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Fragen zur Therapie - Ist das so hilfreich?

2. Mai 2013 um 15:02

Hallo,

folgende Situation:
Meine Freundin(18) ist Essgestört, hatte wohl schon immer ein Problem mit ihrem Körper (Obwohl wirklich keins besteht, sprich kein übergewicht o.Ä. im Gegenteil ist sie eigentlich immer recht hübsch gewesen, wenn man das so sagen kann).

Wirklich angefangen hat es damit das sie anfing nach dem essen zu kotzen, ich würde sie auch eher als Bulemisch bezeichnen, wobei keine starken Fressattacken vorhanden sind, sie isst aber dennoch recht normal.

So, das ganze ist bei ihr jetzt noch relativ am Anfang, macht sie aber dementsprechend fertig. Ebenso kann sie nicht arbeiten gehen, das sie das psychisch nicht schafft. Denke das ganze kommt bei ihr daher das sie in der Vergangenheit extrem viel Scheiße erlebt hat (Famillie, Exfreund, etc.) und irgendwie schon fast in diese Richtung gedrängt wurde.

Nun war sie einige Wochen Zuhause (Sie wohnt bei mir) und dort ging auch alles glatt, kaum Attacken, ganz normal gegessen ohne zu kotzen, etc.
Nur wenn sie z.B. arbeiten ging gings wieder voll los.

Da Sie auch unbedingt Hilfe wollte, vorallem möglichst schnell bevor sie keine mehr annimmt, sind wir zu einem Psychologen, nen Termin hat sie recht schnell bekommen.

Dort war sie ein paar mal, es wurde viel besprochen was die weitere Therapie angeht, etc.
Der Arzt sagte dann am schnellsten wäre ein Stationärer Aufenthalt in einer Klinik, dafür hat Sie auch recht schnell einen Termin bekommen und ist nun auch dort.

Was mir nur seltsam vorkommt ist die Behandlung dort, zuerstmal ist sie dort die einzige mit einer ES (Und wirklich nur mit einer ES, sie ist sonst ein lebensfroher Mensch).

Sie hat dort nun nen Therapieplan der aus 2Einzeltherapiestunden die Woche besteht, ansonsten nur Ergo-Therapie, Entspannungsübungen und Gruppentherapie.


Der Rest der Menschen dort leidet an Depressionen und/oder Borderline, da die Gruppentherapie sich so gut wie nur auf alltägliche Probleme und Depressive Störungen bezieht hilft ihr das bisher nicht wirklich viel weiter, ebenso findet Sie persönlich die Ergotherapie blödsinnig. Ich finde das alles nicht unbedingt schlecht, wundere mich aber doch auch darüber das auf ihre ES nicht wirklich eingegangen wird, ebenso erscheinen mir 2Einzelstunden die Woche (Wo sie dann auch wirklich mal was aufarbeiten kann) etwas wenig für einen Stationären Aufenthalt.

Dazu kommt noch das ihre ES dort wieder schlimmer wird (Ich denke das macht die Umgebung oder der Stress, vllt. wars darum auch auf der Arbeit immer so). das kotzen konnte sie bisher vermeiden, aber sie fängt eben an wenig zu essen, kleine ticks beim essen entwicklen sich (Z.b. erst Suppe essen damit man danach weniger Hunger hat, oder vorm Esssen viel trinken o.Ä.).

Ich & Sie sind nun natürlich besorgt das nach der Therapie alles eher schlimmer ist, b.z.w. das die Behandlung dort einfach so nichts bringt.

Da ich aber auch wenig Vergleich hab (Außer div. Filme/Berichte über Speizalkliniken) frage ich mich ob so eine Therapie gängig ist und inwiefern sowas wirklich hilfreich ist? Ich mein klar ist das auch alles von der jeweiligen Person abhängig, aber mir kommt das schon ein wenig komisch vor.

Zumal sie durch die Stationäre Therapie auch aus ihrem Umfeld gerissen wird, welches ihr bis dahin immer gut geholfen hat (Und das auch noch tut).

Hoffe der Text ist nicht zu lang und jemand kann mir hier ein wenig Rat geben.

LG

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3. Mai 2013 um 9:59

Hallo Jenode
Erstmal finde ich es total schön, dass du dich so um deine Freundin kümmerst und sorgst und ihr in dieser schweren Zeit zur Seite stehst.
Auch finde ich es gut, dass sich deine Freundin stationär Hilfe geholt hat. Schade ist es nur, dass sie sich in der Klinik nicht so richtig aufgehoben fühlt (auch mit der Therapie).
Darf ich fragen, ist sie in einer (reinen) Psychiatrie oder in einer Psychosomatik?
Mir ging es nämlich ähnlich. Also ich war vor 10 Jahren wg. meiner ES stationär in einer Psychosomatik. Dort waren fast nur Patientinnen mit ES (was ich nicht als Vorteil empfand), aber ich hatte wirklich viel Programm und viele verschiedene Therapien und es hat mir viel gebracht (Gruppentherapie, Einzeltherapie, Visiten, Essgruppen, Kunsttherapie etc.).
Im letzten Jahr war ich nochmals 6 Wochen stationär in einer reinen Psychiatrie (vor allem wegen meiner Depressionen) und ich habe mich dort auch nicht gut aufgehoben gefühlt.
Ich war ebenfalls die einzige Patientin mit einer ES und es gab dort nicht viel Programm. Ich hatte NUR 1,5 Stunden Einzeltherapie in der Woche und 1x in der Woche genau gestoppte 6 Minuten Visite. Ist doch krass, oder?
Die Einzeltherapie war dort auch das einzige, was mich überhaupt ein bißchen weitergebracht hat und das hat mich ziemlich traurig gestimmt.
Das wirklich einzigst Positive, was mich an diesem Aufenthalt weitergebracht hat, war die körperliche Ruhe und das ich durch die Ruhe etwas Kraft tanken konnte.
Ich mache seit meiner Entlassung eine wöchentliche Verhaltenstherapie und das ist wohl das, was einen dann wirklich weiterbringt. In einer Klinik ist man wie unter einer Glocke.... Die wirkliche Arbeit beginnt erst nach der Entlassung...
Vielleicht sollte deine Freundin einfach ganz offen mit den Ärzten dort sprechen und sagen, dass sie sich nicht richtig aufgehoben fühlt und fragen, was die Ärzte ihr raten. Es wäre zu schade, wenn sie die Zeit dort nicht richtig nutzen kann.

Sollten noch irgendwelche Fragen offen sein, kannst du jederzeit fragen.
Ich wünsche dir und deiner Freundin alles alles Gute

Liebe Grüße

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3. Mai 2013 um 14:45
In Antwort auf ren_11952594

Hallo Jenode
Erstmal finde ich es total schön, dass du dich so um deine Freundin kümmerst und sorgst und ihr in dieser schweren Zeit zur Seite stehst.
Auch finde ich es gut, dass sich deine Freundin stationär Hilfe geholt hat. Schade ist es nur, dass sie sich in der Klinik nicht so richtig aufgehoben fühlt (auch mit der Therapie).
Darf ich fragen, ist sie in einer (reinen) Psychiatrie oder in einer Psychosomatik?
Mir ging es nämlich ähnlich. Also ich war vor 10 Jahren wg. meiner ES stationär in einer Psychosomatik. Dort waren fast nur Patientinnen mit ES (was ich nicht als Vorteil empfand), aber ich hatte wirklich viel Programm und viele verschiedene Therapien und es hat mir viel gebracht (Gruppentherapie, Einzeltherapie, Visiten, Essgruppen, Kunsttherapie etc.).
Im letzten Jahr war ich nochmals 6 Wochen stationär in einer reinen Psychiatrie (vor allem wegen meiner Depressionen) und ich habe mich dort auch nicht gut aufgehoben gefühlt.
Ich war ebenfalls die einzige Patientin mit einer ES und es gab dort nicht viel Programm. Ich hatte NUR 1,5 Stunden Einzeltherapie in der Woche und 1x in der Woche genau gestoppte 6 Minuten Visite. Ist doch krass, oder?
Die Einzeltherapie war dort auch das einzige, was mich überhaupt ein bißchen weitergebracht hat und das hat mich ziemlich traurig gestimmt.
Das wirklich einzigst Positive, was mich an diesem Aufenthalt weitergebracht hat, war die körperliche Ruhe und das ich durch die Ruhe etwas Kraft tanken konnte.
Ich mache seit meiner Entlassung eine wöchentliche Verhaltenstherapie und das ist wohl das, was einen dann wirklich weiterbringt. In einer Klinik ist man wie unter einer Glocke.... Die wirkliche Arbeit beginnt erst nach der Entlassung...
Vielleicht sollte deine Freundin einfach ganz offen mit den Ärzten dort sprechen und sagen, dass sie sich nicht richtig aufgehoben fühlt und fragen, was die Ärzte ihr raten. Es wäre zu schade, wenn sie die Zeit dort nicht richtig nutzen kann.

Sollten noch irgendwelche Fragen offen sein, kannst du jederzeit fragen.
Ich wünsche dir und deiner Freundin alles alles Gute

Liebe Grüße

Kleines Update
Hallo, danke für deine Antwort!
Noch ein kleines Update:

Gestern hatte meine Freundin einen kleinen Nervenzusammenbruch, da sie am Wochenede nun doch nicht mehr nach Hause darf und sich in der Klinik extrem unwohl fühlt. Sie sagt es macht sie völlig fertg das sie aus ihrem Umfeld gerissen wurde und das die Patienten und die Umgebung da sie total runterziehen.

Sie ist im übrigen auch so ziemlich die einzige da ohne Depressionen und/oder Borderline.
Nun hat sie nochmal mit einem Arzt darüber geredet was man machen kann wenn sie sich irgendwann dafür entscheidet das ganze zu ihrem eigenen Wohl doch abzubrechen, sprich ob sie danach dann ambulant oder in einer Tagesklinik weitermachen könnte, dieser sagte das sie danach ambulant weiter betreut werden würde.


Ich habe ihr gesagt sie soll erstmal abwarten, kann Sie aber auch verstehen und kriege ja auch zunehemend mit wie es ihr schlechter geht.

Nun ist die Frage ob es nicht tatsächlich mehr Sinn macht wenn sie eine Tagesklinik besucht oder ambulant weitermacht (Und wenn ambulant nur ist um die Zeit für die Tagesklinik zu überbrücken).

Ich mein letztlich ist die ES kaum vorhanden wenn sie Zuhause ist, nur eben jetzt in der Klinik oder vorher auf der Arbeit (Denke das liegt eben am Umfeld/Stress o.Ä.).

Und sie sagt eben das ihr ihr Umfeld Zuhause viel Kraft und Rückhalt gibt, dies hat sie dort eben nicht.

Da sie ja auch kein akuter Fall ist (Kein Untergewicht und die ES hält sich im Vergleich zu anderen Fällen ja auch noch in Grenzen, ist bei ihr ja auch alles noch ziemlich am Anfang).

GIbts da vielleicht ein paar Tipps oder Erfahrungsberichte zu? Weiß echt nicht was wir machen sollen :/

LG

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3. Mai 2013 um 15:05

Schon getan
Das haben wir im Vorfeld ja getan, ist nur die eine die gut erreichbar ist (War ein sehr wichtiger Punkt weil sie unbedingt weiter Kontakt mit ihrem Umfeld halten wollte, so kann sie Besuch kriegen und ab und an mal nach Haus).

Es geht ja auch nicht nur um die Klinik als solches, sondern jetzt eben auch um das stationäre. Ich hab ihr auch erstmal gut zugeredet, allerdings versteh ich Sie auch und wollte mir dazu einfach ein paar Infos b.z.w. Erfahrungsberichte holen.

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3. Mai 2013 um 15:14

Umschulung
Sie macht noch eine Ausbildung, hat aber eh vor zu wechseln da ihr der Beruf nicht gefällt. Sonst ist ihre Arbeitsstelle aber echt in Ordnung, sagt sie auch selbst. Die haben sie bisher auch alle super Unterstützt, sie veträgt momentan nur einfach keinen Stress.

Natürlich hast du da Recht, sehe ich genauso. Nur frage ich mich ob es wirklich richtig ist sie zu zwingen sich komplett abzukapseln wenn das letztendlich alles verschlimmert wie sie selbst sagt, da bin ich mir eben unschlüssig.

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