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Ich wünschte manchmal ich könnte mein Leben jemandem schenken, der es mehr verdient hat als ich...

17. Dezember 2010 um 0:10 Letzte Antwort: 10. Februar 2016 um 22:26

Hallo an alle,

ich habe seit einigen Tagen dieses Forum entdeckt und heute den Mut gefasst einen Eintrag zu verfassen.

Ich bin 25 Jahre alt und kämpfe seit mehr als 10 Jahren mit der ES. Ich hatte von 14-19 immer wieder sehr schlimme anorektische Phasen mit ambulanter Therapie und Klinikaufenthalten und wieder bessere Phasen, in denen ich ein einigermaßen normales Leben geführt habe.

Als ich nach der Schule mit meinem Studium begonnen habe, hatte ich zum ersten Mal das Gefühl mein Leben und die ES im Griff zu haben. Ich war im unteren NG, habe aber sehr regelmäßig gegessen, aber auch sehr viel Sport gemacht, kein Hungern und keine FAs. Das Leben war toll und ich hatte die Kontrolle über mich.

Seit mehr als einem Jahr ist meine 4-jährige Beziehung in die Brüche gegangen, seit dem gab es ständige Versuche wieder zusammen zu kommen, anderen Männern dazwischen, viele Schuldgefühle wurden auf mir abgeladen und der Selbsthass wuchs.

Ohne es zu merken rutschte ich wieder in die ES. Erst Hungern, dann ziemlich schnell in die Bulimie (was NEU für mich ist). Die Bulimie wurde immer schlimmer und so schlimm, dass ich nicht mehr aus dem Haus gehen konnte/kann, weil ich nur am Essen und Kotzen war und danach so schwach und körperlich krank, dass ich keine Kraft zu nix hatte. (Kennt ihr das auch??? Geht es euch nach dem Kotzen auch so schlecht??? Ich kriege dann wirklich gar nichts mehr hin!!! Kann nicht zur Uni, niemanden sehen, nicht aus dem Haus raus... Ich ekel mich dann auch so vor mir selber. Ich muss dazu sagen, dass die Bulimie neu für mich ist. Hab sie erst seit einem Jahr. Davor nie. Und ich hasse sie so sehr.)

Ich habe dazwischen auch krasse binge-eating-Phasen, wo ich tagelang (nicht nur einen!!!) nur fresse. So bald wieder was reingeht, stopfe ich was rein, um nichts mehr zu spüren und denken zu müssen. Bis ich das alles nicht mehr aushalte und anfange zu hungern... manchmal esse ich 3 Wochen gar nichts. Höchstens ein Glas Apfelsaft oder ein TL Honig, wenn gar nichts mehr geht. Dabei gehe ich auch noch täglich 1-2 Stunden laufen und nehme in 2 Wochen 12-15kg ab. Bis mir alles nur noch weh tut und nicht mal mehr sprechen kann oder nur ganz langsam. Alles wird dann so langsam. Egal ob Zähneputzen oder Treppensteigen. Aber ich bin dann einfach nur froh nicht mehr in diese Fresserei und Kotzerei zu sein. Es ist wie eine Erlösung/Erleichterung davon. Wie Urlaub oder Ferien. Ich muss mich nicht mehr mit dem Essen beschäftigen, weil ich ja nix mehr esse.

Es ist so traurig, weil ich eigentlich ein totaler Genussmensch war/bin und so gern gesund koche, ins Restaurant gehe mit Freunden esse etc.. Aber das alles hat sie mir genommen, diese scheiß-ES! Ich hasse sie!!!

Wenn sich dann alle wieder Sorgen machen, weil ich so dünn bin, fange ich wieder an zu essen. Meistens geht das die ersten Tage dann gar nicht, weil ich nix runter bekomme. Mein Körper ist dann so am Ende, dass ich nicht mal mehr Spucke produziere und mein Darm sich nicht bewegen kann. Aber nach ein paar Tagen geht das dann auch wieder und ich denke jetzt wird alles gut. Diesmal kriegst du das hin!

... und dann passiert irgendwas, eine Freundin sagt etwas blödes und ich bin enttäuscht oder so... oder mein Ex macht mir Druck... und ich falle zurück in den ganzen Teufelskreis. Er packt mich so schnell, dass ich gar nicht merke wie tief ich schon wieder drin stecke. Meistens geschieht es abends, wenn ich allein bin. Am nächsten morgen fühle ich mich dann so schlecht. Aufgedunsen, schwitzig, heiss, fett, mein Herz klopft, (ich kotze meist die ganze Nacht durch und finde erst in den Morgenstunden etwas Schlaf)... ich fühle mich als Versagerin, nutzlos, beschämend, schwach... und dann schaffe ich es auch nicht gleich wieder da raus zu kommen und es geht meist tagelang so weiter bis mich meine Familie aufsucht und einsammelt.

Mein Gewicht schwankt nun seit einem Jahr zwischen 53 und 69 kg. Mein Leberwerte sind sehr schlecht, ebenso meine Blutwerte. Ich habe eine Gastritis dazu und bin psychisch total labil.

Ich will endlich daraus kommen!!! Ich war früher so unglaublich stark!!! Ich finde auch, dass die Bulimie und das binge-eating viiiieeeel schlimmer sind als eine reine MS. Jedenfalls kommt mir das diesmal alles so viel schlimmer vor. Vielleicht auch deshalb, weil ich vor einem Jahr noch so gesund und glücklich war, mich selbst gemocht habe.

Ich versuche es immer wieder und kämpfe dagegen an. Kämpfe mich aus dem Mist wieder raus... Gehe wieder raus unter die Leute, zu Freunden und Familie, arbeiten und zur Uni... mache mir schöne Gedanken und versuche meinen Ex-Freund im Guten zu vergessen... Bis mich wieder irgendetwas verletzt oder enttäuscht und alles einbricht und dieses große schwarze Loch mich aufsaugt. Ich bin so machtlos in dieser Situation. Es ist furchtbar.

Ich musste letztes Jahr auch umziehen - einmal quer durch Deutschland. Habe mir auch eine neue Therapeutin (Analyse) gesucht, aber die hat erst ab März einen Platz frei. Bin in den letzten Wochen dann zu einer anderen (Verhaltenstherapie) gegangen, aber irgendwie hat mir das nicht so viel gebracht. Da ich ja schon so lange die ES hab, weiss ich halt auch schon so viel über Ernährung, Essverhalten etc.... Es ist so mühsam das alles immer nochmal zu erzählen und so. Und wenn ich (wie gerade) bei meiner Familie bin, kann ich nicht zur Therapeutin gehen, weil die zu weit weg ist.

Ich habe im Moment einfach nur Angst, dass ich ein hoffnungsloser Fall bin. Dass ich nie wieder aus der ES rauskomme. Dass ich nicht lebensfähig bin, wie andere Menschen. Manchmal würde ich mein Leben so gern jemand anderem schenken... einem kranken oder armen Kind oder so... denn was mache ich denn mit meinem Leben??? Was tue ich mir und meiner Umgebung nur an??? Wieso tue ich das alles??? Ich verstehe es selbst nicht...

Ich bin so müde und erschöpft. Seit einem Jahr nun versuche ich da raus zu kommen und schaffe es einfach nicht. Es wird sogar jeden Tag schlimmer. Ich schaffe keine 5 Tage ohne Hungern, Fressen oder Kotzen. Mein Körper ist so arg aus dem Gleichgewicht gekommen, der weiß gar nicht mehr was er braucht und ich weiss es auch nicht mehr.

Im Moment gehe ich kaum aus dem Haus, weil ich mich so hässlich und fett fühle, mich so arg schäme, dass ich mich nicht traue anderen Menschen zu begegnen. Nicht mal meinen Freunden. Ich weiss, dass sie mich auch noch mit ein paar mehr Kilos mögen, aber ich selbst halte mich so nicht aus.

Ich wiege im Moment 64 kg bei 1,68m. Letzte Woche waren es noch 57 kg. Es ist so schlimm, innerhalb einer Woche passt mir mein halber Kleiderschrank nicht mehr.

Ich möchte so gern wieder zu meinem Ausgangsgewicht vom letzten Jahr (bevor der ganze Stress mit Umzug, Trennung etc. kam) von 53-54kg zurück. Da hatte ich keine FAs, habe nicht gekotzt und nie gehungert. Ich konnte täglich Sport machen, lernen und arbeiten, meine Freunde sehen... habe mich hübsch, gesund, fit und belastbar gefühlt.

Aber ich weiss einfach nicht wie ich da wieder hin kommen soll???!!!
Ich weiss, dass ich nicht mehr kotzen darf, dass ich keine FAs mehr zulassen darf und dass ich aufhören muss wochenlang nichts zu essen. Ich will das alles auch nicht mehr. Ich bin so müde davon. Es nimmt mir so viel Lebenszeit und Lebensqualität und so viel Kraft weg.

Wie kann ich es im Moment schaffen so viel zu essen, dass ich langsam und gesund 10kg abnehmen kann, aber nicht in die Gefahr laufe einen FA zu bekommen? Das ich so stabil werde, dass mich ein blödes Kommentar von einer Freundin nicht aus der Bahn wirft?

Ich sehe alles ein. Dass ich ein Problem habe, dass es nicht so weiter gehen darf. Aber ich weiss bloß nicht WIE ich mich da rausholen soll???!!!

Ich würde alles - wirklich alles dafür tun, mein altes Leben wieder zubekommen. Auch wenn es 6 oder 12 Monate dauern würde. Es geht mir nun seit einem Jahr so scheiße... also kann ich auch noch ein bissl warten, wenn ich weiß was ich dagegen tun kann und weiss dass alles wieder gut wird. Aber nach dem immer wieder kommenden Scheitern und Versagen, habe ich an Glauben verloren...

Ich rede mit niemanden so ehrlich wie in diesem Text. Nach außen wirke ich sehr stark und selbstsicher. Niemand weiss von meiner ES. Aber im Moment ist diese Selbstsicherheit nur eine Schutzhülle. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Menschen nicht gut auf die ES reagieren und sich eher abwenden, als Verständnis zu zeigen. Außerdem kann ich nur schwer mit Mitleid von anderen umgehen. Ich will immer alles allein schaffen und stark sein. Meine Familie weiss zwar bescheid, aber dort wird sehr viel von mir verlangt und erwartet und ich fühle mich eher schuldig, dass ich eine ES habe und ihnen dadurch Kummer mache und nicht alles für mein Studium und für meine Familie tun kann.

Ich will mein Leben wieder zurück! Ich will wieder tanzen und fröhlich sein! Ich will wieder für meine Familie und Freunde da sein können und mich selbst lieben! Wo ist das alles nur hin?

Bitte helft mir, wenn ihr was wisst oder ähnliche Erfahrungen gemacht habt. Ich fühle mich so allein und gescheitert.

Wow, ist das jetzt lang geworden... war gar nicht so geplant... ist gerade einfach alles so rausgekommen.

Alles Liebe

Bambi

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17. Dezember 2010 um 8:26

Hallo Bambi,
es fällt schwer, dir zu helfen, da du nach vielen Jahren mit deiner ES ja selbst fachkundig und erfahren genug bist. Ich denke, dass du zu Beginn deines Studiums tatsächlich symptomfrei warst und das dies nach Jahren der Anorexie eine wunderbare Zeit für dich war, quasi wie neu geboren.

Leider hat dich dann die Trennung von deinem Partner wieder völlig aus der Bahn geworfen und du bist rückfällig geworden, wobei es dich sehr schlimm erwischt hat. Trotzdem sehe ich nicht, dass dir nicht erneut eine Heilung möglich sein sollte. Auch Rückfälle sind heilbar. Letztlich bleibt dir ja auch gar keine andere Wahl, da es dir mit schlechten Blut-und Leberwerten auch körperlich nicht gut geht.Im übrigen wirkst du auf mich auch depressiv verstimmt.

Du hast dich bereits um eine ambulante Therapie bemüht, die aber erst im März beginnt. Wie wäre es denn, wenn du zuvor eine stationäre Behandlung in einer auf ES spezialisierten Klinik einplanen würdest? Es wäre aus meiner Sicht jetzt der richtige Schritt und ich würde mir schon auch mit der anschließenden ambulanten Therapie einiges für dich erwarten.

LG Nus

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17. Dezember 2010 um 8:33

Hallo Bambi...
...dein Text hat mich sehr bewegt und ich habe mich an vielen Stellen wiedergefunden... An sehr vielen. Und genau an diesen Punkten dachte ich, dass es mir jederzeit passieren kann, dass ich genau wieder dort lande, wo du dich gerade leider befindest.
Es hört sich schlimm an, was du durchmachst . Wirklich schlimm. Und ich bilde mir ein zu wissen wie es dir geht.

Ich habe eine zeitlang eine sehr extreme Bulimie-Phase gehabt, in der ich- genau so wie du beschreibst- keine Kraft mehr für gar nichts hatte. Sogar das Sitzen oder das Halten eines Glases war mir zu schwer. ich habe nur noch vor mich hinvegetiert und hing täglich bis zu 8 Mal überm Klo... Es raubt einem die letzte Kraft. Die allerletzte. Und dein Rückzug ist völlig normal: Auch ich wollte Niemanden hören, geschweige denn sehen und habe mich völlig abgekapselt.
Es ging gar nichts mehr.
Zu dieser Zeit habe ich knapp 50 kg gewogen, es ist aber auch nichts, gar nichts in mir drin geblieben.

Aus irgendeinem mir bis jetzt unbekannten Grund habe ich es geschafft, diese schlimme Zeit zu beenden... Es war ein langer Weg, den man Schritt für Schritt gehen musste, und ich war zum Glück nicht alleine. Mein Freund wusste von allem, und ich meine wirklich von ALLEM. Vom Kotzen bis über emotionale und körperliche Zusammenbrüche bis hin zum Abführmittel und Geldproblemen wegen der Bulimie. Ich muss dazu sagen, dass ich niemals solche FAs hatte wie viele sie hier in diesem Forum beschreiben (zum Glück!). Meine Bulimie bezog sich immer nur auf die normale Nahrungsaufnahme. Selbst die kleinsten Portionen konnte ich nicht bei mir behalten...

Was mir geholfen hat ist, dass ich unter Druck gesetzt wurde. Von meinem Freund. Die Variante hieß "Entweder...oder...". Nicht jeder kann damit umgehen und viele können unter diesem Druck noch viel weniger als vorher, aber bei mir musste es wohl so sein.
Wie gesagt, nur mein Freund wusste von der ES, meine Umgebung hat es lediglich geahnt, aber ich habe ihr nie davon erzählt...

Bei mir ist es genau so, dass mich ein blöder Spruch, ein blöder Kommentar so traurig macht und frustriert, dass ich denke, das alles nicht anders als durchs kotzen kompensieren zu können... Die letzten Monate waren hart und ich musste es mir abgewöhnen, meine Gefühlsschwankungen durch kotzen in den Griff z u bekommen.
Es klingt für dich vielleicht zum momentanen Zeitpunkt unmöglich, aber es geht. Es geht wirklich.

Ich denke, wichtig ist es für dich, dass du Jemanden hast, dem du dich anvertrauen kannst, jemanden, mit dem du sprechen kannst darüber wie du dich fühlst und was in dir vorgeht.
Mach dir klar, warum es so ist bei dir. Machst du das alles weil du schlank sein willst oder kommt es von der emotionalen Ebene? Warum tust du das alles? Warum machst du dich so kaputt??
Die Trennung von deinem langjährigen Freund und der Druck, der von deiner Familie ausgeht, hat deinem Zustand bestimmt auch noch einmal zugesetzt.
Versuch dich zu lösen... Komplett... Bei deiner Familie wird das schwierig, aber warum hältst du den Kontakt zu deinem Ex noch? Zieht dich das nicht eher runter als alles andere?

Ich könnte noch viel mehr schreiben, aber ich muss leider jetzt mal anfangen zu arbeiten, sonst reißen die mir hier den Kopf ab...


Such dir Hilfe. Bitte. Es ist der einzige Weg.
Selbst ich bin sicherer geworden und habe gute Fortschritte gemacht, fange aber trotzdem im Januar eine Therapie an ( ich habe schon einmal kurz angefangen eine zu machen, hab sie aber dann abgebrochen)...
Du musst etwas tun, sonst gehst du kaputt!

Ich wünsche dir ganz viel Kraft für die nächsten Tage.
Versuch den Kopf freizukriegen und dir ein paar grundlegende Gedanken zu machen... Was du willst, was du kannst, was du im Moment nicht gebrauchen kannst... All solche Dinge.


Alles Gute

Aisha

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21. Dezember 2010 um 15:28
In Antwort auf

Hallo Bambi,
es fällt schwer, dir zu helfen, da du nach vielen Jahren mit deiner ES ja selbst fachkundig und erfahren genug bist. Ich denke, dass du zu Beginn deines Studiums tatsächlich symptomfrei warst und das dies nach Jahren der Anorexie eine wunderbare Zeit für dich war, quasi wie neu geboren.

Leider hat dich dann die Trennung von deinem Partner wieder völlig aus der Bahn geworfen und du bist rückfällig geworden, wobei es dich sehr schlimm erwischt hat. Trotzdem sehe ich nicht, dass dir nicht erneut eine Heilung möglich sein sollte. Auch Rückfälle sind heilbar. Letztlich bleibt dir ja auch gar keine andere Wahl, da es dir mit schlechten Blut-und Leberwerten auch körperlich nicht gut geht.Im übrigen wirkst du auf mich auch depressiv verstimmt.

Du hast dich bereits um eine ambulante Therapie bemüht, die aber erst im März beginnt. Wie wäre es denn, wenn du zuvor eine stationäre Behandlung in einer auf ES spezialisierten Klinik einplanen würdest? Es wäre aus meiner Sicht jetzt der richtige Schritt und ich würde mir schon auch mit der anschließenden ambulanten Therapie einiges für dich erwarten.

LG Nus

Liebe nus
ich glaube du hast recht und ich bin depressiv. mir fehlt zu allem der antrieb, ich schlafe schlecht und befinde mich in einem teufelskreis negativer gedanken. ob die traurigkeit mich zurück in die es gebracht hat oder ob die es mich so traurig macht, weiss ich nicht.

eigentlich bin ich vom character her eher offen und fröhlich. wo ist das alles nur hin? viell brauche ich medis?

ich habe auch überlegt in eine klinik zu gehen und meine therapeutin hat mich auch eingewiesen. aber es ist so schwer für mich, mich darauf einzulassen. ich bin sehr selbstständig und selbstbetimmt (außer beim essen...) und wohne seit dem ich 16 bin nicht mehr zu hause. ich kann mir nicht vorstellen wieder für ein paar monate in einer klinik zu wohnen. dieser gedanke macht mir angst und erdrückt mich.

ich habe jetzt 3 wochen ferien und werde versuchen diese zeit ohne fa bei meiner familie zu verbringen, viell sogar etwas abzunehmen - das wäre wirklich toll. ich werde versuchen jeglichen stress von mir fern zu halten und mich nur auf mich zu konzentrieren und zu mir zu kommen.

wenn ich das schaffe möchte ich versuchen wieder an die uni zu gehen und das semester zu beenden um es nicht wiederholen zu müssen. dort werde ich auch nur die pflichtkurse besuchen und die klausuren auf die semesterferien verschieben.
zur unterstützung werde ich zu der verhaltenstherapeutin gehen.

im februar habe ich dann wieder ferien. wenn ich es geschafft habe bis dahin durchzukommen, möchte ich ein paar wochen mit dem rucksack verreisen & ein paar wochen für mein studium im ausland im krankenhaus arbeiten (ironischerweise studiere ich medizin, weiss also eigentlich so viel über den menschlichen körper bescheid...).

was meinst du? sind diese ziele realistisch?
werde ich die kraft haben dass alles zu packen?
ich will kämpfen und mich aus dem loch rausholen. ich war doch mal so stark.

alles liebe

bambi

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21. Dezember 2010 um 15:49
In Antwort auf

Hallo Bambi...
...dein Text hat mich sehr bewegt und ich habe mich an vielen Stellen wiedergefunden... An sehr vielen. Und genau an diesen Punkten dachte ich, dass es mir jederzeit passieren kann, dass ich genau wieder dort lande, wo du dich gerade leider befindest.
Es hört sich schlimm an, was du durchmachst . Wirklich schlimm. Und ich bilde mir ein zu wissen wie es dir geht.

Ich habe eine zeitlang eine sehr extreme Bulimie-Phase gehabt, in der ich- genau so wie du beschreibst- keine Kraft mehr für gar nichts hatte. Sogar das Sitzen oder das Halten eines Glases war mir zu schwer. ich habe nur noch vor mich hinvegetiert und hing täglich bis zu 8 Mal überm Klo... Es raubt einem die letzte Kraft. Die allerletzte. Und dein Rückzug ist völlig normal: Auch ich wollte Niemanden hören, geschweige denn sehen und habe mich völlig abgekapselt.
Es ging gar nichts mehr.
Zu dieser Zeit habe ich knapp 50 kg gewogen, es ist aber auch nichts, gar nichts in mir drin geblieben.

Aus irgendeinem mir bis jetzt unbekannten Grund habe ich es geschafft, diese schlimme Zeit zu beenden... Es war ein langer Weg, den man Schritt für Schritt gehen musste, und ich war zum Glück nicht alleine. Mein Freund wusste von allem, und ich meine wirklich von ALLEM. Vom Kotzen bis über emotionale und körperliche Zusammenbrüche bis hin zum Abführmittel und Geldproblemen wegen der Bulimie. Ich muss dazu sagen, dass ich niemals solche FAs hatte wie viele sie hier in diesem Forum beschreiben (zum Glück!). Meine Bulimie bezog sich immer nur auf die normale Nahrungsaufnahme. Selbst die kleinsten Portionen konnte ich nicht bei mir behalten...

Was mir geholfen hat ist, dass ich unter Druck gesetzt wurde. Von meinem Freund. Die Variante hieß "Entweder...oder...". Nicht jeder kann damit umgehen und viele können unter diesem Druck noch viel weniger als vorher, aber bei mir musste es wohl so sein.
Wie gesagt, nur mein Freund wusste von der ES, meine Umgebung hat es lediglich geahnt, aber ich habe ihr nie davon erzählt...

Bei mir ist es genau so, dass mich ein blöder Spruch, ein blöder Kommentar so traurig macht und frustriert, dass ich denke, das alles nicht anders als durchs kotzen kompensieren zu können... Die letzten Monate waren hart und ich musste es mir abgewöhnen, meine Gefühlsschwankungen durch kotzen in den Griff z u bekommen.
Es klingt für dich vielleicht zum momentanen Zeitpunkt unmöglich, aber es geht. Es geht wirklich.

Ich denke, wichtig ist es für dich, dass du Jemanden hast, dem du dich anvertrauen kannst, jemanden, mit dem du sprechen kannst darüber wie du dich fühlst und was in dir vorgeht.
Mach dir klar, warum es so ist bei dir. Machst du das alles weil du schlank sein willst oder kommt es von der emotionalen Ebene? Warum tust du das alles? Warum machst du dich so kaputt??
Die Trennung von deinem langjährigen Freund und der Druck, der von deiner Familie ausgeht, hat deinem Zustand bestimmt auch noch einmal zugesetzt.
Versuch dich zu lösen... Komplett... Bei deiner Familie wird das schwierig, aber warum hältst du den Kontakt zu deinem Ex noch? Zieht dich das nicht eher runter als alles andere?

Ich könnte noch viel mehr schreiben, aber ich muss leider jetzt mal anfangen zu arbeiten, sonst reißen die mir hier den Kopf ab...


Such dir Hilfe. Bitte. Es ist der einzige Weg.
Selbst ich bin sicherer geworden und habe gute Fortschritte gemacht, fange aber trotzdem im Januar eine Therapie an ( ich habe schon einmal kurz angefangen eine zu machen, hab sie aber dann abgebrochen)...
Du musst etwas tun, sonst gehst du kaputt!

Ich wünsche dir ganz viel Kraft für die nächsten Tage.
Versuch den Kopf freizukriegen und dir ein paar grundlegende Gedanken zu machen... Was du willst, was du kannst, was du im Moment nicht gebrauchen kannst... All solche Dinge.


Alles Gute

Aisha

Liebe Aisha,
vielen Dank für Deine Nachricht. Es tut gut zu hören, dass Du etwas Ähnliches durchgemacht hast und es geschafft hast, da wieder raus zu kommen.

Wie hast Du es zu der Zeit als es Dir so schlecht ging geschafft zur Arbeit zu gehen??? Ich habe mich in letzter Zeit so oft krank melden müssen.

Und wie schaffst Du es einem FA oder dem Kotzen zu widerstehen? Hast Du etwas gefunden, was Du dann machen kannst um Dich abzulenken? Ich habe immer noch nichts gefunden, was da wirken kann.

Ich habe meine Mutter mit der ich über alles reden kann. Aber ich habe immer das Gefühl, dass ich Sie enttäusche und belaste, wenn ich ihr erzähle was ich mir wieder angetan habe. Sonst weiss nur mein Ex-Freund darüber bescheid. In den letzten Monaten war er auch immer der, der ein Taxi angerufen hat, dass mich zum Arzt gefahren hat oder der mich die ganze Nacht durch das Kotzen und Weinen geholfen hat damit ich es am nächsten Tag lasse.

Aber wie Du auch schon gemerkt hast, tut er mir nicht gut. Oft habe ich überhaupt wegen Streit mit Ihm das Kotzen angefangen. Das allererste Mal war auch wegen ihm. Deshalb werde ich auch den Kontakt komplett abbrechen. Ich muss das auch irgendwie alleine schaffen. Ich habe viele Freunde, aber dieses komplette Vertrauen habe ich zu keinem. Mein bester Freund war immer mein Ex. Und meine ältere Schwester meine beste Freundin, zu der ich aber seit einem Jahr leider keinen Kontakt mehr habe.
Meinst Du ich schaffe das auch allein?

Warum ich das alles mache?
Ich habe nach meiner MS jahrelang 53-54 kg gewogen und hatte damit eine gute Zeit in meinem Leben. Ich verbinde dieses Gewicht mit einem normalen, gesunden Leben ohne Hungern, ohne FAs und ohne Kotzen. Ich musste nach der Trennung von meinem Ex und dem Umzug nach einem Unfall ins Krankenhaus & operiert werden. Ich konnte monatelang keinen Sport machen (was ich täglich getan habe, denn ohne fühlte/fühle ich mich schrecklich). Ich wurde sehr traurig und mir wurde alles zu viel (burn-out). Ich wurde von einem Verwandten sexuell belästigt, der mein Vertrauen zu ihm einfach missbrauchte. Danach fing ich an zuzunehmen. Mich zurückzuziehen. Mich zu verstecken.

Ich will wieder dieser lebensfrohe, aktive Mensch sein, der 53kg wiegt und keine ES hat.

Aber irgendwie schaffe ich es nicht regelmäßig zu essen, denn wenn ich in den Spiegel schaue fühle ich mich so dick und hässlich, dass ich keine Motivation/Selbstbewusstsein finde, zu kämpfen und normal zu essen. Ich denke dann immer ich muss hungern... und dann kommt der FA und das Kotzen wie von selbst. Es ist ein Teufelskreis.

Verstehst Du mich?

Ich wünsche Dir auch alles Gute,

Bambi

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21. Dezember 2010 um 16:25

Liebe Dori,
vielen Dank für Deine Antwort und den Mut, den Du mir machst.

Wieso rutschen diese ganzen interessanten und klugen Frauen in eine ES? Warum machen wir uns das Leben so schwer? Das ist ein Rätsel, dass ich nie lösen werde.

Ich glaube Du hast recht mit dem Klinikaufenthalt. Ich habe selbst darüber nachgedacht und meine Ärztin hat mir auch schon eine Einweisung geschrieben.
Aber dieser Gedanke fällt mir sehr schwer. Ich wohne seit dem ich 16 bin nicht mehr zu hause und bin sehr eigenständig und selbstbestimmt (außer beim essen). Es macht mir Angst die Verantwortung so komplett abzugeben.

Außerdem bin ich sehr ehrgeizig und möchte versuchen, noch ein paar Semesterkurse zu machen um das Semester nicht wiederholen zu müssen und nicht ganz raus zu kommen.

Ich habe jetzt 3 Wochen Ferien und bin bei meinen Eltern. Ich habe sehr offen über alles mit Ihnen gesprochen und Ihnen auch gesagt, dass ich im Moment nicht viel leisten kann und dass Druck im Moment Gift für mich ist.

Ich habe mir überlegt jetzt 3 Wochen hier zu sein und mich von de ganzen Stress abzukapseln. Keine FAs und kein Kotzen mehr zuzulassen (meine Eltern werden immer gemeinsam mit mir sehr regelmäßig essen und wir haben keine Süßigkeiten etc daheim).

Wenn ich diese 3 Wochen schaffe, möchte ich für den Januar zurück an die Uni und nur die wichtigsten Kurse machen, die ich brauche um in dem Semester zu bleiben. Klausuren werde ich in den Ferien nachholen. Ich werde zu der Verhaltenstherapeutin zur Überbrückung gehen und am Wochenende zu meiner Familie fahren um dem Alleinsein am WE keine Chance zu geben und keinen FA zu provozieren.

Wenn ich das geschafft habe möchte ich für ein paar Wochen mit einem Rucksack in ein Entwicklungsland reisen und dort in einem Krankenhaus arbeiten (ich studiere Medizin und habe schon viele Backpacking- und Auslands-Erfahrung).

Im nächsten Semester, ab April werde ich dann mit der Analyse beginnen.

Was hältst Du davon? Ist das möglich? Könnte ich das schaffen? Oder mache ich mir etwas vor?

Ich will endlich wieder kämpfen uns stark sein! Wieder Leben.

Weisst Du mit dem Gewicht hast Du wahrscheinlich schon recht. Ich sollte in dieser Situation bestimmt nicht ans Abnehmen denken.

Das Problem ist nur, dass es mir seit meiner ersten MS mit 14 zum ersten Mal mehrere Jahre in meinem Leben richtig gut ging mit 53-54kg. Ich verbinde diese Zahl mit Glück, Leben, sich schön und gesund fühlen, aktiv und belastbar sein. Kein Hungern, keine FAs, kein Kotzen. Es ging mir so gut mit diesem Gewicht. Deshalb wünsche ich es mir so sehr wieder zurück. Für mich. Ganz allein für mich und meine Gesundheit. Verstehst Du das? Hast Du sowas auch mal gefühlt?

Und ja ich fühle mich hässlich, wenn ich in den Spiegel schaue. Oder wenn ich die Beine anwinkle und sie sich früher als sonst berühren. Ich bin sehr, sehr sportlich (kein Fitness oder BBP, sondern ganz viel in der Natur, Fun-Sport (Outdoor-Sachen). Ich hatte so viel Power und Kraft. War so durchtrainiert und gesund. Ich mochte mich so. Als Schwabbel kann ich mich nicht leiden.

Das Blöde ist auch, dass ich mich so dick nicht aus dem Haus traue. Ich mache nix mehr, weil ich mich so schäme. Deshalb will ich abnehmen und wieder fit und aktiv sein.

Ich kann diesen Gedanken nicht hergeben. Meinst Du das wird mich blockieren und nicht gesund werden lassen?

Ich will doch nichts mehr als gesund und normal sein.

Danke nochmal für Deine lieben Worte.

Bambi



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21. Dezember 2010 um 16:42

Liebe Kathryn,
vielen Dank für Deinen Beitrag. Es tut sehr gut zu wissen nicht allein zu sein.

Du hast recht, ich sollte dankbar sein leben zu dürfen. Und wenn man gesund ist, kann das Leben auch wunderschön sein... wie ein einziges riesengroßes Abenteuerland, das es zu entdecken gibt. So habe ich in meinen guten Zeiten gedacht und ich bin auch unglaublich viel in alle Kontinente gereist. Eigentlich denke ich auch immer noch so von der Welt, die so viele Geheimnisse und Unerwartetes in sich birgt.

Aber wenn Du nun fast schon 1,5 Jahre versuchst Dich aus diesem Loch zu befreien, dann hast Du irgendwann das Gefühl hilflos zu sein. Keine Kontrolle mehr über Dein eigenes Leben zu haben.

Wie lange hast Du Deine Medis denn genommen? Ich habe auch schon daran gedacht und meine Therapeutin auch. Haben die sofort gewirkt? Wie war das dann als Du sie abgesetzt hast?

Ich wünschte ich hätte meinen Schalter schon gefunden... Aber ich werde versuchen ihn weiterzusuchen. Ich werde versuchen weiterzukämpfen. Vielleicht sollte ich schreiben. Denn ich merke wie gut es tut euch zu schreiben und von mir zu erzählen. Dadurch bekomme ich irgendwie Abstand von mir selbst. Das tut gut.

Ich muss etwas finden was ich machen kann um einen FA oder das Kotzen zu unterbrechen. Wie einen Ersatz. Ich weiss bloß noch nicht was das sein kann.

Vielen Dank für Deine Worte... ich werde nicht aufgeben. Ich will doch auch noch so viel von der Welt sehen.

Alles Liebe

Bambi

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21. Dezember 2010 um 16:55
In Antwort auf

Liebe nus
ich glaube du hast recht und ich bin depressiv. mir fehlt zu allem der antrieb, ich schlafe schlecht und befinde mich in einem teufelskreis negativer gedanken. ob die traurigkeit mich zurück in die es gebracht hat oder ob die es mich so traurig macht, weiss ich nicht.

eigentlich bin ich vom character her eher offen und fröhlich. wo ist das alles nur hin? viell brauche ich medis?

ich habe auch überlegt in eine klinik zu gehen und meine therapeutin hat mich auch eingewiesen. aber es ist so schwer für mich, mich darauf einzulassen. ich bin sehr selbstständig und selbstbetimmt (außer beim essen...) und wohne seit dem ich 16 bin nicht mehr zu hause. ich kann mir nicht vorstellen wieder für ein paar monate in einer klinik zu wohnen. dieser gedanke macht mir angst und erdrückt mich.

ich habe jetzt 3 wochen ferien und werde versuchen diese zeit ohne fa bei meiner familie zu verbringen, viell sogar etwas abzunehmen - das wäre wirklich toll. ich werde versuchen jeglichen stress von mir fern zu halten und mich nur auf mich zu konzentrieren und zu mir zu kommen.

wenn ich das schaffe möchte ich versuchen wieder an die uni zu gehen und das semester zu beenden um es nicht wiederholen zu müssen. dort werde ich auch nur die pflichtkurse besuchen und die klausuren auf die semesterferien verschieben.
zur unterstützung werde ich zu der verhaltenstherapeutin gehen.

im februar habe ich dann wieder ferien. wenn ich es geschafft habe bis dahin durchzukommen, möchte ich ein paar wochen mit dem rucksack verreisen & ein paar wochen für mein studium im ausland im krankenhaus arbeiten (ironischerweise studiere ich medizin, weiss also eigentlich so viel über den menschlichen körper bescheid...).

was meinst du? sind diese ziele realistisch?
werde ich die kraft haben dass alles zu packen?
ich will kämpfen und mich aus dem loch rausholen. ich war doch mal so stark.

alles liebe

bambi

Hallo liebe bambi,
sicherlich warst du früher stark und ich hoffe ja auch mit dir, dass du diesen Zustand wieder erreichen kannst. Dazu ist es aber unerlässlich, dass du dich wieder aus der ES und der begleitenden Depressivität löst und vollständig gesund wirst.

Die depressive Symptomatik lässt sich gut mit Antidepressiva behandeln, wobei sich diese auch günstig auf eine bestehende Bulimie auswirken können.Etwas problematisch könnten deine schlechten Leberwerte sein. Deshalb hatte ich dir u.a. auch eine klinische Behandlung empfohlen, weil du dort unter ständiger Blutbildkontrolle optimal medikamentös eingestellt werden könntest.

Die im März beginnende analytische Psychotherapie wird dir sicherlich mittel-und langfristig helfen, eine spürbare Wirkung würde ich aber erst in der 2. Jahreshälfte erwarten. Ich würde mir für dich aber eine frühere Hilfe wünschen, die dir am effektivsten die Klinik geben kann. Du solltest jetzt nicht in erster Linie an dein Studium sondern an deine Gesundheit denken. Sicherlich bist du bereit zu kämpfen, was ganz eindeutig für dich spricht, und man könnte eine medikamentöse Behandlung auch erst ambulant versuchen,aber die bessere Heilungschance für dich sehe ich schon in der Klinik.

Ob eine ambulante Medikation und 3 Wochen Ferien eine so spürbare Besserung zeigen, dass du anschließend ins Ausland gehen könntest, bleibt abzuwarten. In deinem gegenwärtigen Zustand würde ich dir davon eindeutig abraten.

Alles Liebe Nus

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21. Dezember 2010 um 18:23
In Antwort auf

Hallo liebe bambi,
sicherlich warst du früher stark und ich hoffe ja auch mit dir, dass du diesen Zustand wieder erreichen kannst. Dazu ist es aber unerlässlich, dass du dich wieder aus der ES und der begleitenden Depressivität löst und vollständig gesund wirst.

Die depressive Symptomatik lässt sich gut mit Antidepressiva behandeln, wobei sich diese auch günstig auf eine bestehende Bulimie auswirken können.Etwas problematisch könnten deine schlechten Leberwerte sein. Deshalb hatte ich dir u.a. auch eine klinische Behandlung empfohlen, weil du dort unter ständiger Blutbildkontrolle optimal medikamentös eingestellt werden könntest.

Die im März beginnende analytische Psychotherapie wird dir sicherlich mittel-und langfristig helfen, eine spürbare Wirkung würde ich aber erst in der 2. Jahreshälfte erwarten. Ich würde mir für dich aber eine frühere Hilfe wünschen, die dir am effektivsten die Klinik geben kann. Du solltest jetzt nicht in erster Linie an dein Studium sondern an deine Gesundheit denken. Sicherlich bist du bereit zu kämpfen, was ganz eindeutig für dich spricht, und man könnte eine medikamentöse Behandlung auch erst ambulant versuchen,aber die bessere Heilungschance für dich sehe ich schon in der Klinik.

Ob eine ambulante Medikation und 3 Wochen Ferien eine so spürbare Besserung zeigen, dass du anschließend ins Ausland gehen könntest, bleibt abzuwarten. In deinem gegenwärtigen Zustand würde ich dir davon eindeutig abraten.

Alles Liebe Nus

Hallo liebe nus,
ich habe mir über das was du gesagt hast gedanken gemacht.

wie wäre das:
ich versuche meinen plan durchzuziehen. also 3 wochen ferien (werde nach weihnachten zum arzt wegen medis gehen, einen monat uni mit ambulanter therapie, dann urlaub, dann neues semester mit analyse).

als notnagel sozusagen werde ich mich nächste woche aber für eine stationäre behandlung in der klinik anmelden. ich muss einige wochen auf einen platz warten.
wenn ich es nicht schaffe die uni zu meistern und mich gleichzeitig um die es zu kümmern oder wenn ich mich nach dem semester immer noch nicht besser fühle, gehe ich in den ferien (oder früher) ins krankenhaus.

wenn ich mich aber gut fühle und es schaffe, dann fahre ich als belohnung in den urlaub.

aber auch wenn ich es nicht schaffe, weiss ich dass es nicht schlimm ist und ich alles versucht habe und die klinik auf mich wartet, wo mir geholfen wird.

was meinst du dazu? bist du eigentlich psychologin oder psychiaterin?

vielen dank für deinen rat.

alles liebe

bambi

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22. Dezember 2010 um 10:37
In Antwort auf

Hallo liebe nus,
ich habe mir über das was du gesagt hast gedanken gemacht.

wie wäre das:
ich versuche meinen plan durchzuziehen. also 3 wochen ferien (werde nach weihnachten zum arzt wegen medis gehen, einen monat uni mit ambulanter therapie, dann urlaub, dann neues semester mit analyse).

als notnagel sozusagen werde ich mich nächste woche aber für eine stationäre behandlung in der klinik anmelden. ich muss einige wochen auf einen platz warten.
wenn ich es nicht schaffe die uni zu meistern und mich gleichzeitig um die es zu kümmern oder wenn ich mich nach dem semester immer noch nicht besser fühle, gehe ich in den ferien (oder früher) ins krankenhaus.

wenn ich mich aber gut fühle und es schaffe, dann fahre ich als belohnung in den urlaub.

aber auch wenn ich es nicht schaffe, weiss ich dass es nicht schlimm ist und ich alles versucht habe und die klinik auf mich wartet, wo mir geholfen wird.

was meinst du dazu? bist du eigentlich psychologin oder psychiaterin?

vielen dank für deinen rat.

alles liebe

bambi

Hallo liebe Bambi,
es ist richtig, dass du dich bereits vorsorglich zur stationären Behandlung in einer Klinik vormerken lässt. Du kannst natürlich deine geplante Urlaubsreise als Ansporn dazu nehmen, um gegen deine ES anzukämpfen, aber sei nicht zu enttäuscht, wenn du es aus eigener Kraft nicht schaffst. Dafür sind die Kliniken da, um dir zu helfen.Aber vielleicht hast du ja Glück, dass die Medikamente bei dir gut wirken und du in den nächsten Wochen gute Fortschritte erzielen kannst. Ich würde es dir jedenfalls wünschen.

Ich leide selbst nicht an ES, habe viele Jahre beruflich mit der Psychiatrie zu tun gehabt und dabei im persönlichen Umgang mit Patienten, Ärzten, Angehörigen alle psychischen Krankheiten kennengelernt und weiß natürlich auch, wie sie behandelt werden. Hier im Forum beschränke ich mich aber auf die Bereiche ES und Depressionen.

Alles Liebe Nus

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22. Dezember 2010 um 17:28
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Hallo liebe Bambi,
es ist richtig, dass du dich bereits vorsorglich zur stationären Behandlung in einer Klinik vormerken lässt. Du kannst natürlich deine geplante Urlaubsreise als Ansporn dazu nehmen, um gegen deine ES anzukämpfen, aber sei nicht zu enttäuscht, wenn du es aus eigener Kraft nicht schaffst. Dafür sind die Kliniken da, um dir zu helfen.Aber vielleicht hast du ja Glück, dass die Medikamente bei dir gut wirken und du in den nächsten Wochen gute Fortschritte erzielen kannst. Ich würde es dir jedenfalls wünschen.

Ich leide selbst nicht an ES, habe viele Jahre beruflich mit der Psychiatrie zu tun gehabt und dabei im persönlichen Umgang mit Patienten, Ärzten, Angehörigen alle psychischen Krankheiten kennengelernt und weiß natürlich auch, wie sie behandelt werden. Hier im Forum beschränke ich mich aber auf die Bereiche ES und Depressionen.

Alles Liebe Nus

An Bambi....
Liebe Bambi...
du schreibst mir aus der Seele! Du verwandest meine Gefühle und Gedanken in Worte so wie ich es selbst noch nicht kann.

Als ich deinen Beitrag gelesen habe musste ich erstmal eine Runde heulen... einerseits, aus Erleichterung da ich dachte ich bin der einzige Mensch auf der Welt, dem es so geht und der sich so verhält auf der anderen Seite weil mich das dalles so traurig macht und so berürt. Vor allem dieser Satz: Manchmal würde ich mein Leben gerne Jemandem schenken, der es mehr verdient als ich....!"
Wie oft habe ich ihn in den letzten Tagen und Wochen schon gedacht....
ich schmeiße mein Leben weg! Ich schmeiß es auf den Boden und trete weinend und schreiend darauf rum.
Ich zerstöre mein Leben und langsam auch das meine Familie und schwöre mir jeden Tag HEUTE ist Schluß damit- aber es geht nicht.

Meine Geschichte ist glaub ich zu lang um ihn hier aufzuschreiben, aber das Wichtigste ist:
Ich habe eingesehen, dass ich da selber nictmehr rauskomm.... ich kämpfe seit enem Jahr und war oft schon sehr zuversichtlich...doch nun sitz ich wieder hier in meinem Zimmer und verstecke mich vor der Welt, aus Angst und Scham.. ich habe so wie du Phasen des Hungerns und des Fressens- ich erbreche nicht! In meiner letzten Fressphase hab ich mir sage und schreibe 8kg angefressen..davor waren es höchstens mal 2 vl auch 3 kg die außer mir anscheinend eh niemand geshen hat, und die ich mir dann auch wieder brav runtergehungert habe... aber nun- ich bin an meinem absoluten Tiefpunkt angelangt- kämpfe auch mit Depression wegn der ES .

Ich warte nun auf einen Platz in der Klinik... ich möchte da nicht hin, aber da wo ich jetzt bin halt ich es keinen tag mehr länger aus- ich mach mich verrückt und meine Eltern ebenfalls... sie zerbrechen wegen mir und das kann ich mir nicht mehr ansehen. Manchmal würde ich einfach gerne einschlafen und nicht mehr aufwachen!!!

Aber, dann denke ich an mein Leben vor der ES und dafür lohnt es sich doch zu kämpfen...
after a hurricane comes a rainbow!

Ich wünsche dir alles, alles Gute!!!

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23. Dezember 2010 um 13:27

Liebe kath
seit meinem 16. lebensjahr bin ich mindestens einmal im jahr zu einem anderen kontinent gereist. und das sind jetzt schon 9 jahre... also hatte ich viel zeit dazu. und ich werde wohl niemals damit aufhören.

es war immer mein traum zu ärzte-ohne-grenzen zu gehen, auch wenn dieser traum gerade weit entfernt scheint, hoffe ich immer noch, dass er eines tages wahr wird.

ich habe ja seit gestern keinen fa mehr gehabt und fühle mich sehr viel besser. ich denk auch, dass ich es gerade schaffen könnte. das doofe ist nur, dass ich mich nicht wirklich traue was zu essen.

hoffe ich falle jetzt nicht mehr so tief zurück.

vielen dank für deine worte, es tut sehr gut zu wissen, dass ich nicht die einzige bin, die diese probleme hat. ich denke oft, warum ich es nicht schaffe wie die anderen zu leben und freu zu sein. ich bin manchmal so neidisch auf die menschen ihne diese prbleme. und dann bin ich noch viel trauriger und hilfloser.

vielleicht muss man das alles als schicksal annehmen. als kampft, den man kämpfen muss. als aufgabe, die man lösen muss. um zu einer tieferen einsicht über das sich selbst und das leben zu kommen. ich hoffe jedenfalls, dass es so ist. und nicht alles nur umsonst ist.

alles liebe

bambi

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23. Dezember 2010 um 13:34
In Antwort auf

Hallo liebe Bambi,
es ist richtig, dass du dich bereits vorsorglich zur stationären Behandlung in einer Klinik vormerken lässt. Du kannst natürlich deine geplante Urlaubsreise als Ansporn dazu nehmen, um gegen deine ES anzukämpfen, aber sei nicht zu enttäuscht, wenn du es aus eigener Kraft nicht schaffst. Dafür sind die Kliniken da, um dir zu helfen.Aber vielleicht hast du ja Glück, dass die Medikamente bei dir gut wirken und du in den nächsten Wochen gute Fortschritte erzielen kannst. Ich würde es dir jedenfalls wünschen.

Ich leide selbst nicht an ES, habe viele Jahre beruflich mit der Psychiatrie zu tun gehabt und dabei im persönlichen Umgang mit Patienten, Ärzten, Angehörigen alle psychischen Krankheiten kennengelernt und weiß natürlich auch, wie sie behandelt werden. Hier im Forum beschränke ich mich aber auf die Bereiche ES und Depressionen.

Alles Liebe Nus

Hallo lieber nus,
danke für deine antwort. ich habe jetzt ein ziel, dass mir viel kraft schenkt. ich habe mich sehr lange nicht getraut so zu träumen und an etwas gutes zu glauben.

aber als rückversicherung werde ich mich in der nächsten woche im krankenhaus anmelden.

ich hoffe einfach nur so sehr, dass es diesmal klappt.

ich habe seit gestern keinen fa mit ausk***** gehabt und fühle mich sehr gut und wieder selbstbestimmt. leider schaffe ich es nicht wirklich etwas zu essen - aus angst, es könnte wieder einen fa auslösen.

ich habe mir vorgenommen mir einmal in der woche einen fa/k***** zu "erlauben", weil ich weiss wie unrealistisch es ist, dass es mir nie mehr passiert. und wenn ich weiss, dass es mir einmal passieren kann, dann falle ich aus enttäuschung und hass gegenüber mir selbst nicht in ein loch aus dem ich dann immer nur so schwer rauskomme. und ich kann am nächsten tag wieder versuchen es besser zu machen. natürlich ist dabei das ziel, dass es mir irgendwann gar nicht mehr passiert.

was meinst du dazu? ist das gut so für mich und realistisch?

alles liebe

bambi

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23. Dezember 2010 um 14:04
In Antwort auf

Hallo lieber nus,
danke für deine antwort. ich habe jetzt ein ziel, dass mir viel kraft schenkt. ich habe mich sehr lange nicht getraut so zu träumen und an etwas gutes zu glauben.

aber als rückversicherung werde ich mich in der nächsten woche im krankenhaus anmelden.

ich hoffe einfach nur so sehr, dass es diesmal klappt.

ich habe seit gestern keinen fa mit ausk***** gehabt und fühle mich sehr gut und wieder selbstbestimmt. leider schaffe ich es nicht wirklich etwas zu essen - aus angst, es könnte wieder einen fa auslösen.

ich habe mir vorgenommen mir einmal in der woche einen fa/k***** zu "erlauben", weil ich weiss wie unrealistisch es ist, dass es mir nie mehr passiert. und wenn ich weiss, dass es mir einmal passieren kann, dann falle ich aus enttäuschung und hass gegenüber mir selbst nicht in ein loch aus dem ich dann immer nur so schwer rauskomme. und ich kann am nächsten tag wieder versuchen es besser zu machen. natürlich ist dabei das ziel, dass es mir irgendwann gar nicht mehr passiert.

was meinst du dazu? ist das gut so für mich und realistisch?

alles liebe

bambi

Liebe Bambi,
du musst essen. Es gibt immer 2 Ursachen, die FAs auslösen. Eine davon ist Hungern, die andere psychische Verletzungen, Stress, Ärger, Kummer. Mit Hungern hast du nicht den Hauch einer Chance, wieder gesund zu werden. Gewöhne es dir ruhig an, täglich 2000 kcal. zu dir zu nehmen und achte gar nicht auf dein Gewicht. So stabilisiert sich dein völlig gestörter Stoffwechsel am besten.

Mit Rückfällen musst du gleichwohl rechnen.Man kann allerdings selbst daran arbeiten, die Häufigkeit zu reduzieren. Dabei ist es anfangs bereits ein Erfolg, wenn es einem gelingt, das Erbrechen hinauszuzögern, wobei es hilft, sich abzulenken, zu telefonieren oder die Wohnung zu verlassen.Später soll sich dann der Abstand zwischen den Attacken nach und nach vergrößern. Es ist ein Prozeß, der Zeit benötigt, die man sich einfach geben muss. Grundvoraussetzung ist allerdings regelmäßiges Essen.

Alles Liebe Nus

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23. Dezember 2010 um 14:09
In Antwort auf

An Bambi....
Liebe Bambi...
du schreibst mir aus der Seele! Du verwandest meine Gefühle und Gedanken in Worte so wie ich es selbst noch nicht kann.

Als ich deinen Beitrag gelesen habe musste ich erstmal eine Runde heulen... einerseits, aus Erleichterung da ich dachte ich bin der einzige Mensch auf der Welt, dem es so geht und der sich so verhält auf der anderen Seite weil mich das dalles so traurig macht und so berürt. Vor allem dieser Satz: Manchmal würde ich mein Leben gerne Jemandem schenken, der es mehr verdient als ich....!"
Wie oft habe ich ihn in den letzten Tagen und Wochen schon gedacht....
ich schmeiße mein Leben weg! Ich schmeiß es auf den Boden und trete weinend und schreiend darauf rum.
Ich zerstöre mein Leben und langsam auch das meine Familie und schwöre mir jeden Tag HEUTE ist Schluß damit- aber es geht nicht.

Meine Geschichte ist glaub ich zu lang um ihn hier aufzuschreiben, aber das Wichtigste ist:
Ich habe eingesehen, dass ich da selber nictmehr rauskomm.... ich kämpfe seit enem Jahr und war oft schon sehr zuversichtlich...doch nun sitz ich wieder hier in meinem Zimmer und verstecke mich vor der Welt, aus Angst und Scham.. ich habe so wie du Phasen des Hungerns und des Fressens- ich erbreche nicht! In meiner letzten Fressphase hab ich mir sage und schreibe 8kg angefressen..davor waren es höchstens mal 2 vl auch 3 kg die außer mir anscheinend eh niemand geshen hat, und die ich mir dann auch wieder brav runtergehungert habe... aber nun- ich bin an meinem absoluten Tiefpunkt angelangt- kämpfe auch mit Depression wegn der ES .

Ich warte nun auf einen Platz in der Klinik... ich möchte da nicht hin, aber da wo ich jetzt bin halt ich es keinen tag mehr länger aus- ich mach mich verrückt und meine Eltern ebenfalls... sie zerbrechen wegen mir und das kann ich mir nicht mehr ansehen. Manchmal würde ich einfach gerne einschlafen und nicht mehr aufwachen!!!

Aber, dann denke ich an mein Leben vor der ES und dafür lohnt es sich doch zu kämpfen...
after a hurricane comes a rainbow!

Ich wünsche dir alles, alles Gute!!!

Liebe Sophia,
vielen dank für deine nachricht und deine ehrlichen und offenen worte.

es macht mich traurig, dass es dir auch so schlecht geht. aber ich freue mich auch, wenn du dich jetzt nicht mehr so allein fühlst.

ich kenne dieses gefühl nur zu gut einfach einschlafen zu können und nie mehr aufzuwachen. ich fühle mich dann aber gleichzeitig so schuldig, weil das leben doch ein geschenk ist. und niemand zwingt uns doch dazu zu hungern oder zu fressen. warum also tun wir uns das alles bloß an?

es hat mir gut getan meine gedanken hier zu veröffentlichen und die antworten haben mir auch sehr geholfen.

ich fühle mich nicht mehr als einzige komplett-versagerin.

ich kenne es auch so viel auf einmal zuzunehmen. bei mir war das höchste 5kg innerhalb von 2 wochen. es ist ein schreckliches gefühl und jedes mal, wenn man in den spiegel schaut oder seine jeans anziehen möchte, könnte man heulen und man hasst sich für das, was man sich angetan hat.

ich habe seit gestern nicht mehr gek**** (und sei so froh, dass du es nicht machst, denn es macht alles nur noch viel schlimmer, also tue es dir niemals an, denn es wird dich immer mehr in die es reinreiten und dich mehr und mehr von der schönheit und leichtigkeit des lebens berauben. bitte tue es nie, niemals. es ist so schon schwer genug da raus zu kommen.) und ich fühle mich sehr viel besser und optimistischer. leider fällt es mir auch schwer etwas zu essen, aus angst es könnte in einem fa enden.

ich glaube es wichtig, dass man sich von allen dingen so gut es geht löst, die uns so kaputt machen und uns unter druck setzten, uns schaden und verletzten. in dieser entlasteten athmosphäre muss man dann versuchen, sich zu fragen was man für träume hat und sich ein konkretes ziel setzten.

ich glaube auch es ist gut ein geheimes tagebuch zu führen, wo du alle schlechten gedanken und auch all deine träume drin festhalten kannst. und das nur dir gehört.

mein ziel ist es bis ende 2011 symptomfrei zu werden. wenn ich es schaffe im januar/februar zur uni zu gehen, möchte ich für 2 monate mit dem rucksack nach südostasien.

wenn ich daran denke, könnte ich vor freude heulen. der gedanke, dass es eine zukunft ohne es, ohne diesen ganzen selbsthass gibt. eine zukunft, in der ich meine träume verwirklichen kann. in der ich meinen traumberuf ausüben kann und die welt entdecken darf, ist wunderschön.

ich hoffe so sehr, dass ich nicht mehr in dieses riesige loch falle. ich hoffe so sehr, dass bald wieder mein wohlfühl-gewicht habe und mich wieder lieb haben kann. dass ich es schaffe mir etwas gutes zu essen zu gönnen und zu geniessen ohne schlechtes gewissen.

ich möchte mir ab januar einen fa pro woche "erlauben", damit die enttäuschung nicht zu groß ist, wenn es passiert und ich die kraft habe am nächsten tag weiter mit meinem leben zu machen und nicht in selbsthass zu vergehen. natürlich ist das ziel, dass das alles aufhört.

wie lange musst du noch auf den platz in der klinik warten? bist du schon in ambulanter therapie? was machst du in der zeit davor?

weisst du was ich glaube? das ist jetzt der tiefste punkt, an dem es doch einfach wieder hoch gehen muss, oder? denn tiefer geht es nicht mehr.

ich wünsche dir alles gute und viel kraft!

bambi


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23. Dezember 2010 um 14:28

Weisst du,
ich hoffe einfach, dass die es ein symptom ist, dass es meiner "seele" nicht gut geht und dass sie nicht alles verkraftet hat, was sie erlebt hat und dass ich lernen muss anders zu leben um ihr alles zu geben, was sie zum leben braucht.

und das ist neben nahrung eben auch noch mehr. wie man mit sich umgeht, was man von sich erwartet etc..

viell ist die es auch eine chance, mehr über sich zu lernen. und gestärkt heraus zu gehen.

meinst du es ist so?

wie hast du es geschafft, weniger fas zu haben?
wie schaffst du es arbeiten zu gehen?
bist du mit dir und deinem körper zufrieden geworden?

alles liebe

bambi

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23. Dezember 2010 um 14:35
In Antwort auf

Liebe Bambi,
du musst essen. Es gibt immer 2 Ursachen, die FAs auslösen. Eine davon ist Hungern, die andere psychische Verletzungen, Stress, Ärger, Kummer. Mit Hungern hast du nicht den Hauch einer Chance, wieder gesund zu werden. Gewöhne es dir ruhig an, täglich 2000 kcal. zu dir zu nehmen und achte gar nicht auf dein Gewicht. So stabilisiert sich dein völlig gestörter Stoffwechsel am besten.

Mit Rückfällen musst du gleichwohl rechnen.Man kann allerdings selbst daran arbeiten, die Häufigkeit zu reduzieren. Dabei ist es anfangs bereits ein Erfolg, wenn es einem gelingt, das Erbrechen hinauszuzögern, wobei es hilft, sich abzulenken, zu telefonieren oder die Wohnung zu verlassen.Später soll sich dann der Abstand zwischen den Attacken nach und nach vergrößern. Es ist ein Prozeß, der Zeit benötigt, die man sich einfach geben muss. Grundvoraussetzung ist allerdings regelmäßiges Essen.

Alles Liebe Nus

Lieber nus,
d.anke für deine antwort

ich habe angst, dass ich nicht schnell genug abnehme mit 2000 kcal. ich würde so gern im januar wieder zur uni gehen und bis dahin weniger wiegen.

ich bin aber nicht allein und meine familie hat das essen weggesperrt, damit ich nicht in einen fa rutsche.

ich weiss, dass ich mindestens 2000 kcal essen muss um normal zu essen. das problem ist nur, dass ich mich so wie ich jetzt bin nicht in die uni traue. deshalb hoffe ich hier an einem geschützen ort abnehmen kann und dass ich im januar zur uni gehen kann und mich dort auch traue regelmäßig zu essen (denn wenn ich viel wiege wie jetzt, traue ich mich nicht regelmäßig zu essen). ich will ja kein ug, nur unteres ng, wie ich es jahrelang hatte.

alles liebe

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10. Februar 2016 um 22:26

ANTWORT
hey, wie geht es dir denn inzwischen?

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