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Ich werde wahnsinnig

19. Februar 2013 um 10:58

Hallo ,
ich bin ganz neu hier und weiss auch gar nicht wie und wo ich anfangen soll ...
ich bin fast 44 , 163 cm und wiege zwischen 43 und 44 und habe eine starkes Essproblem , und das schon über viele viele Jahre ... es gibt Tage da seh ich mich völlig normal und dann gibt es diese Tage wo ich mich in jedem Spiegel dick sehe .... ich gehe jeden Morgen auf die Waage und wenn ich 500 gramm mehr wiege wie sonst , ess ich einfach nicht mehr ... bzw. ganz ganz wenig ... Wenn ich mit Freunden und Familie darüber sprechen will , bekomm ich nur zu hören ... du bist nicht dick oder du spinnt ... das hilft mir irgendwie nicht weiter ... ich habe das Gefühl ich werde nicht Ernst genommen ... Warum kann ich mich denn nicht so sehen , wie ich wirklich aussehe ???? Wie geht das aus meinem Kopf weg ??? Vielleicht mag mir ja jemand antworten , würde mich sehr freuen ....

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19. Februar 2013 um 11:19

Mir geht...
...es ganz genauso! Ich leide auch schon seit über 20 Jahren an meiner ES, hatte es aber immer geheim halten können, weil ich mich so unendlich geschämt u gehasst hatte für mein Verhalten, die ganzen Jahre über...

Dann im Feb 2012 hatte ich einen total-Kollaps, ich war da 41 Jahre alt: Nervenzusammenbruch, ambulant aufgefangen, Suche nach Klinik, dann schließlich Tagesklinik, weil ich meine Kinder nicht alleine lassen wollte/konnte, seit Sommer bis heute weiter ambulant. Diagnosen: atypische Anorexie, depressive Episode, PTBS und neben der Essstörung andere Suchtverhalten.

Seit ich im März 2012 das ERSTE MAL IM LEBEN (!!!) überhaupt von meiner ES sprechen konnte (sprechen war das kaum, naja), ist so immens viel passiert in mir! Ich weiß nicht, ob du diesen ersten Schritt schon getan hast: die Einsicht, dass du krank bist, und das auch ausdrücken können! Danach die TK war auch mega hammer wichtig - meine Symptome wurden ganz von alleine weniger.

Hier wird oft geschrieben, dass man in "fortgeschrittenem" Alter, "so ab Mitte 20" (bitte nicht lachen, die meinen das hier echt so!) kaum mehr was machen könne!!! Nicht ernst nehmen, diese Kommentare hier, das ist vollkommener Blödsinn. Außerdem bin ich einfach so verzweifelt, dass mir gar nichts anderes übrig bleibt, als zuversichtlich zu sein, dass auch angeblich chronisch Kranke (also mit einem Leidensweg, der eben schon so lange dauert) noch einen Weg finden können. Ich weine jedesmal so sehr, wenn ich es wieder nicht geschafft habe, mit meinen Kindern normal zu essen. Und das ist jeden Tag der Fall. Jeden Tag. Seit ach ich weiß nicht wie lang.

Aber ich glaub dran und ich kämpfe jede Minute weiter und ich würde dir so gerne sagen können, dass du auch kämpfen kannst für dich! Egal wie alt deine ES ist! Nur: solltest du den Weg in die Therapie wagen! Ich hab gut reden, denn ich glaube, wäre ich vor einem Jahr nicht ganz zusammengeklappt, hätte ich es vor Angst und Scham und Hass sicher auch kaum geschafft.. weiß nicht. Na jedenfalls möchte ich dir gerne Mut machen, dir professionelle Hilfe zu holen. Irgendwelchen Menschen, und sei es deinen Familienmitgliedern, dabei zuzuhören, wie sie dein Problem banalisieren und verlachen, macht es nur schlimmer. Deine ES ist ein Symptom! Es ist der Weg, den sich deine Seele ausgesucht hat, um dir zu signalisieren, dass sie Hilfe braucht! Es ist ein Symbol und als solches höchst wertvoll! Sieh also hin! Nimm deine ES als Möglichkeit wahr, der Not deiner Seele Abhilfe schaffen zu können.

So ungefähr versuche ich es und dieser Ansatz hat schon viel bewirken können....

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19. Februar 2013 um 12:33

Neu hier
Hallo!
Erstmal: ich bin neu hier und noch nicht ganz sicher, ob ich hier richtig bin...
Ich bin erst 18 und gehe noch zur Schule (mache demnächst Abitur). Ich weiß nicht so wirklich wo ich anfangen soll, ich weiß noch nicht mal ob das wirklich Bulimie war, was ich hatte... jedenfalls, vor ca. 3 Jahren fing ich an mit dem Brechen und merkte, aha, ich kann essen, was ich will und nehme kein Gramm zu... ich wusste natürlich dass es nicht gut für mich war... begann mich mit dem Thema ES zu beschäftigen (teilweise gezwungenermaßen durch Referate in der Schule)... dazu kam dass sich meine Eltern trennten und ich in der Schule absackte... ich suchte mir immer andere Supermärkte, um dann schon auf der Heimfahrt das ganze Zeug zu fressen...hin und wieder ging ich zum Kotzen in den Wald wenn z.b. Gäste da waren und es einfach raus musste... meine Familie wusste von nichts, ich hätte im Traum nicht daran gedacht, irgendjemand davon zu erzählen... irgendwann wusste ich aber, dass ich damit aufhören muss... ich war schon so isoliert...
vor ca. 1,5 Jahren habe ich es geschafft: die Dauer zwischen den FA wurde länger... ich fühlte mich so schlecht, wenn es dann doch mal passierte aber die Fa wurden weniger!! vor ca. 9 Monaten hat es ganz aufgehört. Immer seltener taucht der kleine Teufel auf, der mich zum essen-in-mich-hineinstopfen verführen will und so langsam habe ich das gefühl, ich bin "übern berg" wie man so schön sagt, mache auch mehr Sport.

SO. Nun aber zu meiner eigentlichen Frage: Wie finde ich zurück ins Leben?
Wie ernähre ich mich richtig? Ich kann mich nicht daran erinnern dass ich irgendwann mal "normal" gegessen habe...
Was tut ihr, um nicht wieder "rückfällig" zu werden?
Wie finde ich mich schön?
Seit einem jahr habe ich einen Freund, der mir wirklich unglaublich viel gibt. Er ist so wundervoll, ich würde ihm so gerne von allem erzählen, aber es ist so unglaublich schwer!! Es ist ein so unglaublich schönes Gefühl, zu wissen, dass es jemand da draußen gibt, der einen liebt und schätzt. Warum kann ich mich ihm denn nicht öffnen - körperlich wie geistig???
Er sagt mir so oft, dass ich wunderschön bin; wie kann ich das auch selbst erkennen???
Und ich bin so gefühlsduselig, ich bin schon beim Schreiben die ganze Zeit am heulen...
Ich will doch nur normal sein...

Ich hoffe ich nerve hier niemanden!!
Ich wollte das einfach mal loswerden, vielleicht hat ja jmd. ein paar tröstende Worte...

Und Sanne, was du da schreibst über das "nicht-ernst-genommen-werden": Auch ich nörgel ziemlich oft an meinem Körper rum, höre von anderen aber nur "Du bist doch schlank" "weiß gar nicht was du hast" "Du hast Probleme..."
ich kann es gar nicht beschreiben: irgendwo weiß ich dass ich schlank bin, andererseits hab ich Tage, an denen ich mich in mein Zimmer verkriechen und niemand sehen möchte und ich mich einfach nur fett fühle...
Ich glaube uns fehlt es allen Selbstvertrauen (ich weiß zumindest, dass es bei mir so ist, bin eher introvertiert)
Versuche mal zu überlegen, was dich genau an dir (wahrscheinlich an deinem Körper) stört!! Mir hat es außerdem geholfen, als unsere Waage kaputt war...

Ich kann jedenfalls nur sagen, 43 Kilo bei 1,63cm SIND wenig, VIEL zu wenig!! Soviel wiegt vielleicht ein 10-jähriges Kind.
Versteh mich nicht falsch, ich willl dich hier nicht anklagen! Ich finde es sehr mutig, dass du hier über deine Sorgen sprichst/schreibst und dass du einsiehst, dass etwas nicht stimmt! Das ist der erste Schritt!!
Doch bitte, tu DIR SELBST einen Gefallen und wende dich an Leute, da auf so etwas ausgebildet worden sind, es gibt SPEZIALISTEN für sowas!
Wenn dir jemand auf dieser Welt wichtig sein sollte, dann bist DU es selbst!!

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