Ggf Wochenbettdepression, körperliche Erschöpfung, etc. und dann noch ein Baby und einige Monate akuten Schlafmangel.

Ja, es gibt auch ein paar Leuchten, die während ihrer Bulimie schwanger waren und dann sowas meinten wie "die Schwangerschaft hat mich gerettet". Würde ich mich überhaupt nicht drauf verlassen. Klar, bist du gefordert. Aber wir wissen auch, wie tief man mit Bulimie sinken kann und wie egal dir sowas werden kann.
Würde ich niemals eingehen, solch ein Risiko.

Ich denke nicht, dass du dich wegen einem solchen Thema unter Druck setzen lassen solltest.

Wie ist denn deine Version der Geschichte? Ich meine ist es denn überhaupt ein Thema für dich? Träumst du häufig von einer Schwangerschaft und so?

Wenn eure Ansichten da auseinandergehen, dann werden ihr euch auf kurz oder lang trennen müssen, da ihr ansonsten beide todunglücklich werdet.

Liebe wibie
Das kenn ich auch und ich bin grade mal 23 und mein Partner Ende 20....
Aber Kinder sind für ihn in der Zukunft sehr wichtig...
Ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht und wenn doch war es für mich immer eine komische Vorstellung.
Mit ihm kann ich mir Kinder vorstellen, zwar keine Horde, aber eins auf jeden Fall.

Frag dich erst einmal ob du unabhängig von der ES Kinder willst.
Mir war immer dieses "klassische" Rollenbild ein Graus, nicht Kinderhaben ansich.

Dann wenn du sagst, dass du Kinder möchtest, wenn auch nicht "sofort" - musst du selbst überlegen wie stabil du bist.
Eine ES ist nicht nur körperlich oder medizinisch heikel in einer Schwangerschaft, sondern grade psychisch.
Ein Beispiel - der Bauch wird dicker, dein Gewicht steigt (natürlich durch die SS). Kannst du dir vorstellen, dass auszuhalten?

Auch nach der SS brauchen Kinder denke ich, einfach "gesunde" Eltern...

Meiner Meinung nach sollte man Kinder nie mit einer akuten ES kombinieren.
Das heißt nicht dass du als ESler nie Kinder haben solltest, sondern erst dann, wenn du deinen Weg raus geschafft hast bzw auf einem sicheren und gefestigten Weg raus bist.

Ich denke, was auch wichtig ist, dass selbst wenn man die ES "überwunden" hat, man sich für die SS wieder in Therapie begeben sollte - um eben einen sofortigen Rückhalt zu haben.

Ganz liebe Grüße

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2. Februar 2016 um 16:33
In Antwort auf esme_11902139

Liebe wibie
Das kenn ich auch und ich bin grade mal 23 und mein Partner Ende 20....
Aber Kinder sind für ihn in der Zukunft sehr wichtig...
Ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht und wenn doch war es für mich immer eine komische Vorstellung.
Mit ihm kann ich mir Kinder vorstellen, zwar keine Horde, aber eins auf jeden Fall.

Frag dich erst einmal ob du unabhängig von der ES Kinder willst.
Mir war immer dieses "klassische" Rollenbild ein Graus, nicht Kinderhaben ansich.

Dann wenn du sagst, dass du Kinder möchtest, wenn auch nicht "sofort" - musst du selbst überlegen wie stabil du bist.
Eine ES ist nicht nur körperlich oder medizinisch heikel in einer Schwangerschaft, sondern grade psychisch.
Ein Beispiel - der Bauch wird dicker, dein Gewicht steigt (natürlich durch die SS). Kannst du dir vorstellen, dass auszuhalten?

Auch nach der SS brauchen Kinder denke ich, einfach "gesunde" Eltern...

Meiner Meinung nach sollte man Kinder nie mit einer akuten ES kombinieren.
Das heißt nicht dass du als ESler nie Kinder haben solltest, sondern erst dann, wenn du deinen Weg raus geschafft hast bzw auf einem sicheren und gefestigten Weg raus bist.

Ich denke, was auch wichtig ist, dass selbst wenn man die ES "überwunden" hat, man sich für die SS wieder in Therapie begeben sollte - um eben einen sofortigen Rückhalt zu haben.

Ganz liebe Grüße

Kleine Ergänzung
Auch wenn du immer wieder Rückfälle hast und dir nicht sicher bist, ob du die ES je hinter dir lassen kannst - solltest du dir selbst diese Chance nicht nehmen.

Ich meine damit, sich mit der Tatsache abzufinden sein Leben lang essgestört zu sein, finde ich ist in deinem Alter überhaupt keine überlegung wert!
Egal ob allein, zu zweit oder zu dritt - dein Ziel sollte es immer noch sein gesund zu werden. Natürlich für dich, aber vielleicht auch um eben irgendwann eine Familie zu haben.
Sieh es als Motivation, wenn du Kinder möchtest

Gib nicht auf... Du bist es doch wert dein Leben ganz nach deinen Vorstellungen gestalten zu können

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2. Februar 2016 um 20:04

Hey!
Die Anderen haben dir schon die Ratschläge gegeben, die ich dir auch gegeben hätte - allerdings sehe ich meine persönliche Gewichtung darauf, dass du nicht nur für dich selbst, sondern auch für dein Kind (also wenn wir mal annehmen, dass es soweit wäre und du ein Kind haben möchtest) stabil sein musst.

Dass die Schwangerschaft einer Essgestörten nicht grad förderlich für das Ungeborene ist, liegt auf der Hand.
Aber nehmen wir einmal an, du hast ein gesundes Kind bekommen...was ist danach?

Dein Kind braucht dich als gesunde Mutter, die stabil, lebenshungrig und taff ist, die robust und gesund ist. Jemand der psychische Probleme hat, ist in meinen Augen nicht in der Lage ein Kind (so wie dieses es verdient und braucht) groß zuziehen. Du trägst eine enorm große Verantwortung für dieses Baby!

Also, mein Rat an dich; erst einmal richtig gesund werden und dann über Kinderplanung nachdenken.
Ich habe tagtäglich mit Kindern zu tun, die unter den psychischen Problemen/Überforderung/Überlastung/Hilflosigkeit der Eltern zu leiden haben - leider ist es heutzutage in Kitas kein Einzelfall!

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2. Februar 2016 um 20:08
In Antwort auf esme_11902139

Kleine Ergänzung
Auch wenn du immer wieder Rückfälle hast und dir nicht sicher bist, ob du die ES je hinter dir lassen kannst - solltest du dir selbst diese Chance nicht nehmen.

Ich meine damit, sich mit der Tatsache abzufinden sein Leben lang essgestört zu sein, finde ich ist in deinem Alter überhaupt keine überlegung wert!
Egal ob allein, zu zweit oder zu dritt - dein Ziel sollte es immer noch sein gesund zu werden. Natürlich für dich, aber vielleicht auch um eben irgendwann eine Familie zu haben.
Sieh es als Motivation, wenn du Kinder möchtest

Gib nicht auf... Du bist es doch wert dein Leben ganz nach deinen Vorstellungen gestalten zu können

Liebe Wibie
Hmmmm...
Ganz ganz komplexe Sache.
Die Frage ist, hast du außer der ES noch weitere psychische Probleme (unabhängig davon, Depressionen etc) ?
Ich finde es kritisch, mit einer ES Kinder zu bekommen, ich habe mich dagegen entschieden.
Allerdings habe ich auch immer wieder mit Depressionen zu kämpfen.
Ich gelte zwar offiziell als "geheilt" von der Bulimie, aber allein, dass ich das hatte, zeigt mir, dass ich nicht gerade die super emotional stabile Persönlichkeit bin.
Auch merke ich, wie mich Kleinigkeiten immer wieder an die Grenze zum Rückfall bringen, deshalb wäre es für mich keine Option.
Der Gedanke, dass die eigenen Kinder mit einer essgestörten Mutter aufwachsen ... hm.
Aber das war mein persönlicher Gedanke, und jetzt fühle ich mich auch zu alt und habe andere Prioritäten bzw mein Leben hat sich anders entwickelt.

Eine Freundin hat von ihrer Schwangerschaft profitiert. Sie hat ein anderes Verhältnis zu ihrem Körper bekommen und ihre ES Probleme sind komplett in den Hintergrund gerückt. Das Kind ist jetzt sechs Jahre alt und sie ist seit ihrer Schwangerschaft im leichten Übergewicht aber geht trotzdem im Sommer im Bikini mit anderen an den See. Während ihrer ES Zeiten hat sie sich mit Untergewicht zu dick gefühlt und so etwas wäre nie möglich gewesen.

Ich kenne aber auch einen Fall, während der Schwangerschaft alles super, Bulimie weg, nach der Geburt eine schwere Depression mit Wahnvorstellungen... Sie musste Neuroleptika nehmen, hat davon nochmal massiv zugenommen und ist mit sich selbst nicht im Reinen, erbricht wieder regelmäßig usw

Ich glaube, man muss sehr stabil sein, sich der Verantwortung bewusst, und frei von weiterem psychischem Mist.
Und natürlich auch körperlich gesund !



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2. Februar 2016 um 22:16
In Antwort auf patchsu

Hey!
Die Anderen haben dir schon die Ratschläge gegeben, die ich dir auch gegeben hätte - allerdings sehe ich meine persönliche Gewichtung darauf, dass du nicht nur für dich selbst, sondern auch für dein Kind (also wenn wir mal annehmen, dass es soweit wäre und du ein Kind haben möchtest) stabil sein musst.

Dass die Schwangerschaft einer Essgestörten nicht grad förderlich für das Ungeborene ist, liegt auf der Hand.
Aber nehmen wir einmal an, du hast ein gesundes Kind bekommen...was ist danach?

Dein Kind braucht dich als gesunde Mutter, die stabil, lebenshungrig und taff ist, die robust und gesund ist. Jemand der psychische Probleme hat, ist in meinen Augen nicht in der Lage ein Kind (so wie dieses es verdient und braucht) groß zuziehen. Du trägst eine enorm große Verantwortung für dieses Baby!

Also, mein Rat an dich; erst einmal richtig gesund werden und dann über Kinderplanung nachdenken.
Ich habe tagtäglich mit Kindern zu tun, die unter den psychischen Problemen/Überforderung/Überlastung/Hilflosigkeit der Eltern zu leiden haben - leider ist es heutzutage in Kitas kein Einzelfall!

Kann ich nur zustimmen...
für meine Studi-Arbeit hab ich mal gelesen, was man sogar als ehem. Essgestörte für ne Zumutung für sein Kind sein kann bzw. ist.
Und als akute ganz schlimm. Die Wahrscheinlichkeit liegt dann bei 100%, dass dein Kind auch keinen gesunden Bezug zum Essen haben wird.

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