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Fett macht nicht fett - Diskussion

Letzte Nachricht: 9. Dezember 2009 um 2:30
A
an0N_1193545099z
07.12.09 um 2:00

Ich habe lange Zeit geglaubt, dass Fett dick mache. Das wollte man uns auch lange Zeit weismachen. Ich habe jetzt lange überlegt und habe lange rumgestöbert. Und ich bin zum Entschluss gekommen: Dickmacher und Krankheitsmacher Nummer 1 sind zu viele Kohlenhydrate (Zucker). Nachfolgend habe ich einige Überlegungen zusammengetragen. Wenn jemand anderer Ansicht ist, kann er gerne etwas herauspicken und widerlegen. Ich bin ja nicht allwissend und habe auch keine Biochemie studiert.

- Beim Vergleich der Daten von etwa 90000 Patienten aus Deutschland, den Niederlanden, England, Italien und Dänemark war kein Zusammenhang zwischen aufgenommener Fettmenge und Übergewicht erkennbar.

- Die Gänse haben ihre Fettleber nicht durch besondes fettreiche Ernährung. Sie werden vor allem mit Mais (3,8% Fett) und Weizen (2% Fett) gefüttert.

- Die Schweine haben ihr Fett auch nicht von besonders fettreichen Nahrungsmitteln. Ca. 25 kg schwere Ferkel werden nach der Aufzucht bis zur Schlachtreife auf 110-125 kg gemästet und zwar mit: Getreide (Weizen, Mais, Gerste) und Hackfrüchten (Kartoffeln). Für die Mast von 25 auf 110 kg werden nur knapp vier Monate gebraucht!! Die Folge ist, dass die heutigen Schweine viel dicker sind als die vor 1000 Jahren, die noch im Wald hausten .

- Die schlanksten Europäer sind aus Italien, Frankreich und Österreich. Die dicksten kommen aus Malta, Griechenland und Finnland. Bemerkenswert: Österreich hat weltweit den höchsten Schweinefleischkonsum pro Kopf und Franzosen fallen nicht durch fettarme Ernährung auf (Kalbskopf, Weinbergschnecken, Gänseleber).

- Die Italiener als die dünnsten Europäer essen zwar sehr viel Pasta (30 kg im Jahr), aber auch viel Olivenöl, Käse oder Parmaschinken. Der Fettgehalt ist riesig. Ausserdem sind Süditaliener durchschnittlich deutlich dicker als Norditaliener. Süditaliener essen übrigens deutlich weniger Fleisch und mehr Pasta. Norditaliener haben andererseits vieles aus der europäischen Küche übernommen und essen relativ viel Rindsfleisch.

- Gut, die Griechen essen als die dickste Nation Europas viel Fett, aber auch viele Kohlenhydrate. Schwierig zu sagen, warum sie nun so massiv dick sind . Beim Pastakonsum sind sie weltweit übrigens auf Rang 2.

- Getreide hat zweifelsohne eine gute Eigenschaft. Korn und Mehl ist lange haltbar und schützt vor Hungersnot. Trotzdem ist es eine Erfindung der Menschen und nicht alle vertragen es so gut. Historisch ist belegt, dass der Übergang zur Sesshaftigkeit (verbunden ist der Getreidekonsum) zuerst mit einer geringeren Lebenserwartung und erhöhten Mangelerscheinungen einherging. Und eben, Getreide besteht in erster Linie aus Kohlenhydraten, also Zucker.

- Pharaonen in Ägypten assen meines Wissens im Gegensatz zu den Arbeitern kaum bis gar kein Getreide. Es gab zwar Pharaonen, die nicht alt wurden (Gut, Ermordung hat kaum etwas mit Ernährung zu tun ), aber es gab auch sehr alte Pharaonen. 70 und älter war Standard. Ramses der Grosse wurde 96. Das ist bewiesen. Obwohl sich ihre Ernährung nicht mehr nachweisen lässt, ist doch bekannt, dass Rindfleisch, Gänse- und Entenbraten schon zu jener Zeit als Leckerbissen auf den Tisch kamen.

- Ebenfalls eigenartig ist die religiöse Bedeutung von Brot, die erst nachträglich eingeführt wurde. "Unser tägliches Brot gib uns heute" gab es in der hebräischen und griechischen Fassung der Bibel noch nicht. Dort hiess es noch sinngemäss: "Unser tägliches Essen gib uns heute". Es kommt die Überlegung auf, dass Getreide und die haufenweise Kohlenhydrate für die Arbeiter gedacht war. Es macht zwar satt und arbeitsfähig, aber eben auch langfristig krank. Aber das muss ja die Herrscher nicht gestört haben. Was kümmerte es sie denn, wie es den Arbeitern so erging, wenn sie nicht mehr arbeitsfähig waren? Also, das ist nur so eine Überlegung

- Eigentlich bin ich der Einstellung, dass der Körper einem schon sagt, was er braucht und was er möchte. Im Urzustand funktioniert das. Für das Übergewicht mache ich vier Faktoren verantwortlich:

1. Eingenommene unnatürliche Nahrungszusätze senden der Hirnanhangsdrüse falsche Informationen. Der Körper gerät ins Ungleichgewicht. Deswegen billige Fertigprodukte mit bedenklichen Konservierungsstoffen meiden.

2. Die propagierte ausgewogene Ernährung ist für sehr viele Menschen ein absoluter Unsinn. Es gibt Menschen, denen es vegetarisch besser geht, es gibt sehr viele Menschen, die Früchte oder Milchprodukte nicht vertragen und es gibt auch viele Menschen, die Getreide nicht so gut vertragen.

3. Die Magensäfte sind es von der Evolution her nicht gewohnt, sehr viele verschiedene Lebensmittel gleichzeitig zu verdauen. Die Überlegungen der Trennkost sind zwar wissenschaftlich nicht bewiesen, für mich aber schon aus historischen Überlegungen sehr logisch.

4. Zucker macht süchtig. Nur weil man unglaubliche Lust auf ein bestimmtes Lebensmittel wie z.B. Nudeln hat, muss es nicht sein, dass der Körper das wirklich braucht. Und zwar deswegen nicht, weil die Sucht nach Zucker den Körper fehlleiten kann. Ich kann jedem empfehlen, einmal für eine gewisse Zeit (etwa 2 Wochen) auf Getreideprodukte oder auch mal auf Milchprodukte ganz zu verzichten und sich selber beobachten, wie die Verdauung reagiert und wie man sich fühlt.

Ich freue mich auf Diskussionen. Liebe Grüsse.

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S
susana_11915143
09.12.09 um 1:07

TOP!
erstmal lob, finde den beitrag sehr ausführlich und gelungen! bin auch gerade dabei, meine kohlenhydrate-zufuhr etwas zu bremsen.

aber eine frage: was haben milchprodukte damit zu tun? ich trinke gerne milch im kaffee und esse gern ab und zu fettarmen käse oder joghurt.

sollte ich das lieber sein lassen, wenn ich meine ernährung auf kohlenhydratarm umstellen möchte (wobei nicht ganz soviele KH vorhanden sind, wie in getreide etc.)?

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J
janel_11935449
09.12.09 um 2:30
In Antwort auf susana_11915143

TOP!
erstmal lob, finde den beitrag sehr ausführlich und gelungen! bin auch gerade dabei, meine kohlenhydrate-zufuhr etwas zu bremsen.

aber eine frage: was haben milchprodukte damit zu tun? ich trinke gerne milch im kaffee und esse gern ab und zu fettarmen käse oder joghurt.

sollte ich das lieber sein lassen, wenn ich meine ernährung auf kohlenhydratarm umstellen möchte (wobei nicht ganz soviele KH vorhanden sind, wie in getreide etc.)?

Ich bin keine Low Carblerin
Danke .Ich bin nicht direkt eine Low Carb-Anhängerin. Ich finde bei Low Carb die extreme Eiweisszufuhr bedenklich. Mir hat es einfach eine Untergruppe, die Steinzeitdiät angetan. Ich habe dazu vor ein paar Tagen einen anderen Post eröffnet. Zurzeit habe ich ohne Milchprodukte und ohne Getreide eigentlich doch einen relativ ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt und eine einigermassen normale Eiweisszufuhr (nur von Fleisch, Fisch, Meeresfrüchten, Nüssen). Ich esse aber verhältnismässig viel Fett und Kohlenhydrate aber eben nur vor allem in Form von Gemüse, Obst und Beeren.

Ich persönlich habe eigentlich sowieso etwas gegen Milchprodukte, weil ich es widernatürlich finde, von anderen Tierarten (hihi, ja, der Mensch ist ja auch irgendwie ein Tier) Milch zu trinken. Das ist meiner Meinung nach nicht die Idee der Natur. Deshalb nehme ich nur sehr wenig Milchprodukte. Das Fleisch brate ich gerne in Bratbutter oder ab und zu mal Käse ist auch in Ordnung.

Wenn du Low Carb machen willst, kannst du Milchprodukte bedenkenlos verwenden. Nur Joghurt ist leider auch von den Kohlenhydraten und von den Kalorien her ziemlich schlecht. Vor allem ist es überhaupt nicht sättigend. Wenn du nur ganz wenig isst, ist es in Ordnung, aber wenn du gleich 500 Gramm isst, hast du je nach Sorte dann schon etwa 500 Kalorien und 70 Gramm Zucker. Für mich war deshalb Joghurt immer ein No-Go .

LG

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