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Ich will diese Gedanken nicht mehr!!!!

17. Februar 2015 um 21:09

Hallo, liebe Community!
Ich habe mich jetzt ein wenig durch die Foren geklickt und bin positiv überrascht von eurer Professionalität.

Ich hab noch nie über dieses Thema reden können, deswegen werde ich jetzt einfach mal drauflos schwafeln:

Ich bin 22 Jahre alt, 1.77m groß und wiege ca. 58kg. Ich hatte mal mit 16 eine Zeit, in der ich mehr wog, es aber schaffte,durch übermäßig viel Sport abzunehmen, was in mir ein riesiges Triumphgefühl auslöste.
Vor ca. 2 Jahren hatte ich furchtbaren Krach mit dem Exfreund, was ich regelmäßig in FAs ertränkte (vorzugsweise Schokomüsli, Eis, Schokolade,...) bis ich irgendwann versuchte, mich zu übergeben, was..naja, funktionierte. Über ein Jahr übergab ich mich mindestens 3x die Woche (nie öfter, um das Gefühl der Kontrolle nicht zu verlieren), war ständig krank, immer Entzündungen, mir gingen die Haare aus und dann ereilte mich ein Drüsenfieber, das meine FAs und das Erbrechen fast 6 Monate im Zaum hielten...Es ging mir viel besser, ich nahm sogar ab (naja, aß auch weniger, dafür keine FAs mehr!), mein jetziger Freund ist das beste, was mir je passiert ist, ich dachte echt, ich hätte das alles überstanden, wäre selbst stark genug und war so stolz - mein ganzes Leben wird halt vom Essen und den Gedanken daran bestimmt...
WARUM hab ich damit wieder angefangen? Entweder ich hungere und füttere andere mit feinen Dingen, die ich mir selbst nicht gönne, schaue mit Fotos von Leckereien an und esse selbst nur Obst (so wie heute) oder ich warte, bis mein Freund aus der gemeinsamen Wohnung verschwindet, um mir alles reinzustopfen, woran ich die ganze Woche denke - passiert zur Zeit nur ca. alle 7 Tage, ich hab aber Angst, dass es wieder mehr wird....
ich muss immer ans Essen denken, hab solche Furcht vorm Zunehmen und es macht mich wahnsinnig...Niemand darf das wissen, mein Freund weiß zwar, dass ich mir (seiner Meinung nach) unnötig viele Sorgen wegen meiner Figur mache, aber er hat keine Ahnung, wie schlimm es wirklich ist...Meine Mama hat damals wohl etwas von der ES mitbekommen, denkt aber, dass ich es überstanden hab und war so stolz, dass ich es nie übers <3 bringen würde, ihre Meinung zu enttäuschen...
Ich bin absolut besessen vom Essen, was kann ich tun, ohne dass ich mich outen muss?
Vielen Dank im Voraus, ihr Lieben!

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19. Februar 2015 um 4:04

Hallo sgaberle,
ich kann sehr gut nachempfinden wie sehr du dich für dein Verhalten schämst, mir ging es früher genauso - heute ist es umgekehrt. Ob dich dich outest oder nicht liegt natürlich allein in deiner Hand. Dennoch wirst du nicht drumrumkommen dich in professionelle Hände zu begeben um deine ES in den Griff zu bekommen. Da du schonmal erfolgreich gegen eine Essstörung gekämpft hast, weißt du sicher, dass umso früher du dich auf den Weg machst, desto schneller kannst du wieder gesund werden.

Du musst in eine ehrliche Auseinandersetzung gehen. Was willst du wirklich? Was erwartest du vom Leben? Willst du so weiter machen und mit dieser Essstörung leben? Für immer heimlich still und alleine Lebensmittel in dich reinstopfen? Wie soll das weitergehen? Und wenn du zunimmst? Was dann? Sport? - Ohne professionelle Hilfe ist das eine endlose Abwärtsspirale. Fang an zu kämpfen, für dich und deine Liebe. Lass dich nicht gefangen nehmen in diesen ewigen Kreislauf aus Wahnsinn und Einsamkeit. Es wird niemals ein ansatzweise glückliches Leben MIT Essstörung geben.

Kannst du dir vorstellen so schnell wie möglich in Therapie zu gehen? Wenn nein: was hält dich ab?

Natürlich herzlich Willkommen im Forum, ich hoffe du findest schnell den Weg zurück.

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24. Februar 2015 um 16:38
In Antwort auf blamimibla

Hallo sgaberle,
ich kann sehr gut nachempfinden wie sehr du dich für dein Verhalten schämst, mir ging es früher genauso - heute ist es umgekehrt. Ob dich dich outest oder nicht liegt natürlich allein in deiner Hand. Dennoch wirst du nicht drumrumkommen dich in professionelle Hände zu begeben um deine ES in den Griff zu bekommen. Da du schonmal erfolgreich gegen eine Essstörung gekämpft hast, weißt du sicher, dass umso früher du dich auf den Weg machst, desto schneller kannst du wieder gesund werden.

Du musst in eine ehrliche Auseinandersetzung gehen. Was willst du wirklich? Was erwartest du vom Leben? Willst du so weiter machen und mit dieser Essstörung leben? Für immer heimlich still und alleine Lebensmittel in dich reinstopfen? Wie soll das weitergehen? Und wenn du zunimmst? Was dann? Sport? - Ohne professionelle Hilfe ist das eine endlose Abwärtsspirale. Fang an zu kämpfen, für dich und deine Liebe. Lass dich nicht gefangen nehmen in diesen ewigen Kreislauf aus Wahnsinn und Einsamkeit. Es wird niemals ein ansatzweise glückliches Leben MIT Essstörung geben.

Kannst du dir vorstellen so schnell wie möglich in Therapie zu gehen? Wenn nein: was hält dich ab?

Natürlich herzlich Willkommen im Forum, ich hoffe du findest schnell den Weg zurück.

Naja..
Vielen Dank für die ehrliche und liebe Antwort - welche Erfahrungen hast du selbst denn mit Essstörungen und Therapie?
Ich denke, mein blödes Ego denkt noch immer, dass ich das alleine in den Griff bekomme - außerdem will ich meinem Freund, meiner Familie und meinen Freunden nicht gestehen, wie es mir geht, da ich nicht mit Dauermitleid leben kann...
Am schlimmsten ist, das mein gesamter Lebensrhrythmus vom Essen und Nicht-Essen geprägt ist und alles, was ich zu mir nehme, auf die Waagschale gelegt wird...
Irre, was die Psyche mit einem aufführt

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24. Februar 2015 um 17:48
In Antwort auf carola_12856771

Naja..
Vielen Dank für die ehrliche und liebe Antwort - welche Erfahrungen hast du selbst denn mit Essstörungen und Therapie?
Ich denke, mein blödes Ego denkt noch immer, dass ich das alleine in den Griff bekomme - außerdem will ich meinem Freund, meiner Familie und meinen Freunden nicht gestehen, wie es mir geht, da ich nicht mit Dauermitleid leben kann...
Am schlimmsten ist, das mein gesamter Lebensrhrythmus vom Essen und Nicht-Essen geprägt ist und alles, was ich zu mir nehme, auf die Waagschale gelegt wird...
Irre, was die Psyche mit einem aufführt

Gerade weil es die Psyche ist,
ist hier auch der richtige Ansatzpunkt. Es geht um die Heilung deiner Seele, nicht nur um eine Änderung deines Essverhaltens. Du wirst schon bisherige Denk- und Verhaltensschemata ändern müssen, dich von alten dysfunktionalen Bewältigungsstrategien verabschieden und neue erlernen müssen.Wie willst du das denn ohne psychologische Anleitung allein schaffen können?

LG Nus

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24. Februar 2015 um 18:18
In Antwort auf carola_12856771

Naja..
Vielen Dank für die ehrliche und liebe Antwort - welche Erfahrungen hast du selbst denn mit Essstörungen und Therapie?
Ich denke, mein blödes Ego denkt noch immer, dass ich das alleine in den Griff bekomme - außerdem will ich meinem Freund, meiner Familie und meinen Freunden nicht gestehen, wie es mir geht, da ich nicht mit Dauermitleid leben kann...
Am schlimmsten ist, das mein gesamter Lebensrhrythmus vom Essen und Nicht-Essen geprägt ist und alles, was ich zu mir nehme, auf die Waagschale gelegt wird...
Irre, was die Psyche mit einem aufführt

Du musst dich
von dem Gedanken jemanden zu enttäuschen, weil es dir nicht so gut geht, wie sie erwartet haben. Es ist eben passiert, und jetzt willst du es ändern - wie kann man dir denn da einen Vorwurf machen? Das geht so schnell in sowas reinzurutschen, das kommt schon fast wie von jetzt auf gleich.

Wärst du denn von jemandem enttäuscht, wenn er/sie gestehen würde krank zu sein, aber sich schnellst möglich in Therapie zu begeben? Ich vermute nicht. Du musst dich mit liebenden Augen betrachten - so wie eine beste Freundin.

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24. Februar 2015 um 21:35

Hallo
Ich selber bin noch neu in diesem Forum und stehe noch ganz am Anfang meines Weges wieder zurück. Aber es gibt eine Entscheidung die ich niemals bereuen werde!! Ich habe mit meinem Partner darüber gesprochen, natürlich ist da jeder anders und jedem hilft etwas anderes, aber er ist überhauptnicht ständig bemitleidend oder sowas. Er hilft mir momentan dabei das zu tun wozu mir vllt die diziplin fehlt. Er errinert mich ans essen und ich muss ich zb fotos von dem schicken was ich esse. Er stellt es aber auch nicht in den mittelpunkt der beziehung. Ich kenne deinen Freund natürlich nicht, aber ich finde grade wenn ihr zusammen wohnt kann er dich sehr gut unterstützen! Ich habe selber immer wieder den Gedanken du musst das alleine schaffen, so schwach kannst du doch nicht sein, dass du das nicht alleine schaffst, du hast doch schon ganz andere sachen durch gemacht. Aber er errinert mich immer wieder daran, dass ich es nicht alleine schaffen muss!! Dass ich nicht alleine bin. Er gibt mir Kraft!

Ich wünsche dir ganz viel Kraft! Und dass du den für dich richtigen Weg findest!

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25. Februar 2015 um 19:35


Vielen, vielen Dank für eure aufmunternden und bekräftigenden Worte.
Zu euren Fragen - ja, ich friere eigentlich immer, meine Periode bekomme ich aufgrund der Spirale sowieso schon länger nicht mehr - achja und meine Haare leiden schrecklich, sie sind total dünn und gehen mir schnell aus... Außerdem bin ich sooo leicht reizbar, wenn ich weiß, dass ich heute nichts mehr essen "darf" - irre eigentlich, wie einen die eigene Psyche austrickst...
Ich hasse das Ganze so und es tut mir so gut, von euch zu hören, dass ich mit all diesen Gedanken nicht alleine bin
Ich überlege immer mehr, eurem Rat zu folgen und meinen Freund einzuweihen (er merkt ja wohl, dass irgendetwas faul ist, aber ich denke, er will mich nicht bedrängen und solange ich "normal" aussehe, wird mein ganzes Dilemma wohl kaum auffallen)
Was ich jetzt auf jeden Fall probiere, ist das mit den kleinen Mahlzeiten alle 2-3 Stunden, damit kann ich mich vielleicht selbst ein bisschen überlisten

Vielen Dank einstweilen für die wertvollen Kommentare - ich halte euch auf dem Laufenden!

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25. Februar 2015 um 19:44
In Antwort auf blamimibla

Du musst dich
von dem Gedanken jemanden zu enttäuschen, weil es dir nicht so gut geht, wie sie erwartet haben. Es ist eben passiert, und jetzt willst du es ändern - wie kann man dir denn da einen Vorwurf machen? Das geht so schnell in sowas reinzurutschen, das kommt schon fast wie von jetzt auf gleich.

Wärst du denn von jemandem enttäuscht, wenn er/sie gestehen würde krank zu sein, aber sich schnellst möglich in Therapie zu begeben? Ich vermute nicht. Du musst dich mit liebenden Augen betrachten - so wie eine beste Freundin.

Es ist
einfach so schwer über seinen Schatten zu springen und etwas, das jetzt schon ein paar Jahre Teil meines Lebens ist, preiszugeben - das war wie ein Geheimnis, das ich vor mir selber hüte

Natürlich würde ich selbst es wollen, wenn sich zum Beispiel meine Schwester in so einer Angelegenheit UNBEDINGT und SOFORT von mir und allen kompetenten Menschen auf dieser Welt helfen lässt, aber ich ringe noch immer mit der Idee, das selbst in den Griff zu kriegen...

Vielen lieben Dank für deinen Rat auf jeden Fall, ich weiß das sehr zu schätzen

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25. Februar 2015 um 22:29
In Antwort auf carola_12856771

Es ist
einfach so schwer über seinen Schatten zu springen und etwas, das jetzt schon ein paar Jahre Teil meines Lebens ist, preiszugeben - das war wie ein Geheimnis, das ich vor mir selber hüte

Natürlich würde ich selbst es wollen, wenn sich zum Beispiel meine Schwester in so einer Angelegenheit UNBEDINGT und SOFORT von mir und allen kompetenten Menschen auf dieser Welt helfen lässt, aber ich ringe noch immer mit der Idee, das selbst in den Griff zu kriegen...

Vielen lieben Dank für deinen Rat auf jeden Fall, ich weiß das sehr zu schätzen

Stell dir vor
es wäre Wirklichkeit und deine Schwester würde dich bitten/raten schnell in helfende Hände zu begeben. Würdest du gehen? Es ist ja nicht so, als wäre es nicht Realität, deine Liebenden würden es dir zu 100% raten, aber sie wissen es ja nicht. Du kennst den richtigen Weg, beschreite ihn und überlege dir keine schadenfeinigen Gründe krank zu bleiben.
Lies mal ein bisschen was andere Frauen schreiben, die die Krankheit so lange zugelassen haben. Sie berichten dir von Elend und Leid, von Trennung all ihrer Lieben, von Isolierung und Leere. Das wird auch deine Zukunft sein wenn du dich nur damit beschäftigst warum du nicht in Therapie gehen kannst, anstatt dich um eine lebenswerte Zukunft ohne Essstörung.

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