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Gedankenkreise und beschissenes Körpergefühl...

Letzte Nachricht: 26. Oktober 2013 um 9:31
M
meghan_11903672
25.10.13 um 20:44

Hey Leute... Muss mich mal "ausheulen"
Vielleicht liest das ja jemand...

Mir gehts total scheiße, ehrlich gesagt.
Wie man vielleicht schon in nem anderen Thread gelesen hat, habe ich mich die letzte Zeit nur von 100 g Tüten Trockenobst und ähnlichem Zeugs ernährt, was annähernd genug Kcal für den Tag hat, aber wenig wiegt.
Angefangen mit dem Schmarn habe ich, weil ich durch vieele, viele bulimische Rückfälle inklusive FA zugenommen habe, und ich damit absolut nicht klar komme. Ich habe versucht es mir einzureden, aber es klappt nicht. Dadurch habe ich mich wieder mehrmals am Tag gewogen, hatte wieder Angst davor, "schwere" Dinge zu essen, zu trinken etc...

Mittwoch habe ich dann Nägel mit Köpfen gemacht und mich zusammen gerissen, also wieder vernünftig gegessen und mehr getrunken. Ich hatte mir vorgenommen, mich NICHT zu wiegen... tja... durchgehalten hab ichs nicht.

Jetzt zeigt die Waage wieder mehr an, nachdem ich durch den Scheiß *scheinbar* was runter hatte...
Es macht mich absolut fertig. Ich kann mit der Zahl nicht umgehen.
Und ich fühle, unabhängig davon, wie sich mein Körper verändert hat, ich fühle mich speckig und dick und und und... der Rock kneift am Bauch, wenn ich mich im Spiegel sehe könnte ich heulen.

Es macht mich so sauer!

Einerseits, weil ich, wenn ich mich nach der ersten, leichten Zunahme durch die Rückfälle nicht so hätte verunsichern lassen und einfach normal weiter gegessen hätte, nicht nochmal 3 kg zugenommen hätte, und andererseits einfach weil es mich nach 6 Monaten Klinik und ambulanter Therapie und sowieso allem was ich gelernt habe noch so fertig macht!

Ich will am liebsten morgen aufwachen und fest stellen, dass die 5 kg einfach weg sind. Mieeep. Wird nicht passieren.
Waaah. Ich könnte mich ohrfeigen. Ich habe nur wegen der Bulimie zugenommen, es ist so unnötig gewesen, und durch das Kotzen habe ich alles immer weiter verschlimmert... trotzdem registriert mein Hirn das scheinbar nicht und jeden Tag wache ich mit der Idee auf, einfach so weiter zumachen. Wieso bin ich so blöd?! Wieso kann ich nicht einfach aufhören?

Oh Mann. Mir sind diese Gedanken sowas von peinlich. Ich will mich nicht nur durch mein Äußeres profilieren! Ich weiß, dass ich mich nur aus kranken Gründen mit 5 kg weniger besser gefühlt habe... aber... es tut so weh. Ich bin nur noch aggressiv und gereizt, ich schäme mich und... argh!
Wieso ist das so? Das Mädchen, auf das ich stehe ist selbst im guten NG und sieht super aus mit ihren ausladenden Hüften undsowieso wieso kann ich mich denn so nicht gut finden? ><
Ich gebe ja echt mein bestes, mich damit abzufinden und mich so zu akzeptieren, aber ich denke immer und immer wieder an diese eine behinderte Zahl, die da mal stand.
Meine Gedanken kreisen und kreisen und kreisen...
Vielleicht habe ich Angst, nicht mehr gesehen zu werden... vielleicht habe ich Angst, man würde von mir erwarten, jetzt nach der ganzen Klinikgeschichte für immer rank und schlank zu bleiben etc... (Habe was das angeht wirklich Angst und will meinem Opa vorallem nicht unter die Augen treten, er lässt öfters mal Kommentare fallen in die Richtung...)
Am allerschlimmsten ist es mit meiner Mutter im Moment... ich bin ihr gegenüber wirklich fies und zickig... weil ich jetzt so eine dämliche Rivalität spüre und ich mir immer wieder einbilde, sie würde sich insgeheim freuen, dass ich immer weiter zunehme >< Sie sagt zwar nichts (außer "Mach doch lieber Sport statt zu kotzen"), aber... aaaargh.

Ja, das sind meine kranken Gedanken. Ich bin so angeekelt von mir selbst, dass ich noch so denke! Ich dachte die ganze Zeit, ich wäre halbwegs über den Berg, aber ich habe mir was vorgemacht... war halt immer in der Komfortzone des unteren NGs. Ekelhaft diese Scheinheiligkeit. Echt ey.

Sorry, dasses so lang geworden ist... wahrscheinlich bereue ich es gleich, das alles geschrieben zu haben... aber boah, ich komme im Moment überhaupt nicht mehr klar.

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A
aki_12362921
25.10.13 um 21:18

Hallo liebe Aprikoko!
Nein, bereue es nicht... Es ist gut, dass du schreibst. ich selbst habe auch oft Hemmungen wirklich zu sagen wie es mir geht. Aber es ist eigentlich soo wichtig. Die Gedanken, die du beschreibst, kennen ganz bestimmt viele hier. Ich versteh dich da auch sehr gut. Es tut mir leid, dass zwischen deiner Mutter und dir so eine Rivalität besteht. Eigentlich sollte sie für dich da sein und dir nicht solche Kommentare an den Koopf werfen! Ich kann dir leider (!) keinen goldenen Weg empfehlen mit dem man dieses schlimme Körpergefühl weg bekommt - glaub mir, ich würde ihn sofort mitgehen -, aber ich kann dir sagen, dass du nicht allein damit bist. Man fokussiert die ganzen schlimmen Gefühle, die in einem brodeln auf sich, auf den Körper. Es ist vielleicht fassbarer, als verstehen zu müssen, was sich dahinter verbirgt. Dieser Hass auf sich selbst, die Abscheu, eigentlich gehört das ganz woanders hin, und wir lenken diese Dinge unbewusst auf unser Selbst. Manchmal hilft es mir diese Spannungen draußen raus zu lassen. Beim Spazieren durch den Wald zum Beispiel. Aber auch nur, wenn ich es schaffe, mich darauf einzulassen. Oft tut es aber auch wirklich einfach nur weh und ich schlage auf Kissen ein und weine dann. Und manchmal bin ich genauso kurz vorm Durchdrehen wie du jetzt gerade. Welcher Weg auch auch immer für dich gut ist und dir hilft, die Spannung muss raus, sonst hält dich die ES immer fester und die Spirale dreht sich...
Wenn du morgen Zeit hast, versuche vielleicht einmal raus zu gehen und die Herbstfarben wirken zu lassen - wenn das etwas für dich ist. Ich schicke dir viel Sonne und liebe Grüße!

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M
meghan_11903672
26.10.13 um 9:31

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Erst einmal danke für eure Antworten...

Sternsucherin: Ich bin generell jemand, der gern und viel draußen ist, ich wohne am Stadtrand und hab hier direkt Wälder nebenan quasi.
Doch in letzter Zeit wird es immer und immer schwerer, mich aufzuraffen, raus zu gehen. Dabei ist der Herbst eigentlich meine Lieblingsjahreszeit... Ich werde mich heute auf jeden Fall dazu durchringen, kurz in den Wald zu gehen.
Mein Kopf verknüpft momentan jedes bisschen Bewegung mit Abnehmen =_=

Lux: Das ist es. Ich dachte eigentlich, ich wüsste meine Themen und es hatte sich so viel verändert... Ich war früher unglaublich schüchtern, das hat sich schon enorm gebessert. Trotzdem lasse ich mich schnell aus dem Konzept bringen... Und checke immer wieder, wie andere auf mich reagieren, will gut ankommen...
Du hast in einem anderen Thread geschrieben, dass du dir oft vorwirfst, nicht genug kämpfen zu müssen gegen MS-Gedanken, und nicht wahrnimmst, dass du krank bist. So ähnlich geht es mir auch. Ich habe verdammte Angst die MS los zu lassen.
In gewisser Hinsicht konnte ich mich durch sie abgrenzen. Eine Sache, die mich immer wieder umwirft, ist meine Mutter. Ich habe ja schon geschrieben, dass sie mich oft wütend macht. Das liegt größtenteils an ihrem Verhalten. Sie will unbedingt noch jugendlich sein, trägt seltsame Klamotten, die ich tragen könnte, schaut irgendwelche schwachmatischen (ist das ein Wort...) Sendungen, die fast alle Mädchen aus meiner Klasse sehen, betont immer wieder, keine Mutti sein zu wollen... Dazu ist sie ein unsicherer/schüchterner (von wem ich das wohl hab...) Mensch und wird leicht hysterisch.
Sie mischt sich immer in alles ein. Die Musik die ich höre muss sie auch hören, die Schuhe die ich toll finde kauft sie sich...
Das macht mich alles sauer. Sie ist so, daran kann ich nichts ändern, das weiß ich... Aber ich kann sie nur schwer ernst nehmen. Manchmal fühle ich mich wie die erwachsene. Ich empfinde es teilweise als erniedrigend, mir etwas von ihr sagen zu lassen. Ich mag meine Mutter, selbstverständlich, aber... Ich will mich von ihr abgrenzen können. Dazu war die MS mein Mittel.
Jetzt wiege ich wieder fast so viel wie vor der MS. Und es wird wieder schlimmer.

Femili: es tut mir leid, zu lesen, dass es dir auch so geht... Du beginnst bald ne Therapie meine ich gelesen zu haben, oder? Dafür wünsche ich dir auf alle Fälle alles gute.
In deinem Thread schriebst du auch, dass du wenig Freunde hast, kein Facebookmensch bist, nicht trinken gehst und so weiter... Du bist nicht allein. Ich bin auch so. Und es gibt sicher noch viele andere Mädchen und Jungs, die so sind. Ich fühle mich auch recht einsam. In meiner neuen Klasse bin ich die 25. -> die, die allein sitzt. Die, die sich ständig meldet. Die Streberin. Ich geb mir zwar echt Mühe und hab auch ein paar Leute, bei denen ich rumstehe, aber dennoch bin ich eben die einzige, die allein sitzen muss.
Ich habe nur zwei gute Freunde, einer davon wohnt weit weg, die andere ist mit MS in der Klinik... Toll, nicht wahr? Aber die zwei sind an sich alles was ich brauche... Die guten Freunde trifft man zufällig im Leben und nicht auf Teufel komm raus. Wer weiß, vielleicht lernst du morgen schon jemanden neues kennen?


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