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Habe ich eine Angst- / Panikstörung?

9. April 2017 um 20:40 Letzte Antwort: 10. April 2017 um 14:43

Hallo zusammen,

ich habe sicher seit Jahren in kein Forum mehr geschrieben, aber in meiner aktuellen Lage bin ich wirklich für jeden noch so kleinen Hinweis dankbar. Leider wird das ganze sehr ausführlich und lang.

Ich fange mal von vorne an: Ich (m 25) hatte seit Anfang des Jahres immer wieder merkwürdige gesundheitliche Probleme wie Schwindel und ein Schmerzen in der Brust. Beides trat unregelmäßig auf und führte vor vielen Wochen zu meinem erstem Panikanfall.
Ich habe mich in die Sache reingesteigert und hatte Angst schlimme Herzprobleme zu haben, Herzrasen, Hitzewallungen und eine unbeschreibliche Nervosität waren die Folge.
Daraufhin ließ ich das ganze beim Arzt abklären, es wurde ein EKG gemacht, das Herz wurde abgehört und mir wurde gesagt dass alles in Ordnung ist, meine Schmerzen kommen wohl von einer Verspannung der Muskeln.

Ein paar Wochen später hatte ich Nachts wieder diesen Schmerz in der Brust, in meinem Traum erlebte ich einen schlimmen Herzinfarkt, fing an nach meiner Freundin zu schreien und merkte dass sie mich nicht hören kann, woraufhin ich lauter nach ihr schrie. Ich habe sie dann tatsächlich aufgeweckt, wusste sofort dass alles nur ein Traum war und dass ich nicht im Sterben liege, aber ein traumatisches Erlebnis war das ganze trotzdem für mich. Daraufhin ging ich ein zweites mal zum Arzt, ein zweites EKG wurde gemacht und sogar mit dem erstem verglichen, alles gut. Habe dann eine Überweisung zum Orthopäden bekommen mit dem Vermerk "sicher kein Kardiales Problem"

Später hatte ich dann morgendlich oft einen Schwindelanfall in der Arbeit (Büro vor dem Computer), hat mich sehr beunruhigt aber ich habe es immer ganz gut unter Kontrolle gehabt, nach dem Mittagessen war dann meistens alles gut. Ich habe darauf geachtet viel zu trinken und regelmäßiger zu essen. Einmal musste ich wegen einer Schwindelattacke mittags nachhause weil ich dachte das ich einfach zusammenklappe.

Es kamen dann noch Probleme beim Atmen hinzu (so komisch das klingt), ich hatte oft das Gefühl dass ich einfach nicht genug Luft einatmen kann, beim Einschlafen bin ich aufgeschreckt weil ich bemerkte dass ich aufgehört habe zu atmen und habe viel zu oft aktiv atmen müssen.

Soweit hatte ich das ganze aber noch unter Kontrolle, ich fand es nur sehr befremdlich das ausgerechnet ICH solche Probleme habe, das passte so garnicht in mein Selbstbild.

Letzten Samstag, also genau vor einer Woche eskalierte das ganze. Ich habe mein Lieblings Computerspiel gespielt und war eigtl. relativ entspannt, dann wurde mir schwindlig und ich wurde ziemlich unruhig. Ich habe dann das erste mal "Taumea" Tropfen probiert und gehofft dass sie mir bei meinem Schwindel helfen. Ein paar Minuten später hatte ich erst so ein Wärmegefühl im Bauch gefolgt von meiner 2. richtigen Panikattacke. Ich wurde von einem Augenblick auf den andern unglaublich nervös, als ob etwas von innen heraus explodiert, ich hatte Herzrasen und Hitzewallungen.
Hab natürlich sofort die Tropfen vermutet habe mir den Finger in den Hals gesteckt um sie so schnell wie möglich loszuwerden. Im Laufe des Abends habe ich mit meiner Freundin geredet und wir haben festgestellt das mein Bauchgefühl vor der Panikattacke sie sehr an Sodbrennen erinnerte (was ich vorher nie hatte), mir war ab dann auch bewusst das ich Sodbrennen habe, hab noch am Abend sauer aufgestoßen.

Habe am Abend noch mit meiner Mutter telefoniert und erfahren dass sie in der Vergangenheit auch schon Probleme mit Panikattacken hatte und das ganze nur zu gut kennt, auch die Angst vor Körpersymptomen.
Ich war Ersteinmal erleichtert, jetzt konnte ich meine Probleme endlich zuordnen. Ich bin davon ausgegangen dass es mir schon viel hilft zu wissen dass ich keine wirklich dramatischen körperlichen Beschwerden habe. Ich habe nicht lange überlegen müssen um darauf zu kommen dass der Auslöser wohl meine mich chronisch überfordernde Arbeit ist. Im Grunde habe ich schon erwartet dass das irgendwann nicht mehr gut geht.

Mit ging es auch das restliche Wochenende nicht gut, hatte immer wieder Schwindel und ein sehr merkwürdiges Bauchgefühl. Ich habe noch am Wochenende meinem Chef geschrieben, habe gesagt dass ich meine leitende Position abgeben muss da ich es jetzt schon körperlich merke dass es nicht mehr geht. (Es gab hier zuvor schon viele Gespräche und Ansätze)

Zum Glück waren wir ohnehin dabei viel umzustrukturieren in der Firma und bis Montag war meine Abteilungsleitung quasi offiziell aufgehoben. Ich dachte von da an kann es nur noch besser werden.

Ich habe mich erstmal 2 Wochen krank schreiben lassen, meine Ärztin hat mir Optipramol verschrieben, das ich akut bei Panikattacken einnehmen sollte, am gleichem Tag habe ich mir Blut abnehmen lassen.
Sie hat sich wirklich viel Zeit genommen, hat mir eine Überweisung für einen Psychotherapeuten gegeben, natürlich mit dem Zusatz dass es locker 6 Monate dauern kann bevor ich hier einen Platz bekomme.

Von da an wurde alles Tag für Tag schlimmer, ich hatte schlimme Schwindelanfälle und eine weitere kurze Panikattacke im Bett. Ich fühlte mich schlichtweg krank und konnte nichts mehr bewerkstelligen, mein Schlaf wurde von Tag zu Tag kürzer und unruhiger, mein Puls war bereits nach dem Aufstehen konstant über 100. Alles fühlte sich immer unwirklicher an. Ich habe sehr viel mit meiner Freundin und meiner Mutter geredet, habe sogar meinen Chef angerufen und habe nicht versucht meine Probleme vor irgendjemandem zu verbergen.

Am Freitag bekam ich die Ergebnisse des Bluttests, alles gut bis auf ein starker Vitamin D Mangel. (6.5)
Leber, Nieren und Entzündungswerte sind alle in normalem Bereich Ich habe meiner Ärztin von meiner Woche berichtet und sie hat mir nahegelegt Opipramol nun regelmäßig einzunehmen um erstmal wieder aus dem akutem Zustand herauszukommen. Die Tage vorher hatte ich die Packung nicht angerührt da mir Psychopharmaka nicht geheuer sind.

Ich habe mir nichts sehnlicher gewünscht als für kurze Zeit erlöst zu sein und habe mit einer halben 50g Tablette angefangen. Am Abend bin ich zu meinen Eltern gefahren weil ich inzwischen nicht mehr alleine sein wollte und meine Freundin unter der Woche und auch am Wochenende Arbeiten muss.

Habe dann in der Nacht gefühlt überhaupt nicht geschlafen, trotz 2 weiterer Opipramol (50mg). Sicher bin ich mir da aber nicht, ich kann mir schwer vorstellen dass ich es fertiggebracht habe 8 Stunden lang einfach dazuliegen und die Augen zu zu halten. Außerdem würde ich es wohl merken wenn ich 4 Tage beinahe gar nicht schlafe, das kann ein Körper doch gar nicht mitmachen.

Die Symthome halten bis heute an, gehen also bereits über eine Woche. Ich spüre permanent ein ziehen im Solar Plexus, es fühlt sich einfach an als ob mein Körper komplett in den Panik Modus übergegangen ist und da so schnell nicht mehr raus kann. Zusätzlich um Schwindel habe ich Zeitweise starke Probleme mit den Augen zu fokusieren.

Diese letzte Woche war ausnahmslos das schlimmste was mir bisher in meinem Leben widerfahren ist, ich bin phasenweise komplett am Ende meiner Kräfte und will einfach nur noch raus aus der Situation.

Fällt das alles noch in die Kategorie Angst- / Panikstörung? Inzwischen ist meine Angst alleine auf meine Situation selbst gerichtet und auf den Schlafmangel. Es ist komplett egal WO ich mich befinde oder an was ich bewusst denke, es hört einfach nicht mehr auf.

Liest man etwas zum Thema Panikattacken könnte man den Eindruck gewinnen dass es immer einen direkten Auslöser geben muss. Unbegründete Angst in der Ubahn.. solche Dinge. Es wird auch beschrieben das eine Panikattacke nach einer halben Stunde auch wieder vorbei ist, weit entfernt von einer Woche die ich das jetzt schon durchstehe. 

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10. April 2017 um 14:43

Danke für eure Einschätzung. Die letzten 2 Tage ging es mir nun etwas besser, ich fühle mich zeitweise wieder halbwegs normal. Schwindel und Probleme beim Fokussieren treten weiterhin auf, das ziehen im Solarplexus ebenso, wenn auch schwächer als vorher.
Ich habe wieder etwas mehr geschlafen, auch wenn ich weit entfernt von meinem normalem, gesundem Schlaf bin.

julius127 könnte Recht haben was den Magnesiummangel angeht, hatte auch in der Vergangenheit Probleme mit Liedzucken was sich durch die Einnahme von Magnesium gelegt hat. Seitdem habe ich es nur noch sehr unregelmäßig eingenommen.

Habe heute mit der Einnahme von Magensium Verla angefangen, scheinbar sollte man das ja ohnehin tun wenn man Vitamin D einnimmt.

Auf "härtere" Medikamente umzusteigen möchte ich erstmal vermeiden, Diazepam werde ich mir also erstmal nicht verschreiben lassen.

Das Optipramol werde ich erstmal weiterhin nehmen, aktuell nehme ich am Tag 3x 50mg. Ist mir einfach das Risiko nicht wert wieder in dieses Loch zu fallen nur um behaupten zu können dass ich das ohne Medikamente geschafft habe.
 

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