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Ich, 19 - Habe ich ein Alkoholproblem?

5. September 2010 um 14:06

Hallo,

ich möchte mir dringend einmal eine neutrale Meinung einholen.

Ich frage mich seit einer Weile, ob ich ein Alkoholproblem habe. Manche werfen mir das bereits seit etwa 3 Jahren vor, weil ich nie mit Bier 'begonnen' habe, sondern damals direkt Wodka probierte und nie zum Genuss trank, sondern zum Zweck, dem Zweck des 'Betrunken-seins'. Ich trank also immer (bei Gelegenheiten oder auch OHNE Anlass und manchmal alleine) in Shots und hörte nicht auf bevor ich hacke war.

Heute stelle ich mir die Frage etwas ernsthafter, unabhängig von Meinungen der Freunde oder Testergebnissen. Darum meine Suche nach neutraler Antwort.
Also.. Ich sehe eigentlich immer zu dass ich einen Wodka - Vorrat zu Hause habe. Eine Flasche oder so. Bier-Mixe sind auch meistens da. Wenn ich keinen Wodka in der Wohnung habe, ist das doof. Dann will ich mir welchen holen und mache das auch meistens. Wenn ich kein Geld dazu habe, kann es sein dass ich flenne. Ist schon öfter so gewesen. Ich bin also unruhig wenn ich nichts habe. Ich trinke oft unter der Woche einfach so und besonders dann wenn es mir schlecht geht bzw. ich unter Spannung stehe / Angst habe. Ich trinke auch kontinuierlich bis ich einen ordentlichen 'Effekt' merke. Wenn ich alleine / zu Hause trinke, dann meistens bis zum Einpennen.
Und ich habe es oft dass wenn ich gesoffen habe, ich am nächsten Morgen friere, zittere und Magenschmerzen habe..
Ich weiß nicht ob diese Infos für eine eindeutige Antwort reichen.

BITTE um Antwort!

Sarah

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6. September 2010 um 11:02

Das ist ein Alkoholproblem
Ich würde das durchaus als Problem bezeichnen, auch wenn es wahrscheinlich noch keine starke körperliche Abhängigkeit ist. Es gibt zwei "Arten" von Abhängigkeit: Psychische und körperliche Abhängigkeit.

Alkohol macht ein angenehmes Gefühl, wenn man betrunken ist. Wenn es einem psychisch nicht so gut geht, ist der Effekt noch größer, weil man dann weniger fühlt.

Aber genau das ist auch eine große Gefahr. Denn man muss sich auf Dauer mit seinen psychischen Problemen auch emotional auseinandersetzen. Wenn man sich daran gewöhnt, Probleme mit Alkohol zu verdrängen, hält man es irgendwann ohne Alkohol kaum mehr aus.

Deshalb solltest du wenn es dir schlecht geht auch spüren dass es so ist. Niemandem geht es immer gut und um die schönen Momente genießen zu können, muss es einem auch mal schlecht gehen. Genau das bedeutet es, zu leben. Wenn du die schlechten Gefühle mit Alkohol beiseite schiebst, sind sie nicht einfach weg, sondern sie kommen wieder.

Dazu kommt, dass einem der Alkohol in zu großen Maßen viel Energie raubt, die man sicher für andere Sachen gut gebrauchen kann. Alkohol kann eine schöne Sache sein, aber man muss sie im Maßen einsetzen, damit es auf Dauer funktioniert.

Wenn du nicht jetzt etwas an deinem Trinkverhalten änderst, wird es immer schlimmer werden. Vielleicht solltest du 'mal zu einer Beratungsstelle. Die können dir helfen und werden dir nicht einfach nur ein schlechtes Gewissen einreden. Vielen anderen geht es genauso wie dir und es gibt viele Dinge, auf die man achten kann.

Du musst zwei Ziele erreichen:
1.) Nicht mehr alleine trinken
2.) Keine Unmengen trinken

Je nach dem, wie es dir so geht, darfst du die Ziele aber auf keinen Fall zu hoch stecken. Denn wenn du es nicht schaffst, wird das für dich eher eine negative Sache sein, die du schnell wieder lässt.
Zum Beispiel kannst du dir vornehmen: Heute trinke ich keinen Alkohol. Wenn du dann am nächsten morgen aufwachst und nichts getrunken hast, ist das ein Erfolg auf den du stolz sein kannst.

Wirf dein Leben nicht weg, Alkohol kann wirklich sehr viel kaputt machen und du musst jetzt etwas ändern, sonst wird es immer schwerer werden. An jede Flasche gewöhnt sich der Körper mehr und das Verlangen nach Alkohol, das du jetzt schon kennst, kann noch wahnsinnig viel stärker sein, stärker als du es dir vorstellen kannst. Lass es nicht so weit kommen, sondern lerne damit umzugehen.
Das ist nicht leicht, denn man bekommt schlechte Stimmung, wenn man auf etwas verzichtet, nach dem man süchtig ist. Die schlechte Stimmung musst du aber aushalten lernen. Es wird dann mit der Zeit auch weniger werden.

Starke Alkoholiker sind ihr Leben lang Alkoholiker, auch wenn sie trocken sein sollten. Ein Schluck Alkohol löst dabei wieder alles von vorne aus...

Viel Glück, und bitte probier das mit der Beratungsstelle aus.

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9. September 2010 um 0:28

Mal gucken
Hey,
an deiner Stelle würde ich einen kleinen Test machen. Du kannst ja mal versuchen eine Woche den Alkohol komplett weg zu lassen. Und ich sage mal wenn du es ohne Problem schaffst bist du nicht süchtig wenn du es nicht aushältst würde ich mir ernsthafte Gedanken darüber machen und dan auch zu einer Beratungsstelle gehen!!

Hoffe ich konnte dir helfen.
Alles Gute

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28. Oktober 2010 um 11:43

Du hast schon ein problem
in deinem bericht oben kommen so ziemlich alle typischen symptome vor. ich würde dir dringend raten, eine therapie in einer guten suchtklinik zu beginnen, BEVOR du dir dein ganzes leben versaust! so wie ich - ich bin trockene Alkoholikerin und habe gerade ein buch darüber geschrieben.
"Trocken! ... wie die Sahara"
anhand eigener erfahrungen erzähle ich von meinem leben und vom entzug, dies mit unterstützung eines suchttherapeuten.
warte nicht, bis du körperlich schaden davon trägst der irreversibel ist. du bist noch so jung! hast alles schöne noch vor dir.
ich drück dir die daumen!
never give up!
iris bücker

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