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Ich möchte in eine Klinik Einziges Problem: Meine Mum

17. Mai 2012 um 17:03 Letzte Antwort: 17. Mai 2012 um 19:38

Guten Tag ihr Lieben,

ich bins wieder mit einem neuen aufgetauchten Problem, das für mich sehr wichtig ist.

Es geht um eine Klinik. Eher gesagt möchte ich auch stationär aufgenommen werden, damit ich einen großen Schritt Richtung Gesundwerden hinter mich bringen kann. Zur Zeit mache ich wieder einmal ein neues Praktikum unten in der Küche eines Krankenhauses, aber im Büro. Neben einer "Ernährungsassistentin" verbringe ich meine Stunden. Sie ist selber erst 22 Jahre alt und ich habe ihr sehr schnell mein ganzes Herz ausgeschüttet. Ihr Vertrauen habe ich auch schnell gewonnen und sie hat viel mit Essstörungen zutun. Sie hat selber zwei gute Freundinnen, die nach dem Aufenthalt einer Klinik auf einem guten Weg sind.
Zur Zeit esse ich zwar -normal-, aber ganz gesund bin ich einfach noch nicht. Immernoch kreisen Gedanken ums Abnehmen in meinem Kopf herum und überhaupt habe ich noch viele Anzeichen einer Magersucht. Sie rät mir, dass ich in eine Klinik gehen sollte.
Später möchte ich unbedingt etwas mit Ernährung machen, weil mir das Thema liegt und es mich wirklich sehr interessiert. Aus dem Grund alleine sollte ich in eine Klinik, meinte sie. Nur wenn ich dort war und dann den Weg zu meinem Traumberuf einschlage, kann es was werden. Die Klinik soll mich einfach festigen, sodass ich nicht mehr so ein großes Risiko habe, wieder in die Magersucht zu rutschen.

Alles schön und gut. Gestern habe ich mir Kliniken angesehen, also im Internet, und habe auch eine geeignete gefunden, die ich gerne besuchen würde.
Heute habe ich meine Mum darauf angesprochen und ihr versucht klarzumachen, dass ich das wirklich möchte und es nur gut für mich ist. Dass ich immernoch krank bin, auch wenn ich normal esse. Dass ich immernoch die Gedanken und weitere Anzeichen einer Essstörung habe und ich diese loswerden möchte.
Ihre Antwort war ganz klar: Sie möchte es nicht.
Sie möchte, dass ich zu Hause bleibe. Sie meint, dass ich mich schon so schön gebessert habe und meine ganze Persönlichkeit sich zum Positiven gewandelt hat und ich aus diesem Grund keine Klinik bräuchte. Therapiestunden einmal in der Woche würde sie okey finden.
Die 22-Jährige vom Praktikum sagt aber, dass nur Therapie nicht viel bringen würde. Ich müsste komplett aus meinem Alltag rausgenommen werden, damit ich wieder Heilungschancen hätte und dies würde nur in einer Klinik funktionieren.

Ehrlich gesagt hört sich das kompliziert an, ich weiß.
Ich könnte hier noch meterlange Texte weiterschreiben, aber das würde alles nur noch komplizierter machen.
Ich stehe zwischen zwei Personen und weiß nicht, was ich machen soll.

Ich bin für eine Klinik, das steht fest. Sie wird mir helfen und nicht alles noch schlimmer machen.

Mum hat auch gesagt, dass ich mir erstmal alles anschauen soll, wie das mit der Anmeldung geht und was man dafür braucht. Wie schnell ich eingewiesen werde könnte und bla und blub.
"Dann können wir weiter reden."
...Das waren ihre letzten Worte.

Ich weiß nicht, was ich machen soll.

Das Gespräch mit meiner Mum begann auch gleich mit Tränen meinerseits, die während des ganzen Gesprächs nur noch stärker wurden. Mit lautem Schluchzen und noch mehr Tränen kam ich dann in meinem Zimmer an und wusste nicht mehr weiter.

Jetzt habe ich mich zusammengerissen und hier diesen leider viel zu langen Text verfasst.
Tut mir leid, dass er so lang geworden ist

Ich wünsche euch noch einen schönen Tag und bitte wirklich um ernst gemeinte Tipps und Ratschläge, die mir weiterhelfen können.

Eure Amy <3

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17. Mai 2012 um 17:19


Also erstmal Daumen hoch für dich! Finde es total wichtig und gut, dass du zu dir selbst so ehrlich bist. Respekt!

So wie du es schilderst hört es sich so an, dass deine Ma wahrscheinlich nicht loslassen kann. Ich denke sie klammert und denkt, wenn du zuhause bleibt sie dich "kontrollieren" kann. Vielleicht denkt sie auch, dass sie dir helfen kann. Vielleicht macht sie sich selbst Vorwürfe, dass sie am Anfang deiner Krankheit nicht genug gemacht hat und das jetzt nachholen "muss".

Sie hilft aber damit nur sich selbst und nicht dir. Gib ihr ein paar Tage und red er mit ihr, wenn sie sich etwas beruhigt hat! Oder stell sie vor die vollendete Tatsache, wenn du alles in trockenen Tüchern hast. Geh zu deiner Krankenkasse und stell den Antrag. Du kannst dort darauf bestehen, dass deine Mutter keine Infos bekommt. Vielleicht kann die Post für die Anträge etc. Zu einer Freundin oder so...

Dann sag deiner Ma, dass du sie lieb hast, aber sie dir nicht so helfen kann, wie so ne Klinik. Es muss ja nur ein Ereignis kommen und du wirst "rückfällig".

Wenn deine Ma das nicht akzeptieren kann, solltest du vielleicht zuhause ausziehen?! Es gibt viele Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung, womit du es bestimmt schaffst!!!

Alles Gute für dich! Du schaffst das!

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17. Mai 2012 um 19:38

Dankeschön
für die Antworten

alsooo ....
Ich weiß schon, dass das alles nicht so einfach ist, wie ich es mir vorstelle. Ich gehe in eine Klinik, bleibe 4-6 Wochen dort und bin dann für immer geheilt und habe nie wieder ein Problem mit Essen. Natürlich geht das nicht so einfach. Leider. Aber gerade diese Hilfestellung und diesen ersten Anlauf in ein Leben, in dem ich versuche wieder zu mir selber zu finden, genau das brauche ich. Und genau danach suche ich. Ich möchte wissen, wie es ist, therapiert zu werden. Ich weiß, dass man dann mit Heulkrämpfen zutun hat und man auch Rückschläge erleben kann und Jemanden etwas erzählen muss über sein eigenes Leben, den man nicht kennt.
Aber ich möchte gerne in eine Klinik, um den Start, um den Anfang, richtig gesund zu werden, auch psychisch, zu erleben.
Ausziehen werde ich noch nicht, ich bin nun 17 und kann nicht einmal Wäsche waschen

Es ist einfach verdammt schwierig, wenn die eigene Mutter nicht hinter dem steht, das vielleicht sogar dein Leben retten kann.

Wahrscheinlich muss ich wirklich noch einmal so ein unangenehmes Gespräch führen, um mein Ziel zu erreichen.

Ich wünsche euch noch einen schönen Abend.

Amy <3

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