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Gedanken zu Ess-Störungen

1. April 2008 um 7:37 Letzte Antwort: 2. April 2008 um 7:17

Hallo ihr alle,

ich mache mir seit ein paar Wochen Gedanken über Ess-Störungen, also über die Ursachen, warum sie so oft auftreten, welche Auslöser es gibt usw.

Was mich dabei wirklich nervt ist die Einstellung der Gesellschaft. Ständig wird man von sämtlichen Medien mit Bildern von absolut dünnen, aber sehr erfolgreichen, beliebten Schauspielerinnen und Models "gefüttert", die dazu auch noch als sehr sexy dargestellt werden. Da wird uns allen also ein Bild vermittelt, dem die meisten von uns nacheifern wollen. Denn wer will nicht erfolgreich, schön und sexy sein?
Das heisst natürlich noch nicht, dass deshalb gleich alle eine Nulldiät beginnen. Aber es gibt doch genügend Mädchen und Frauen, die sich dadurch inspiriert fühlen. Und komischerweise fallen gerade diejenigen in die Ess-Störung, die besonders ehrgeizig sind, aber ein eher schwaches Selbstbewusstsein haben.
Was mich dabei aber am meisten ärgert, ist die Tatsache, dass bei berühmten Persönlichkeiten nicht so ein Hype über Ess-Störungen gemacht wird. Niemand fragt sich wirklich, ob ein Model wie Heidi Klum oder eine Nicole Kidman oder wie sie alle heissen, normal essen oder nicht. Ausnahme: Extremfälle, bei denen nichts mehr zu vertuschen ist, z.B. Mary Kate Olsen oder Nicole Richie.
Wenn aber z.B. die Susanne Soundso von nebenan dünner und dünner wird, heisst es gleich, "oh je, die hat Magersucht!!!" und schon gilt sie als krank. Ich denke nicht, dass das so einfach ist. Ich würde vielmehr sagen, dass die Gesellschaft als erstes krank ist. Da helfen auch keine Pseudo-Diskussionen über BMI-Begrenzungen auf Laufstegen usw. weiter. Es ist schon zu spät, außerdem ist das für mich sowieso nur Fake. Die meisten Designer haben immer noch Knochenmodels... sorry, aber ich sehr das so.

Was mir noch aufgefallen ist: Die meisten Ess-Gestörten (schon alleine dieses Wort ärgert mich)sind sehr liebe, einfühlsame, sensible Menschen, die es gerne jedem Recht machen wollen. Meist wurde ihnen in der Kindheit zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt und/oder schon immer ein immenser Leistungsdruck auf sie gelegt. Auffällig ist auch, dass viele auch besonders tierlieb und hilfsbereit sind. Hört sich das nach wirklich kranken Menschen an?
Ich will jetzt bestimmt nicht dran rütteln, dass Ess-Störungen Krankheiten sind, aber schlimm finde ich, dass man als Hilfe oft nur einen Psychologen angeboten bekommt. Das erscheint mir oft als zu einfach - so in der Art "hex, hex, rede mal kurz mit dem, und es wird besser..."
Wirklich?
Vielleicht bei manchen oder vielen, aber ich kann mir vorstellen, dass man zwar einsieht, zunehmen zu müssen, allerdings trotzdem bei jedem Gramm Zunahme in Panik verfällt. Weil man eben das extrem Dünne als schön empfindet, und zwar nicht nur man selbst, sondern die ganze Gesellschaft und Medienlandschaft. Ich habe eine Freundin, die seit JAHREN Ess-Störungen hat, sie war beim Psychater, hat das aber irgendwann wieder aufgehört. Sie gilt offiziell als geheilt... Ja, aber was niemand sieht, ist, dass sie immer noch Kalorien zählt und ihre erste besorgte Frage ist, wenn ich sie sehe, ob sie denn zugenommen hätte. Und wehe, es wäre tatsächlich so!!!
Ich denke, solange sich unsere Gesellschaft nicht WIRKLICH ändert, kann man Ess-Störungen auch nicht wirklich bei allen heilen.

Ich weiss, das war etwas wirr, aber das musste mal raus. Ich bin selbst seit zwei Monaten wieder ess-gestört, obwohl ich vorher schon untergewichtig war. Auslöser: Die Angst, zuzunehmen, und meinem Freund nicht mehr zu gefallen... Begründet: Vielleicht? (schließlich ist auch er ein Opfer der Medien)
Kindheit: besch..., ständiger Leistungsdruck, ich wurde ignoriert, wenn ich schlechte Schulnoten hatte...Meine Schwester wurde bevorzugt, obwohl schlechter in der Schule... absolut schlechtes Verhältnis zur Mutter..
Selbstbewusstsein: wenig, nicht kritikfähig
Ehrgeiz: sehr stark ausgeprägt, wenn mich was wirklich interessiert, verbissen
Charakter: lieb, will es jedem recht machen, harmoniebedürftig

Und wisst ihr was: Seit ich noch dünner bin, findet mich mein Freund noch attraktiver, macht mehr Komplimente und ich fühle mich das erste mal voller Selbstbewusstsein, was auch meine extreme Eifersucht geheilt hat.
Dass das krank oder gestört oder sonstwas ist, das weiss ich, aber ich denke nicht, dass mir da der Tip mit einem Psychater wirklich weiterhelfen kann...

Ich hoffe, dass mich irgendjemand da draußen versteht...

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1. April 2008 um 12:41

Hi^^
erst einmal möchte ich sagen, das ich deine art zu schreiben mag und deine gedankengänge verstehen kann.

ich bin zwar persönlich nicht jemand, der durch die medien zu dieser krankheit kam, jedoch denke ich gibt es viele die sehr angesprochen werde.

o magersüchtige stars stehen noch mehr im rampenlicht, werden behätschelt und von der welt besorgt angesehen.
- nicht genügend aufmerksamkeit plus solche berichte schaffen die idee, genauso umsorgt zu werden

o stars sind meist schön, stolz und erfolgreich und viele berühmte frauen haben männlichefans, die neben ihrer freundin sabbernd vor dem fernseher sitzen und gleichzeitig sagen sie ist die schönste für ihn

was mir bei meinem psychologen hilft, das ich offen reden kann und selbst unangenehme wörter wie "kotzen" auszusprechen wage ohne das er das gesicht verzieht.

körper mode wandelt sich ja alle paar jahrzehnte (früher sehr mollige, dann schönheitsideal marilyn moroue kurvig, dann twiggy....)und vielleicht ändert sich ja bald auch wieder etwas in richtung vollweib...
genauso wenig wie die gesellschaft sich einfach mal mit einem hex hex umkrämpeln lässt, kann ein therapeut von heute auf morgen alles ändern. die rückfallquote bei essgestörten ist höher als die von heroin abhängigen.

wichtig ist denke ich, das man sich immer bewusst ist krank zu sein. auch wenn man als geheilt gilt. man kann nicht einfach plötzlich normal essen oder keine gedanken mer an nahrung verschwenden. ich mache es so, das ich versuche zu immitieren.

in gesellschaft essen finde ich unangenehm aber ich schaue einfach wie viel die anderen essen und versuche das auch.
oft frage ich meinen freund, ob ich heute zu viel oder zu wenig gegessen habe, oder ob die portion okey ist.

liebe grüße
totemotte

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1. April 2008 um 13:24
In Antwort auf nola_12249015

Hi^^
erst einmal möchte ich sagen, das ich deine art zu schreiben mag und deine gedankengänge verstehen kann.

ich bin zwar persönlich nicht jemand, der durch die medien zu dieser krankheit kam, jedoch denke ich gibt es viele die sehr angesprochen werde.

o magersüchtige stars stehen noch mehr im rampenlicht, werden behätschelt und von der welt besorgt angesehen.
- nicht genügend aufmerksamkeit plus solche berichte schaffen die idee, genauso umsorgt zu werden

o stars sind meist schön, stolz und erfolgreich und viele berühmte frauen haben männlichefans, die neben ihrer freundin sabbernd vor dem fernseher sitzen und gleichzeitig sagen sie ist die schönste für ihn

was mir bei meinem psychologen hilft, das ich offen reden kann und selbst unangenehme wörter wie "kotzen" auszusprechen wage ohne das er das gesicht verzieht.

körper mode wandelt sich ja alle paar jahrzehnte (früher sehr mollige, dann schönheitsideal marilyn moroue kurvig, dann twiggy....)und vielleicht ändert sich ja bald auch wieder etwas in richtung vollweib...
genauso wenig wie die gesellschaft sich einfach mal mit einem hex hex umkrämpeln lässt, kann ein therapeut von heute auf morgen alles ändern. die rückfallquote bei essgestörten ist höher als die von heroin abhängigen.

wichtig ist denke ich, das man sich immer bewusst ist krank zu sein. auch wenn man als geheilt gilt. man kann nicht einfach plötzlich normal essen oder keine gedanken mer an nahrung verschwenden. ich mache es so, das ich versuche zu immitieren.

in gesellschaft essen finde ich unangenehm aber ich schaue einfach wie viel die anderen essen und versuche das auch.
oft frage ich meinen freund, ob ich heute zu viel oder zu wenig gegessen habe, oder ob die portion okey ist.

liebe grüße
totemotte

Gut,
..dass du mich verstehst..

Das was du angesprochen hast, mit dem Freund, der sabbernd vor dem Fernseher sitzt und ganz große Augen bekommt, wenn die Models oder Schauspielerinnen gezeigt wurden, das kenn ich nur zu gut. Das hat mich so sehr verletzt, er hat es nie verstanden. War ich doch die schönste für ihn... jaja... Natürlich war diese Eifersucht krankhaft und übertrieben. Sie hat aber auf mein geringes Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen basiert. Das ist etwas sehr schlimmes. Wenn man besonders in der anfälligen Zeit der Pubertät nur wegen Äußerlichkeiten gehänselt wird (Klassenkameradinnen, Eltern, Familie), dann wird man das ein Leben mit sich herumtragen, auch wenn man mit den Jahren wirklich attraktiver geworden ist. Aber genau meine jetzige Ess-Störung und die damit verbundene zusätzliche Gewichtsabnahme macht mich endlich selbstbewusster. Langsam finde ich sogar etwas hübsch...

Die Ironie dabei: Ich wurde früher ausgelacht und verspottet, weil ich zu dünn, zu unweiblich, zu unterwickelt, zu bebrillt und verzanspangt war (grins)... Und jetzt - es ist vielleicht auch unterbewusst so eine Art Rachefeldzug gegen diese Leute von früher. So ungefähr so wie "ha, seht her, ihr habt mich ausgelacht, fertig gemacht, aber wer hat denn jetzt die bessere Figur???!!!"
Dass das nicht der Weg sein kann, ist mir klar, ich möchte aber auch sagen, dass ich schon esse, aber halt sehr viel Gemüse und Obst und extrem auf die Kalorien achte. Mehr als 1000 am Tag will ich nicht haben, sonst kommt ein sehr schlechtes Gewissen... Aber wenn ich es geschafft habe, dieses Gefühl ... unbeschreiblich... ich mag mich endlich!!! Weil ich nicht mehr so ein verdammter Durchschnittsmensch bin... das hab ich früher auch so sehr an mir gehasst.

Es ist gut, dass du einen guten Psychologen hast, der dir wirklich helfen kann und es dir besser geht. Wie lange hast du dafür gebraucht?

Liebe Grüße

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1. April 2008 um 18:34
In Antwort auf an0N_1187003199z

Gut,
..dass du mich verstehst..

Das was du angesprochen hast, mit dem Freund, der sabbernd vor dem Fernseher sitzt und ganz große Augen bekommt, wenn die Models oder Schauspielerinnen gezeigt wurden, das kenn ich nur zu gut. Das hat mich so sehr verletzt, er hat es nie verstanden. War ich doch die schönste für ihn... jaja... Natürlich war diese Eifersucht krankhaft und übertrieben. Sie hat aber auf mein geringes Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen basiert. Das ist etwas sehr schlimmes. Wenn man besonders in der anfälligen Zeit der Pubertät nur wegen Äußerlichkeiten gehänselt wird (Klassenkameradinnen, Eltern, Familie), dann wird man das ein Leben mit sich herumtragen, auch wenn man mit den Jahren wirklich attraktiver geworden ist. Aber genau meine jetzige Ess-Störung und die damit verbundene zusätzliche Gewichtsabnahme macht mich endlich selbstbewusster. Langsam finde ich sogar etwas hübsch...

Die Ironie dabei: Ich wurde früher ausgelacht und verspottet, weil ich zu dünn, zu unweiblich, zu unterwickelt, zu bebrillt und verzanspangt war (grins)... Und jetzt - es ist vielleicht auch unterbewusst so eine Art Rachefeldzug gegen diese Leute von früher. So ungefähr so wie "ha, seht her, ihr habt mich ausgelacht, fertig gemacht, aber wer hat denn jetzt die bessere Figur???!!!"
Dass das nicht der Weg sein kann, ist mir klar, ich möchte aber auch sagen, dass ich schon esse, aber halt sehr viel Gemüse und Obst und extrem auf die Kalorien achte. Mehr als 1000 am Tag will ich nicht haben, sonst kommt ein sehr schlechtes Gewissen... Aber wenn ich es geschafft habe, dieses Gefühl ... unbeschreiblich... ich mag mich endlich!!! Weil ich nicht mehr so ein verdammter Durchschnittsmensch bin... das hab ich früher auch so sehr an mir gehasst.

Es ist gut, dass du einen guten Psychologen hast, der dir wirklich helfen kann und es dir besser geht. Wie lange hast du dafür gebraucht?

Liebe Grüße

Ich verstehe euch ..
ich habe ja seit 2 Jahren MS und schlimmste Zeit 38kg bei größe 173.
Mittlerweile 53kg.
Mein Problem ist es : ICH LIEBE ES wenn man mir sagt das ich MS bin oder das ich die dünnste sei.
Oder als ich früher auf der straße beguckt wurde.
ES IST leider FÜR MICH EIN VIEL ZU TOLLES GRFÜHL.
Ich weiß nicht wieso
Wie viel wiegt ihr denn ?
Wenn ich fragen darf

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1. April 2008 um 21:21
In Antwort auf jeanne_12369113

Ich verstehe euch ..
ich habe ja seit 2 Jahren MS und schlimmste Zeit 38kg bei größe 173.
Mittlerweile 53kg.
Mein Problem ist es : ICH LIEBE ES wenn man mir sagt das ich MS bin oder das ich die dünnste sei.
Oder als ich früher auf der straße beguckt wurde.
ES IST leider FÜR MICH EIN VIEL ZU TOLLES GRFÜHL.
Ich weiß nicht wieso
Wie viel wiegt ihr denn ?
Wenn ich fragen darf

Oh das kenne
ich nur zu gut!
nur zu gut! mein selbstvertrauen war eigentlich gar nicht vorhanden... und in der MS war es eindeutig größer.. wenn mädchen meinten daas sie gerne MEINE Figur hätten hatte ich so ein gutes Gefühl!aber mein weniges Selbstvertrauen war auch "Schuld"daran das ich MS geworden bin. War als ich angefangen habe abzunehmen war ich wirklich pummelig und habe darunter sehr gelitten. Obwohl ganz viele meinten(nur Erwachsene)das ich sehr schön bin haben andere nur meine etwas mollige Figur gesehen. So nen Arsch aus Paralellklasse hat mich immer nur "die Dicke"genannt! Und ich war noch nicht mal dick. Hatte einen normalen BMI aber trotzdem hatte ich Hüftspeck.Hab angefangen abzunehmen und bin dann halt ganz schnell MS geworden. Hatte extremes Untergewicht. Aber ich mich so gut damit gefühlt. Jetzt habe ich Normalgewicht. Mein Körper ist geheilt aber das Denken habe ich immer noch! Das ich dünn einfach schöner bin. Und dann diese schönen dünnen Frauen im Fernsehen da ha bich nur KOmplexe bekommen. Jetzt habe ich Normalgewicht. 44Kilo bei 1,56m! habe heute meinen Freundinnen von meiner ehemaligen MS erzählt! Waren echt geschockt! #
Ich weiß ich hab mich jetzt sehr erzählt aber das von der Seele schreiben tut mir einfach so gut! Kann noch so viel weiter schreiben aber ich glaube das würde dann ein weinig langatmig werden!! =) achja aber ich bin ja jetzt mitten in der Pubertät und merke wie leicht man so gekränkt ist wenn nur i-was gegen das Aussehen kommt.
P.S. Tierlieb und sowas was du oben beswchrieben hast bin ich auch=))) aber leider überhaupt nicht ehrgeizig sehr zum Leidwesen meiner Eltern=)))Hatte aber eine super schöne Kindheit... musste meinen Eltern heute erst ne 5 beichten ... ist aber auch meine erste
LG

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2. April 2008 um 7:17
In Antwort auf jeanne_12369113

Ich verstehe euch ..
ich habe ja seit 2 Jahren MS und schlimmste Zeit 38kg bei größe 173.
Mittlerweile 53kg.
Mein Problem ist es : ICH LIEBE ES wenn man mir sagt das ich MS bin oder das ich die dünnste sei.
Oder als ich früher auf der straße beguckt wurde.
ES IST leider FÜR MICH EIN VIEL ZU TOLLES GRFÜHL.
Ich weiß nicht wieso
Wie viel wiegt ihr denn ?
Wenn ich fragen darf

Ich
@ dilaraa,

ich wiege im Moment bei einer Größe von 172 cm 49-50 kg...
Mein vorheriges Gewicht, also vor meiner jetzigen Ess-Störung, schwankte immer
zwischen 53-56 kg.
Ich hatte aber auch kurz mal 58 kg. Und von dieser Zeit (ist schon Jahre her)
hat mein Freund Fotos gesehen, und gemeint, dass ich da ja ziemlich mollig
wäre... Und dass er mich so nicht so attraktiv gefunden hätte...
Und seit dem schiebe ich Panik, wieder so viel wiegen zu müssen und hab begonnen,
Kalorien zu zählen... was so gut funktioniert hat, dass ich jetzt eben das
wiege, was ich oben angegeben habe...
LG

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