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Hirnblutung: Komplettrückfall nach Besserung

22. Mai 2016 um 20:17

Hallo, ich bin hier neu und mich würde interessieren, ob es jemanden ähnlich ging wie meiner Mutter nach ihrer Hirnblutung. Ich weiß nicht mehr weiter und die Ärzte raten auch nur. Sie (65) hatte die Blutung Mitte Jänner im linken Frontallappen und wurde auch operiert. Die rechte Seite war unbrauchbar, weder gehen noch stehen, die Sprache war weg und sie hatte eine Schluckstörung. Sie war drei Monate im Spital und kam Ostern nach Hause. Ich habe ihr eine Logopädie organisiert und einen Physiotherapueten. Sie machte tolle Fortschritte. Vor 1,5 Wochen konnte sie schon mit Hilfe gehen und stehen, die beginnt Phrasen zu sagen (ja, nein, mag nicht etc.) und das Schlucken wird besser, sie konnte mit der linken Hand alleine essen und den Oberkörper waschen, mit dem Rollstuhl klappte es gut. Seit 1,5 Wochen ist sie aber wie ausgewechselt. Sie wurde beim Essen ohnmächtig und kam ins Spital. Dort tippte man auf einen epilleptischen Anfall, weil sie während ihres langen ersten Aufenthalts auch einen hatte. Die Dosis Keppra wurde erhöht auf 2-0-2. Am Abend hat sie versucht, alleine im Spital aufzustehen und ist gestürzt. Zur Beobachtung blieb sie eine Nacht dort, angeblich ist nichts passiert. Zwei Tage später beim Essen dasselbe. Wieder Ohnmächt und ins Krankenhaus. Wir waren 10 Stunden dort, es wurde ein CT gemacht, das Herz untersucht etc. und gefunden wurde - nichts. Seit diesen zwei Vorfällen hat sie einen kompletten Rückfall. Sie ist nervös in der Nacht, schläft nicht, ist verwirrt, zieht sich aus, reißt sich den Katheder raus. Am Tag schläft sie bis Mittag, sie ist nicht wachzukriegen, wie halbtot. Der Blutdruck ist im Keller, sie ist käseweiß. Mittlerweile hat der Neurologe einige Blutdrucksenker abgesetzt, sie bekam 4 (!) davon. Langsam wird es besser mit dem Kreislauf. Die beiden schlimmsten Sachen sind allerdings ihre Reizbarkeit und die Verweigerung. Sie war vor diesen Vorfällen nicht granitg. Natürlich nicht gut gelaunt nach so einer Sache, aber jetzt sagt sie nur noch "nein". Wenn man sie anspricht, egal, was man will, sagt sie "nein". Sie schreit es sogar, das geht - zwischen Ruhephasen - den ganzen Nachmittag so. Manchmal reicht es sogar, wenn man nur zu ihrem Bett geht und sie schreit nein, bevor man überhaupt etwas sagt. Die Mimik schwankt zwischen genervt und gequält, heute hat sie bitterlich geweint. Und sie verweigert alles. Sie will nicht essen, nicht trinken, nicht fernschauen, nicht aufstehen, nicht in den Rollstuhl, nicht trainieren, die Medikamente nicht nehmen - nichts! Dabei war sie vor 1,5 Wochen so gut drauf, dass der Physiotherapeut eine Reha angedacht hat (hat sie im Spital aufgrund der niedrigen Punktezahl nicht bekommen). Hat jemanden Erfahrungen damit? Wie kann es sein, dass jemand ohne ersichtlichen körperlichen Befund plötzlich so abbaut und schlechter drauf ist, als damals zu Ostern, als sie heimkam? Den niedrigen Blutdruck haben wir mittlerweile halbwegs im Griff und sie hat vor zwei Tagen ein Medikament zum Schlafen bekommen, das offensichtlich ein bißchen hilft - sie ist nicht mehr ganz so nervös. Aber diese Komplettverweigerung...dieses Genervtsein - es wirkt fast, als hätte sie eine komplette Wesensänderung durchgemacht. Selbst geht es ihr auch nicht gut, weil sie auch weint - kann das eine Depression sein? Oder kann es sein, dass sich die Steigerung des Keppra so extrem auswirkt? (Wurde seit heute Abend abgesetzt, weil es Ohnmachtsanfälle waren und keine Epis). Sie liegt nur noch teilnahmslos im Bett und schreit "nein", wenn sie etwas tun soll - Trinken und Essen ist ein Kampf, von aufstehen und weiter Gehenüben ganz zu schweigen. Hat jemand eine Ahnung? Wir sind verzweifelt und der Neurologe kann auch nichts weiter machen, als mit den Medikamenten herumzuprobieren. Ich bin dankbar für jede Antwort!

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