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Grundlegendes zur Heilung von Essstörungen

3. Mai 2013 um 11:35 Letzte Antwort: 3. Mai 2013 um 18:35



1. Essstörungen sind psychische Krankheiten mit psychischen Ursachen. Vielen essgestörten Mädchen/Frauen fällt es sehr schwer, sich einzugestehen, dass sie psychisch krank sind und nicht nur körperlich. Diese Einsicht ist jedoch für eine endgültige Heilung unerlässlich. Psychische Störungen lassen sich nicht mit Essen beheben. Die wichtige Normalisierung von Essverhalten und Gewicht reicht, selbst wenn sie unter Anleitung eines Hausarztes oder Ernährungsberaters erfolgt, nicht aus. Für eine vollständige und nachhaltige Heilung ist die Bewältigung der dem gestörten Essverhalten zugrundeliegenden psychischen Probleme notwendig. Dazu ist in der Regel eine Psychotherapie erforderlich.

2. Der von vornherein kaum erfolgversprechende Versuch einer Selbstheilung (ohne Therapie) sollte wenn überhaupt nur wenige Monate andauern. Wenn sich dann keine Fortschritte zeigen, sollte sich die Einsicht durchsetzen, dass man es allein nicht schafft und professionelle Hilfe benötigt. Wenn ein Mädchen 5 Jahre allein an sich herumdoktert, muss es sich nicht wundern, wenn es nach dieser Zeit immer noch krank ist. Es ist die zu erwartende und normale Folge einer unterlassenen Behandlung. Gleichzeitig erschwert man eine spätere Therapie und riskiert schlimmstenfalls eine Chronifizierung des Krankheitsbildes.

3. Das Forum kann eine notwendige Therapie nicht ersetzen. Ihr könnt euch nicht gegenseitig therapieren. Das Gleiche gilt für die noch so gut gemeinten Ratschläge von Familienangehörigen oder Freunden. Bei der Unterhaltung mit essgestörten Mädchen/Frauen oder den zuletzt hier häufig gesuchten Chatfreundinnen besteht die Gefahr, dass ihr euch nur gegenseitig in euren krankheitsbedingt falschen Vorstellungen bestärkt. Grundsätzlich ist durch den Kontakt zu nicht krankheitseinsichtigen und nicht therapiebereiten Mädchen/Frauen auch eine Verschlechterung des eigenen Krankheitsbildes möglich.

4. Für den Versuch einer Selbstbehandlung und nicht therapeutisch begleiteten Gewichtszunahme gilt, dass man nur sehr langsam mit etwa 1 KG pro Monat zunehmen sollte. Dies wird in der Regel nur durch Kalorienzählen und einer regelmäßigen Gewichtskontrolle möglich sein. Wenn man es nicht schafft, einen Kalorienplan einzuhalten, sich selbst zu wiegen oder Essattacken nach Erreichen des Normalgewichts nicht abklingen, ist therapeutische Hilfe unerlässlich.

Für diejenigen, die mich nicht kennen: Ich war vor Sensation86 Moderator hier in diesem Forum, schreibe aber in der Regel keine öffentlichen Beiträge mehr. Ich betreue jedoch nach wie vor privat und im begrenzten Umfang einzelne krankheitseinsichtige und therapiebereite Mädchen/Frauen, so wie ich es von Anfang an getan habe.

LG Nus

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3. Mai 2013 um 12:05

Vielen Dank!!!
für diese klaren und weisen Worte! Punkt 2, 3 und 4 sind super auf den Punkt gebracht, aber vor allem hat mich zutiefst erleichtert, dass du in Punkt 1 endlich einmal aussprichst, was mich hier ständig zur Weißglut bringt (was ich auch schon einmal so geschrieben habe, allerdings nur um hier agressiv angemacht zu werden). Du schreibst nämlich:

"Psychische Störungen lassen sich NICHT mit Essen beheben. Die wichtige Normalisierung von Essverhalten und Gewicht reicht, selbst wenn sie unter Anleitung eines Hausarztes oder Ernährungsberaters erfolgt, NICHT aus"

Genau das Gegenteil wird hier aber STÄNDIG behauptet!!!!!!!!!! Seltsam, dass das der Moderatorin nicht aufgefallen ist. Hier wimmelt es nämlich nur so von Behauptungen wie "du musst nur öfter mal was essen, dann klappt das schon, bzw. dann hast du keinen Heißhunger mehr" Hallo?! Wenn's das wäre - das sollten sich diese schlauen Tippgeberinnen mal fragen - wieso ist die ES denn dann überhaupt irgendwann einmal entstanden?! Es reicht eben NICHT aus, einfach mehr zu essen, es ist geradezu vollkommen illusorisch zu meinen, dass damit das krankhafte Verhaltensmuster (egal welches nun genau) aufhören wird, weil ja dann angeblich der Körper nicht mehr so auf Sparflamme gehalten werde u alles werde von alleine gut. Es ist doch eben vielmehr so, dass jeder ES eine PYCHISCHES PROBLEM zu Grunde liegt. Ein Einanfall dient demnach dem Kompensation eines SEELISCHEN Mangelzustandes, das Hungern ebefalls!

Wenn aber nun hier behauptet wird, dass man nur ein bisschen essen muss, um die Fressanfälle abzustellen oder die Sucht nach dem Hungern zu beenden, dann ist es nur normal, dass die Frau, die an der Umsetzung dieses Ratschlags logischerweise scheitert (eben weil dieser Ratschlag schlichtweg Schwachsinn ist), dieses Scheitern auf sich bezieht u sich Vorwürfe macht, sich dafür, dass es bei ihr nicht klappt, noch mehr hasst, ihren Körper noch mehr hasst und so weiter...

Deshalb: NEIN, wir können nicht einfach alle ein bisschen essen und hier ne kleine ZM (boa wie mich diese Abkürzungen mittlerweise aufregen) und da ein kleines leckeres schnuckeliges Eis... DAS GEHT DOCH EBEN NICHT, eben WEIL Essen und Nicht-Essen schon längst seelische Komponenten haben, weil damit seelische Wunden geheilt werden sollen. DIE GILT ES EBEN IN ERSTER LINIE AUFZUFINDEN. Nur: DAS macht leider die größte Angst, unglaubliche Angst sogar, sich mit dem eigenen Ich, den eigenen Ängsten, der eigenen Seele zu beschäftigen. Die aber, die das schaffen, sind die wahrhaft Starken - und nicht etwa die, die hier irgendeinen "Essensplan" (wie lächerlich! für ne Essgestörte einen Essensplan!) einhalten.

Ich bin so dankbar, dass du das hier schreibst, liebe NUS. Vielleicht kapieren das jetzt mal einige hier - mir hat's ja keine geglaubt.

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3. Mai 2013 um 12:52
In Antwort auf linden_12637787

Vielen Dank!!!
für diese klaren und weisen Worte! Punkt 2, 3 und 4 sind super auf den Punkt gebracht, aber vor allem hat mich zutiefst erleichtert, dass du in Punkt 1 endlich einmal aussprichst, was mich hier ständig zur Weißglut bringt (was ich auch schon einmal so geschrieben habe, allerdings nur um hier agressiv angemacht zu werden). Du schreibst nämlich:

"Psychische Störungen lassen sich NICHT mit Essen beheben. Die wichtige Normalisierung von Essverhalten und Gewicht reicht, selbst wenn sie unter Anleitung eines Hausarztes oder Ernährungsberaters erfolgt, NICHT aus"

Genau das Gegenteil wird hier aber STÄNDIG behauptet!!!!!!!!!! Seltsam, dass das der Moderatorin nicht aufgefallen ist. Hier wimmelt es nämlich nur so von Behauptungen wie "du musst nur öfter mal was essen, dann klappt das schon, bzw. dann hast du keinen Heißhunger mehr" Hallo?! Wenn's das wäre - das sollten sich diese schlauen Tippgeberinnen mal fragen - wieso ist die ES denn dann überhaupt irgendwann einmal entstanden?! Es reicht eben NICHT aus, einfach mehr zu essen, es ist geradezu vollkommen illusorisch zu meinen, dass damit das krankhafte Verhaltensmuster (egal welches nun genau) aufhören wird, weil ja dann angeblich der Körper nicht mehr so auf Sparflamme gehalten werde u alles werde von alleine gut. Es ist doch eben vielmehr so, dass jeder ES eine PYCHISCHES PROBLEM zu Grunde liegt. Ein Einanfall dient demnach dem Kompensation eines SEELISCHEN Mangelzustandes, das Hungern ebefalls!

Wenn aber nun hier behauptet wird, dass man nur ein bisschen essen muss, um die Fressanfälle abzustellen oder die Sucht nach dem Hungern zu beenden, dann ist es nur normal, dass die Frau, die an der Umsetzung dieses Ratschlags logischerweise scheitert (eben weil dieser Ratschlag schlichtweg Schwachsinn ist), dieses Scheitern auf sich bezieht u sich Vorwürfe macht, sich dafür, dass es bei ihr nicht klappt, noch mehr hasst, ihren Körper noch mehr hasst und so weiter...

Deshalb: NEIN, wir können nicht einfach alle ein bisschen essen und hier ne kleine ZM (boa wie mich diese Abkürzungen mittlerweise aufregen) und da ein kleines leckeres schnuckeliges Eis... DAS GEHT DOCH EBEN NICHT, eben WEIL Essen und Nicht-Essen schon längst seelische Komponenten haben, weil damit seelische Wunden geheilt werden sollen. DIE GILT ES EBEN IN ERSTER LINIE AUFZUFINDEN. Nur: DAS macht leider die größte Angst, unglaubliche Angst sogar, sich mit dem eigenen Ich, den eigenen Ängsten, der eigenen Seele zu beschäftigen. Die aber, die das schaffen, sind die wahrhaft Starken - und nicht etwa die, die hier irgendeinen "Essensplan" (wie lächerlich! für ne Essgestörte einen Essensplan!) einhalten.

Ich bin so dankbar, dass du das hier schreibst, liebe NUS. Vielleicht kapieren das jetzt mal einige hier - mir hat's ja keine geglaubt.

Hallo!
Jemand der diese Probleme nicht hat, kann sich das gar nicht vorstellen, wie dreckig es einen gehen kann, "Fressanfall" klingt für viele wie ein bisserl mehr Hunger oder Appetit usw.....! Die können es ja gar nicht wissen, ich hätt es mir auch nicht vorstellen können, bevor ich davon betroffen war.
Da steckt viel mehr dahinter als ein Laie glaubt. Ich fange am Montag eine Therapie an, ich bin gespannt wie das wird.
Mir gehts ständig anders, fast täglich und weiss nicht warum, ich bin mit meinem Leben eigentlich zufrieden, habe keine Probleme, darum verstehe ich das Ganze nicht wirklich. Wollte eigentlich nur eine schöne Figur haben nicht mehr oder weniger. Aber seit ein Paar Monaten geht es mir nicht sehr gut was das Thema Essen und Abnehmen usw. angeht.
Ich will, dass es mir wieder gut geht und ich ganz normal essen kann, wie früher ohne Panik zu bekommen.
LG
Widderlein

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3. Mai 2013 um 13:13

!!!
"aber es gehört auch dazu, dass man ausreichend isst um eben beispielsweise körperlich bedingte FAs zu verhindern"...

aber nicht ausreichend zu essen gehört doch eben zu dem sichtbaren Symptom eines unsichtbaren, seelischen Problems! Wie soll das also bitte schön gehen - einfach so?

...im Übrigen könnte ich dir, wenn ich wollte u wenn ich die Zeit hätte, unzählige Zitate nennen aus dem Forum von solchen - wenn auch gut gemeinten - "Tipps"...

ach aber is jetz auch egal. ich sag ja....

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3. Mai 2013 um 13:41

Hallo
Für mich ist das forum kein therapieersatz. Nächsten monat fange ich mit einer therapie an, und die ist mir sehr wichtig, auch wenn ich manchmal daran zweifel, ob mir das was bringen wird.
Und das dass essen nicht mein eigentliches problem ist, sehe ich (mittlerweile) auch.
Jedenfalls stimme ich dem, was du sagst zu. Ich stehe noch ziemlich am anfang von einem langen weg. Es gibt einiges, woran ich ganz schön arbeiten muss. Und das kann mir auch eine Therapie nicht abnehmen. Aber ich hoffe, dass sie mich dabei unterstützen wird.
Lg
Kathu

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3. Mai 2013 um 18:35

Ich verstehe zwar
was ihr meint,aber ich sehe das ähnlich,wie amelie.
Es ist wirklich wichtig,dass Leute,die hier im starken UG sind,zunehmen.Das finde ich auch.Aber was ich ziemlich bedenklich finde ist,dass sich hier Essenspläne geschickt und ausgetauscht werden.Zum einen mag das ja gut sein,weil sich die Leute gegenseitig daran festhalten und sich gegenseitig Richtlinien zeigen.Aber Fakt ist: Wir sind hier alle essgestört.Und ich weiß nicht,ob man dann wirklich in der Lage ist,einen gesunden,normales Essensplan zu posten.Abgesehen davon wird somit der Fokus ja wieder nur aufs Essen gelenkt.Und das würde ich auch kritisch ansehen.Ich würde mir auch nicht zutrauen,ein anderes Esseverhalten hier zu beurteilen,da ich mich selbst als zu krank empfinde und mir zu unsicher dabei bin.Abgesehen davon funktioniert jederStoffwechsel anders,deswegen kann man hier auch keine allgemeingültige Lösung vorgeben.Manche brauchen halt mehr Kalorien,manche weniger.Deswegen denke ich,dass wenn dann eine Ernährungsberatung aufgesucht werden müsste,die unabhängig von diesem Forum abläuft.
Des Weiteren finde ich,dass es enorm wichtig ist,das jeder hier seinen eigenen Weg zum Essen findet und nicht nur von anderen abguckt.Wieso wird ausgerechnet hier abgeguckt? Jeder hat ein normales Umfeld und sollte sich nach den Mahlzeiten ungefähr richten,die auch normale Personen zu sich nehmen.
Außerdem finde ich,dass die Leute,die hier im starken Untergewicht sind,ohnehin ärztlich betreut und behandelt werden müssen,da es sonst unverantwortlich ist,weil auch keiner hier von uns ahnen kann,in welchem Maße es gesund ist,wieder mit dem Essen anzufangen.
Ich denke auch,dass Ärzte da eher ein gesundes Maß an Essen vermitteln können,da sie eine andere Einstellung dazu haben.Klar,jeder,der selber mal krank war,würde einer Esssgestörten sagen,die zunehmen muss"Iss,soviel du willst!"Aber jeder macht andere Erfahrungen,ob das gut oder schlecht ist und die eigene Meinung ist immer eingefärbt.Es gibt leider keine allgemeingültige Lösung hierfür.

Ich denke zwar auch,dass das Forum hier eine große Hilfe ist,die aber nicht als Therapie anerkannt werden sollte.Mir hilft das Forum wirklich,weil es hier Menschen gibt,die mich verstehen und weil ich egal,wie mies es mir geht,jemanden habe,der das,liest,was ich geschrieben habe und mir Hilfestellung anbietet,die mir auch viel Halt gibt.Ich gebe auch viel,auf einige Antworten,die hier im Forum gegeben werden,da es ja wohl niemand eher wissen kann,als die Betroffenen selber.
Dennoch ist hier natürlich nicht die Möglichkeit gegeben,dass man die Personen hier so genau kennen lernt,um Hintergründe über die Essstörung zu erfahren,deswegen können die meisten hier einfach nur alltagspraktische Tipps geben,was ich auch vollkommen ausreichend und gut finde.Man kann Vermutungen aufstellen,aber Diagnosen sind es nicht,denn wir alle sind Menschen mit ähnlichen Problemen und keine Fachärzte.

Ich kann auch nicht leugnen,dass meine Beiträge manchmal sehr auf mein eigenes Erleben zugeschnitten sind und meine Erfahrungen,die ich mit der Essstörung gemacht habe.Aber ich versuche mich relativ neutral zu halten und ich weiß auch,dass jeder einen unterschiedlichen Weg gehen muss.Aber sich gegenseitig anzuvertrauen,was einem gut geholfen hat,finde ich wirklich klasse.
Ich fühle mich,bis auf einige merkwürdige Beiträge hier im Forum sehr gut aufgehoben,aber weiß,dass ich wohl einige Hilfestellungen von hier übernehmen kann,aber auch noch Hilfe in ärztlicher Form annehmen muss.

Das Essstörungen nicht nur Erkrankungen sind,bei denen es sich um Essen und Gewicht handelt sollte eigentlich jedem hier klar sein.
Ich finde es wirklich wunderbar,wie engagiert hier manche sind und ich weiß,dass die meisten hier einfach alles geben wollen um anderen zu helfen,aber wichtig dabei ist es auch,sich selbst zunächst zu helfen.

Viele Liebe Grüße,EisblumexXx

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