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Hab furchtbar Angst um meine Tochter

17. November 2014 um 12:57 Letzte Antwort: 21. November 2014 um 16:36

Hallo zusammen,
hab lange im Internet gesucht und denke, ich habe jetzt das passende Forum gefunden.

Ich bin total verzweifelt. Meine 16-jährige Tochter hat vor ungefährt (genau weiß ich das nicht) 2 Jahren angefangen Abführmittel zu nehmen.
Am Anfang habe ich das gar nicht mitbekommen. Ich selber nahm, immer wenn wir in den Urlaub gefahren sind, Laxoberal mit, da ich auch öfters Schwierigkeiten hatte, auf die Toilette zu gehen.
Nach dem Urlaub stellte ich das Fläschchen in den Medizinschrank und beachtete es nicht mehr. Bis zum nächsten Urlaub. Ich wollte es wieder mitnehmen und bemerkte, dass es nicht mehr da war. Also kaufte ich ein Neues, welches ich nach dem Urlaub in meinem Kleiderschrank verwahrte. Auch dieses Fläschchen war nach einiger Zeit weg. Das kam mir dann komisch vor.
Ich fing an, bei meiner Tochter das Zimmer zu durchsuchen und wurde immer sensibler auf alles was sie tat.
Um die Sache ein wenig abzukürzen möchte ich den heutigen Stand mitteilen.

Nach dem Laxoberal kamen Dulcolax-Dragees. Die leeren Packungen fand ich immer bei ihr im Zimmer.
Seit geraumer Zeit nimmt sie nun Glaubersalz. Sie isst auch nicht mehr mit der Familie. Immer wenn das Essen fertig ist, meint sie, sie hätten keinen Hunger. Kaum sind wir fertig, geht sie in die Küche, holt sich was zu Essen und verschwindet in ihrem Zimmer.

Ich muss dazu sagen, dass ich schon einige Gespräche mit ihr geführt habe, sie aber immer abblockt und meint, dass sie nichts nehmen würde.
Wir waren auch schon beim Mädchengesundheitsladen, Außenstelle Essstörungen. Dort will sie aber nicht mehr hingehen.

Meine heutige wichtige Frage ist:
Kann ich aus dem Versteck meiner Tochter die leeren Glaubersalzpackungen rausnehmen und ihr einfach auf den Schreibtisch stellen?
Ich weiß einfach nicht mehr, was ich machen soll und wie ich mich verhalten soll.

Danke für Eure Antworten

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18. November 2014 um 16:11

Bangen
Vielen Dank für die Antwort. Ich bin um jede Rückmeldung dankbar, da ich merke, dass auch das Schreiben mir gut tut.

Ich weiß selber, dass man durch zu viel Druck mehr kaputt macht, als dass es wieder gut wird.
Aber manchmal hab ich eine riesen Wut im Bauch und muss mich total beherrschen.

Ich habe jetzt ab dem 01.12. einen Termin bei einer Elterngruppe. Das sind alles Angehörige von essgestörten Kindern/Jugendlichen. Vielleicht hilft mir das ein wenig, besser damit umzugehen.
Ich freu mich schon darauf, mich mit anderen auszutauschen und neue Kraft zu schöpfen.
Vielleicht auch ein paar Anregungen zu bekommen, wie ich besser damit umgehen kann.

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18. November 2014 um 19:16

Hallo kleinemaus
Ich schreibe dir, weil ich glaube ich beide Seite ganz gut nachvollziehen kann, besonders aber die Sicht deiner Tochter.
Ich war nämlich in dieser Situation als Tochter, meine Mutter bzw. generell meine Familie wusste lange nichts von meiner Essstörung. Du musst wissen: Essgestörte sind Meister im Geheimhalten. Grade deswegen kann ich deine Sorge gut verstehen, so wie ich damals die Sorge meiner Mutter verstehen konnte. Trotzdem habe ich es nicht geschafft mich zu öffnen, bzw. ich wollte es auch garnicht. Ich wollte mit meiner Mutter nicht über Probleme sprechen, es war mir einfach unangenehm, deshalb habe ich immer abgeblockt.
Schade fand ich bzw. es ist immernoch so, dass mir meine Mutter oft Vorwürfe macht, dass ich nicht mit ihr rede, es als persönliche Verletzung ansieht usw.
Du musst dir bewusst machen, dass deine Tochter nicht nicht mit dir redet um dich zu verletzen oder ähnliches.
Versuch dich als Mutter etwas zurückzuziehen aber sorg dafür dass deine Tochter anderswo redet. Das hört sich paradox an das weiß ich... Aber wenn sich deine Tochter so fühlt wie ich damals, dann braucht sie jemanden zum Reden, möchte dies womöglich aber auch garnicht zugeben.
Vielleicht kann ihre beste Freundin mit ihr zu dieser Beratungsstelle gehen? Das heißt natürlich nicht, dass du nicht mehr offen für Gespräche sein sollst oder deiner Tochter keine Nähe mehr schenken sollst... Um Gottes Willen, das nicht.

Ich kann dir leider nicht direkt sagen, was richtig ist. Ich weiß auch nicht ob es richtig ist, dass deine Tochter ähnlich fühlt wie ich damals, aber es wäre eine Möglichkeit.

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19. November 2014 um 17:40

Hallo,
so einen Vertrauensbruch kannst du nicht bringen - in ihrem Zimmer schnüffeln weil du Sorge hast ist ja nachvollziehbar. Ist trotzdem etwas, dass sie nicht erfahren muss. Deine Tochter ist 16 und wenn sie sich Schaden zufügt und krank wird, seid ihr als Eltern dafür verantwortlich zu machen. Wende dich an eine Beratungsstelle oder ans Jugendamt und bitte um Unterstützung. Dort wird euch allen dann die Hilfe zuteil die ihr braucht.

Wichtig ist, dass du jetzt nicht alleine bleibst mit dem Wissen und der Verantwortung. Hol dir wie gesagt das Jugendamt ins Boot, die erarbeiten dann den Schlachtplan im Kampf gegen die Magersucht.

Ansonsten verhalte dich normal, lade sie immer wieder zum Essenstisch ein. Du kannst ihr auch sagen, dass du dir Sorgen machst, dass du es Schade findest, dass sie nie bei euch mit am Tisch ist und ihr deshalb so wenig voneinander mitbekommt. Und egal wie viel sie verneint und abblockt, werd nicht sauer und komm nicht mit Dingen an die du gefunden hast. Das treibt sie weiter von euch weg, und weiter in die Essstörung rein - was ja keiner will.

Halte dich lieber künftig aus ihrem Zimmer raus, ich glaube auch nicht, dass du wissen willst, was da alles rumliegt und so. Irgendwo sind auch Grenzen.

Nochmal: Jugendamt anrufen, Sache schildern. Dann werden mehrere mit ins Boot geholt, wie auch der Arzt etc, und dann könnt ihr da alle zusammen dran Arbeiten.

Das wird ein harter Prozess, aber umso früher ihr startet, desto schneller und besser die Heilungschancen!

LG

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20. November 2014 um 13:30

Verantwortung
Also ich denke nicht, dass ich das Jugendamt mit ins Boot hole. Meiner Meinung nach können die auch nichts machen. Weder ich, noch andere Behörden können meine Tochter zwingen in eine Beratungsstelle oder sonstige Einrichtung zu gehen.
Wie soll das funktionieren?
Anders sieht es wahrscheinlich aus, wenn sie ein lebensbedrohendes Untergewicht hätte. Dann kann ich mir auch vorstellen, dass man sie zwangseinweisen könnte. Dies liegt aber nicht vor.
Im Gegenteil, durch die Abführmittel sieht es eher so aus, als ob sie Wassereinlagerungen hat.

Der Entschluss muss eindeutig von ihr kommen!!
Ich habe schon Erfahrung mit einem alkoholkranken Mann gemacht. Auch da hat erst die eigene Einsicht zum Ziel geführt.
Und dass ich komplett für die Gesundheit meiner Tochter verantwortlich gemacht werden kann, halte ich auch für falsch.
Es fängt ja schon damit an, wenn ich sie zum Arzt begleite, dass sie dann entscheiden kann, ob ich mit ins Behandlungszimmer reindarf oder nicht.
Wie kann mir dann die ganze Verantwortung übertragen werden? ich tu ja mein Bestes, aber auch hier gerate ich an meine Grenzen.

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21. November 2014 um 16:36

Keine Gespräche mehr
Seit fünf Tagen redet meine Tochter nichts mehr mit mir
Wir leben hier wie in einer Wohngemeinschaft. Hab sie heute darauf angesprochen. Als Antwort bekam ich zu hören, dass sie mit 18 ausziehen will.
Auf ein gemeinsames Essen am Tisch legt sie keinen Wert mehr, sie hätte eh nichts zu erzählen. Dann verschwand sie mit drei gekochten Kartoffeln in ihrem Zimmer.

Bin total am Boden. Komm einfach nicht mehr an sie ran.


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