Home / Forum / Fit & Gesund / Fragebogen Facharbeit Bulimie

Fragebogen Facharbeit Bulimie

5. August 2014 um 19:23 Letzte Antwort: 13. August 2014 um 15:00

Hallo Ihr Lieben!

Mein Name ist Julia und ich bin Schülerin der 11. Klasse eines Gymnasiums. Momentan bin ich dabei meine Facharbeit im Fach Biologie zum Thema Bulimie zu schreiben. Ich selber litt 1 1/2 Jahre an der Krankheit und kann die psychischen Folgen auch heute teilweise noch merken.

Für meine Facharbeit hatte ich vorgesehen momentan Betroffene oder ehemals Betroffene in Form eines Fragebogens zu befragen. Ich würde mich sehr über ein paar Mitglieder freuen, die diesen Fragebogen für mich ausfüllen würden. Auf Grund meiner Krankheitsgeschichte könnt ihr bei mir mit vollstem Verständnis rechnen. Natürlich ist das alles anonym

Fragebogen:
1.)Wodurch wurde die Bulimie bei dir ausgelöst? (Ursachen) In welchem Alter begann es?
2.)Wie bist du auf deine Krankheit aufmerksam geworden? (eigene Erkenntnis oder durch Freunde und Bekannte etc.)
3.)Wie lange hat es gedauert bis dir bewusst wurde, dass du an Bulimie leidest?
4.)Wie sah dein Krankheitsverlauf aus? (wie oft erbrochen, Pausen zwischen den Ess-Brech-Phasen, von Freunden/Familie isoliert.)
5.) Hast du eine Therapie gemacht?
6.)Wenn ja, was war es für ein Gefühl für dich das erste mal die Therapie zu besuchen? Was hattest du für Gedanken?
7.)Hattest du während der Therapie das Gefühl verstanden zu werden?
8.)Wie lange hat es gedauert bis du dich dem Therapeuten öffnen konntest?
9.)Hattest du während deiner Therapie das Gefühl die Krankheit bekämpfen zu wollen oder wolltest du eigentlich nichts ändern?
10.)Wie lief deine Therapie ab? (Schritt für Schritt)
11.)Hast du das Gefühl geheilt zu sein oder leidest du unter Rückfällen? (auch wenn keine Therapie gemacht worden ist)
12.)Kannst du nun offensiv mit deiner Krankheit umgehen? Ist es dir möglich offen mit anderen darüber zu reden?
13.)Leidest du unter Folgeerscheinungen deiner Krankheit?



Vielen Dank!

Mehr lesen

5. August 2014 um 19:25

Fragebogen
Wenn ihr den Fragebogen ausfüllen wollt dürft ihr mir diesen ausgefüllt sehr gerne privat zurücksenden.

LG

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
13. August 2014 um 15:00

Bitteschön!
Hallo liebe Juliet, ich nehme mir jetzt mal Zeit deine Fragen zu beantworten, wenn es ein ewig langer Text wird entschuldige ich mich jetzt schon mal in voraus
1) Meine Essstörung wurde ausgelöst durch tief liegende Familiäre Probleme die sich über die Zeit von mehreren Jahren angestaut haben. Ich habe als Kind nie über meine Probleme gesprochen und selbst wenn ich das nicht absichtlich gemacht habe hat es mich innerlich kaputt gemacht. Das ist aber nur eine Theorie. Im Laufe meiner Behandlungen kamen verschiedene Entstehungstheorien zustande denn wie du wahrscheinlich weißt kann man in den wenigsten Fällen einer solchen Erkrankung EINEN ganz sicheren Auslöser festlegen. Die Erkrankung brach aber erst zu 100% aus als ich ein paar Fotos von mir sah die ich so schrecklich fand dass ich den Entschluss fasste ab nehmen zu wollen.
Meine Bulimie brach im alter von 15 Jahren aus, ein Jahr davor litt ich an Anorexie.
2) Eigene Erkenntnis
3) Ca. ein halbes Jahr nach dem Ausbruch der Krankheit wurde mir klar dass es nicht mehr nur gelegentliche Essanfälle sind, die bei Magersüchtigen nicht unüblich sind sondern eine andere Krankheit.
4) Am Anfang der Krankheit hatte ich jeden Tag Essanfälle ohne irgendwelche Gegenmaßnahmen zu ergreifen, deshalb klassifiziere ich diese Zeit als Binge Eating Phase. Dann Habe ich irgendwann angefangen zwischendrin wieder zu Hungern wie damals in der Magersucht. Ich habe nie erbrochen, ich leide an Bulimia non-purging type. Ein Jahr später habe ich eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio bekommen und zusätzlich zu den Hungerphasen extremen Sport getrieben um die Essanfälle auszugleichen. Wie viele Essanfälle ich hatte hing von der Tagesform ab. Manchmal 5 Tage hintereinander nur durchgefressen und dann 5 Tage gefastet, manchmal auch nur einen Essanfall und dann 7 Tage Extremdiät. Dazu muss ich sagen dass es keine Essanfälle waren sondern regelrechte Fresstage, denn wenn ich einmal angefangen hatte war es ja eh schon egal. Isoliert habe ich mich nur wenn ich gerade in einer Fressphase steckte und mich total fett fühlte und sowieso nur fressen wollte. Natürlich auch wenn in einer Hungerphase die Gefahr bestand zu viel zu essen/überhaupt etwas zu essen.
5) Ja ich habe eine Therapie gemacht. Stationär sowie ambulant.
6) Das erste mal (wegen der Bulimie) in Therapie war ich noch ganz frisch in der Bulimie und mir wurde noch die Diagnose Anorexia Nervosa gestellt. Zuerst wollte ich wirklich dort hin (es war eine Tagesklinik) aber dann hatte ich es mir anders überlegt und habe mich wehement gewehrt. Dort verweigerte ich die Mitarbeit und brach nach 2 Wochen ab. Im Rückblick war es absolut kein Fehler nach Hause zu gehen denn die Klinik war absolut inkompetent.
7) In der Tagesklinik nein. In der Reha Klinik ja, in ambulanter Therapie ebenfalls.
8) Nicht lange, ich habe gelernt Therapeuten zu vertrauen. Denen in der Tagesklinik habe ich mich natürlich überhaupt nicht geöffnet.
9) Zu Anfang meines Stationären Aufenthalts war ich mir noch garnicht sicher denn meine Essstörung sagte mir die ganze Zeit ich solle lieber wieder zurück in die Magersucht aber ich hatte tatsächlich den berühmten klick Moment und möchte jetzt einfach nurnoch gesund werden. In der Tagesklinik dagegen wollte ich unbedingt etwas ändern aber mir wurde zu wenig geholfen als dass es mich weiter bringen würde.
10) Ich erzähle jetzt mal von der Stationären Therapie aber die Frage ist ein bisschen komisch weil das keine Schritt für Schritt Therapie ist sondern ein zusammen wirken von vielen verschiedenen Faktoren. Zuerst einmal würde man gezwungen regelmäßig genug zu essen, das heißt es wurde einem erlaubt und gezeigt dass das total ok ist. Man wurde zusammen mit anderen Essgestörten behandelt und es wurde einem das gefühl gegeben dass man nicht alleine ist und dass andere einen Verstehen. Einem wurde das nötige Handwerkszeug für Zuhause gegeben. Also Taktiken, Tipps und Tricks wie man selbst gegen die Krankheit ankämpfen kann.
11) Ich habe schon das Gefühl dass ich um einiges gesünder bin aber natürlich noch nicht ganz. Ich bin noch nicht lange aus der stationären Therapie zuhause und muss erst noch lernen alleine mit dem ganzen zurecht zu kommen und die Sachen anzuwenden die mir dort beigebracht wurden. Ich bin hier zuhause auch schon rückfällig geworden aber das heißt nicht gleich dass man aufgeben muss. Das wichtigste ist jetzt erst recht weiter zu machen und nicht wieder in den alten Teufelskreis zurück zu fallen.
12) Ja, daran gewöhnt man sich irgendwann.
13) Momentan nicht.

1 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !
Frühere Diskussionen
Restaurantportionen...
Von: zakir_12270577
neu
|
13. August 2014 um 0:26
Noch mehr Inspiration?
pinterest