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Gedanken loswerden?

3. März 2015 um 22:32 Letzte Antwort: 27. Januar 2018 um 11:56

Guten Abend ihr Lieben
ich habe lange überlegt, ob ich hier mal einen Beitrag verfassen soll und mich nun dazu entschlossen es zu tun. Zu mir: ich bin 21 Jahre alt und habe eigentlich seit ich denken kann immer wieder gestörte Gedanken bezogen auf Essen gehabt. Als Kind und Teenager hatte es wenig mit dem Gewicht und meinem Körper zu tun, aber das hat sich in den letzten 3 Jahre verändert. Ich habe einige Zeit wenig gegessen, dann kam eine Phase von etwa 1,5 Jahren in der ich oft tagsüber gehungert habe und abends dann FAs hatte, ständig versucht habe mich zu übergeben (ohne Erfolg...), komplett antriebslos war und wirklich alles in meinem Leben gehasst habe. In den letzten Monaten ging es mir deutlich besser, ich hatte wieder Freude am essen und auch die FAs waren fast verschwunden. Leider verspüre ich nun seit kurzem wieder dieses Bedürfnis alles in mich hineinzustopfen, dabei esse ich wirklich deutlich mehr als einige meiner Freunde. Ich esse und esse und hasse mich dafür, dass ich so undiszipliniert bin. Ich mag meinen Körper nicht, aber ich esse trotzdem. Ich snacke quasi den ganzen Tag über. Ich wiege mich 5 bis 10 mal am Tag und das seit bald 2 Jahren, ich kann damit einfach nicht aufhören. Meine Familie weiß nichts darüber. Es wurde erst so richtig schlimm als ich ausgezogen bin. Nun ja, mein "Ziel" abzunehmen habe ich (glücklicherweise?) nie erreicht. Ich dümpel im unteren NG rum und andere beneiden mich für meine schlanke, sportliche? Figur. Ich kann das so nicht sehen und bekomme diese Gedanken, dass ich abnehmen muss, gesünder essen muss, mehr Sport machen muss usw. einfach nicht aus meinem Kopf! Ich weiß auch nicht wo ich mir Hilfe suchen soll, denn ich bin weder zu dünn, noch übergebe ich mich noch hungere ich. Aber trotzdem ist da halt immer diese Stimme, die mich runterzieht Nun ja, ich hoffe jemand kann mir einen Tipp geben, wie ich mich verhalten soll, denn diese Situation macht mich traurig.

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4. März 2015 um 15:15

Hallo meine Liebe
Hallo
Deine Symptome hören sich sehr stark nach einer Essstörung an. Magersucht beginnt im Kopf. Man kann auch im Normalgewicht Magersucht haben. Bitte suche dir Hilfe, denn ich denke dass das dir wirklich viel bringen würde. :*
Lg Jule

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7. März 2015 um 14:35

Hallo knalltuete,
wie du bereits richtig erkannt hast und Jules dir bestätigt hat, ist dein Essverhalten in der Tat gestört.

Du hast nach Hilfe gefragt. Die bekommst du bei Beratungsstellen, beim Arzt (!), bei Ernährungsberatern und langfristig bei einem Therapeuten.
Das du dein (vermutlich krankhaftes) "Traumgewicht" nie erreicht hast ist von Vorteil, da du somit nicht die zusätzliche Belastung der Zunahme hast, sondern gleich an der Akzeptanz des gesunden Normalgewichts arbeiten kannst.

Die Situation macht dich so traurig, weil Essstörungen immer traurig machen. Es gibt kein Glück, keine Zukunft und kein Leben mit Essstörung, das ist mehr als traurig, das ist eigentlich der lebendige Tod über Jahre und manchmal auch Jahrzehnte.

Deshalb zögere nicht länger, nimm dir die Hilfe die du brauchst. Ganz liebe Grüße und Kraft.

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9. März 2015 um 19:57

Danke
Danke euch beiden, dass ihr euch die Zeit genommen habt mir zu antworten. Ich hoffe, dass ich mich bald werde durchringen können etwas zu unternehmen. Ich fühle mich einfach nicht "dünn genug" um irgendwie dagegen anzukämpfen und habe Angst, dass mich niemand ernst nehmen wird. Natürlich weiß ich, dass das eigentlich Schwachsinn ist... :/

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9. März 2015 um 23:47
In Antwort auf knalltuete1994

Danke
Danke euch beiden, dass ihr euch die Zeit genommen habt mir zu antworten. Ich hoffe, dass ich mich bald werde durchringen können etwas zu unternehmen. Ich fühle mich einfach nicht "dünn genug" um irgendwie dagegen anzukämpfen und habe Angst, dass mich niemand ernst nehmen wird. Natürlich weiß ich, dass das eigentlich Schwachsinn ist... :/

Hallo knalltuete,
woher willst du denn wissen, ob und wann du dir dünn und somit krank genug für eine Therapie bist?
Wenn du jetzt startest bist du vielleicht in 1 - 2 Jahren durch mit dem Thema, wenn du wartest, bis zum St Nimmerleinstag, dann brauchst du vielleicht 5, 6, 7 oder bis zum Ende deines Lebens bis du mit dem Thema einigermaßen durch bist.

Ich dachte auch immer "wenn ich dünn bin, wenn ich dünn bin". Aber der Punkt ist, dass du aus 10000 Gründen entweder nie dünn genug bist, oder du auch schlicht und einfach gar nicht dünn wirst, weil du ja weder Ahnung hast wie sich deine Krankheit hat, und mit Nichtstun auch gar keinen Einfluss darauf hast, außer dass es kontinuierlich bergab geht. Dein Denken wird immer abnormaler, und wenn du vielleicht "dünn genug" bist oder es dir "schlecht genug" geht, dann fallen dir nochmal 100 Gründe ein, warum du dein bis dahin komplett verkorkstes Leben gar nicht für Therapie und Gesundwerden aufgeben kannst.

Du bist bulimisch, und im Schnitt dauert es 7 Jahre bis eine Bulimikerin das erste mal in Behandlung geht. Also rechnen wir mal... ab jetzt 7 Jahre, da wirds dir 7 Jahre lang schonmal richtig mies gehen, dann gehst du in Therapie... keine Ahnung wie gut das anschlägt dann, wenn du 26 bist. Vielleicht nach 3 oder 4 Jahren besser, oder weg, oder vielleicht auch nicht. Dann bist du 29/30. Familienplanung auch schon wieder fast ade.
Wie wird es in der Zeit aussehen mit Arbeit? Wie organisiert man einen Alltag, bei dem man eigentlich Geld verdienen muss, aber nur das "nicht dünn genug" im Kopf hat.

Also ich weiß gar nicht was für Märchenfantasien du da hast, aber du machst da ja keine WeightWatchers Diät in der du in einem adäquaten Zeitraum dein Wunschgewicht erreichst und dabei noch nette Leute kennenlernst die mit dir ziehen und in die Hände klatschen.
Das ist eine Essstörung. Ein Leben das du tot führst. Erniedrigt auf allen 4en vor der Toilette, KEINE sozialen Kontakte, weil man kann ja nicht essen, oder jemanden nach Hause einladen, weil der ganze Kühlschrank ist leer. Und füllen darfst du ihn nicht, weil du ihn sonst leerst. Partnerschaft? Glaubst du nicht dir vergeht alles mit der Zeit, wenn du nur hungerst, frisst und brichst? Und glaubst du so stellt er sich sein Leben vor? Und das Tag für Tag. Oder willst du ein Doppelleben führen mit Mann, Haus und Kinder...

Keine Ahnung worauf du da wartest. Aber es klingt einfach nicht lebenswert.

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27. Januar 2018 um 11:56

Ich hole diesen Thread mal kurz aus der Versenkung... Fast 3 Jahre, nachdem ich ihn eröffnet habe. Ich bezweifle stark, dass die User, die mir damals geantwortet haben, noch aktiv sind, aber vielleicht liest ja jemand anders, der sich in einer ähnlichen Situation befindet wie ich damals, die folgenden Zeilen.
Wartet nicht auf den "richtigen" Tag euch Hilfe zu holen. Denn der wird nicht kommen. Tut es einfach, egal ob ihr euch bereit fühlt oder nicht. Ich habe 5 Jahre gewartet. Das ist eine lange Zeit und mir könnte es jetzt schon wesentlich besser gehen. Hätte, könnte. Was wäre wenn. Darüber nachzudenken bringt nichts. Ich muss nun hart an mir arbeiten, um meinem Traum - einem freien unbeschwerteren Leben - näher zu kommen. Und das könnt ihr auch tun. Ihr könnt jetzt beginnen. Wartet nicht bis ihr schwach und unterernährt seid, traurig und vereinsamt, verzweifelt. Je früher ihr beginnt, (mit professioneller Hilfe) an euch zu arbeiten, desto besser.
Und gebt nie auf! Denn das Leben hat neben all dem Leid, auch seine schönen Seiten!

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