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Keine Vertragsverlängerung

21. April 2011 um 12:18 Letzte Antwort: 22. April 2011 um 19:21

Hallo zusammen,

ich weiß nicht mit wem ich reden soll... deshalb muss ich euch allen schreiben.
ich weiß auch nicht wie ihr mir helfen könnt.
vielleicht hilft auch schon zuhören...

mein vertrag läuft ende august diesen jahres aus. gestern gab es ein gespräch, in dem man mir innerhalb von ca. 20 sekunden mitteilte, dass mein vertrag nicht verlängert wird.
gründe wurden mir nicht genant- ich muss auch zugeben, dass ich so geschockt war, dass ich nicht weiter nachgefragt habe...

die sache ist gelaufen, ich hatte viele fehlzeiten (sehr viel auch wegen meiner ES), habe möglichst früh feierabend gemacht, meine chefin ist ein ziemlich hinterlistiges biest.
es hat einfach nicht sein sollen scheinbar.

mein problem ist: ich bin so wütend, so dauer, so aggressiv, so traurig, so enttäuscht, so überfordert, hilflos, alleine und einfach...
ich finde keine worte mehr dafür.
ich hab einfach nur noch lust zu fressen und mich zu übergeben... ein mal, zwei mal, drei mal, mir ist alles egal... und ich kann gegen dieses gefühl nicht angehen.
ich gehe gleich nach hause (habe mir situationsbedingt früher frei genommen heute und hab auch urlaub nächste woche) und hab das bedürfnis mir alle dinge zu kaufen die ich ewig nicht gegessen habe und einfach nur zu essen...
weiter... immer immer weiter...

ich will diese gefühle aus mir raushaben und weiß nicht wie...

was soll ich tun?!?!
kann mir jemand helfen??

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21. April 2011 um 14:07

Hallo aisha,
dass du enttäuscht und traurig bist, kann jeder nachempfinden, auch dass du dich jetzt überfressen willst so wie manch anderer sich jetzt betrinken würde. Natürlich ist das nicht richtig und löst keine Probleme.

Du schreibst, dass es auch aufgrund deiner ES zu vielen Fehlzeiten am Arbeitsplatz gekommen ist. Sollte dich das nicht motivieren, sich jetzt erst recht aus der ES zu lösen? Du hast doch jetzt die Erfahrung gemacht, dass dich deine ES nicht nur im privaten Alltag sondern auch am Arbeitsplatz beeinträchtigt. Mach aus der beruflichen Niederlage einen persönlichen Sieg für dich, indem du eine Wiederholung nicht zulässt und dich jetzt mit aller Kraft aus deiner ES löst. Eine solche positive Reaktion auf die Entlassung wäre doch sinnvoller als sich in die Krankheit zu flüchten, die dir doch den ganzen Schlamassel eingebracht hat.

LG Nus

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21. April 2011 um 14:09

Hallo,
ich kann dich vollkommen verstehen.
Nachdem ich das erste Mal in der Klinik war wegen Magersucht und Borderline (Insgesamt vier Monate) wurde mir auch gekündigt.
Bzw. hatten sie mich freigestellt von der Arbeit, aber sie bezahlten mich nich bis zum Jahresende (Der Vertrag ging also genau bis zum 31.12.10) und mein Platz war ja eh schon weder besetzt von einem Azubi (Azubis sind ja billiger als Festangestellte Ausgelernte).
Trotz ambulanter Therapie sank ich immer weiter ab und musste im Neuen Jahr letztlich wieder in die Klinik, diesmal wegen Borderline, und weil ich in eine Mischform aus Anorexie und Bulimie gefallen bin, und mich mehrmals krankenhausreif verletzt habe.

Nachdem ich von der Kündigung Kenntnis genommen habe, dachte ich mir: "Toll, jetzt hast du Normalgewicht, fühlst dich unglaublich fett und verfressen und was hast du nun davon? Arbeitslosigkeit" von allen fühlte ich mich verraten und verkauft, inklusive von mir selber.

Es ist erstmal ein Schock, den du "verdauen" musst.
Lass diese Wut anderweitig raus, z.B. indem du einfach mal ganz laut losschreist (hört sich seltsam an, aber das befreit wirklich), oder nimm dir ein Blatt Papier oder mehrere und lasse deine Gefühle auf dem Papier ihren freien Lauf.
Oder gehe raus und jogge eine Runde.

Das sind Sachen, die mir immer dabei helfen.
Versuche auf jeden Fall den FA zu vermeiden, zwar hilft er vielleicht in dem einen Moment, aber nachher machst du dir noch mehr Vorwürfe, weil du wieder so viel gegessen hast.
Ich kenne das ja auch selbst....

Fühle dich mal virtuell umarmt, ich hoffe ich konnte dir wenigstens etwas helfen.
Lass dich bitte nicht hängen!

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22. April 2011 um 19:18
In Antwort auf selver_11957295

Hallo aisha,
dass du enttäuscht und traurig bist, kann jeder nachempfinden, auch dass du dich jetzt überfressen willst so wie manch anderer sich jetzt betrinken würde. Natürlich ist das nicht richtig und löst keine Probleme.

Du schreibst, dass es auch aufgrund deiner ES zu vielen Fehlzeiten am Arbeitsplatz gekommen ist. Sollte dich das nicht motivieren, sich jetzt erst recht aus der ES zu lösen? Du hast doch jetzt die Erfahrung gemacht, dass dich deine ES nicht nur im privaten Alltag sondern auch am Arbeitsplatz beeinträchtigt. Mach aus der beruflichen Niederlage einen persönlichen Sieg für dich, indem du eine Wiederholung nicht zulässt und dich jetzt mit aller Kraft aus deiner ES löst. Eine solche positive Reaktion auf die Entlassung wäre doch sinnvoller als sich in die Krankheit zu flüchten, die dir doch den ganzen Schlamassel eingebracht hat.

LG Nus

Vielen Dank
für die aufbauenden Worte...Und ja, du hast recht. ich sollte aus der niederlage einen sieg machen!
ich habe mich auch heute direkt hingesetzt und eine wirklich gute bewerbung geschrieben und habe mir wirklich sehr viel mühe gegeben. ich packe die sache jetzt an. ich brauche unbedingt einen neuen arbeitsplatz- wie soll ich denn sonst leben?

ich habe nur das gefühl, dass diese niederlage meine es nur wieder verstärkt und ich hatte gestern einen gedanken, den ich erst heute in worte fassen kann "wenn ich schon den job nicht schaffe und man mich nicht mehr braucht und haben will, dann erreiche ich wenigstens mein ziel, die zahl auf der waage möglichst gering zu halten ( ich bin nicht im untergewicht).

mann, ist das alles anstrendend... hilfe...

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22. April 2011 um 19:21
In Antwort auf fran_12730362

Hallo,
ich kann dich vollkommen verstehen.
Nachdem ich das erste Mal in der Klinik war wegen Magersucht und Borderline (Insgesamt vier Monate) wurde mir auch gekündigt.
Bzw. hatten sie mich freigestellt von der Arbeit, aber sie bezahlten mich nich bis zum Jahresende (Der Vertrag ging also genau bis zum 31.12.10) und mein Platz war ja eh schon weder besetzt von einem Azubi (Azubis sind ja billiger als Festangestellte Ausgelernte).
Trotz ambulanter Therapie sank ich immer weiter ab und musste im Neuen Jahr letztlich wieder in die Klinik, diesmal wegen Borderline, und weil ich in eine Mischform aus Anorexie und Bulimie gefallen bin, und mich mehrmals krankenhausreif verletzt habe.

Nachdem ich von der Kündigung Kenntnis genommen habe, dachte ich mir: "Toll, jetzt hast du Normalgewicht, fühlst dich unglaublich fett und verfressen und was hast du nun davon? Arbeitslosigkeit" von allen fühlte ich mich verraten und verkauft, inklusive von mir selber.

Es ist erstmal ein Schock, den du "verdauen" musst.
Lass diese Wut anderweitig raus, z.B. indem du einfach mal ganz laut losschreist (hört sich seltsam an, aber das befreit wirklich), oder nimm dir ein Blatt Papier oder mehrere und lasse deine Gefühle auf dem Papier ihren freien Lauf.
Oder gehe raus und jogge eine Runde.

Das sind Sachen, die mir immer dabei helfen.
Versuche auf jeden Fall den FA zu vermeiden, zwar hilft er vielleicht in dem einen Moment, aber nachher machst du dir noch mehr Vorwürfe, weil du wieder so viel gegessen hast.
Ich kenne das ja auch selbst....

Fühle dich mal virtuell umarmt, ich hoffe ich konnte dir wenigstens etwas helfen.
Lass dich bitte nicht hängen!

Ich kann dich verstehen...
...ich hab ernsthaft mal geschrien. es ging mir kurzzeitig auch besser...wirklich.
aber scheinbar muss ich schreiend durch die gegend rennen, damit es mir einigermaßen gut geht...

Ich war heute beim sport- das ist seit monaten eine sehr große hilfe. da kann ich mich auspowern und wenigstens für ne stunde alles loslassen.

ich werde einen weg finden, hoffe ich.

danke für deine virtuelle umarmung! die gebe ich gerne zurück! und ja, es tut gut!

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