Home / Forum / Fit & Gesund / Freund droht mit Öffentlichmachung

Freund droht mit Öffentlichmachung

15. November 2015 um 19:10 Letzte Antwort: 17. November 2015 um 11:19

Hallo,

Ich hoffe hier kann mir jemand helfen. Ich habe folgendes Problem:
Ich habe bereits seit Jahren eine Es, da ich die meiner Meinung nach ganz gut im Griff habe ist das nicht das Problem. Es geht mal rauf und mal runter mit dem Gewicht aber nie soweit das es kritisch wird.
Seit ein par Monaten habe ich auch wieder eine Bezihung in der ich eigentlich sehr glücklich bin nur setzt mein Partner mich wenn es um das leidige Thema essen geht sehr unter Druck. Ich stecke grade in einer Abnehmphase und möchte einwenig von dem was ich die letzte zugenommen habe wieder loswerden weswegen ich momentan wieder wenig esse. Ihm fällt das natürlich auf.
Vor einer Woche hat er mir dann ein Ultimatum gestellt, entweder ich esse normal oder er wird meine ganze Familie einspannen. Ich hab es bisher immer geschafft das es keinem auffiel und das soll auch so bleiben. Er war eigentlich der Einzige dem ich mich anvertraut habe, mit dem über das Stimmchen in meinem Kopf reden konnte. Seit dieser Drohung tu ich das aber nicht mehr. Ganz im Gegenteil, ich Lüge ihn darüber ob und was ich gegessen habe an, wenn es nicht anders geht esse ich auch normale Portionen ( wobei es mehr ein herunter würgen ist). Danach fühle ich mich dann umso schlechter einmal weil mir der Magen schmerzt, ich für mein Empfinden viel zu viel gegessen habe und auch weil ich ihm Vorspiele das alles okay ist ohne das es stimmt. Er merkt auch das ich nach dem essen komisch drauf bin und fragt was ich habe worauf hin ich ihn wieder anlüge und mich gut gelaunt stelle. Mich ganz von der Es zu trennen kommt für mich aber auch nicht infrage, dazu gibt sie mir zu viel und da es immer noch alles im grünen Bereich befindet sehe ich auch keinen Grund dazu.
Ich weiß momentan nur einfach nicht wie ich ihm das erklären kann ohne das er seine Drohung in die Tat umsetzt.
Evtl kennt hier ja jemand so etwas. Bin für jede Idee dankbar.

Mehr lesen

15. November 2015 um 20:13

Seine Drohung in die Tat umzusetzen..
..ist wohl so ziemlich das beste, was er machen kann. Bei mir war die Situation so ähnlich; meine besten Freunde wussten davon Bescheid und haben mir zum Ende hin gedroht, dass entweder ich es meinen Eltern sage, oder sie es tun.
Ich hab sie ebenfalls immer wieder angelogen, zum vermeintlichen Selbstschutz.
Unsere Gesprächsthemen bestanden fast nur noch aus meiner Essstörung, also hab ich es selbst in die Hand genommen, meinen Eltern erzählt und nach zweimonatigem Hin und Her eine Therapie begonnen. Inzwischen hab ich die eine schon abgebrochen und meine 2. angefangen. Ich werde es wohl nur mit ganz viel Not und Mühe raus schaffen, zuversichtlich bin ich aber nicht.
Was wäre gewesen, wenn ich erst noch später eine Therapie angefangen hätte? Vielleicht würde ich dann nie rauskommen. Also bitte hör auf deinen Freund und such dir Hilfe!

Lg Selina

Gefällt mir
16. November 2015 um 10:51

Hallo Hannah,
ich bin immer dafür, dass sich Betroffene Hilfe suchen um die Essstörung zu überwinden und ein glückliches Leben zu führen. Allerdings sollte dieser Impuls dann schon von der/dem Betroffenen selbst ausgehen (außer es geht halt nicht anders und Jugendamt oder Krankenwagen müssen gerufen werden...).

Als erwachsene Frau, ohne UG, liegt dein Schicksal aber in deiner Hand. Dein Fehler war eben eine Beziehung einzugehen und dabei eine Essstörung leben zu wollen plus dein Freund soll auch noch schweigen. Das ist absolut rücksichtslos von dir. Und mit dieser Rücksichtslosigkeit geht er jetzt gegen dich vor.

Es ist absolut dein Ding, was du aus deinem Leben machst. Aber wenn du es in die Hände deines Freundes gibst - der einfach nur überfordert und verzweifelt ist, dann muss er damit irgendwohin. Du kannst ihn nicht zwingen, mit dieser Bürde allein zu bleiben. Sonst wird er krank, wie du!

Irgendwie stand euer Karren von Anfang an im Mist. Bleiben nur 2 Optionen: Therapie und ernsthaft gesund werden, oder die Trennung um deine ES weiterhin ungestört zu leben.

Essstörungen gehört nicht in die Hände des Partners, sondern von Fachkräften.

Gefällt mir
16. November 2015 um 19:00
In Antwort auf an0N_1276773899z

Seine Drohung in die Tat umzusetzen..
..ist wohl so ziemlich das beste, was er machen kann. Bei mir war die Situation so ähnlich; meine besten Freunde wussten davon Bescheid und haben mir zum Ende hin gedroht, dass entweder ich es meinen Eltern sage, oder sie es tun.
Ich hab sie ebenfalls immer wieder angelogen, zum vermeintlichen Selbstschutz.
Unsere Gesprächsthemen bestanden fast nur noch aus meiner Essstörung, also hab ich es selbst in die Hand genommen, meinen Eltern erzählt und nach zweimonatigem Hin und Her eine Therapie begonnen. Inzwischen hab ich die eine schon abgebrochen und meine 2. angefangen. Ich werde es wohl nur mit ganz viel Not und Mühe raus schaffen, zuversichtlich bin ich aber nicht.
Was wäre gewesen, wenn ich erst noch später eine Therapie angefangen hätte? Vielleicht würde ich dann nie rauskommen. Also bitte hör auf deinen Freund und such dir Hilfe!

Lg Selina

Das ist Liebe!
Dein Freund liebt dich und will dich nicht verlieren! Und es ist nur vernünftig dass er sich abgrenzt und Hilfe von außen sucht, bevor schlimmeres passiert und er sich Vorwürfe machen muss.

Mal anders gefragt: Stell dich als Mutter vor, 25 Jahre später, deine Tochter mit einer Essstörung. Würdest du dir da nicht auch als Mutter wünschen, Bescheid zu wissen und die Möglichkeit zu haben rechtzeitig helfen zu können?

Vielleicht ist es auch an der Zeit mal gemeinsam mit deiner Familie zu reden und deinem Freund die Last der alleinigen Verantwortung zu nehmen!
Die Tatsache, dass du weniger isst zeigt ja deutlich, dass du noch mitten drin bist!

Gefällt mir
16. November 2015 um 22:55
In Antwort auf lilienfee1

Das ist Liebe!
Dein Freund liebt dich und will dich nicht verlieren! Und es ist nur vernünftig dass er sich abgrenzt und Hilfe von außen sucht, bevor schlimmeres passiert und er sich Vorwürfe machen muss.

Mal anders gefragt: Stell dich als Mutter vor, 25 Jahre später, deine Tochter mit einer Essstörung. Würdest du dir da nicht auch als Mutter wünschen, Bescheid zu wissen und die Möglichkeit zu haben rechtzeitig helfen zu können?

Vielleicht ist es auch an der Zeit mal gemeinsam mit deiner Familie zu reden und deinem Freund die Last der alleinigen Verantwortung zu nehmen!
Die Tatsache, dass du weniger isst zeigt ja deutlich, dass du noch mitten drin bist!

-
Ich seh das Problem eher darin, dass du scheinbar garnicht gesund werden willst und lieber deine ES unbegrenzt ausleben möchtest...
Da die ES aber die Rolle eines festen Partners einnehmen will, muss man sich leider zwischen ihr und dem eigenen Partner entscheiden. Beides wird auf Dauer nicht funktionieren.
Überleg es dir gut.

Gefällt mir
17. November 2015 um 11:19
In Antwort auf hella_11891111

-
Ich seh das Problem eher darin, dass du scheinbar garnicht gesund werden willst und lieber deine ES unbegrenzt ausleben möchtest...
Da die ES aber die Rolle eines festen Partners einnehmen will, muss man sich leider zwischen ihr und dem eigenen Partner entscheiden. Beides wird auf Dauer nicht funktionieren.
Überleg es dir gut.

Ich seh das ähnlich!
Du musst dich entscheiden!
Eine starke Liebe kann vieles aushalten, aber auf Dauer wird die Last, die die Essstörung mit sich bringt, deinen Freund erdrücken.

Ich habe damals gesehen, wie sehr mein Freund unter meiner Situation gelitten hat...ich weiß nicht für wen es schlimmer war, für ihn oder für mich?
Aber mit anzusehen, dass ich ihn durch mein Verhalten unglücklich mache, dass ich unsere Beziehung auf's Spiel setze, das hat in mir etwas Entscheidendes ausgelöst.

Als mir die Konsequenz meines Handelns bewusst wurde und die Angst mich überfiel, er könne mich verlassen, da hab ich mein Leben wieder in die Hand genommen.
Ich brauchte damals einen Grund, der mich zurück ins Leben und aus der Essstörung holt, ich konnte es zu dem Zeitpunkt nicht für mich selbst tun (heute sieht das anders aus).
Ohne die klaren Worte von ihm, hätte ich womöglich nicht verstanden, dass ich etwas zerstöre und dass es in meinen Händen liegt, die Essstörung zu besiegen.

Ich bin meinem Freund bis heute dankbar dafür, dass er mich unterstützt hat, dass er zu jeder Zeit hinter die Maske geblickt hat und genau gesehen hat, wer ich wirklich bin (auch wenn ich es selbst oft nicht wusste), dass er mich nicht aufgegeben hat und hoffnungsvoll geblieben ist und vor Allem, dass er der Einzige war, der gesagt hat, was die Situation mit ihm macht und mir somit die Augen geöffnet hat.

Man kann einen Menschen, den man liebt nichts vormachen. Zur Beziehung gehören Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und Vertrauen. Wenn man soweit geht, den Partner zu belügen, nur um seine gefährliche, kranke und irreale Welt aufrecht zu erhalten...dann sollte man sich überlegen, ob man diese Liebe erhalten will?!
Spiel nicht mit deinem Leben und mit deiner Liebe.
Das ist das Wichtigste und Wertvollste, das wir Menschen besitzen!

Sei ehrlich zu dir selbst, steh zu dem was du bist, sprich mit deinem Freund und mit deiner Familie. Etwas anderes wird dir hier keiner empfehlen.
Jetzt bist du am Zug! Was willst du?

Alles Liebe, PatchSu

Gefällt mir