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Ich bereue alles, weiss nicht was ich tun soll.

30. Juli 2011 um 15:29

Gut, ich wende mich das erste Mal einem Forum. Ich werde versuchen meine Gefühle so genau wie möglich zu beschreiben, meine Gedanken zu notieren, also kann es viel werden.
Ich bin 15 Jahre alt. Ich wiege auf 162cm 50kg. Vor einiger Zeit habe ich noch 65kg gewogen, es ist nicht so lange her. Aber schon diese kurze Zeit hat mir mein bisheriges Leben kaputt gemacht. Ich bin mir sicher, hier gibt es welche, denen es viel schlimmer geht. Aber ich erlaube mir trotzdem jetzt mal meine "Lebensgeschichte" zu schreiben. Ich habe jetzt schon seit knapp 4 Jahren starke Depressionen, ging deswegen auch 2 ein halb Jahre zu einem Psychologen & hatte Klinikaufenthalte. Der Grund? Ich konnte mich und meinen Körper nicht ausstehen. Seit März war der Wunsch nach einem perfekten Körper dann so gross, dass ich es einfach nicht verhindern konnte. Ich habe mit hungern angefangen. Zuerst war es eine ganz normale Diät und ein wenig mehr Sport aber mit der Zeit habe ich angefangen zu denken "Komm, lass doch heute mal das Mittagessen weg, so sparst du Kalorien!". Das ging dann so weiter. Heute, da esse ich nicht mehr als 600 kcal am Tag. Wenn doch, dann gibt es Heulanfälle und ich fange mich an zu ritzen. Wenn man überlegt, dass ich vorher 2500 kcal + gegessen habe.. Es ging eine Zeit lang gut mit dem wenig essen und alles. Bis mein Körper das Gefühl hatte Alarm zu schlagen und ich das erste mal einen Fressanfall bekommen habe. Der Schock war so gross, dass ich nicht wusste was ich tun sollte und auf die Toilette gerannt bin um alles auszukotzen. Hinterher dachte ich dann "Gut. Dein erstes und letztes Mal". Seit dem geschah es jede Woche. Mehr als 600 kcal bedeutet der Toilette einen Besuch abzustatten. Von dem Verhältnis zu meinen Eltern muss ich schon gar nicht anfangen, das ist schon seit mehreren Jahren kaputt. Manchmal gibt es kurze Momente in denen ich denke "Hey, du machst etwas falsch, es ist nicht in Ordnung was du hier treibst, hör auf damit!". Aber dann brauche ich nur einmal eine Waage anzusehen, oder in den Spiegel zu sehen und ich bin genau wieder wie vorher. Ich denke an nichts anderes als Essen, den ganzen Tag. Ich berechne Kalorien, die ganze Zeit, auch von Lebensmitteln wo ich denke ich könnte sie zufälligerweise essen müssen. Ich berechne, wie viel ich dann davon essen darf, falls es dazu kommen würde. Ich führe jegliche Tagebücher mit Kalorienangaben. Ich wiege alles, ALLES ab. Wenn ich von etwas die Kalorienanzahl nicht weiss, esse ich es nicht. Ich kriege Heulanfälle, wenn ich esse, egal ob es wenig oder viel Kalorien hat.

Manchmal bereu ich es, doch so angefangen zu haben. Es gibt Momente in denen ich sage " Es ist alles in Ordnung, du kannst es ändern" und dann kippt es doch wieder und irgendwas hindert mich einfach daran zu essen. Ich kann es nicht beschreiben, ich bin so befriedigt wenn ich etwas nicht gegessen habe. Dieses Gefühl von Erfolg, ich kann es wirklich nicht beschreiben, es fühlt sich einfach grossartig an. Wie schon gesagt, ich bin von 65 auf 50 gekommen. Zufrieden bin ich überhaupt nicht. Ich wollte auf 45 sein, in dieser Zeit jetzt. Dank Fressanfällen und Problemen in der Familie habe ich versagt. Was ich aber sagen wollte ist, ich weiss nicht wie ich von diesen Gedanken wegkommen soll, ob ich es überhaupt will und wie das so weitergehen soll.

Es hat gut getan, das alles jetzt zu schreiben.

In Liebe
Reflection

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31. Juli 2011 um 9:23

Hallo Reflection,
was du treffend und ausführlich beschreibst, sind die typischen Symptome einer Bulimie im klinischen Vollbild. Dazu kommt bei dir eine schwere Depression mit Klinikaufenthalten und einer Psychotherapie, insgesamt ein Leidensweg der betroffen, aber auch ein wenig ratlos macht. Momentan würde ich bei dir an einer erneuten stationären Behandlung denken, dieses Mal aber in einer auf Essstörungen spezialisierten Fachklinik.

Wenn du an Kontakten und einem Austausch mit anderen essgestörten Frauen interessiert sein solltest, könntest du auch ins größere Forum unter Psychologie Essstörungen wechseln.

LG Nus

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31. Juli 2011 um 14:13
In Antwort auf nus1951

Hallo Reflection,
was du treffend und ausführlich beschreibst, sind die typischen Symptome einer Bulimie im klinischen Vollbild. Dazu kommt bei dir eine schwere Depression mit Klinikaufenthalten und einer Psychotherapie, insgesamt ein Leidensweg der betroffen, aber auch ein wenig ratlos macht. Momentan würde ich bei dir an einer erneuten stationären Behandlung denken, dieses Mal aber in einer auf Essstörungen spezialisierten Fachklinik.

Wenn du an Kontakten und einem Austausch mit anderen essgestörten Frauen interessiert sein solltest, könntest du auch ins größere Forum unter Psychologie Essstörungen wechseln.

LG Nus

Danke für die Antwort!
Ich werde es mir überlegen. In unserer Familie ist es momentan auch nicht wirklich friedlich, ich denke ich will hier nicht auch noch zur Last fallen. Ausserdem fällt es mir schwer über Psychotherapie nachzudenken, da ich es ja schon kenne und extrem verabscheue. Ich hasse einfach alles was damit zu tun hat, am liebsten würde ich einfach nie mehr davon hören. Ich bin doch erst gerade "entlassen" worden von diesem "Mist".

Ich denke aber ich wechsel einmal zum anderen Forum rüber, vielleicht hilft es ja, darüber reden zu können.

Dankeschön!
Reflection

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