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Ich bin verzweifelt-bin bulimisch und ritze mich-WARUM???

9. Februar 2014 um 18:23 Letzte Antwort: 11. Februar 2014 um 16:13

seit nun fast seit 2 jahren bin ich bulimisch, mal mehr mal weniger,je nachdem was ich esse...was dazu gekommen ist,ist das ritzen und ich weiß nicht,warum ich das mache!!! ich habe schlechte erfahrung mit dem ritzen gemacht...habe mich immer mit ner fertigrasierklinge geritzt.damit kommt man glücklicherweise nicht tief genug.das problem an der sache,man bekommt beim zweiklingenrasierer auch häßliche 2 schnitte.dann bekam ich einen sinneswandel und habe mir nur die klingen gekauft.ich wollte mich mit der klinge,wie immer ritzen und benutzte den gleichen druck.das ging soo schnell,dass das blut anfing zu spritzen.es hat nicht wehgetan aber ich kriegte das blut nicht mehr zu stoppen. ich habe so panik gekriegt, daß ich statt 112, 110 wählte.der krankenwagen kam und darüberhinaus auch die polizei.die dachten nämlich,mein"freund"hätte mich mit dem messer verletzt.peinlich!!ich kam in die klinik und der schnitt war soo tief,dass er zweimal genäht werden mußte...warum mach ich sowas?ich habe 2 betreuer,die sich nicht die mühe machen,mir aus der misere zu helfen.ich will mich nicht ritzen...was kann ich tun?ich habe nun mal das verlangen,mich zu ritzen.ich weiß aber nicht,warum ich das machen muß.wer kann mir helfen????

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9. Februar 2014 um 18:42

Habe mich auch schon öfter geritzt
Keine Ahnung, wieso ich das tat. Es hat alles damit angfangen, dass ich immer wütend und traurig zugleich war. Vielen hilft auf ein Kissen einzuschlagen, mir nicht. Ich schlug auf mich selbst ein. Beine, Bauch. Ich schlug so heftig, dass ich manchmal noch eine halbe stunde erschöpft am Boden lag. Bekam auch viele blaue Flecken davon. Doch irgendwann reichte das auch nicht mehr. Ich wollte Blut sehen und kaufte mir eines Tages Rasierklingen. Zuhause wartete ich wieder auf den richtigen Moment, in dem ich mich richtig scheiße fühlte und begann mit dem ritzen. Zuerst nur leichte Kratzer, doch das Gefühl machte ,mich süchtig und ich wollte immer tiefer gehen. Doch meine Vernunft ließ mich nie tiefer als 3mm gehen. Das steigerte sich so sehr, dass ich es fast einen Monat täglich tat. Als meine Beine voll waren ( ober-und unterschenkel), begann ich auch am bauch und letztendlich auch an den armen.
Doch bald bemerkte ich dass es schwer wird, das alles zu verstecken und hörte von einem Tag auf den anderen auf.
Dann begann das Hungern...

Ich denke Ritzen ist eine Form der Selbstbestrafung. Ausdruck von Selbsthass und Selbstablehnung. Ich genoss den Schmerz und sagte mir ständig , ich habe nichts anderes verdient. Gleichzeitig hilft es einem, überhaupt wieder zu spüren.. Man fühlt sich innerlich taub und leer und mit ein paar schnitten fühlt man seinen Körper wieder.

Depressionen waren mein Auslöser.. Hast du denn iwelche Probleme , die du nur auf diese Weise zu bewältigen scheinst?

Liebe Grüße

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10. Februar 2014 um 22:47

Na toll. Und jetzt soll mir ein guter Titel einfallen?
Hallo

Du musst Dich keineswegs schlecht dafür fühlen. Schließlich geht es so furchtbar vielen genauso wie Dir. Mir eingeschlossen.
Ich war in einer psychiatrischen Klinik und dort habe ich gelernt, dass ich kein Fehler der Natur bin, nur weil ichDinge tue, für die mich so viele verurteilen oder verurteilen würden, wenn sie es wüssten (Essstörung, Selbstverletzung, Alkohol- und Tablettenmissbrauch,...). Weil ich dort das erste Mal Menschen kennenlernte, die ähnliche Probleme hatten wie ich. So viele Menschen sind genauso wie Du und ich. Glaub mir.
Ich hab vor einer Weile angefangen, ehrlicher mit dem Thema SVV umzugehen, weil ich mit den ganzen Lügen unwohl fühle und weil ich SVV nicht verurteilenswert finde. (Manche Menschen gehen eben durch eine furchtbar schwere Zeit, in der sie um ihr Leben kämpfen müssen.) Und ich habe dabei wirklich interessante Erfahrungen gemacht. Menschen, die auf mich zugehen und eigene Erfahrungen gemacht haben oder Bekannte haben, die davon betroffen. Ich hatte schon ein paar spontane Gespräche mit Fremden, die sich bemühten, zu verstehen und mich um Rat fragten, wie sie mit Betroffenen aus ihren Bekannten-, Freundes- und Familienkreis am Besten umgehen sollten. Mein berührendestes Gespräch war mit einem Vater, dessen Tochter sich ritzte, und in dessen großen Sorge seine tiefe Liebe zu seiner Tochter erkennbar war.
Neben natürlich auch viel Unverständnis sind die Reaktionen der Gesellschaft weitaus positiver als viele annehmen. Die einzigen, durch die ich jemals Beschimpfungen deswegen erhielt, waren meine Familienmitglieder.
Deshalb: Fühle Dich nicht schlecht, wegen dem, was Du machst. Du machst nur einfach eine furchtbare Zeit durch.

Auch wenn Selbstverletzung nicht als Sucht bezeichnet wird, hat es einen suchtähnlichen Charakter.
Deswegen kannst Du nicht aufhören und deswegen höre ich schon viel zu lange im Schnitt ungefähr einmal die Woche auf.
Damit aufhören ist ein ziemliches Problem.
Aber daran sind nicht wir schuld, oder würdest du zu einen Drogenabhängigen sagen, er sei selber schuld daran, dass er nicht aufhört? Vergiss dies niemals, denn: Auch wenn die Mediziner dies nicht tun, zähle ich als Betroffene, und jemand, der leider auch mit vielen anderen Abhängigkeiten Erfahrung hat, die Selbstverletzung zu den Süchten.
Aufhören ist fast unmöglich, aber es wird der Tag kommen, an dem Du und ich es schaffen. Daran glaube ich fest.

Mein Rat: Es gibt Methoden, die wirklich sehr gut gegen Selbstverletzung helfen. Skills und ähnliches. Ich habe all dies in der Klinik gelernt. Wenn Du Dich an einen Psychotherapeuten wendest, kann Dir dieser ziemlich sicher weiterhelfen. Das kann wirklich helfen. Es wurde sogar eine eigene Therapieform gegen selbstschädigendes Verhalten entwickelt. DBT-A. Das zeigt doch, dass es echt helfen kann.

Bleib stark! Unsere Gesellschaft braucht Menschen wie Dich.

Liebe Grüße. Jenny

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11. Februar 2014 um 16:13

Betreuer wechseln
Neben dem sehr guten Ratschlag die Hilfe eines spezialisierten Therapeuten zu suchen ist es unglaublich wichtig die beiden Betreuer schnellstens zu wechseln. Dein Umfeld muss bedingungslos zu Dir stehen und Dich unterstützen. Jedes andere Verhalten ist kontraproduktiv und unverantwortlich!

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