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Fressattacken nach erfolgreicher Gewichtsabnahme

28. September 2012 um 21:54 Letzte Antwort: 2. Oktober 2012 um 21:43

Hallo erstmal

Also... Eigentlich gehörte ich noch nie zu den "dünnen". Über 2 Jahre lang hielt ich ein Gewicht von 69-70 kg bei einer Größe von 165 cm, was eigentlich ganz ok ist. So richtig wohl habe ich mich in meiner Haut allerdings nicht gefühlt. Seit Ende des letzten Jahres bis zum April dieses Jahres legte ich dann, durch ungesunde Ernährung, weitere 5 kg zu. Sodass ich dann Ende April bei 74 kg angelangt war. Ich habe mich ganz und gar nicht wohl in meinem Körper gefühlt, da mein BMI im Bereich des Übergewichts lag. Ich passte aufeinmal nur noch in Größe 40/42, jegliche körperliche Aktivitäten, wie einfaches Treppen laufen oder eine Strecke mit dem Fahrrad zurück zu legen, waren extrem anstrengend und haben mich ins Schwitzen gebracht. Auserdem wurde meine Haut von der ungesunden Ernährung unrein und ich habe mich ständig antriebslos gefühlt. Nach ein paar Diät-Versuchen, die immer wieder mit einen Jojo-Effekt endeten, hat es bei mir Klick gemacht. Ich musste mit diesen kurzfristigen radikal Diäten aufhören und meine Ernährung von Grundauf ändern, was ich dann auch gemacht habe. Ich beschränkte mich auf 1200 kcal am Tag und meine hauptsächliche Nahrungsquellen waren vorallem

- Gemüse/Obst,
- Milchprodukte (fettarmer Joghurt, Magerquark, Buttermilch,Käse),
- Eiweiß in Form von Fleisch (Rind, Pute, Hähnchen),
- Vollkornprodukte (Nudeln, Brot, Reis, Haferflocken),
- Fettsäuren (Halbfettmargarine, Olivenöl, Rapsöl) und
- Nüsse (Mandeln, Walnüsse).

Zudem habe ich darauf geachtet am Abend auf Kohlenhydrate zu verzichten und nicht zu spät zu essen.
Ich habe in der Woche immer höchstens 1 kg abgenommen, womit ich ziemlich zufrieden war. Mir war klar, dass diese Ernährung keine Diät, sondern eine Ernährungsumstellung fürs Leben ist. In 5 Monaten habe ich dann erfolgreich 19 kg abgenommen. Mitte September wog ich 55kg... Hört sich ja alles soweit ganz gut an... Naja, kommen wir nun nach dieser langen Geschichte zu meinem Problem: Seit ca. 1 Woche habe ich Fressattacken, bei denen ich bis zu 10000 kcal verzehre!!!
Das ganze fing letzten Freitag an, als ich nach Hause kam, meine Eltern Tee mit Kuchen tranken, und ich mir dann ein paar Kuchenstücke leistete... Hab ich eigentlich nie gemacht, ich habe ganze 5 Monate auf Süßigkeiten und Fast Food verzichtet und es fiel mir auch nicht schwer! Seitdem steigerten sich meine Fressattacken von Tag zu Tag und innerhalb einer Woche habe ich 2 kg zugenommen! Seit paar Tagen habe ich mich auch in einem Fitnessstudio angemeldet, aber trotz dem Sport den ich treie, neheme ich zu... Während einer Fressattacke bin ich wie in Trance und denke überhaupt nicht über die Folgen nach... Danach fühle ich mich totall schlecht und bin enttäuscht. Eigentlich bin ich ein Mensch der sehr diszipliniert ist, ich weiß nicht was in letzter Zeit mit mir los ist. Bin totall verzweifelt Was sagt ihr dazu? KOnnte mich nicht kurzfassen und danke schonmal im Vorraus denjenigen die sich die Zeit genommen haben, den Text durchzulesen und für eure Antworten!

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30. September 2012 um 14:00

Hey
also antworte ich dir mal.
Dein Körper reagiert gerade sehr stark auf das Süsse. Mit 1200kcal pro Tag hast du recht wenig gegessen - wahrscheinlich bei deiner Grösse knapp deinen Grundumsatz, oder? Es kann sein, dass es insgesammt etwas zu wenig war! Dann schaltet der Stoffwechsel mit der Zeit (und nach 5 Monaten bestimmt...) auf Sparflamme - sobald du mehr isst, egal wovon, nimmst du wieder zu; der Stoffwechsel muss sich erst erholen. Das wäre der sogenannte Jojo-Effekt.

Indem du jetzt seit letztem Freitag das gegessen hast, was du dir immer verboten hast, hast du deinem Gehirn (ja, das Gehirn isst gerne Süsses, nicht der Körper) quasi den kleinen Finger gegeben, jetzt will es die ganze Hand. Bildlich gesprochen
Ausgerechnet jetzt mit Fitnessstudio anzufangen, macht die Situation schlechter, nicht besser. Viele sagen, dass sie nach Sport mehr Lust auf Süsses hätten. Mein Freund zum Beispiel kriegt schon auf kurzen Laufrunden soooo grosse Gelüste auf Kekse und co, dass ihn das zum schneller rennen anstachelt Was ich sagen will: Sport ist toll, aber beginn damit erst, wenn du dein Essen wieder im normalen Rahmen hast, sonst kann sich daraus schnell ein TEufelskreis namens Essstörung entwickeln - ich weiss, wovon ich rede

Also, meine Tipps:
1) Iss ab sofort mehr als 1200 kcal. Erlaube dir mindestens 1500 an Tagen, an denen du keinen Sport machst - so wird sich dein Stoffwechsel erholen.
2) Iss so ausgewogen wie während deiner Abnahme, aber verlier das abnehmen erst mal aus den Augen - das kommt dann später von selber.
3) Süsses: es gibt zwei Möglichkeiten:
a) ab sofort wieder nichts Süsses. Morgen beginnt eine neue Woche - eine gute Möglichkeit zum Neustart. Schliesslich hast dus schon lange mit viel Disziplin durchgezogen.
b) regelmässig süsses - zb einmal ein Stück Schoki oder Kuchen am Tag, am besten nach dem Mittagessen - und so riiiiichtig geniessen und zelebrieren. Hast du dabei ein schlechtes Gewissen, musst du Variante a nehmen. Weil nur das schlechte Gewissen beim Essen verleitet einen dazu, nochmehr zu essen.

Liebe Grüsse,
ninja

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2. Oktober 2012 um 21:43

GuteTipps!
Hallo, erstmal vielen Dank für deine Antwort und die hiflreichen Tipps!

Weißt du vielleicht wie lange es ungefähr dauert, bis der Stoffwechsel sich "erholt"? Also, ich meine damit, wann ich wieder anfange an Gewicht zu verlieren. Am Montag hatte ich ein Beratungsgespräch im Fitnessstudio. Da habe ich meiner Trainerin dann erzählt, dass der Grund für meine Anmeldung unter anderem auch eine Geiwchtsabnahme ist. Ich hab ihr gesagt, dass ich noch gerne 5 kg abnehmen würde, da mein Zielgewicht 54 kg sind. Darauf behauptete sie dann, dass es gar nicht möglich wäre bei meinem Körper noch mehr abzunehmen, weil ich schon an meinem Limit angelangt wäre. Was hälst du davon? Ist es wirklich so, dass der Körper irgendwann aufört an Gewicht zu verlieren, weil es einfach nicht mehr geht? Ich meine bei 54 kg sind bei meiner Größe keine Untergewicht, sondern ein gesunder BMI... Somit ist das ja eigentlich ein gesundes Ziel. Soweit ich es verstehe, kann ein Mensch immer abnehmen, solange er mehr verbraucht als er zu sich nimmt. Oder nicht?

Und wie Recht du damit hast, dass das schlechte Gewissen einen noch mehr zum essen verleitet. Es ist wirklich so! Ich hoffe ich krieg mich wieder ein...

Lg Daria

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