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Gesund, nicht gesund, gesund, ...

Letzte Nachricht: 22. September 2014 um 21:34
A
an0N_1210428799z
22.09.14 um 18:06

Liebes Forum,

Ich stelle meine Frage am besten direkt und ohne um den heißen Brei zu reden:

ist bei Anorexie und Untergewicht die Gewichtszunahme wirklich DERMAßEN entscheidend, dass danach die Welt quasi "wieder besser" aussieht? Natürlich gilt es die Psyche zu bearbeiten - dafür muss man gewichtstechnisch einigermaßen stabil sein damit die Psyche "mitmacht". Aber was ich wirklich wissen will: die Stimmungsschwankungen, die Lustlosigkeit, die fehlende Lust an Aktivitäten, die Isolation in den eigenen 4 Wänden - wird vieles davon wirklcih (wie ich manchmal "aufgeschnappt" habe) von "ganz allein" besser, sobald das Gewicht sich normalisiert?

Und... gibt es überhaupt eine Chance diese ganzen Kalorienzahlen jemals zu vergessen?
Einerseits weiß ich, dass es keinen Sinn macht all diese Fragen zu stellen weil es wohl nach dem Prinzip "learning by doing" läuft. Aber ich probiere es dennoch..
Ich kann mir ehrlich gesagt (leider ) nicht vorstellen, dass nach jahrelanger Anorexie die Welt wieder für mich sein kann, wie sie für all die anderen (nicht-essgestörten) Menschen ist. Und ob wirklich so viel allein von dem Gewicht abhängt bzw. vielmehr von der Zunahme. Viele (von euch) beschreiben ja, mit mehr Gewicht lösten sich einige Schwierigkeiten von allein, das Essen wurde leichter, man wurde nicht esssüchtig, man konnte wieder lachen...
Es wäre ja wirklich ein Traum, wenn allein durch die Gewichtszunahme die Lebensfreude Stück für Stück da wäre und die Lust, wieder an der Gesellschaft teilzuhaben!
Im Moment ist es eben für mich unvorstellbar - daher mein Beitrag.

Vielleicht bekomme ich hilfreiche Rückmeldung - das wäre klasse...

littlesheep

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E
echo_11896282
22.09.14 um 19:14

Hey...
Liebe littlesheep,
du sprichst mir aus der seeledein beitrag hätte von mir sein können...ich bin gespannt ob jemand eine rückmeldung geben kann.das wär toll....
schneehase2014

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S
sanda_984991
22.09.14 um 21:34

Hi
Ja eine Gewichtszunahme bringt dich peu a peu ins Leben zurück.
Vor drei Jahren bin ich in eine Klinik gegangen um mir helfen zu lassen. Zuvor hatte ich weiter und weiter abgenommen, mich isoliert, war alleine, umgeben von der Magersucht und depressiven Gedanken. Selbst in meiner Familie konnte ich mich nicht mehr wohlfühlen. Klar war, dass ich Hilfe brauchte.. zwar wollte ich am ersten tag gleich wieder raus, aber ich bin drin geblieben. Das viele Essen war natürlich überhaupt nicht leicht, mir war schlecht ..zudem das Männchen dass dir dauernd sagt dass du dick wirst usw.. Ich habe aber angefangen in der Klinik langsam wieder Kontak zu gleichaltrigen herzustellen.. Das Essen hat sich ausgewirkt, die dunklen Gedanken kamen nicht mehr so häufig und bald fing ich an mich auf die Gewichtszunahme fast zu freuen. In der Klinik nimmt man natürlich nicht nur zu, du hast verschiedene Therapien, wo ich wieder Spaß an Dingen hatte. Mit der Zeit durfte ich auch zur Bewegungstherapie und ein wenig Sport machen. Ich weiß, dass ich meinen ersten Ausgang und jeden danach mehr genossen hatte. Ich habe angefangen die Welt wieder zu sehen, klar zu sehen. Die Sinne waren wieder geschärft und als ich draußen mal ordentlich essen konnte (das Essen in der Klinik war echt eklig =Krankenhausessen) hat es mir wieder geschmeckt. Am Ende meines Aufenthaltes hatte ich knapp 9kg zugenommen, aber noch viel mehr an Lebensfreude. Ich war wirklich wieder Lebensfroh, was ich mir vorher nicht hätte vorstellen können. Kein Zittern, Bewegung und Glückshormone. Dir wird es besser gehen. Wichtig ist aber auch nicht nur das Essen sondern die Therapie nebenbei. Ich hatte das Glpck in der Klinik, wo ich neben Essen gleich Therapie und verschiedene Angebote hatte, die mir geholfen haben den Weg ins Lebne zurück zu finden.
Ich wünsche euch viel Erfolg.
L.

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