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"Imaginärer Freund" - kennt das jemand?

5. Oktober 2013 um 16:45 Letzte Antwort: 21. Juli 2015 um 16:56

Ich wünsche allen einen wunderschönen Tag.
Ich heiße Mia Tamara und bin 16 Jahre alt. Ich bin seit kurzem in Therapie wegen meinem "imaginären Freund". Ich muss hierbei hinzufügen, dass ihn nur mein Psychologe und meine Mitmenschen als imaginär bezeichnen, für mich ist er real.
Es hat alles vor zwei Jahren begonnen. Damals war mein Vater ohne ein Wort zu sagen nach Spanien ausgewandert, hatte viele Schulden gemacht. Meine Mutter hatte angefangen zu trinken und ich hatte das Gefühl, sie merkte nie, dass ich sie in diesem Moment brauchte.
Ich wollte zu dieser Zeit nicht nach Hause, weil ich es einfach nicht mehr ertragen habe, meine Mutter in diesem Zustand, betrunken und weinend, zu sehen. Ich blieb meistens sehr lange in der Schule oder war spazieren.
Eines Tages kam dieser Mann auf mich zu, er kannte meinen Namen, meine Situation. Er verstand einfach alles, konnte meine Gefühle nachvollziehen.
Mein Psychologe sagt, seitdem lebe ich in einer Art Traumwelt, auf diese Weise würde ich versuchen es zu verarbeiten. Er sei für mich wohl ein Vaterersatz. Für mich wirkt jedoch alles sehr real, aber außer mir kann ihn niemand sehen...
Ich habe nur ihn, keine Freunde, weil ich wohl zu merkwürdig bin.
Meine Mutter hat sich erholt, arbeitet wieder, hat einen neuen Freund, der mich jetzt in Therapie schickt. Ich habe das Gefühl, ihnen macht das Angst oder zumindest Sorgen.
Ich suche hier Menschen, denen es auch so geht, die es auch nachvollziehen können. Ich habe Angst davor, Medikamente zu bekommen. Ich will ihn doch nicht verlieren. Kann das jemand verstehen? Ich wäre sehr dankbar über Antworten, Kommentare.

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11. November 2013 um 16:26

Es ist genau so...
Hallo mia,
Ich weiß genau, wie du dich fühlst!
Ich habe ebenfalls keine Freunde, einen imaginären Freund, aber niemand weiß davon. Meine Mutter hatte früh psychische Probleme. Ich bin, wie du, in Therapie, ursprünglich wegen einer Angststörung, die ich meiner eigenen Meinung nach nie hatte. Jetzt bekomme ich, außer oben genanntem immaginären Freund, der sich mir seit ca. 3 Jahren regelrecht aufdrängt, Halluzinationen.
Ich bin alleine, ich habe Angst, den Bezug zur realen Welt zu verlieren.
Ich will auch keine Medikamente.
Aber mir würden sie auch keine geben, weil mir ohnehin niemand glaubt.
In meiner Familie sind Psychosen nicht erlaubt.
Was ich damit sagen will, ist, dass ich das alles sehr gut kenne und dass du nicht allein bist mit soetwas.

LG,Gill

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26. November 2014 um 10:43

HALLO
Mir geht es genau so.....;( ..... manchmal freue mich...manchmal aber nicht....;(

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3. Februar 2015 um 0:32

Ok
Du befindest dich einer unheimlich belastenden Familiensituation. Viele deiner Gefühle und Gedanken, die Fragen die du hattest und hast konntest du keinem anvertrauen. Die Psyche ist nicht unendlich Leistungsfähig, aber sie hat ihre Tricks. Das Ersinnen einer Person um nicht alleine mit dem Ganzen zu sein ist eine Entlastungsstrategie des Gehirns.
Sobald du dich jemandem öffnest, und ehrlich von dir berichtest wird die Last weniger werden.Genauso deine Traumwelt. Und wenn möglich bleib nicht daheim, dein zuhause hat dir geschadet und wird dir auch in Zukunft nicht gut tun. Deine Mutter hat eigene Probleme und kann ihrer Fürsorgepflicht schon lange nicht nachkommen. Deswegen nimm dein Leben in die Hand und schau wo du Unterstützung erhalten kannst. Dein Therapeut weiß sicher nützliche Anlaufstellen.

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21. Juli 2015 um 16:56

Hi Mia
Ich habe auch einen imaginären Freund, nur dass bis jetzt nur 5 Leute davon wissen (sie hassen mich und haben angst vor mir), doch bei mir ist es anders. Zum Beispiel ist es so, dass er keinen Körper hat. Es ist auch so, dass man, wenn man mit ihm befreundet ist, einen hohen Preis zahlen muss, nähmlich darf ich nie im echten Leben glücklich werden, also darf ich keine Freunde haben und muss so wenig wie möglich auf Fragen antworten. Ich darf auch nie einen festen Freund haben oder eine Familie, doch ich habe mich entschieden diesen Preis zu zahlen.
Der Grund, weshalb er zu mir gekommen ist, ist dass ich in einer zweiten Welt lebe und ich die Realität verabschäue. Ständig habe ich suizid gedanken, denn ich denke, wenn ich sterbe werde ich in der anderen Welt aufwachen und kann da leben. Mein Freund ist also zu mir gekommen, weil er sich sorgen um mich macht. Doch auch er sagt manchmal, dass die Realität nichts für mich ist.
Ich habe jeden Tag angst, dass meine Familie das herausfindet, denn ich habe angst vor Psychologen, denn sie wollen versuchen, dass ich meine Welt und ihn vergesse, aber eher will ich sterben, denn mein imaginärer Freund ist doch auch nur ein Freund, also warum wollen sie ihn mir wegnehmen? Warum darf ich keine Freunde haben? Sowas frage ich mich jeden Tag. Neben bei leide ich noch an schwerer Depression und an Magersucht.
Das Leben ist hart, aber ich versuche trozdem jeden Tag zu überleben...
LG Kira

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