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Gut oder Schlecht?

30. Oktober 2013 um 20:39

Ich bin auch eher immer eine stille Mitleserin, möchte mich aber nun aber auch mal etwas erzählen, da ich sehr gerne noch mehr Unterstützung hätte.
Ich leide jetzt auch schon ungefähr seit 3 Jahren an einer ES und hatte auch schon viele Höhen und Tiefen und denke, dass es zur Zeit wieder recht gut läuft.
Angefangen hat es bei mir vor 3 Jahren mit MS, die sich dann auch über 1 Jahr hinzog, bis meine Eltern bemerkten, dass kann nicht mehr normal sein und mich durchchecken ließen. Da wurde mir dann auch die Diagnose MS gestellt.
Von da an hatte ich plötzlich wieder so eine positive Phase und hab einfach gegessen und mich über jeden Gramm mehr auf der Waage gefreut, damit ich endlich mein gesetztes Zielgewicht erreiche. Als ich es dann geschafft habe, war ich auch total stolz und glücklich. Eine Zeit lang lief dann auch wirklich alles super und mir ging es gut, bis wir mehrere Tage hintereinander viele Feierlichkeiten mit viel Essen hatte und die Waage plötzlich mehr anzeigte, als ich geplant hatte.
Durch diese Erfahrung rutschte ich dann plötzlich in die Bulimie und fing jedes mal, wenn ich zuviel sah an alles mögliche zu essen und es hinterher zu erbrechen. Dadurch nahm ich auch wieder ab. Meine Mutter kam jedoch 2 Wochen später schon darauf und holte mich noch früh genug zurück, damit ich nicht ganz der Bulimie verfalle.
Sie hat dann immer viel mit mir gemacht und mich abgelenkt, wenn eine FA drohte. Ebenfalls durfte ich mir selbst immer aussuchen was es zu essen gibt und mir die Portionen ohne Kommentare anrichten und essen.
Diesen Sommer jetzt, habe ich aber ein Praktikum in der Schweiz absolviert für 3 Monate, wo ich ganz auf mich alleine gestellt war.
Die 1. Woche verlief dann auch noch ganz gut, doch dann kehrte die Bulimie schlimmer zurück denn je. Ich habe nämlich im Service gearbeitet und war somit ständig mit Essen konfrontiert und habe dann auch angefangen den ganzen Arbeitstag über nur zu essen, bis ich am Abend kaum noch stehen konnte und nur mehr ins Zimmer wollte mich übergeben.
Danach habe ich mich jedes mal dafür gehasst, konnte aber trotzdem nich aufhören. Hab dann sogar begonnen an meinen freien Tagen essen zu kaufen, um zu essen und es zu erbrechen.
Die ganzen 3 Monate verlief es so schlimm und es war schön, wenn ich 1 kotzfreien Tag in der Woche hatte.
Ich war zu dem Zeitpunkt wirklich verzweifelt und hatte so Angst wieder nach Hause zu kommen, da ich nicht wollte das meine Eltern mitbekommen wie schlecht es mir ging.
Ich habe zu der Zeit aber auch über eine Klinikaufenthalt nachgedacht, wollte ihn mir aber nicht zugestehen da ich es nicht verkraften würde 1 Schuljahr zu versäumen, schon gar nicht das jetzige welches zu den wichtigsten der 5 Jahre gehört.
Jedenfalls kehrte ich dann wieder heim und bekam erst mal einen Schock, da ich durch die Bulimie 4kg zugenommen hatte. Ich wollte und konnte aber auch nicht mehr hungern und hab daher daheim normal gegessen, da ich ja auch nicht wollte das meine Eltern wieder was mitbekommen.
Trotzdem kamen dann wieder die Essanfälle und ich habe mich auch zuhause übergeben, wenn meine Eltern nicht da waren.
Dann fing wieder die Schule an, ein Internat, also ich bin von Montag-Freitag dort. Das Essen ist dort aber auch nicht so gut, also hatte ich das früher immer genutzt und dort sehr wenig gegessen, wodurch ich auch magersüchtig wurde.
Doch jetzt wo ich schon in der Bulimie drin war, hab ich vor den anderen immer so wenig wie früher gegessen, nur um mir dann am Nachmittag vom Schokoautomaten allen möglichen Süßkram zu kaufen und heimlich zu essen.
EIne Zeit lang machte ich das auch so, bis meine Zimmerkollegin mich einmal auf der Toilette hörte.
4 Klassenkolleginnen wissen auch von meiner ES und versuchen mich dabei auch zu unterstützen, dazu gehört auch meine Zimmerkollegin.
Nach dem Vorfall hat sie es dann eben den anderen 3en erzählt und dann haben sie alle mit mir geredet.
Da ist mir dann auch endlich klar geworden, dass ich was ändern muss und es so nicht weiter geht, da es sie ja genauso belastet.
Also habe ich mir selbst einen Vorsatz gesetzt und alle 4 helfen mir dabei.
Ich versuche jetzt täglich 2 Mahlzeiten einzunehmen, die mir eine von den 4 Mädels anrichtet, da ich Portionen ja nicht einschätzen kann. 2 Mahlzeiten deswegen, da ich selbst meist nicht mal 1 ohne schlechtes Gewissen essen würde.
Ebenfalls machen wir jetzt nach dem Essen immer einen Spaziergang und reden um mich auf andere Gedanken zu bringen. 1x in der Woche setzen wir uns auch am Abend zusammen und ich kann mich total ausheulen und über alles was mich bedrückt reden.
Zusätzlich gehe ich auch 1x wöchentlich zu einer Therapeutin und mache Gesprächstherapie um auch die Hintergründe meiner Krankheit zu erforschen.
Damit ich zuhause nicht rückfällig werde, versuche ich jetzt immer wenn sich ein FA anbahnt mich abzulenken, mit raus gehen oder indem ich eine von den 4 Mädels anrufe.
Seit 2 Wochen machen wir das jetzt schon so und ich bin seitdem auch brechfrei, worauf ich so richtig stolz bin, denn ich hatte am Samstag sogar wieder eine FA und habe glaube ich 20 Schoko Cookies (selbst gemacht) gegessen und es geschafft sie drinnen zu behalten.
Die 1. Woche war für mich auch sehr schwer, da mein Körper nicht mehr ans Essen ohne Brechen gewöhnt war, daher hatte ich ständig Bauchweh und mein Bauch hat sich auch immer mehr aufgebläht, da mein Körper alles aufgenommen hat und nichts mehr hergegeben. Nach 4 Tagen hatte ich dann aber endlich wieder Stuhlgang und nur mehr selten Bauchweh, seitdem läuft es wieder sehr gut.

Jetzt wollte ich fragen, was haltet ihr von alldem, ist das gut, oder sollte ich doch lieber eine Klinik suchen, da ich es sonst vielleicht nicht schaffe da wieder raus zu kommen?

LG

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31. Oktober 2013 um 8:19

Hallo Tinka,
du befindest dich in ambulanter Psychotherapie und hast auch in deinem privaten Umfeld Unterstützung und Zuspruch. Das sind positive Umstände.Die Wirkung einer Therapie tritt erst nach und nach und im Laufe der Zeit ein. Ich würde daher nicht zu schnell an eine klinische Behandlung denken. Etwas anderes würde sich aber ergeben, wenn dich deine Therapeutin selbst auf eine stationäre Behandlung anspricht, weil sie das Gefühl hat, dass ihre Hilfe nicht ausreichend sein könnte.Dann wäre es sicherlich richtig, ihrem Rat zu folgen.

LG Nus

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31. Oktober 2013 um 18:17
In Antwort auf nus1951

Hallo Tinka,
du befindest dich in ambulanter Psychotherapie und hast auch in deinem privaten Umfeld Unterstützung und Zuspruch. Das sind positive Umstände.Die Wirkung einer Therapie tritt erst nach und nach und im Laufe der Zeit ein. Ich würde daher nicht zu schnell an eine klinische Behandlung denken. Etwas anderes würde sich aber ergeben, wenn dich deine Therapeutin selbst auf eine stationäre Behandlung anspricht, weil sie das Gefühl hat, dass ihre Hilfe nicht ausreichend sein könnte.Dann wäre es sicherlich richtig, ihrem Rat zu folgen.

LG Nus

Danke
für die Antwort.
Das freut mich zu hören, dass ich das anscheinend so gut meistere, auch wenn ich denke es wird sich nie was ändern, aber so wie du sagst wird die Wirkung der Therapie sich erst im Laufe der Zeit äußern. Ich hoffe es zumindest.
Meine Therapeutin meinte auch, ich soll es jetzt erst einmal so versuchen und falls es mir wirklich ganz schlecht gehen sollte über eine Klinik nachdenken.

LG

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31. Oktober 2013 um 20:27

Danke
für deine schönen Worte.
Es ist wirklich nicht einfach den Kampf mit der ES aufzunehmen, da ich das ja nicht das erste mal versuche, aber ich will es ja auch selbst schaffen.
Mein schlimmstes Problem ist zur Zeit, dass ich denke von allem und jedem zuzunehmen und mich an fast nichts ran traue. Meine Freundinnen unterstützen mich da zwar total, aber es ist trotzdem immer sehr schwierig, wenn sie mir mein Frühstück bzw. Mittagessen richten und ich dass dann versuche zu essen.
Eine Stimme in mir schreit dann immer förmlich NEIN, aber ich versuche sie gut es geht zu ignorieren.
Zuhause ist es für mich dann noch schwieriger, da immer so viel essen da liegt und ich am liebsten wieder alles essen würde und dann auch öfters einen FA habe. Wenigstens möchte ich aber nicht mehr erbrechen und habe es jetzt auch schon 2 Wochen geschafft, worauf ich sehr stolz bin.
Ich hoffe auch das die Therapie Fortschritte bringt, denn im Moment verstehe ich noch nicht, in welchem Sinn sie mich weiter bringt.

Ich wünsche auch dir auf deinem Weg weiterhin alles gut, denn ich lese auch wie schwer du zu kämpfen hast

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1. November 2013 um 23:04

Warum
muss es immer so schwierig werden, wenn man gerade auf einem guten Weg ist.
Bis jetzt war es eher so, dass ich immer Probleme im Internat hatte und es daheim besser war und jetzt ist es irgendwie umgekehrt.
Ich komme heim und bin nur mehr am essen von morgens angefangen bis hin zum Abend. Nur kann und will ich wegen meiner Gesundheit wegen nicht mehr erbrechen, daher geht es mir körperlich immer schlechter und ich leide nur mehr an Übelkeit und Bauchkrämpfe.
Meine Mutter macht es mir da auch nicht leichter, indem sie mir ständig Vorwüfe macht oder schlecht gelaunt ist.
Heute zum Beispiel war ich so stolz dass ich zu meinem Marmeladenbrot noch etwas Joghurt dazu genommen habe und was bekomme ich dann zu hören? Sie hätte es noch für etwas anderes gebraucht und zu hause wird ihr sowieso von allen immer alles weggegessen. Hinterher fühlte ich mich dann so richtig schlecht deswegen und hab wieder angefangen alles möglich in mich reinzustopfen und das verlief den ganzen Tag über.
Dann fragte meine Mutter auch wieder warum ich denn so Augenringe habe, ob ich denn schon wieder erbreche obwohl ich jetzt so stolz bin es seit 2 Wochen schon nicht mehr gemacht zu haben...
Ich will das so einfach nicht mehr

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