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Ich fühle mich verwirrt

19. Januar 2015 um 9:56 Letzte Antwort: 19. Januar 2015 um 14:02

Hallo ihr Lieben!

Ich bin neu hier im Forum und wollte fragen, ob vielleicht jemand von euch Lust hat zu reden?
Vor ca. 4-5 Jahren hat meine Magersucht angefangen. Ich war damals auch ein mal im Krankenhaus und hatte einen Stationären Klinikaufenthalt. Mein Abi habe ich trotz Erkrankung ziemlich gut geschafft und bin darauf entgegen dem Willen meiner ehemaligen Therapeutin (sie war echt mies) ein Jahr ins Ausland für einen Freiwilligendienst nach Neuseeland gegangen. Es war zuerst zwar ziemlich schwierig, aber ich habe es geschafft, dort nicht abzunehmen und eines der schönsten Jahre meines Lebens dort erlebt. Es war immer mein Wunsch und Traum, nach dem Abi ins Ausland zu gehen, so weit wie möglich weg von zu Hause.
Letztes Jahr habe ich dann meinen zweiten Traum verwirklicht, mit einem Jahr in Spanien und dort Spanisch gelernt. Die Esstörung war zwar immer präsent, aber ich habe mein Gewicht mehr oder weniger im oberen Untergewicht gehalten.

Jetzt ist es so, dass ich mich letzten Oktober für ein Studium eingeschrieben habe, was mir aber mittlerweile überhaupt nicht mehr gefällt. Ich habe große Versagensängste und fühle mich ziemlich verzweifelt und überfordert. Es ist nun so, dass ich ziemlich gut und auch ohne Verbote esse und auch im Normalgewicht bin, sprich BMI zwischen 20 und 21, mich manchmal aber wieder zurück sehne zu der Zeit, in der ich vermeintlich "Kontrolle" hatte. Ich habe versucht wieder etwas weniger zu essen, was mein Körper aber gleich verneint hat und ich wieder mehr gegessen habe. Öfters mal kommt es jetzt vor, dass ich aus Frust einfach Dinge esse, ohne es zu wollen und ich habe Angst (wie fast alle) noch mehr zuzunehmen. Ich fühle mich einfach so nutzlos und als würde ich nichts schaffen. Manchmal ist es so, dass ich meinen Körper vor dem Spiegel echt in Ordnung finde und normal, sogar dünn und dann kommen Phasen, in denen ich mich nur ansehe und denke: "oha, hier habe ich aber echt viel zugenommen und mein Bauch ist auch nicht mehr durchtrainiert.?!X."

Ich habe einfach keinen mit dem ich reden könnte und wünschte manchmal, ich würde aus irgendeinem Grund wieder so dünn wie früher sein (was natürlich nicht gut ist).

Vielleicht hat jemand Lust mit mir zu schreiben?

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19. Januar 2015 um 14:02

Hey!
Ich glaube, dass es nicht nur die "Kontrolle" ist, sondern dass ich damals für nichts aufnahmefähig war, sprichwörtlich abgeschottet vom Leben war, zurückgezogen und einfach alles ausblenden konnte.
Mittlerweile fühle ich mich manchmal so runtergezogen davon, dass ich das Studium nicht schaffe. Ich war damals sehr leistungsorientiert und habe immer gute Noten geschrieben und dadurch Bestätigung bekommen, hatte sogar Spaß am lernen. Jetzt gehe ich schon seit einer Weile nicht mehr zu den Vorlesungen, da es überhaupt keinen Spaß macht.. ich habe mich aber positiverweise für ein anderes Studium beworben.

In der Verzweiflung waren die ersten Gedanken wieder das "weniger essen" (was nicht gut ist!), aber es geht einfach nicht mehr, mein Körper hat da wohl eine Blockade/Schutz entwickelt und das frustriert mich wieder. Ich weiß, es ist nicht gut, die Unzufriedenheit mit der Magersucht zu kompensieren..vielleicht ist es auch gut, dass ich es derzeit nicht mehr schaffe.

Jetzt wo du es sagst, es kann gut sein, dass ich so einfach es klingen mag, mehr unternehmen sollte. Während meinen Auslandsjahren war ich immer viel unterwegs und habe mit Freunden etwas unternommen, war Tanzen, habe Yoga und Tennis ausprobiert. Vielleicht ist es das, was mir fehlt.. Im Moment bin ich nämlich nur noch zu Hause, kann mich nicht auf die Uni konzentrieren, schiebe Frust und dekoriere die Wohnung von mal zu Mal um, auf der Suche nach etwas zu tun.. Da fühle ich mich ab und zu einfach in die Landschaft gestellt, als sinnloses Objekt. So komisch das auch klingen mag.

Lieben Dank für deine Gedankenanstöße, amelie11115.

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