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Ich bin neu und muss NICHT abnehmen

10. September 2012 um 14:38 Letzte Antwort: 12. September 2012 um 20:18

Hallo ihr!
Ich bin neu hier, lese aber schon seit geraumer Zeit mit.

Kurz zu meiner Geschichte:
Ich bin 22 Jahr alt und hatte früher kein gutes Verhältnis zum Essen: In der Grundschule hab ich meine Probleme mit Essen kompensiert, wurde übergewichtig und wurde deshalb gehänselt.
Mit ca. 16 Jahren (mein Gewicht hatte sich eigentlich normalisiert: ca 60 Kilo auf 1,68m) habe ich durch nichts mehr essen, täglich Abführmittel (und viel zu oft auch sich Übergeben) und 1 Stunden Sport am Tag innerhalb von gut 4 Monaten über 10 Kilo abgenommen (auf ca. 49/50).
Irgendwann sah ich ein, dass es so nicht weitergehen kann und ich nahm wieder zu.

Es hat Jahre gebraucht, aber heutzutage geht es mir eigentlich ganz gut (ich habe keine Therapie gemacht, hatte auch einige Rückfälle).
Ich habe mich seit 1 1/4 Jahren nicht mehr übergeben und ich halte ein Gewicht von 57 Kilo (was ich eigentlich als okay empfinde).
Klar habe ich ab und an Phasen, in denen ich abnehmen will und mich zu dick finde (was ich aber - objektiv gesehen - gar nicht sein kann) und ich habe LEIDER immer noch ziemliche Angst vor dem Zunehmen (deshalb sehe ich mich auch noch nicht als 100%ig geheilt an), aber: MAN KANN ES SCHAFFEN, MAN DARF NUR NICHT AUFGEBEN, SONDERN KÄMPFEN!

warum ich hier im Forum gelandet bin?
Naja, ich bin noch nicht komplett geheilt und hoffe hier deshalb auf regen Austausch und auf nette Leute, mit denen man offen über seine Gedanken, die Nicht-ESler meistens nicht nachvollziehen können, reden kann.

Liebe Grüße
rainbowsunrise

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10. September 2012 um 16:14

Hallo rainbow,
dein Gewicht, ein BMI von 20,2 müsste ausreichen, um damit vollständig gesund werden zu können. Dazu fehlt noch ein weiterer Abbau der noch abgeschwächt vorhandenen Gewichtsphobie sowie eine verbesserte Körperakzeptanz. Das siehst du alles richtig, hast ja ohnehin schon viel erreicht. Wichtig ist jetzt, dass du dein Gewicht hältst und den zeitweise aufkommenden Gedanken an eine Gewichtsabnahme auf keinen Fall nachgibst.Von deinem Gewicht her bist du wunderbar schlank.Die entscheidende Frage ist, warum du trotzdem mit deinem Aussehen tageweise nicht zufrieden bist. Was verbirgt sich in Wirklichkeit hinter deiner Unzufriedenheit?

LG Nus

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10. September 2012 um 18:07

Unsicherheit,
man wird sicherlich auch von einem verminderten Selbstbewusstsein sprechen können, und Kommentare zu deinem Gewicht, die du als Verletzungen erlebt hast, sind sicherlich Faktoren, die dich heute an einer Selbstakzeptanz hindern.Damit sind es aber auch die Bereiche, mit denen du dich beschäftigen solltest. Stell dir doch mal die Frage, wie du heute reagieren würdest, wenn ein Mann zu dir sagt, dass du zu dick bist? Warum ist der Kommentar eines einzelnen Menschen so wichtig für dich.Es wird immer wieder unterschiedliche Kommentare zu deinem Aussehen geben.Warum machst du deine Gesundheit und dein Lebensglück abhängig von den Kommentaren anderer? Warum dürfen sie über dein Leben entscheiden und du nicht selbst? Warum darfst du nicht 57 KG wiegen. Weil andere sagen, dass es zu viel ist? Ist das richtig?

Alles Liebe Nus

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10. September 2012 um 18:23
In Antwort auf selver_11957295

Unsicherheit,
man wird sicherlich auch von einem verminderten Selbstbewusstsein sprechen können, und Kommentare zu deinem Gewicht, die du als Verletzungen erlebt hast, sind sicherlich Faktoren, die dich heute an einer Selbstakzeptanz hindern.Damit sind es aber auch die Bereiche, mit denen du dich beschäftigen solltest. Stell dir doch mal die Frage, wie du heute reagieren würdest, wenn ein Mann zu dir sagt, dass du zu dick bist? Warum ist der Kommentar eines einzelnen Menschen so wichtig für dich.Es wird immer wieder unterschiedliche Kommentare zu deinem Aussehen geben.Warum machst du deine Gesundheit und dein Lebensglück abhängig von den Kommentaren anderer? Warum dürfen sie über dein Leben entscheiden und du nicht selbst? Warum darfst du nicht 57 KG wiegen. Weil andere sagen, dass es zu viel ist? Ist das richtig?

Alles Liebe Nus

Zum Nachdenken angeregt
Deine Fragen haben mich zum Nachdenken angeregt.
Natürlich hat jeder eine andere Meinung zu meinem Aussehen und diese Meinungen sollte ich eigentlich nicht wichtig nehmen. Da hast du vollkommen Recht!

Ich muss jedoch anmerken (vielleicht habe ich das nicht richtig ausgedrückt): Dass ich abnehmen will (und da handelt es sich um 1 Kilo, das ich abnehmen will. Ich will gar nicht mehr 50 Kilo wiegen, das war viel zu wenig) kommt ziemlich selten vor: Wenn ich 57,x Kilo wiege, ist alles okay, zeigt die Waage aber mehr als 58 Kilo an, dann will ich wieder abnehmen und zurück zu meinen 57 Kilo kommen. Mit meinen 57 Kilo bin ich also durchaus zufrieden (außer an manchen Tagen, aber solche Tage hat ja so gut wie jede Frau ).

Mir ist klar, dass ich an meinem Selbstbewusstsein arbeiten muss. Hast du da irgendwelche Tipps oder Übungen?

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10. September 2012 um 20:58
In Antwort auf gayla_11886462

Zum Nachdenken angeregt
Deine Fragen haben mich zum Nachdenken angeregt.
Natürlich hat jeder eine andere Meinung zu meinem Aussehen und diese Meinungen sollte ich eigentlich nicht wichtig nehmen. Da hast du vollkommen Recht!

Ich muss jedoch anmerken (vielleicht habe ich das nicht richtig ausgedrückt): Dass ich abnehmen will (und da handelt es sich um 1 Kilo, das ich abnehmen will. Ich will gar nicht mehr 50 Kilo wiegen, das war viel zu wenig) kommt ziemlich selten vor: Wenn ich 57,x Kilo wiege, ist alles okay, zeigt die Waage aber mehr als 58 Kilo an, dann will ich wieder abnehmen und zurück zu meinen 57 Kilo kommen. Mit meinen 57 Kilo bin ich also durchaus zufrieden (außer an manchen Tagen, aber solche Tage hat ja so gut wie jede Frau ).

Mir ist klar, dass ich an meinem Selbstbewusstsein arbeiten muss. Hast du da irgendwelche Tipps oder Übungen?

Es gibt Ratgeber - Bücher,
die dir den Weg zu mehr Selbstbewusstsein aufzeigen. Sie werden dir aber nur kleine Anregungen und Denkanstöße geben. Mehr Selbstbewusstsein bekommt man nur durch die Bewältigung seiner Probleme und Konflikte im Alltag. Man kann es sich nicht anlesen sondern muss es sich hart erarbeiten. Aber es ist natürlich ein lohnendes Ziel.

Einen Zahn muss ich dir allerdings noch ziehen. Du besiegst deine Gewichtsphobie nicht, indem du dich nur alle 2 Wochen wiegst. Die Angst vor dem Wiegen verschwindet nicht, indem du das angstauslösende Ereignis meidest sondern nur, indem du dich dieser Angst aussetzt (sog. Konfrontationstherapie) Du musst lernen, die Angst vor der Zahl auf der Waage zu überwinden. Vielleicht kann dir dein Freund dabei helfen.Ziel sollte dein tägliches Wiegen sein.Am besten machst du es wie Annabell, die sich jeden Morgen erst im Spiegel angesehen und dann gewogen hat. Nachdem sie ihr Aussehen im Spiegel für gut befunden hatte, war die Zahl auf der Waage unwichtig. Annabell ist vollständig gesund geworden. Mach es ihr nach!

LG Nus

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10. September 2012 um 21:40
In Antwort auf selver_11957295

Es gibt Ratgeber - Bücher,
die dir den Weg zu mehr Selbstbewusstsein aufzeigen. Sie werden dir aber nur kleine Anregungen und Denkanstöße geben. Mehr Selbstbewusstsein bekommt man nur durch die Bewältigung seiner Probleme und Konflikte im Alltag. Man kann es sich nicht anlesen sondern muss es sich hart erarbeiten. Aber es ist natürlich ein lohnendes Ziel.

Einen Zahn muss ich dir allerdings noch ziehen. Du besiegst deine Gewichtsphobie nicht, indem du dich nur alle 2 Wochen wiegst. Die Angst vor dem Wiegen verschwindet nicht, indem du das angstauslösende Ereignis meidest sondern nur, indem du dich dieser Angst aussetzt (sog. Konfrontationstherapie) Du musst lernen, die Angst vor der Zahl auf der Waage zu überwinden. Vielleicht kann dir dein Freund dabei helfen.Ziel sollte dein tägliches Wiegen sein.Am besten machst du es wie Annabell, die sich jeden Morgen erst im Spiegel angesehen und dann gewogen hat. Nachdem sie ihr Aussehen im Spiegel für gut befunden hatte, war die Zahl auf der Waage unwichtig. Annabell ist vollständig gesund geworden. Mach es ihr nach!

LG Nus

Irritiert
Also du würdest mir in Bezug auf meine Gewichtsphobie eine Konfrontationstherapie empfehlen?
Mein Plan war nämlich im vergangenen halben Jahr, mich seltener zu wiegen, sodass ich irgendwann nicht mehr die Waage brauche.
Ich habe nämlich früher bei mir beobachtet, dass ich mich zwar schlank fand, doch wenn ich mich dann auf die Waage gestellt habe und sie mir zu viel angezeigt hat, dann habe ich mich plötzlich fett und hässlich gefühlt.

Meinen Umgang mit der Waage (mich also nur alle 2 Woche zu wiegen) würdest du also eher kontraproduktiv sehen, sehe ich das richtig?
Weil eigentlich in ich damit echt gut klargekommen und habe gelernt, mich eher an meinem Körpergefühl zu orientieren als an der Zahl, die die Waage mir anzeigt.

Mein Freund würde mir dabei helfen, aber ich muss ihm wohl erst mal diesen Post von dir zeigen, denn er ist ein totaler Gegner des ständigen Wiegens (er weiß halt, wie ich bin, wenn ich mich zu sehr von der Waage abhängig machen lasse ).

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11. September 2012 um 8:49
In Antwort auf gayla_11886462

Irritiert
Also du würdest mir in Bezug auf meine Gewichtsphobie eine Konfrontationstherapie empfehlen?
Mein Plan war nämlich im vergangenen halben Jahr, mich seltener zu wiegen, sodass ich irgendwann nicht mehr die Waage brauche.
Ich habe nämlich früher bei mir beobachtet, dass ich mich zwar schlank fand, doch wenn ich mich dann auf die Waage gestellt habe und sie mir zu viel angezeigt hat, dann habe ich mich plötzlich fett und hässlich gefühlt.

Meinen Umgang mit der Waage (mich also nur alle 2 Woche zu wiegen) würdest du also eher kontraproduktiv sehen, sehe ich das richtig?
Weil eigentlich in ich damit echt gut klargekommen und habe gelernt, mich eher an meinem Körpergefühl zu orientieren als an der Zahl, die die Waage mir anzeigt.

Mein Freund würde mir dabei helfen, aber ich muss ihm wohl erst mal diesen Post von dir zeigen, denn er ist ein totaler Gegner des ständigen Wiegens (er weiß halt, wie ich bin, wenn ich mich zu sehr von der Waage abhängig machen lasse ).

Ja,
du hast mich vollkommen richtig verstanden.Es ist nicht normal, Angst vor dem Wiegen zu haben und zu erleben, wie anschließend die Tagesstimmung von dem Ergebnis abhängt.Es sind nach wie vor Symptome deiner Essstörung.Wenn du vollständig gesund werden willst, musst du auch diese Angst überwinden. Wenn du dich kaum noch oder eines Tages gar nicht mehr wiegst, ist es nur ein sich arrangieren mit der Angst. Es ist keine Bewältigung einer Angst, sie bleibt bestehen und wird auch nicht von allein verschwinden.

Die Konfrontation mit Ängsten führt immer zu einer momentanen Anspannung und psychischen Belastung. Darum hatte ich dir empfohlen, dir in dieser Phase von deinem Freund helfen zu lassen. Es ist nicht notwendig, dass du dich sofort täglich wiegst.Ihr könnt dich im Anfang auch erst alle 3 oder 4 Tage wiegen und dann die Zeitabstände verringern.Es sollte von deiner psychischen Verfassung abhängig gemacht werden.Sprich mit deinem Freund darüber, wie du dich fühlst und was du beim Wiegen empfindest. Du darfst auch ruhig mal weinen. Das Gespräch mit deinem Freund, wenn er dich tröstet und dich in seine Arme nimmt, wird die Anspannung auch schnell wieder lösen.

LG Nus

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11. September 2012 um 12:06
In Antwort auf selver_11957295

Ja,
du hast mich vollkommen richtig verstanden.Es ist nicht normal, Angst vor dem Wiegen zu haben und zu erleben, wie anschließend die Tagesstimmung von dem Ergebnis abhängt.Es sind nach wie vor Symptome deiner Essstörung.Wenn du vollständig gesund werden willst, musst du auch diese Angst überwinden. Wenn du dich kaum noch oder eines Tages gar nicht mehr wiegst, ist es nur ein sich arrangieren mit der Angst. Es ist keine Bewältigung einer Angst, sie bleibt bestehen und wird auch nicht von allein verschwinden.

Die Konfrontation mit Ängsten führt immer zu einer momentanen Anspannung und psychischen Belastung. Darum hatte ich dir empfohlen, dir in dieser Phase von deinem Freund helfen zu lassen. Es ist nicht notwendig, dass du dich sofort täglich wiegst.Ihr könnt dich im Anfang auch erst alle 3 oder 4 Tage wiegen und dann die Zeitabstände verringern.Es sollte von deiner psychischen Verfassung abhängig gemacht werden.Sprich mit deinem Freund darüber, wie du dich fühlst und was du beim Wiegen empfindest. Du darfst auch ruhig mal weinen. Das Gespräch mit deinem Freund, wenn er dich tröstet und dich in seine Arme nimmt, wird die Anspannung auch schnell wieder lösen.

LG Nus

Hallo Nus,
das Problem mit meinem Freund ist, dass wir uns bis vor 1,5 Monaten noch jeden Tag gesehen haben, aber in den nächsten 4 Monaten sehe ich ihn aus beruflichen Gründen nur alle 2 Wochenenden. Beim täglichen Wiegen kann er also meistens nicht dabei sein.

Dennoch habe ich mich heute gewogen: Ich habe ca 1 Kilo zugenommen (was aber für mich schon im Vorraus klar war, da ich meine Tage bekomme und dann immer zunehme). Doch obwohl ich das Ergebnis schon erahnen konnte, sind bei mir erst mal Tränen geflossen. Nach ca 5 Minuten war aber wieder alles in Ordnung.

Ich werde mir jetzt einfach von meinem Freund meine Waage bringen lassen (die ist bei ihm), die ist nämlich digital und somit für mich einfach genauer.

Wie lange soll ich mich eigentlich täglich wiegen? Bzw. ab wann merke ich, dass meine Gewichtsphobie verschwunden ist?
Weil ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, mich den Rest meines Lebens jeden Tag zu wiegen.

Übrigens vielen Dank für deine Hilfe, ich weiß das sehr zu schätzen!

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11. September 2012 um 15:06
In Antwort auf gayla_11886462

Hallo Nus,
das Problem mit meinem Freund ist, dass wir uns bis vor 1,5 Monaten noch jeden Tag gesehen haben, aber in den nächsten 4 Monaten sehe ich ihn aus beruflichen Gründen nur alle 2 Wochenenden. Beim täglichen Wiegen kann er also meistens nicht dabei sein.

Dennoch habe ich mich heute gewogen: Ich habe ca 1 Kilo zugenommen (was aber für mich schon im Vorraus klar war, da ich meine Tage bekomme und dann immer zunehme). Doch obwohl ich das Ergebnis schon erahnen konnte, sind bei mir erst mal Tränen geflossen. Nach ca 5 Minuten war aber wieder alles in Ordnung.

Ich werde mir jetzt einfach von meinem Freund meine Waage bringen lassen (die ist bei ihm), die ist nämlich digital und somit für mich einfach genauer.

Wie lange soll ich mich eigentlich täglich wiegen? Bzw. ab wann merke ich, dass meine Gewichtsphobie verschwunden ist?
Weil ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, mich den Rest meines Lebens jeden Tag zu wiegen.

Übrigens vielen Dank für deine Hilfe, ich weiß das sehr zu schätzen!

Gern geschehen,
es ist für mich auch eine Freude, wenn ich sehe, dass Frauen therapiebereit sind und das, was ich ihnen schreibe, auch tatsächlich umsetzen oder es zumindest versuchen.

Du schreibst, dass du es dir nicht vorstellen kannst, dich dein Leben lang täglich zu wiegen. Das zeigt, dass dieses Thema bei dir noch angstbesetzt ist. Wenn du es dir vorstellen kannst, weil es dir absolut nichts mehr ausmacht, dich täglich zu wiegen, wenn es dir völlig egal ist, dann ist die Angst weg, dann könntest du aufhören. Zunächst geht es aber darum, zu lernen, dein Aussehen und dein Gewicht zu ertragen.Es darf dich nicht verunsichern, wenn dir die Waage die Zahl 58 zeigt, auch dann nicht, wenn du keine Erklärung für die (angebliche) Gewichtszunahme hast.Wenn du gelassen bleibst und nicht mit einer verminderten Kalorienzufuhr auf das Messergebnis 58,x KG reagierst, wenn du in Ruhe erst einmal abwartest, welches Ergebnis dir die Waage in den nächsten Tagen anzeigen wird, dann bist du einen deutlichen Schritt vorangekommen. Wenn du dich im Spiegel siehst und trotz des Ergebnisses 58,x KG feststellst, dass eigentlich doch alles in Ordnung ist, liegst du genau richtig,weil du den Unterschied zwischen 57,x KG und 58,x KG überhaupt nicht sehen kannst. Wenn du dich mit 58,x KG nicht ertragen kannst, wohl aber mit 57,x KG, ist es nur eine irrationale Angst auf die Zahl 58,x, die du verlieren musst. Wenn es dir eines Tages ganz egal ist, ob du nun 57,x oder 58,x KG wiegst, dann bist du geheilt.


LG Nus

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11. September 2012 um 15:45
In Antwort auf selver_11957295

Gern geschehen,
es ist für mich auch eine Freude, wenn ich sehe, dass Frauen therapiebereit sind und das, was ich ihnen schreibe, auch tatsächlich umsetzen oder es zumindest versuchen.

Du schreibst, dass du es dir nicht vorstellen kannst, dich dein Leben lang täglich zu wiegen. Das zeigt, dass dieses Thema bei dir noch angstbesetzt ist. Wenn du es dir vorstellen kannst, weil es dir absolut nichts mehr ausmacht, dich täglich zu wiegen, wenn es dir völlig egal ist, dann ist die Angst weg, dann könntest du aufhören. Zunächst geht es aber darum, zu lernen, dein Aussehen und dein Gewicht zu ertragen.Es darf dich nicht verunsichern, wenn dir die Waage die Zahl 58 zeigt, auch dann nicht, wenn du keine Erklärung für die (angebliche) Gewichtszunahme hast.Wenn du gelassen bleibst und nicht mit einer verminderten Kalorienzufuhr auf das Messergebnis 58,x KG reagierst, wenn du in Ruhe erst einmal abwartest, welches Ergebnis dir die Waage in den nächsten Tagen anzeigen wird, dann bist du einen deutlichen Schritt vorangekommen. Wenn du dich im Spiegel siehst und trotz des Ergebnisses 58,x KG feststellst, dass eigentlich doch alles in Ordnung ist, liegst du genau richtig,weil du den Unterschied zwischen 57,x KG und 58,x KG überhaupt nicht sehen kannst. Wenn du dich mit 58,x KG nicht ertragen kannst, wohl aber mit 57,x KG, ist es nur eine irrationale Angst auf die Zahl 58,x, die du verlieren musst. Wenn es dir eines Tages ganz egal ist, ob du nun 57,x oder 58,x KG wiegst, dann bist du geheilt.


LG Nus


Warum ich mich nicht den Rest meines Lebens täglich wiegen will: Es kommt mit - pardon - irgendwie blöd vor. Ich meine: andere Leute steigen nie auf die Waage und kommen damit klar. Und manchmal (wenn ich z.B. im Urlaub bin) hab ich ja gar nicht die Gelegenheit, mich zu wiegen.
Außerdem hätte ich irgendwie Angst, dass ich dieses tägliche Wiegen dann später meinem Kind (wenn ich eines hätte) vorleben würde (und meiner Meinung nach sollte einem Kind nicht beigebracht werden, dass es sich ständig wiegen muss).

Ich muss jedoch sagen: Angst vorm Wiegen habe ich eigentlich nicht. Mich zu wiegen hat aber für mich etwas mit Kontrolle zu tun (Bei einer Essstörung geht es ja auch um das Thema Kontrolle). Deshalb habe ich mich auch in den letzten Monaten vom Wiegen distanziert, da ich somit ein Stück Kontrolle aufgebe und geglaubt habe, dass ich mich auf diesen Weg von meiner Essstörung lösen könnte.

Du hast geschrieben, dass wenn mir die Vorstellung, mich täglich zu wiegen, nichts mehr ausmachen würde, dann wäre meine Angst weg.
Heißt das, dass ich mich dann nicht mehr wiegen muss, wenn meine Angst weg wäre?

Wegen dem Unterscheid zwischen 57 und 58 Kilo:
Meinem Freund fällt der Unterschied schon auf: Es ist schon mehrmals passiert, dass er mich gesehen hat und gefragt hat, ob ich abgenommen habe. Beim Gang auf die Waage hat sich dann herausgestellt, dass ich ein HALBES Kilo abgenommen habe.
Vielleicht ist das auch ein Grund, warum ich bei geringen Gewichtszunahmen glaube, dass man es sieht (weil mein Freund anscheinend eine geringe Abnahme erkennen kann).

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11. September 2012 um 16:05

Nus,
es tut mir leid, aber wenn ich deine beiträge in diesem thread lese, werde ich wütend. du kannst einer essgestörten nicht ernsthaft raten, anzufangen, sich täglich zu wiegen. solche maßnahmen mögen in einigen fällen zu erfolgen führen, in vielen fällen aber auch nicht. im gegenteil, das ständige wiegen kann einen menschen noch stärker in die essstörung treiben (panik, kontrollzwang etc etc).

du hattest selbst nie eine essstörung und bist kein therapeut o.ä. und trotzdem diagnostizierst du hier im forum munter vor dich hin und gibst zum teil sinnlose und falsche tipps ("fang an, kalorien zu zählen", "wieg dich täglich"). ich bin mir sicher, dass du gute absichten hast, aber hast du mal daran gedacht, dass das, was du anderen hier rätst, auch erheblichen schaden verursachen kann?

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11. September 2012 um 16:23
In Antwort auf gayla_11886462


Warum ich mich nicht den Rest meines Lebens täglich wiegen will: Es kommt mit - pardon - irgendwie blöd vor. Ich meine: andere Leute steigen nie auf die Waage und kommen damit klar. Und manchmal (wenn ich z.B. im Urlaub bin) hab ich ja gar nicht die Gelegenheit, mich zu wiegen.
Außerdem hätte ich irgendwie Angst, dass ich dieses tägliche Wiegen dann später meinem Kind (wenn ich eines hätte) vorleben würde (und meiner Meinung nach sollte einem Kind nicht beigebracht werden, dass es sich ständig wiegen muss).

Ich muss jedoch sagen: Angst vorm Wiegen habe ich eigentlich nicht. Mich zu wiegen hat aber für mich etwas mit Kontrolle zu tun (Bei einer Essstörung geht es ja auch um das Thema Kontrolle). Deshalb habe ich mich auch in den letzten Monaten vom Wiegen distanziert, da ich somit ein Stück Kontrolle aufgebe und geglaubt habe, dass ich mich auf diesen Weg von meiner Essstörung lösen könnte.

Du hast geschrieben, dass wenn mir die Vorstellung, mich täglich zu wiegen, nichts mehr ausmachen würde, dann wäre meine Angst weg.
Heißt das, dass ich mich dann nicht mehr wiegen muss, wenn meine Angst weg wäre?

Wegen dem Unterscheid zwischen 57 und 58 Kilo:
Meinem Freund fällt der Unterschied schon auf: Es ist schon mehrmals passiert, dass er mich gesehen hat und gefragt hat, ob ich abgenommen habe. Beim Gang auf die Waage hat sich dann herausgestellt, dass ich ein HALBES Kilo abgenommen habe.
Vielleicht ist das auch ein Grund, warum ich bei geringen Gewichtszunahmen glaube, dass man es sieht (weil mein Freund anscheinend eine geringe Abnahme erkennen kann).

Ich weiß nicht,
ob er es wirklich gesehen hat. Manchmal spielt die Erinnerung uns auch einen Streich und man erinnert sich nur selektiv. Könnte es nicht sein, dass er dich auch schon gefragt hat, hast du abgenommen, und es hat nicht gestimmt? Ich denke eher, dass es Zufall war. Schön ist allerdings, dass er besorgt um dich ist und aufpasst, dass du nicht abnimmst. Auch das ist eine Form der Kontrolle. Kontrolle, Wiegen, Kalorienzählen sind neutrale Vorgänge. Man kann sie dazu benutzen, um abzunehmen, zuzunehmen oder sein Gewicht zu halten. Oft werden sie von essgestörten Frauen nur mit ihrer Krankheit in Verbindung gebracht und für schädlich gehalten, weil sie sie zum Abnehmen und damit für ihre Krankheit eingesetzt haben. Kontrolle, Wiegen, Kalorienzählen sind aber nicht schädlich, man kann sie genauso gut für seine Gesundheit einsetzen.

Für dich ist das Wiegen in den nächsten Wochen eine Konfrontation mit deiner Gewichtsphobie. Solange du Angst vor der Zahl 58 KG hast, hast du auch Angst vor dem Wiegen, auch wenn du dir dessen nicht bewusst bist. Wenn du die Angst vor 58 KG verlierst, dein Aussehen auch mit 58 KG akzeptieren kannst, verliert sich die Angst vor dem Wiegen und du kannst damit aufhören.Aber du merkst es selbst, wie sich durch das tägliche Wiegen deine Angst abschwächt.

LG Nus

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11. September 2012 um 16:58
In Antwort auf azura_11852903

Nus,
es tut mir leid, aber wenn ich deine beiträge in diesem thread lese, werde ich wütend. du kannst einer essgestörten nicht ernsthaft raten, anzufangen, sich täglich zu wiegen. solche maßnahmen mögen in einigen fällen zu erfolgen führen, in vielen fällen aber auch nicht. im gegenteil, das ständige wiegen kann einen menschen noch stärker in die essstörung treiben (panik, kontrollzwang etc etc).

du hattest selbst nie eine essstörung und bist kein therapeut o.ä. und trotzdem diagnostizierst du hier im forum munter vor dich hin und gibst zum teil sinnlose und falsche tipps ("fang an, kalorien zu zählen", "wieg dich täglich"). ich bin mir sicher, dass du gute absichten hast, aber hast du mal daran gedacht, dass das, was du anderen hier rätst, auch erheblichen schaden verursachen kann?


Nur, weil du den Sinn meiner Ratschläge nicht verstehst, sind sie nicht falsch. Meine Vorschläge entsprechen dem heutigen Standard der Medizin und der Praxis der Therapeuten.

Damit du siehst, wer von uns beiden falsche Tipps gibt, zitiere ich mal zum Thema Wiegen die Fachklinik Roseneck:

" Eine zentrale Rolle der Therapie spielt die Gewichtskontrolle. In jeder Form der Therapie spielt die Beobachtung des Gewichtes eine zentrale Rolle."

LG Nus

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11. September 2012 um 18:40


Danke, Doriane, für deine Antwort!

Genau diese Gedanken hatte ich damals auch, als ich beschlossen habe, mich seltener zu wiegen und ich habe eben auch die Erfahrung gemacht, dass ich mich zwar immer noch ab und an wiegen muss bzw. will (damit ich einfach sicher gehen kann, dass ich nicht unbemerkt total zunehme). Dennoch bin ich - was mein Gewicht angeht - schon deutlich lockerer geworden.
Deswegen hat mich der Vorschlag von Nus erstmal etwas verwirrt.

Ich halte jetzt auch schon seit über einem Jahr meine 57 Kilo (mal 1 Kilo mehr oder weniger) und weiß auch mittlerweile, wie viel ich essen muss bzw. kann, um mein Gewicht zu halten.

Ich habe vorhin mit meinem Freund geredet, er kann den Vorschlag von Nus nachvollziehen und bringt mir jetzt einfach meine Waage mit.

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11. September 2012 um 19:05
In Antwort auf selver_11957295


Nur, weil du den Sinn meiner Ratschläge nicht verstehst, sind sie nicht falsch. Meine Vorschläge entsprechen dem heutigen Standard der Medizin und der Praxis der Therapeuten.

Damit du siehst, wer von uns beiden falsche Tipps gibt, zitiere ich mal zum Thema Wiegen die Fachklinik Roseneck:

" Eine zentrale Rolle der Therapie spielt die Gewichtskontrolle. In jeder Form der Therapie spielt die Beobachtung des Gewichtes eine zentrale Rolle."

LG Nus

Danke
ich verstehe den sinn deiner ratschläge sehr gut und ich sagte ja auch, dass du sicher gute absichten hast und dass viele deiner ratschläge durchaus nicht falsch sind. es ist halt nur so, dass jeder mensch, jede essstörung, jedes krankheitsbild einzigartig ist und daher nicht jeder ratschlag gleich gut zu jedem patienten passt.

ich finde es gefährlich, ratschläge zu verteilen, wenn man die situation der einzelnen menschen nicht wirklich kennt. vor allem, wenn es um solch ernste themen wie essstörungen geht. denn wie gesagt, unpassende tipps können das krankheitsbild unter umständen verschlimmern.

was das thema kliniken und wiegen angeht: ich war in einer klinik. man hat mich dort ein bis zwei mal die woche gewogen. es gab auch patienten, die drei mal gewogen wurden (die, bei denen das gewicht im extrem kritischen bereich war). häufiger jedoch nicht. warum nicht häufiger? weil es schlicht und einfach unsinnig gewesen wäre (wochen-zunahme ist repräsentativer als tages-zunahme) und den patienten unnötig mehr stress gemacht (z.b. durch aufkommende panik, wenn man sieht, dass man vom einen auf den anderen tag x kilo zugenommen hat).

natürlich gehört das wiegen zur therapie. und natürlich sollen die patienten lernen, das eigene gewicht zu akzeptieren. und ja, es mag fälle geben, in denen tägliches wiegen geholfen hat, ich kenne da ehrlich gesagt keinen. und ich würde auch niemandem raten, es auszuprobieren. jedenfalls definitiv nicht ohne therapeutische begleitung.

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11. September 2012 um 20:38

Genau
Genau das habe ich eben auch mit meiner Frage gemeint, ob ich mich mein Leben lang wiegen muss.

Mein persönliches Ziel ist einfach, irgendwann mal unabhängig von der Waage zu sein und mich einfach an meinem Körpergefühl zu orientieren.

Ich habe einfach das Gefühl, dass ich schon genug Zeit meines Lebens auf der Waage verbracht habe

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11. September 2012 um 21:20
In Antwort auf azura_11852903

Danke
ich verstehe den sinn deiner ratschläge sehr gut und ich sagte ja auch, dass du sicher gute absichten hast und dass viele deiner ratschläge durchaus nicht falsch sind. es ist halt nur so, dass jeder mensch, jede essstörung, jedes krankheitsbild einzigartig ist und daher nicht jeder ratschlag gleich gut zu jedem patienten passt.

ich finde es gefährlich, ratschläge zu verteilen, wenn man die situation der einzelnen menschen nicht wirklich kennt. vor allem, wenn es um solch ernste themen wie essstörungen geht. denn wie gesagt, unpassende tipps können das krankheitsbild unter umständen verschlimmern.

was das thema kliniken und wiegen angeht: ich war in einer klinik. man hat mich dort ein bis zwei mal die woche gewogen. es gab auch patienten, die drei mal gewogen wurden (die, bei denen das gewicht im extrem kritischen bereich war). häufiger jedoch nicht. warum nicht häufiger? weil es schlicht und einfach unsinnig gewesen wäre (wochen-zunahme ist repräsentativer als tages-zunahme) und den patienten unnötig mehr stress gemacht (z.b. durch aufkommende panik, wenn man sieht, dass man vom einen auf den anderen tag x kilo zugenommen hat).

natürlich gehört das wiegen zur therapie. und natürlich sollen die patienten lernen, das eigene gewicht zu akzeptieren. und ja, es mag fälle geben, in denen tägliches wiegen geholfen hat, ich kenne da ehrlich gesagt keinen. und ich würde auch niemandem raten, es auszuprobieren. jedenfalls definitiv nicht ohne therapeutische begleitung.


Ich kann deinen Einwand verstehen, redpottedpurple: Natürlich ist nicht jede Essgestörte gleich und es wird nicht bei jeder die selben Tipps helfen.

ABER: Ganz aus der Luft gegriffen sind die Tipps von Nus nicht. Seine Tipps haben sich schon bei vielen Fällen als gut herausgestellt.

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12. September 2012 um 7:59

Doriane, was soll diese Behauptung
" tägliches Wiegen führt zu Obsessionen", für die es überhaupt keinen Beleg gibt. Ich habe nie davon gehört, ich habe nie davon gelesen. Von den 3 Mädchen, die mit meiner Hilfe inzwischen wieder gesund geworden sind und die sich alle täglich gewogen haben,hat nicht eine einzige eine Obsession entwickelt. Festzuhalten bleibt aber, dass mit deinen Fehlvorstellungen,nicht wiegen, keine Kalorien zählen, unbegrenzt essen, die du unbelehrbar und mit pathologischem Starrsinn ständig wiederholst, nicht eine von ihnen gesund geworden wäre.

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12. September 2012 um 20:18

Also...
Irgendwie bin ich jetzt verwirrter als zuvor.
Soll ich mich nun täglich wiegen oder nicht?
DIE eindeutige Antwort wird es wohl nicht geben, deswegen lasse ich mir jetzt erst mal am Wochenende meine Waage von meinem Freund bringen und werde mir das nochmal lange durch den Kopf gehen lassen und mit meinem Freund darüber diskutieren.

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