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Ich brauche eure Hilfe!

12. Februar 2015 um 12:57

Hey, ich brauche eure Hilfe. Ich selber habe keine Essstörung. Doch meine Cousine hat Magersucht. Ich habe mir jetzt viele Beiträge von euch angeschaut und bin sehr beeindruckt und wünsche euch natürlich erst Mals ganz viel Glück, Kraft und Unterstützung von Freunden und Familie! Auf jeden Fall hab ich einfach kein Plan was ich jetzt tun soll . Es ist schon etwas länger bekannt das sie die Essstörung hat, ich habe sie jedoch nie darauf angesprochen weil ich mir überlegt habe: Sie hat überall - also in ihrer Klasse, bei ihr Zuhause und bei ihren Freunden das Thema Essen, essen, essen - da wollte ich einfach die Person sein bei der sie nicht daran denken oder darüber reden muss. Nach ca. einem Jahr ging es ihr dann auch tatsächlich besser da sie auch wöchentlich eine Therapiesitzung hat und jeden Monat zusammen mit ihren Eltern, die sie wirklich toll unterstützen, eine Familiensitzung besucht. Aber jetzt hat sie wieder einen Rückfall gehabt und langsam weiß ich nicht mehr was ich machen soll weil auch viele aus der Familie auf mich zukommen und sagen ich soll doch mal mit ihre reden da meine Cousine und ich ein super Verhältnis zu einander haben und sie mit mir auch reden kann und ich eigentlich die einzige Person bin bei der sie offen ist, da sie sich durch die Krankheit sehr zurück gezogen und verändert hat. Aber ich bin so im Zwiespalt ob es ihr jetzt gut tut mit mir darüber zu reden, oder ob das unsere Beziehung zerstört... Das soll jetzt nicht egoistisch klingen! Aber am liebsten wäre mir halt das ich mit ihr reden kann ohne das das etwas an unserem Verhältnis ändert. Aber ich weiß nicht wie sie reagiert. Und ich wollte euch einfach mal fragen was euch denn geholfen hat? Also was ihr darüber denkt und ich wäre euch so dankbar über eure Hilfe! Fall es euch hilft, meine Cousine ist gerade erst 15 geworden. Mit 13 ist sie Erkrankt (Schreibt man erkrankt? Ich will niemanden verletzten!).

Ich wäre euch sehr dankbar wenn sich jemand die Zeit nehmen würde den Text zu lesen und mit bestenfalls auch zu antworten!

Liebe Grüße, Tatjana.

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12. Februar 2015 um 14:44

Hallo Tatjana,
Rückfälle sind während der Behanldung der Essstörung keine Seltenheit. Du musst dir vorstellen,dass die Essstörung deiner Cousine viel Halt im Leben gibt und sie muss lernen neuen Halt zu finden, der ihr nicht schadet. Und manchmal kommen die Frauen an einen Punkt an dem sie so Angst haben zu fallen, dass sie wieder in ihr altes Verhalten zurückflüchten. Natürlich ist das nicht schön, aber mit Unterstützung und wenn man es nicht überdramatisiert kann sie schnell wieder auf den rechten Weg zurückfinden. Es ist ja nicht so als hätte sie jetzt alles hingeworfen. Sie ärgert sich bestimmt sehr über das was passiert ist und ist schon wieder mächtig am Kämpfen. Sag ihr einfach, dass du immer für sie da bist und es ganz toll findest wie stark sie ist und wie hart sie kämpft. Anerkennung und die Bestätigung das sie sich sehr verändert hat ist wichtig. Durch den Rückfall ist ja nicht alles verloren und sie steht wieder bei 0.

Eure Familie stellt sich vor, dass du mal ganz nett mit ihr redest und dann kommt sie wieder zurecht - so ist das nicht. Es ist ein Prozess der Zeit braucht und Tag und Nacht, die ganze Woche, den ganzen Monat und das ganze Jahr anhält. Wenn ihr jetzt alle überdramatisiert und in Alarmbereitschaft seid, dann verunsichert das deine Cousine nur und sie hat noch einen weiteren Punkt an den sie zu kämpfen hat. Essgestörte sind hochsensibel, deshalb ist es wichtig authentisch zu sein - das ist besonders haltgebend.

Alles Liebe für dich, deine Familie und für deine Cousine.

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12. Februar 2015 um 16:03

Danke
Vielen Dank für eure so schnellen Antworten! Ich hoffe auch das sie von selbst auf mich zu kommen wird wenn die das Bedürfnis danach hat mit mir zu reden, ich wüsste ehrlich gesagt auch nicht wie ich das Gespräch anfangen sollte. Ja das Problem mit der Therapie ist das sie nicht mal die Therapeutin an sich heran lässt, ist das normal? Sie redet nicht mit ihr. Sie macht einfach das was man zu ihr sagt. Das ist dass nächste Problem. Bedeutet: Gerade wenn Gäste zu besuch sind, und ihre Mutter sagt sie muss jetzt den ganzen Teller leer essen, dann isst sie halt den ganzen Teller leer. Klar, das ist anders wenn wir nicht da sind, da wird dann wegen 20 kcal diskutiert, aber wenn halt Besuch da ist läuft das so. Jetzt habe ich halt auch Angst das sich die Magersucht ausweitet und sie das zugenommene danach wieder, ich sag mal "los werden will"... Aber das sind wahrscheinlich die normalen Ängste .
Darf ich fragen was euch gegeben hat? Also was kann sowas sein? Bei mir ist es zum Beispiel der Sport, doch das wäre doch sehr kontraproduktiv...

Vielen Dank noch mal! Und viel Glück.

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12. Februar 2015 um 17:16
In Antwort auf jolana_12887797

Danke
Vielen Dank für eure so schnellen Antworten! Ich hoffe auch das sie von selbst auf mich zu kommen wird wenn die das Bedürfnis danach hat mit mir zu reden, ich wüsste ehrlich gesagt auch nicht wie ich das Gespräch anfangen sollte. Ja das Problem mit der Therapie ist das sie nicht mal die Therapeutin an sich heran lässt, ist das normal? Sie redet nicht mit ihr. Sie macht einfach das was man zu ihr sagt. Das ist dass nächste Problem. Bedeutet: Gerade wenn Gäste zu besuch sind, und ihre Mutter sagt sie muss jetzt den ganzen Teller leer essen, dann isst sie halt den ganzen Teller leer. Klar, das ist anders wenn wir nicht da sind, da wird dann wegen 20 kcal diskutiert, aber wenn halt Besuch da ist läuft das so. Jetzt habe ich halt auch Angst das sich die Magersucht ausweitet und sie das zugenommene danach wieder, ich sag mal "los werden will"... Aber das sind wahrscheinlich die normalen Ängste .
Darf ich fragen was euch gegeben hat? Also was kann sowas sein? Bei mir ist es zum Beispiel der Sport, doch das wäre doch sehr kontraproduktiv...

Vielen Dank noch mal! Und viel Glück.

Hallo Tatjana,
das Verhalten der Familie deiner Cousine gegenüber ist nicht wirklich hilfreich. Im Endeffekt liegt ihr Glück allein bei ihr. Verbildlicht könnte man sagen ihr reicht ihr die Hand, aber ob sie sie nehmen will/wird ist eine andere Sache. Es liegt in ihrer Verantwortung ob sie isst, nicht isst oder das Essen wieder los wird.

Ihre Familie ist in der Co-Abhängigkeit, sie erhalten somit die Symptomatik aufrecht. Was ist das für eine Machtdemonstration mit seiner Mutter um 20 kcal zu streiten - und wie machtlos ist ihre Mutter, wenn sie mit ihr darum streiten muss. Verstehst du was ich meine? Magersucht hat die ganze Familie im Griff. Und wenn die Familie da nicht durchblickt und nicht weiß wie sie agieren muss, dann ist das sowieso ein Schrecken ohne Ende.
Klingt so als wären alle ein eingespieltes Team die Essstörung aufrecht zu erhalten - warum sollte deine Cousine also irgendwas daran ändern müssen?

Sport als Ventil und als Ausgleich ist natürlich immer eine gute Option, aber erst, wenn sie im Normalgewicht ist.

Ich würde dir raten nicht unbedingt über Essstörung mit deiner Cousine zu sprechen - selbst wenn sie es anspricht, nicht unbedingt. Ich meine guck, du bemühst dich schon im Forum um sie. Sie wird von allen umsorgt, bepuschelt und bemuttert und das als Belohnung für ihre pure anorektische Lebenseinstellung. Da brauchst du nicht unbedingt noch mit einsteigen.
Es ist die natürlich Reaktion von Menschen sich um den anderen zu kümmern wenn er krank ist, aber das ist keine Grippe wo man mit viel Liebe Suppe kocht und das Kissen aufschüttelt. Die Magersucht ist ein herrschsüchtiges und raffiniertes Monster das alle knechten will die um sie herum sind.
Kümmern bei Magersucht heißt nicht zwangsläufig bemuttern und bepuscheln, sondern vor allem konsequenz und authentisches Handeln.

Solange deine Cousine diese Haltung hat, kann keiner was für sie tun. Eine ernsthafte Konfrontation würde wohl helfen, aber sowas sollte nur ein erfahrener Therapeut tun. Oder ihr wartet bis sie mächtig damit auf die Schnauze fällt und gesund werden will. So oder so, da sind euch die Hände gebunden.

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13. Februar 2015 um 23:12

Liebe tatjana
ist jetzt zwar nicht passend zum Thema aber ein sehr hübscher Name übrigens mein zweitname lautet zufälliger weise gleich

so u jetzt zum eigentlichen Thema u grund warum ich schreibe. zunächst einmal hut ab vor deinen Einsatz u deine Besorgnis gegenüber deiner cousine u du hier rat suchst. das find ich ganz große klasse von dir u deine cousine kann echt froh u stolz sein jmd wie dich zu haben

nun zu deiner frage: ich als selbst betroffene wuerde deine cousine nicht auf die ES ansprechen. die ES bestimmt bereits ihr gesamtes Familienleben, sie wird dort nur mehr durch ihre ES definiert, sie weiß aber mittlerweile auch ganz bewusst wie sie ihre Krankheit einsetzen kann um bestimmte Reaktionen von ihren Eltern zu erhalten. sie wird eigentlich nur mehr von dir als Mensch wahrgenommen für alle anderen ist sie bereits "die kranke" . der ganze familienalltag scheint sich nur mehr um ihre Krankheit zu drehen u umso mehr sie Bestätigung dafür bekommt durch ihre Krankheit Aufmerksamkeit zu erlangen u gesehen zu werden, umso mehr wird sie an ihr festhalten (möglicherweise ein grund nur durch dich ES wahrgenommen zu werden als "gesunde" jedoch nicht mehr).

ich denke du solltest ihr auch in Zukunft die Möglichkeit geben, bei dir "mensch ohne ES sein zu können" und nicht "ES mit mensch". sie sollte weiterhin das gefühl haben das man sie auch ohne ihre Krankheit wahrnimmt. etwas anderes ist es wenn sie selbst auf dich mit diesen Thema zukommt. dann würde ich an deiner stelle mit ihr das Thema besprechen u sie erzählen lassen.

Ich weiß auch nicht was ihre/eure Familie sich davon erwartet wenn du mit ihr sprichst. meint sie es wäre dann friede Freude Eierkuchen u die ES würde vom kriegsfeld ziehen u alles wäre wieder in bester Ordnung? außerdem würden sie dir auch eine große last aufbürden u Verantwortung u Enttäuschung wenn auch du ihr nicht helfen kannst. dies alles würde nur dich belasten u in deinen alter solltest du nicht so eine große Verantwortung übernehmen müssen.
eine andere frage: hat sich deine cousine die Therapeutin ausgesucht oder ihre Eltern für sie? oft ist es auch der trotz gerade deshalb nicht mitzuarbeiten weil man selbst nicht gefragt wurde, einfach über einen bestimmt wurde etc. Eventuell ergibt sich ja die Möglichkeit dass sie sich selbst eine ihr sympathische und passende Therapeutin sucht bei der sie sich verstanden und aufgehoben fühlt, der sie vertraut.

eine weitere frage wäre von mir ob ihre Eltern ebenfalls eine Therapie machen. es wäre bestimmt ratsam wenn sowohl die betroffene selbst als auch ihre Eltern separat eine Therapie starten schon alleine damit ihre Eltern sehen in welche co-abhängigkeit sie sich begeben u wie sie durch ihr verhalten ihre tochter dabei unterstützen das System Krankheit aufrecht zu erhalten (natürlich unbewusst). außerdem ist die Situation doch sehr belastend, sowohl für die gesamte Familie als auch für die Beziehung ihrer Eltern zueinander. eine Gesprächstherapie wäre bestimmt eine große Entlastung sowohl für die gefühlswelt als auch der beziehungswelt.

daneben könnte/sollte parallel auch eine familientherapie laufen in der sich alle zu wort melden können, jedoch immer unter den aspekt, dass sich deine cousine auch aufgehoben u verstanden fühlt bei der Therapeutin u nicht das gefühl hat "übergangen" worden zu sein.

Überlegungen zum ersatzventil: ist deine cousine kreativ? zb. malt sie gerne, würde sie gerne ein Instrument lernen bzw. spielt sie eines, fotografiert sie gerne dann könnte sie sich eine Kamera schnappen, oder spielt sie Event. gerne Theater oder dergleichen (Event. gibt es eine amateurgruppe bei euch) oder einen Tanzkurs, yogakurs, strickt oder häkelt sie gerne (es gibt jetzt soviele tolle Anleitungen für die Herstellung von Tieren etc.) u wenn sie vom gewicht her stabil ist könnte sie z.B. auch wenn sie gerne mit Tieren zusammen ist im Tierheim aushelfen beim Gassi gehen u dergleichen, oder die Erfahrung mit Pferden tut sehr gut z.b. gibt es so therapiereiten u dergleichen (therapiereiten beinhaltet vor allem den kontakt mit den Tier am pferderücken nur im schritt ohne sattel einfach zum spüren des Lebewesens seine wärme, kraft, ruhe, Ausgeglichenheit etc. es reicht aber auch schon der kontakt mit den Tieren sprich nur putzen oder streicheln oder neben ihnen zu stehen). sind alles nur mal so Ideen die mir auf die schnelle einfallen würde mich freuen wenn etwas für sie dabei wäre ...

ich hoffe ich habe mich halbwegs verständlich ausgedrückt u konnte etwas helfen u dir ein bisschen mut machen.

fühl dich gedrückt
ps. ich wünschte ich hätte auch so eine tolle cousine gehabt in Anfangsstadium meiner Krankheit.

es wäre schön wenn du uns auf den laufenden halten würdest
alles liebe u ganz viel kraft
traumfänger

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