Forum / Fit & Gesund / Essstörungen - Anorexie, Magersucht, Bulimie…

Jetzt wird mir erst alles bewusst...

11. Oktober 2011 um 20:02 Letzte Antwort: 11. Oktober 2011 um 21:45

...das hier ist das erste Mal das ich in ein Forum etwas schreibe...irgendwie kommt es mir leichter vor als mit jemanden zu sprechen, da mich ja niemand kennt....

Ich war immer schon etwas unzufrieden mit meiner Figur, generell stell ich ziemlich hohe Erwartungen an mich und meine Leistungen.
Jeder trägt so sein Paket mit sich rum...mir wurde es dann aber mal zu schwer...litt an Depressionen, Angstzuständen, hatte lange Therapie. Dann dachte ich mein Leben im Griff zu haben. Doch in meiner letzten Ausbildung schlitterte ich irgendwie in ein neues Problem...

...erst fing ich an, aufgrund mich zu dick zu fühlen, hin und wieder das Essen zu erbrechen, und irgendwann hatte ich während der ganzen Lernerei keinen Hunger mehr, aß sehr wenig und nahm ca. 10 Kg ab. Meine Menstruation hatte ich bis dahin regelmäßig. Dann hörte ich mit der Pille auf. Der Appetit kam auch mit der Zeit wieder und aus Angst wieder zuzunehmen fing ich an regelmäßig Abführmittel zu nehmen und erbrach immer öfter das Gegessene.

Immer wieder nahm ich mir vor....ich hör auf damit, ich mach das nicht mehr. Vor allem weil ich dann auch meine Tage nicht mehr bekam. Hormonstörung. Ich muss unbedingt zunehmen meinte mein Gynäkologe. Doch mir war das nicht so bewusst, und ich fühlte mich wohl so schlank.

Naja, nun geht das schon zwei Jahre, die Abführmittel werden immer mehr, und meine Tage habe ich seither genau zweimal gehabt (bin mir nicht mal sicher ob das ne richtige Blutung war).

So, nun bin ich verheiratet, aber meine Mama ist genau heute vor einem Monat gestorben...Brustkrebs....sie fehlt mir so schrecklich, ich weiß gar nicht wohin mit dem Schmerz. Ich dachte schon als sie sterbend war, ich fang wieder mit ner Psychotherapie an, aber mein Mann, Schwiegervater usw. sagen ne Psychotherapie soll ich vergessen, das ist bloß Gehirnwäsche.

Zu dem bin ich jetzt seit zwei Wochen arbeitslos, weil ich gekündigt habe nachdem ich eigentlich ne andre Stelle hatte, weil ich nicht mehr mit sterbenden Menschen zu tun haben wollte....zwei Tage nach der Kündigung meinten die dann aber, ich kann doch nicht bei ihnen anfangen.

Ich weiß nicht mehr weiter weine täglich heimlich, habe abends meine "Fressattacken", Erbreche, nimm tgl. Abführmittel....und hab ne Hemmung mit jemanden darüber zu reden...

....dabei möchte ich einfach gesund sein, meine Tage bekommen und dass sich unser Wunsch von nem Baby erfüllen kann. Das wünsch ich mir doch schon so lange...

Vielleicht geht/ging es jemanden ähnlich und kann mit nen kleinen Rat geben...

....Danke

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11. Oktober 2011 um 20:29

Kopf hoch
Also deine situation scheint sehr schwer zu sein. Aber mal ganz ehrlich ohne das ich dich angreifen möchte! Dir hat ja die erste therapie geholfen, warum dann keine zweite, wenn sie dir wieder helfen würde und du dich so sehr nach einer glücklichen familie sehnst! Du weißt bestimmt selber, dass dies keine gehirnwäsche ist , sondern eine hilfe mit deiner situation klar zukommen und sie zu verbessern und das wirst du ohne professionelle hilfe nicht schaffen!?
Und dein mann wird dich mit sicherheit auch in der therapie unterstützen, wenn er erstmal merkt dass es dir dadurch besser geht, meinst du nicht? Er möchte doch sicherlich auch eine gesunde frau, die im großen ind ganzen mit sich zufrieden ist. Vielleicht redest du einfach mal in rube mit ihm und schilderst ihm, dass es dir beim erstem mal auch weitergeholfen hat. Er weiß doch von der ersten therapie, oder?
Ich bin zwar nicht in der gleichen situation, aber hoffe trotzdem dir ein wenig weitergeholfen zu haben
Lg schnuffi

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11. Oktober 2011 um 21:20
In Antwort auf eleni_12759447

Kopf hoch
Also deine situation scheint sehr schwer zu sein. Aber mal ganz ehrlich ohne das ich dich angreifen möchte! Dir hat ja die erste therapie geholfen, warum dann keine zweite, wenn sie dir wieder helfen würde und du dich so sehr nach einer glücklichen familie sehnst! Du weißt bestimmt selber, dass dies keine gehirnwäsche ist , sondern eine hilfe mit deiner situation klar zukommen und sie zu verbessern und das wirst du ohne professionelle hilfe nicht schaffen!?
Und dein mann wird dich mit sicherheit auch in der therapie unterstützen, wenn er erstmal merkt dass es dir dadurch besser geht, meinst du nicht? Er möchte doch sicherlich auch eine gesunde frau, die im großen ind ganzen mit sich zufrieden ist. Vielleicht redest du einfach mal in rube mit ihm und schilderst ihm, dass es dir beim erstem mal auch weitergeholfen hat. Er weiß doch von der ersten therapie, oder?
Ich bin zwar nicht in der gleichen situation, aber hoffe trotzdem dir ein wenig weitergeholfen zu haben
Lg schnuffi

Danke...
Hallo Schnuffi...vielen Dank für deine Antwort!

Ja, von der ersten Therapie weiß er, aber er weiß nicht was da seit zwei Jahren bei mir los ist. Er weiß zwar das ich ein gestörtes Essverhalten habe, aber das hab ich ihm auch gesagt. Bloß, dass es sich dabei um Bulimie handelt, das Erbrechen und der Missbrauch von Abführmitteln...das weiß er nicht.

Ich schäme mich auch dafür...
...ich versuch auch alles mit mir selbst auszumachen, will ihm mit der Trauer wegen meiner Mama nicht belasten (seine Mutter ist vor drei Jahren an Brustkrebs gestorben), und dann ist da noch mein jüngerer Halbbruder, Vollwaise....ich hab das Gefühl ich muss stark sein, darf nach außen keine Schwäche zeigen.


Vielleicht sollte ich wirklich nochmal mit ihm reden....aber ich hab irgendwie Angst vor seiner Reaktion, wenn ich schon wieder mit dem Thema komme.

...in Wirklichkeit bin ich ziemlich schwach, mir scheint alles so verzwickt, wie ein "Teufelskreis" und ich hab keine Ahnung wie ich da rauskommen soll....

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11. Oktober 2011 um 21:45
In Antwort auf apphia_831380

Danke...
Hallo Schnuffi...vielen Dank für deine Antwort!

Ja, von der ersten Therapie weiß er, aber er weiß nicht was da seit zwei Jahren bei mir los ist. Er weiß zwar das ich ein gestörtes Essverhalten habe, aber das hab ich ihm auch gesagt. Bloß, dass es sich dabei um Bulimie handelt, das Erbrechen und der Missbrauch von Abführmitteln...das weiß er nicht.

Ich schäme mich auch dafür...
...ich versuch auch alles mit mir selbst auszumachen, will ihm mit der Trauer wegen meiner Mama nicht belasten (seine Mutter ist vor drei Jahren an Brustkrebs gestorben), und dann ist da noch mein jüngerer Halbbruder, Vollwaise....ich hab das Gefühl ich muss stark sein, darf nach außen keine Schwäche zeigen.


Vielleicht sollte ich wirklich nochmal mit ihm reden....aber ich hab irgendwie Angst vor seiner Reaktion, wenn ich schon wieder mit dem Thema komme.

...in Wirklichkeit bin ich ziemlich schwach, mir scheint alles so verzwickt, wie ein "Teufelskreis" und ich hab keine Ahnung wie ich da rauskommen soll....

...
Ich kann mir vorstellen, dass du dich schämst, aber ich kenn es aus meiner eigenen beziehung! Du musst ehrlich sein, erzähl ihm das mit der bulimie auch wenn es dir sehr schwer fallen wird oder schreib es auf und er soll es lesen, es gibt verschiedene möglichkeiten! Aber wenn du es getan hast, dann wirst du dich besser fühlen denke ich mal und wenn eure beziehung das aushält, dann werdet ihr hinterher mit sicherheit sehr glücklich sein!
Und zu deinem halbbruder, ich weiß ja nicht wie alt er ist, aber wenn er noch jung ist dann musst du es ihm ja nicht ins grsicht sagen! Und du kannst nur für ihn stark sein, wenn du dir gleiches tust!
Und schämen muss man sich für nichts, überall gibt es ja gründe weshalb man so ist, man das macht usw.

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