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Kein Sex

4. April 2008 um 14:22 Letzte Antwort: 5. April 2008 um 10:28

Hallo.
Ich habe schon länger bei euch mitgelesen, jetzt muß ich auch mal ne Frage stellen, die ihr als Neutrale, Außenstehende vielleicht beantworten könnt.

Ich habe mit meinem Partner ein Kind und wir sind 3 Jahre zusammen. Wir sind nicht mehr die Jüngsten und er hatte vor mir keine ernstzunehmenden Beziehungen,nur eine längere (ein paar Jahre). Er wollte oder konnte sich nie binden. Bei mir war er sofort sicher, wollte sofort zu mir ziehen ect.

Nun zum Thema: Sex.
Am Anfang ok, immer kurz und schmerzlos, aber toll. Er wollte es wohl immer schnell hinter sich bringen, bzw. kommt immer sehr schnell zum Ziel. Ich wurde auch sehr schnell schwanger ( gewollt) und schon bald wurde aus täglich 3 x die Woche. Er meinte, es läge an dem Bauch.
Nach der Geburt gab es Monate gar keinen Sex mehr ( kein Geburtstrauma, KS), später dann 1 x die Woche. Er schob es auf Streß im Job, Probleme in der Ex Beziehung, wo das schon genauso war und die Ex ihn immer gefordert und gedrängt hat, dann war es mein Reden darüber, dann meine Figur, momentan schob er es auf Medikamente.
Er ist nun krankgeschrieben, das zieht sich auch noch Monate hin und wir hätten Zeit dafür. Ich stelle aber keine Forderungen, will nur wissen, was Sache ist.

Eine Therapeutin, die ich wegen meinem angeknacksten Selbstwert fast ein Jahr aufsuchte und der ich auch von ihm erzählte, meinte, da gäbe es möglicherweise einen Mutterkomplex, über den er nicht drüber wegkommt.
Er hat sehr an seiner Mutter gehangen und er möchte auch, dass ich alles regele, im Grunde hab ich die Mutterrolle übernommen, aber ich halte es so, dass es gleichberechtigt ist und er auch einiges in unserem Leben regelt, wenn er es auch mit Murren tut. Will ja keine Mutter sein.

Seit kurzem macht er eine Therapie ( weil er schon immer seelische Probleme hat) und spricht immer mit mir darüber, was dort abgeht.
Der Therapeut und er sind nun zu dem Schluß gekommen ( was er aber schon länger weiß), dass alles nur Ausreden sind. Wenn ich sage, ok, haben wir eine platonische Beziehung ( weil wir uns rein menschlich top verstehen und eine harmonische Beziehung haben), dann will er das auch nicht, weil er doch meint, nach einigen Wochen/Monaten würd ihm was fehlen.
Er wird auch nicht angesprochen von nackten Frauen, Pornos oä. Meine Figur hätte auch nichts damit zu tun, er hätte eben nur einfach keine Lust.

Ich habe 3 Jahre mir den Kopf zerbrochen, mein Selbstwert litt natürlich darunter, wir kuscheln auch im Bett, küssen uns, reden viel miteinander, aber bei dem Thema blockt er entweder ab oder er meint, er weiß nicht, woran es liegt. Was wahrscheinlich auch der Realität entspricht.

Ich würde ihn nicht deswegen verlassen, dafür liebe ich ihn zu sehr, möchte nur verstehen, möchte Zukunftsperspektiven haben, weil mir schon massiv was fehlt. Ich begehre ihn nämlich.

Dass er sich selbst befriedigt, glaube ich nicht, auch schaut er sich heimlich nichts im Netz an, im Grunde habe ich das Gefühl, dass ihm wirklich nichts fehlt, wenn wir keinen Sex haben und das macht mich traurig.
Für Asexualität fehlen aber die Anhaltspunkte.

Empfindet jemand ähnlich oder hat schon Erfahrungen in der Richtung mit einem Partner gemacht?

Kann man noch was machen oder soll ich das einfach so akzeptieren ( was mir sehr schwer fällt) oder einfach nur abwarten. Aber im Grunde hab ich lange genug gewartet, denke ich.

Er ist auch eifersüchtig und würde niemals akzeptieren, dass ich ein Verhältnis hätte ( was mir niemals im Traum einfallen würde), aber manchmal bin ich völlig ratlos und weiß nicht mehr, was ich machen soll. Die ganze Situation belastet mich doch sehr.

Danke schon mal.

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5. April 2008 um 10:28

Ich denke
Ihr seid nicht mehr die jüngsten - wie alt seit ihr den?
Der Schlüssel ist wahrscheinlich Dein erster Satz 'er wollte oder konnte sich nie binden'. Warum glauben Frauen immer, dass sie die Prinzessin sind, die den Frosch zum Prinzen macht? - Warum glauben Frauen immer, dass sie einzigartig sind und all ihre Vorgängerinnen hirnlose Stümperinnen. Er nimmt seinen ganzen Rucksack immer mit - wir können Menschen nicht ändern - wir können Menschen aber auf ihrem Weg begleiten, Denkanstösse geben und hoffen, dass sie von sich aus und aus Liebe zum Partner(!) einen Weg aus der Sackgasse ihres Lebens finden.
Wenn ein Mann ein halbes Leben lang Beziehungsprobleme gehabt hat, dann braucht das mindestens ein (ev. mehrere) Jahr(e) Therapie, bis irgendetwas geschieht. Mit seiner Bereitschaft eine Therapie anzufangen zeigt er, dass es ihm die Beziehung zu Dir wichtig ist.
Habt ihr abgeklärt, ob er Erektionsprobleme hat und dies hinter 'Stress' und anderen Ausreden versteckt (ein geiler Mann kennt übrigens keinen Stress!).
Falls hier Anzeichen bestehen (körperliche und/oder psychische), dann hilft Viagra. Es braucht zwar nachwievor eine sexuelle Erregung, aber die 'Erregungsdosis' kann wesentlich kleiner sein. Er könnte dieses Medikament ja aus Liebe zu Dir nehmen.
Ist er schwul?
Schlussendlich kommts darauf an, was Du willst. Du musst Dir über Deine Gefühle klar werden. Gib Dir und auch ihm Zeit, viel Zeit.
Wenn Du zum Schluss kommst, dass Du die Kraft nicht hast, ihm aus seiner Sackgasse zu helfen, dann must Du die Beziehung beenden. Beende dann die Beziehung im Wissen, dass Du eine starke Frau bist und keine Versagerin.

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