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Festlegung des ausgangsgewichts?

3. Dezember 2015 um 9:06 Letzte Antwort: 6. Dezember 2015 um 21:34

Hallo ihr Lieben, ich möchte mein Gewicht auch steigern und lese hier immer wieder Tipps zur gesunden Zunahme, bspw. 500 Gramm pro Woche. Mein Problem ist nun, dass ich gar nicht weiß, was ich als Ausgangspunkt setzen soll, da mein Gewicht beim morgendlichen Wiegen sehr schwankt, je nachdem wann und was ich am Abend vorher gegessen habe (von gestern auf heute zum Beispiel ein Unterschied von 800g, das liegt wohl niemals an einer spontanen dauerhaften Zunahme, sondern am späten Essen gestern). Wovon kann ich also ausgehen? Ein Mittelwert? Oder auf- bzw. abrunden? Hinterher freue ich mich über einer Zunahme, die sich nur als Brokkolisuppe vom Vortag entpuppt und genauso schnell wieder verschwunden ist Freue mich über Tipps, liebe Grüße und einen feinen Tag Peanut

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3. Dezember 2015 um 13:45

Hallo liebes
Ich bin in der selben Situation BMI 16.5 möchte konstant zunehmen. Ich zähle Kalorien und steiger langsam wie machst du das? Weißt du was ein ewiger Teufelskreis ist die Waage!! 1. solltest du einmal - zweimal pro Woche drauf und die ersten paar Wochen beobachten dann hast du den ersten Mittelwert. 2. Der Körper ist keine Maschine mal sind es nur 300g mal 600g dadurch darfst du dich nicht beirren lassen!! Ich weiß das es schwierig ist ich kämpfe jeden Tag und mir fehlt der Anhaltspunkt zwecks Sport Kalorien Überschuss kein Sport.... Bin ein wenig überfordert. Wie machst du das? lg

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3. Dezember 2015 um 15:20

Danke!
... ich habe mir heute Termine bei einer Therapeutin geholt, weil es allein nicht klappt. Ich möchte da raus, schon allein aus diesen Gedankenschleifen, und dazu gehört auch, das tägliche Wiegen zu reduzieren. Der Tipp mit dem einen festen Tag ist gut, ich werde ihn beherzigen. Brauche einfach mal einen Anhaltspunkt, von dem aus ich anfangen kann, mich selbst realistisch einzuschätzen. Danke! Liebe Grüße

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3. Dezember 2015 um 15:48

Mit realistisch
meinte ich das Gewicht, welches mir quasi als derzeitige "Nulllinie" gelten soll. Möchte mich eben nicht selbst belügen, indem ich am Abend vorher viel Wasser trinke, nur um mir dann eine Gewichtssteigerung vorzugaukeln. So ehrlich muss und will ich mit mir sein, denn anders kann es nicht besser werden, das ist mir völlig klar. Der Termin dauert noch ein wenig, sie versucht mich noch vor Weihnachten unterzubringen, und meldet sich noch mal. Weil ich schon mal bei ihr war und noch Termine offen hatte, ging es jetzt relativ problemlos. Allerdings war unsere Chemie nicht die Beste, daher bin ich nicht hundertprozentig glücklich damit... Aber andere Wartezeiten waren einfach zu lang, sodass ich es mit ihr noch einmal probiere. Eine Klinik ist aus verschiedenen Gründen, die im privaten und beruflichen liegen, derzeit noch keine Option. Danke fürs Anteilnehmen!

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3. Dezember 2015 um 18:07
In Antwort auf debbi_12929054

Mit realistisch
meinte ich das Gewicht, welches mir quasi als derzeitige "Nulllinie" gelten soll. Möchte mich eben nicht selbst belügen, indem ich am Abend vorher viel Wasser trinke, nur um mir dann eine Gewichtssteigerung vorzugaukeln. So ehrlich muss und will ich mit mir sein, denn anders kann es nicht besser werden, das ist mir völlig klar. Der Termin dauert noch ein wenig, sie versucht mich noch vor Weihnachten unterzubringen, und meldet sich noch mal. Weil ich schon mal bei ihr war und noch Termine offen hatte, ging es jetzt relativ problemlos. Allerdings war unsere Chemie nicht die Beste, daher bin ich nicht hundertprozentig glücklich damit... Aber andere Wartezeiten waren einfach zu lang, sodass ich es mit ihr noch einmal probiere. Eine Klinik ist aus verschiedenen Gründen, die im privaten und beruflichen liegen, derzeit noch keine Option. Danke fürs Anteilnehmen!

Liebe peanut
Ich habe heute auch wieder einen Termin bei meiner "alten" Therapeutin geholt. Warum ? Weil ich innerhalb weniger Tage über 2 kilo abgenommen habe... ich hatte viel Bewegung, bin in meinem neuen Haus, viel Gerenne (Holz holen) etc.
Gestern hab ich Plätzchen gebacken und vom langen Stehen hatte ich dann so höllisch Rückenschmerzen.
Meine ehemalige Therapeutin ist ja in Ruhestand, behandelt aber noch privat. Da geh ich jetzt doch ab 10.12. wieder hin.
Wirklich weit hat sie mich in all den Jahren nicht gebracht, aber die Wartelisten sind so irre lang

Ich weiß auch nicht, wo mein Ausgangsgewicht liegt, zB. Ich hab starke Abweichungen. Nehme sehr schnell zu (Wasser) aber auch schnell ab gerade.

Ohne Hilfe geht es gerade wohl nicht mehr und stationär kommt momentan auch nicht (mehr) in Frage.

Ich drück uns die Daumen. ...

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3. Dezember 2015 um 19:42

Ich finde die Waage gerade in der Zunehme-Phase wichtig
@misstiffy: Nur einmal im Monat ?
Warum ?

Also ich werde mich nicht jeden Tag, wie in den Kliniken (Gewichtskurve) wiegen, aber auf jeden Fall einmal wöchentlich.
Ich sehe das als nichts Negatives, sondern sehr wichtig, da ich auch in bestimmtem Rahmen zunehmen möchte (ca 700 g / Woche).
Man darf nicht vergessen, dass wir wirklich auch körperlich "krank" sind und es zu Komplikationen wie Ödemen o.a. kommen kann.
Ganz so schlecht fand ich den "Trichter" in der Klinik in Zusammenhang mit der Gewichtskurve gar nicht, besonders als sehr aktiver Mensch hat man da in Verbindung mit täglichem Wiegen schnell gesehen, wenn es zuviel Bewegung war im Verhältnis zur Essensmenge.




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3. Dezember 2015 um 20:41

Liebe Peanut,
ich schließe mich fawkes an, 1x die Woche wiegen ist der perfekte Wert um eine Zunahme abzuschätzen. Die Regel ist: morgens, nüchtern, nackig und nach der Toilette.

Gewicht ist relativ. Dein Ziel sollte mindestens 1 kg über 18,5 sein - eher noch 2 - 3 kg (einfach aus gesundheitlichen Gründen). Wenn du dir aber noch nicht gefällst, ist natürlich nach oben offen. Wenn du das Gewicht erreicht hast, dann reicht auch alle 3 oder 4 Wochen wiegen.
Wenn du es nicht schaffst der Waage zu widerstehen, dann gehst du eben wöchentlich zum Arzt.

Finde es schade, was zu im Moment zum Thema Klinik schreibst. Du hattest eigentlich geschrieben, nach Ende des Jahres (oder früher?) wäre es beruflich für dich verkraftbar dich stationär aufnehmen zu lassen. Finde es schade, wie du dich selbst hängen lässt und die 3. Wahl Therapeutin vorziehst, nur um es allen Recht zu machen. Das ist genau die falsche Einstellung. Sie wird dich nur an die Krankheit binden. Du kannst nicht gesund werden, wenn du nicht an erster Stelle kommst.

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3. Dezember 2015 um 21:08

Wo bleibt die Empathie?
Das der Wunsch der Betroffenen und die Realität nicht Hand in Hand gehen ist bei Essstörungen (und generell bei psych. Erkrankungen) an der Tagesordnung!

Alle wünschen sich ein gesundes, glückliches Leben ohne Gedanken um Gewicht und Essen, die Zwänge und den Druck... Aber man flutscht nicht so leicht raus wie man reinrutscht.

Finde deinen Beitrag absolut empathielos. Ich bin für klare und kritische Worte. Deine sind aber von Abwertung gegenüber den hier schreibenden geprägt. Du kannst psychisch Kranke nicht mit gesunden Menschen vergleichen.

Natürlich sprechen sie sich Mut zu. Immerhin sitzen sie in einem Boot und verstehen ja wohl noch am Besten, wie es ihnen geht und mit welch großer Ambivalenz und welchen Problemen sie Tag für Tag zu kämpfen haben.

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3. Dezember 2015 um 21:22

Wow
Das hilft.

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3. Dezember 2015 um 21:27

Ich rasier hier auch öfter mal jmd...
aber wenn man ansetzt mit "du machst es nicht besser, also ist dein Rat nichts wert", dann darf hier niemand mehr schreiben...

Natürlich hast du Recht, aber sogar ich find' es ziemlich diffarmierend... Ich meine damit auch nur den Punkt, des gegenseitigen Mut zusprechens.

Dass das eigene soziale Umfeld in der Regel völlig versagt ist ohnehin unbestritten...

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3. Dezember 2015 um 21:27
In Antwort auf debbi_12929054

Wow
Das hilft.

Und wo genau
lag jetzt das Verwerfliche an meiner Ausgangsfrage? Ich habe weder vor, mich zu entschuldigen, noch mich zu rechtfertigen. Ich habe eine Frage gestellt, bin bereit, mich behandeln zu lassen, und suche mir dafür Hilfe. Wie alle anderen hier (oder die meisten auch). Schade, dass diese Diskussion dich anscheinend so stresst, dass du derart harsch reagieren musst. Ohne Grund, denn ich habe nicht nach grandiosen Diättipps gesucht. Angst ist normal, sonst wäre ich nicht hier, sondern säße in einer Burgerbude vor einem vollen Teller. Und herablassende Bezeichnung a la "Die Damen" unterlasse bitte. Du kennst uns nicht. Dann tu auch bitte nicht so. Ich habe mich für deine Posts und Ratschläge bedankt, was deine Rede jetzt soll, kann ich nicht nachvollziehen.

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3. Dezember 2015 um 21:29

Hui...
... dann hast du also mit allen Schafschubserin und mir nahestehenden Personen gesprochen und unsere privaten Gespräche gehört? Hut ab, ich habe dich gar nicht bemerkt!

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3. Dezember 2015 um 21:34
In Antwort auf dolly_12688854

Liebe Peanut,
ich schließe mich fawkes an, 1x die Woche wiegen ist der perfekte Wert um eine Zunahme abzuschätzen. Die Regel ist: morgens, nüchtern, nackig und nach der Toilette.

Gewicht ist relativ. Dein Ziel sollte mindestens 1 kg über 18,5 sein - eher noch 2 - 3 kg (einfach aus gesundheitlichen Gründen). Wenn du dir aber noch nicht gefällst, ist natürlich nach oben offen. Wenn du das Gewicht erreicht hast, dann reicht auch alle 3 oder 4 Wochen wiegen.
Wenn du es nicht schaffst der Waage zu widerstehen, dann gehst du eben wöchentlich zum Arzt.

Finde es schade, was zu im Moment zum Thema Klinik schreibst. Du hattest eigentlich geschrieben, nach Ende des Jahres (oder früher?) wäre es beruflich für dich verkraftbar dich stationär aufnehmen zu lassen. Finde es schade, wie du dich selbst hängen lässt und die 3. Wahl Therapeutin vorziehst, nur um es allen Recht zu machen. Das ist genau die falsche Einstellung. Sie wird dich nur an die Krankheit binden. Du kannst nicht gesund werden, wenn du nicht an erster Stelle kommst.

Erneut..
ihr kennt mich nicht. Ihr kennt meine berufliche und private Situation nicht, die es mir erschwert, mich nur um mich zu kümmern. Jeder, der allein Angehörige pflegt und in unsicheren Arbeitsverhältnissen lebt, könnte es vermutlich nachvollziehen, dass nicht alles immer und zu jeder Zeit glatt und einfach läuft. Ich muss Lösungen finden, die für mich jetzt realistisch umzusetzen sind und mit denen ich gut leben kann. Angst zu haben, meinen Job zu verlieren oder einen Angehörigen, hilft nicht bei der Genesung. Ich weiß es zu schätzen, dass ihr euch sorgt und ihr habt Recht: Die eigene Gesundheit muss und sollte vorgehen. Vielleicht gibt es aber nicht nur schwarz oder weiß, sondern für diese schwierige Situation jetzt gerade auch etwas dazwischen. Und das suche ich und schaue, wie es mir damit geht. Ich schlage die Kliniktür nicht zu.

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3. Dezember 2015 um 21:42
In Antwort auf dolly_12688854

Liebe Peanut,
ich schließe mich fawkes an, 1x die Woche wiegen ist der perfekte Wert um eine Zunahme abzuschätzen. Die Regel ist: morgens, nüchtern, nackig und nach der Toilette.

Gewicht ist relativ. Dein Ziel sollte mindestens 1 kg über 18,5 sein - eher noch 2 - 3 kg (einfach aus gesundheitlichen Gründen). Wenn du dir aber noch nicht gefällst, ist natürlich nach oben offen. Wenn du das Gewicht erreicht hast, dann reicht auch alle 3 oder 4 Wochen wiegen.
Wenn du es nicht schaffst der Waage zu widerstehen, dann gehst du eben wöchentlich zum Arzt.

Finde es schade, was zu im Moment zum Thema Klinik schreibst. Du hattest eigentlich geschrieben, nach Ende des Jahres (oder früher?) wäre es beruflich für dich verkraftbar dich stationär aufnehmen zu lassen. Finde es schade, wie du dich selbst hängen lässt und die 3. Wahl Therapeutin vorziehst, nur um es allen Recht zu machen. Das ist genau die falsche Einstellung. Sie wird dich nur an die Krankheit binden. Du kannst nicht gesund werden, wenn du nicht an erster Stelle kommst.

Du hast mit allem recht
Besonders das einmalige Wiegen pro Woche wird direkt umgesetzt. Alles andere muss sich entwickeln und wird von mir bestimmt nicht blockiert. Nur wie ich unten schrieb, muss ich es hinbekommen. Wenn der eine Druck wegfällt, durch die Klinik aber extreme existentielle Ängste an diese Stelle treten, schütte ich das Kind mit dem Bad aus. Meine alte Therapeutin habe ich kontaktiert, damit ich akut Hilfe bekomme, bis ich mich an anderer Stelle besser aufgehoben fühle. Vor einigen Wochen hätte ich das nicht mal im Ansatz in Betracht gezogen, sondern mich noch mehr zurückgezogen und mein Problem verleugnet. Von daher finde ich meinen Schritt fürs Erste gar nicht mal so schlecht. Liebe Grüße

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3. Dezember 2015 um 21:46
In Antwort auf debbi_12929054

Erneut..
ihr kennt mich nicht. Ihr kennt meine berufliche und private Situation nicht, die es mir erschwert, mich nur um mich zu kümmern. Jeder, der allein Angehörige pflegt und in unsicheren Arbeitsverhältnissen lebt, könnte es vermutlich nachvollziehen, dass nicht alles immer und zu jeder Zeit glatt und einfach läuft. Ich muss Lösungen finden, die für mich jetzt realistisch umzusetzen sind und mit denen ich gut leben kann. Angst zu haben, meinen Job zu verlieren oder einen Angehörigen, hilft nicht bei der Genesung. Ich weiß es zu schätzen, dass ihr euch sorgt und ihr habt Recht: Die eigene Gesundheit muss und sollte vorgehen. Vielleicht gibt es aber nicht nur schwarz oder weiß, sondern für diese schwierige Situation jetzt gerade auch etwas dazwischen. Und das suche ich und schaue, wie es mir damit geht. Ich schlage die Kliniktür nicht zu.

Liebe Peanut,
hast du nicht in der Eventbranche gearbeitet, oder verwechsel ich dich? Dann tut es mir natürlich leid, dich verwechselt zu haben. Ich find's schwer mir die Lebensgeschichte von jeder Person hier zu merken.

Deine Arbeit kannst du nicht verlieren. Grundsätzlich riskiert dein Arbeitgeber ganz schön was, dich so ausgemergelt arbeiten zu lassen und dich nicht zum Amtsarzt zu schicken. (Finde es auch absolut unverantwortlich und grob fahrlässig dich arbeiten zu lassen. Das könnte sogar rechtliche Konsequenzen für ihn haben...)

Und auch Pflege kann man organisieren.

Es ist nicht so, als würde ich das nicht verstehen. Ich hab' einen Hund. Deshalb (und noch aus anderen Gründen) entscheide ich mich bspw. gegen Klinik. Klinik wird mir grundsätzlich als Option vorgeschlagen, weil es ambulant keine Plätze gibt - nicht weil ich direkt akut wäre, oder eigentlich eine stationäre Behandlung benötige.
Der Unterschied ist, dass es bei mir unnötig ist, aber bei dir eigentlich schon eher nötig wäre. Ich weiß wie schwer es dir fällt. Aber es nützt doch niemandem, wenn du buckelst, machst und tust, und dabei selbst zu Grunde gehst...
Es ist eine extrem hohe Hürde, für alle Essgestörten, sich "gegen die Erwartung anderer/das Umfeld" zu entscheiden und sich erstmal um sich selbst zu kümmern. Die meisten können sich natürlich nicht dafür entscheiden.
Ein Klinikaufenthalt bringt auch einfach mehr, wenn du nicht erst hingehst, wenn der Extremfall eingetreten ist und du quasi keine andere Wahl mehr hast.

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3. Dezember 2015 um 23:03

Ich fühle mich nicht angegriffen
Ich habe nur meiner Verwunderung Ausdruck verliehen, dass du in deinem Tonfall doch sehr herablassend wurdest - ich habe dir auf jeden vorherigen Post normal geantwortet und mich für alle Ratschläge bedankt, das einzige, um dass ich dich gebeten habe, war ein halbwegs angemessener Umgangston (zumal es keinen Grund gibt, derart loszustarten). Ehrliche Worte sind immer gut und dafür sind wir alle hier. Nur sollte die Tonart stimmen. Nicht mehr und nicht weniger ist passiert.

Liebe Grüße und gute Nacht

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3. Dezember 2015 um 23:17
In Antwort auf dolly_12688854

Liebe Peanut,
hast du nicht in der Eventbranche gearbeitet, oder verwechsel ich dich? Dann tut es mir natürlich leid, dich verwechselt zu haben. Ich find's schwer mir die Lebensgeschichte von jeder Person hier zu merken.

Deine Arbeit kannst du nicht verlieren. Grundsätzlich riskiert dein Arbeitgeber ganz schön was, dich so ausgemergelt arbeiten zu lassen und dich nicht zum Amtsarzt zu schicken. (Finde es auch absolut unverantwortlich und grob fahrlässig dich arbeiten zu lassen. Das könnte sogar rechtliche Konsequenzen für ihn haben...)

Und auch Pflege kann man organisieren.

Es ist nicht so, als würde ich das nicht verstehen. Ich hab' einen Hund. Deshalb (und noch aus anderen Gründen) entscheide ich mich bspw. gegen Klinik. Klinik wird mir grundsätzlich als Option vorgeschlagen, weil es ambulant keine Plätze gibt - nicht weil ich direkt akut wäre, oder eigentlich eine stationäre Behandlung benötige.
Der Unterschied ist, dass es bei mir unnötig ist, aber bei dir eigentlich schon eher nötig wäre. Ich weiß wie schwer es dir fällt. Aber es nützt doch niemandem, wenn du buckelst, machst und tust, und dabei selbst zu Grunde gehst...
Es ist eine extrem hohe Hürde, für alle Essgestörten, sich "gegen die Erwartung anderer/das Umfeld" zu entscheiden und sich erstmal um sich selbst zu kümmern. Die meisten können sich natürlich nicht dafür entscheiden.
Ein Klinikaufenthalt bringt auch einfach mehr, wenn du nicht erst hingehst, wenn der Extremfall eingetreten ist und du quasi keine andere Wahl mehr hast.

Liebe Blamimibla
Nein, du verwechselst mich nicht, ich war und bin im Eventbereich tätig und habe in der letzten Woche meine letzte Veranstaltung für dieses Jahr abgeschlossen, langsam wird es ruhiger und ich kann etwas zur Ruhe kommen. Das Problem ist, dass wir ein winzigkleiner e.V. sind mit nur zwei Kräften (mein Chef und ich). Wir haben beide nur Teilzeitstellen und könnten unsere Jobs ohne Herzblut und Engagement auch in der Freizeit nicht stemmen. Mein Chef wird Anfang des Jahres an den Augen operiert werden müssen und fällt längere Zeit aus. Ich bin dann allein. Wenn ich auch nicht da wäre, müssten wir dicht machen. Das allein geht nicht, dann wir dann de facto nicht mehr da wären. Außerdem ist es von unserer Vereinsstruktur und unserem Vereinsvermögen her (Kulturverein) nicht möglich, für zwei Kräfte Krankengeld über einen längeren Zeitraum zu zahlen und dafür den regulären Betrieb komplett stillzulegen. Jetzt kann man natürlich argumentieren, dass es auch gehen müsste, wenn wir beide gleichzeitig einen Unfall hätten. Ja, irgendwie müsste es dann gehen. Aber solange ich versuchen kann, eine andere Lösung zu finden, mit der ich nicht untergehe (! Das ist mir klar!), versuche ich es. Man kann mich wegen Krankheit nicht rausschmeißen. Aber es kann passieren, dass unsere Jobs einfach nicht mehr existieren, wenn wir beide gleichzeitig längere Zeit ausfallen (oder uns überschneiden). Das ist der Nachteil meines Berufs. Der Vorteil ist, dass ich es absolut liebe, was ich tue. Abgesehen von den sehr stressigen Projektwochen, die mich körperlich auch sehr gefordert haben, kann ich mir nichts schöneres vorstellen. Sonst könnte ich diesen Job nicht machen - schon gar nicht nur im Zweierteam! Aber natürlich MUSS es irgendwie gehen, wenn es keine Alternative gibt. Darüber habe ich mit meinem Chef bereits gesprochen und es wäre dann so.
Die andere Sache ist die, dass ich eine schwerst depressive Mutter habe, die verwitwet und absolut lost ist. Da ruft man nicht einfach einen Pflegedienst, wenn es nicht anders geht. Auch hier: Wenn es MÜSSTE, würde es gehen. Aber solange es Alternativen gibt, möchte ich diese ausprobieren. Bin aber selbstreflektiert und achtsam genug, auf mich und meine Signale zu hören.
Der letzte Grund, und du wirst ihn nachvollziehen können: Da meine Ma sich nicht mehr um ihren kleinen Hund kümmern konnte, habe ich ihn übernommen. Er musste Zeit seines Lebens zwischen ihr und mir hin- und herpendeln, je nach ihrem Gesundheitszustand. Wenn ich ihn nun erneut abgeben müsste, wäre er völlig zerstört. Und für mich wäre es kaum denkbar. Der Kleine ist mein Ein und Alles.

Also: Wenn es nicht anders geht, werden und müssen sich Lösungen finden und dann wird es auch funktionieren. Der Punkt ist für mich derzeit aber einfach noch nicht. Ich bin bereit, zuzunehmen und mich behandeln zu lassen, sonst würde ich hier nicht schreiben (denn das hat lang genug gedauert). Dass Ängste dazugehören, ist nicht verwerflich, sondern normal. Schwierig wird es, wenn man diese Ängste auch hier nicht mehr äußern kann, denn ein Forum sollte auch dafür da sein. Und natürlich für die klaren und heilsam harten Worte, auch da stimme ich vollkommen zu

Auf jeden Fall lieben Dank für die Antwort!

Gute Nacht und liebe Grüße

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3. Dezember 2015 um 23:27
In Antwort auf debbi_12929054

Liebe Blamimibla
Nein, du verwechselst mich nicht, ich war und bin im Eventbereich tätig und habe in der letzten Woche meine letzte Veranstaltung für dieses Jahr abgeschlossen, langsam wird es ruhiger und ich kann etwas zur Ruhe kommen. Das Problem ist, dass wir ein winzigkleiner e.V. sind mit nur zwei Kräften (mein Chef und ich). Wir haben beide nur Teilzeitstellen und könnten unsere Jobs ohne Herzblut und Engagement auch in der Freizeit nicht stemmen. Mein Chef wird Anfang des Jahres an den Augen operiert werden müssen und fällt längere Zeit aus. Ich bin dann allein. Wenn ich auch nicht da wäre, müssten wir dicht machen. Das allein geht nicht, dann wir dann de facto nicht mehr da wären. Außerdem ist es von unserer Vereinsstruktur und unserem Vereinsvermögen her (Kulturverein) nicht möglich, für zwei Kräfte Krankengeld über einen längeren Zeitraum zu zahlen und dafür den regulären Betrieb komplett stillzulegen. Jetzt kann man natürlich argumentieren, dass es auch gehen müsste, wenn wir beide gleichzeitig einen Unfall hätten. Ja, irgendwie müsste es dann gehen. Aber solange ich versuchen kann, eine andere Lösung zu finden, mit der ich nicht untergehe (! Das ist mir klar!), versuche ich es. Man kann mich wegen Krankheit nicht rausschmeißen. Aber es kann passieren, dass unsere Jobs einfach nicht mehr existieren, wenn wir beide gleichzeitig längere Zeit ausfallen (oder uns überschneiden). Das ist der Nachteil meines Berufs. Der Vorteil ist, dass ich es absolut liebe, was ich tue. Abgesehen von den sehr stressigen Projektwochen, die mich körperlich auch sehr gefordert haben, kann ich mir nichts schöneres vorstellen. Sonst könnte ich diesen Job nicht machen - schon gar nicht nur im Zweierteam! Aber natürlich MUSS es irgendwie gehen, wenn es keine Alternative gibt. Darüber habe ich mit meinem Chef bereits gesprochen und es wäre dann so.
Die andere Sache ist die, dass ich eine schwerst depressive Mutter habe, die verwitwet und absolut lost ist. Da ruft man nicht einfach einen Pflegedienst, wenn es nicht anders geht. Auch hier: Wenn es MÜSSTE, würde es gehen. Aber solange es Alternativen gibt, möchte ich diese ausprobieren. Bin aber selbstreflektiert und achtsam genug, auf mich und meine Signale zu hören.
Der letzte Grund, und du wirst ihn nachvollziehen können: Da meine Ma sich nicht mehr um ihren kleinen Hund kümmern konnte, habe ich ihn übernommen. Er musste Zeit seines Lebens zwischen ihr und mir hin- und herpendeln, je nach ihrem Gesundheitszustand. Wenn ich ihn nun erneut abgeben müsste, wäre er völlig zerstört. Und für mich wäre es kaum denkbar. Der Kleine ist mein Ein und Alles.

Also: Wenn es nicht anders geht, werden und müssen sich Lösungen finden und dann wird es auch funktionieren. Der Punkt ist für mich derzeit aber einfach noch nicht. Ich bin bereit, zuzunehmen und mich behandeln zu lassen, sonst würde ich hier nicht schreiben (denn das hat lang genug gedauert). Dass Ängste dazugehören, ist nicht verwerflich, sondern normal. Schwierig wird es, wenn man diese Ängste auch hier nicht mehr äußern kann, denn ein Forum sollte auch dafür da sein. Und natürlich für die klaren und heilsam harten Worte, auch da stimme ich vollkommen zu

Auf jeden Fall lieben Dank für die Antwort!

Gute Nacht und liebe Grüße

@ Blamimibla
... kleiner Nachtrag: Ich liebe dein Bild! Großartig! Da schlägt meine Hundemutterherz direkt höher

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4. Dezember 2015 um 7:07

Ups...
Was ist hier denn gestern abend noch "passiert" ?
Da taucht jemand quasi "aus dem Nichts" auf (zumindest habe ich zuvor noch keine Antworten von dir, Fawkes, gelesen) und (ver) urteilt dann ohne Hintergrundwissen.

Peanut hat ihre Situation ja schon geschrieben.

Zu mir, liebe Fawkes, ja ich bin 36, und vielleicht erkennst du genau an der Tatsache, dass es vielleicht ein bisschen komplexer ist bei mir als der "bloße Schlankheitswahn" mancher 16 jährigen (mancher ! Ich will hier nichts pauschalisieren).
Und wenn du meine Beiträge gelesen hast, ist dir bestimmt auch nicht entgangen, dass ich bereits mehrfach in stationär in Behandlung war ! Traumatherapie, dann zweimal je über viele Wochen reine Essstörungsstation (versch. Kliniken).
Dafür habe ich viel Geld ausgegeben, Hunde in Pension gegeben, und mich finanziell sehr belastet, da ich Freiberuflerin bin.
Jetzt helfe ich mir mit einer Nebenbeschäftigung über die Runden, alles gar nicht so einfach.
Was mir die Klinikaufenthalte bzgl Essstörung gebracht haben, ... Nicht genug offensichtlich. Obwohl ich hart an mir gearbeitet habe, trotz zeitweiliger Dauerausgangssperre nicht aufgegeben habe (was mein Trauma verschlimmert hat), und ich bin noch im Intervallvertrag der letzten Klinik. In dieser hatte ich aber ein niedrigeres Entlass- als Aufnahmegewicht, obwohl ich alles gegessen habe und mich an die Bewegungsrichtlinien gehalten habe. Meine Unverträglichkeiten wurden nicht ernst genommen, ich hatte ständig Magen- Darm- Probleme, und andere Komplikationen.
Letztlich hat mich keine Klinik wirklich durchschlagend weiter gebracht.
Das ist traurig, und ich freu mich für jeden hier, bei dem es klappt.
Ich hatte noch eine letzte Klinik im Auge, diese hat mich aber abgelehnt, weil ich noch eine weitere chronische Erkrankung habe (die nichts mit der ES zu tun hat ).

So. Vielleicht reicht das. Ich kämpfe jeden Tag aufs Neue, habe beschlossen, dass ich die Kosten für Privattermine bei meiner alten Therapeutin auf mich nehme, und dann kommen hier solche Kommentare.

Ich glaube nicht, dass ich mich für mein Alter, meinen Körperfettanteil oder die Worte an peanut rechtfertigen muss.
Und schon gar nicht für meine Lebensgeschichte.

Habt alle einen schönen Tag.

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4. Dezember 2015 um 7:54
In Antwort auf dolly_12688854

Liebe Peanut,
ich schließe mich fawkes an, 1x die Woche wiegen ist der perfekte Wert um eine Zunahme abzuschätzen. Die Regel ist: morgens, nüchtern, nackig und nach der Toilette.

Gewicht ist relativ. Dein Ziel sollte mindestens 1 kg über 18,5 sein - eher noch 2 - 3 kg (einfach aus gesundheitlichen Gründen). Wenn du dir aber noch nicht gefällst, ist natürlich nach oben offen. Wenn du das Gewicht erreicht hast, dann reicht auch alle 3 oder 4 Wochen wiegen.
Wenn du es nicht schaffst der Waage zu widerstehen, dann gehst du eben wöchentlich zum Arzt.

Finde es schade, was zu im Moment zum Thema Klinik schreibst. Du hattest eigentlich geschrieben, nach Ende des Jahres (oder früher?) wäre es beruflich für dich verkraftbar dich stationär aufnehmen zu lassen. Finde es schade, wie du dich selbst hängen lässt und die 3. Wahl Therapeutin vorziehst, nur um es allen Recht zu machen. Das ist genau die falsche Einstellung. Sie wird dich nur an die Krankheit binden. Du kannst nicht gesund werden, wenn du nicht an erster Stelle kommst.

Liebe blamimibla
Ist das nicht etwas wenig, 1 kg über 18,5 ?
Das wären bei 1,64 ja nur 49,6 kg + 1 kg, also etwas über 50 kg ?
Gut, du hast "mindestens" geschrieben und "besser 2-3 kg".
Ich bin gerade nur erstaunt, weil man mir zB in der letzten Klinik mindestens 56,5 kg berechnet hat, nach oben hin bis 60,5 kg (was ich zuviel finde).
18,5 + 1-3 kg macht mir keine Angst, das ist wesentlich einfacher im Kopf zu verarbeiten.
Wenn man allerdings auch schon mal bulimische Phasen (FAs und mit Sport gegengewirkt) in der Anorexie hatte, treten die bei so niedrigem NG eher wieder auf als bei einem zB 20er BMI ?
Hast du da Erfahrungen oder etwas gelesen ?
Das wäre interessant.

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4. Dezember 2015 um 8:21
In Antwort auf debbi_12929054

Wow
Das hilft.

Der oben genannte Post
gilt der Antwort von Fawkes, nicht Schafschubserin. Kompliziert hier

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4. Dezember 2015 um 8:22
In Antwort auf debbi_12929054

Wow
Das hilft.

Meine Antwort "Wow"...
galt Fawkes, nicht Schafschubserin. Ist etwas kompliziert hier manchmal

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4. Dezember 2015 um 9:47

Und dann auch noch ein Doppelpost
... weil der erste mir hier nicht angezeigt wurde... sorry.

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4. Dezember 2015 um 12:43
In Antwort auf gereon_12076287

Liebe blamimibla
Ist das nicht etwas wenig, 1 kg über 18,5 ?
Das wären bei 1,64 ja nur 49,6 kg + 1 kg, also etwas über 50 kg ?
Gut, du hast "mindestens" geschrieben und "besser 2-3 kg".
Ich bin gerade nur erstaunt, weil man mir zB in der letzten Klinik mindestens 56,5 kg berechnet hat, nach oben hin bis 60,5 kg (was ich zuviel finde).
18,5 + 1-3 kg macht mir keine Angst, das ist wesentlich einfacher im Kopf zu verarbeiten.
Wenn man allerdings auch schon mal bulimische Phasen (FAs und mit Sport gegengewirkt) in der Anorexie hatte, treten die bei so niedrigem NG eher wieder auf als bei einem zB 20er BMI ?
Hast du da Erfahrungen oder etwas gelesen ?
Das wäre interessant.

Liebe Schafschubserin,
die Angaben von 18,5 +1 kg, bzw + 2 - 3 kg, habe ich aus der stationären Arbeit. Das war quasi das Mindest-Zielgewicht auf das man mit den Betroffenen hingearbeitet hat. Für viele war dieses eine Kilo nicht auszuhalten, bzw. generell der "Zustand des Normalgewichts" (ab BMI 18,5 bzw. 19 - je nach Definition - gilt ja NG) nicht aushaltbar. Das ist für viele Betroffene eine hohe Hürde. "Normalgewicht" wird mit "fett" gleichgesetzt - und dem ganzen langen Gedankenschwanz der da eben noch folgt. Natürlich ist ein BMI von 20, 21 besser (bei kleinen Betroffenen ist der ja mit 2 - 3 kg direkt erreicht), aber NG und das HALTEN des mind. Kilos drüber ist eben ein Langzeitziel.

Großartig, dass es für dich nicht gruselig ist und gut vorstellbar für dich.

Bei diesem Gewichtsziel war es egal ob Anorexie oder Bulimie. Bei Binge Eatern war häufig - wenn gewünscht - Abnahme auf ein NG das Ziel (BMI 19 wurde jetzt nicht unbedingt als Ziel akzeptiert). Ansonsten bei BE das Halten, sofern das Gewicht medizinisch unbedenklich war (bedenklich erst ab BMI 29/30).

Also FA's und bulimische Symptomatik können natürlich absolut gewichtsunabhängig auftreten. Bspw. wenn sich jmd. von einem BMI 25 auf einen 20er gehungert/gesportelt/gekotzt hat. Es kommt auch auf den Typus an. Die Anorektischen Patient_Innen vom restriktiven Typus neigen generell kaum bis gar nicht zu bulimischen Verhalten - das liegt einfach im Unterschied der Krankheitsdynamik und den ursprünglichen Problemen und Bedürfnissen.
Natürlich kann das umschwenken. Hab dazu jetzt keine allgemein gültige Quelle aus der Literatur - ist jetzt eher meine Arbeitserfahrung.
Somit hab ich die bulimische Symptomatik auch eher bei denen mit Bulimie/Anorexie bulimischen Typus erlebt - egal mit welchem BMI - aber abhängig vom Stand der Krankheit/Gesundheit/aktuellen Lage.

In der Regel sollte Heißhunger mit erreichen des NG aufhören bzw. einpendeln. Generell sollte man einfach mal ehrlich draufschauen: Ist das wirklich ein Essanfall? Oder esse ich überhaupt genug und ausreichend? Hab ich vielleicht einfach noch Hunger und brauche noch eine Zwischenmahlzeit, oder eine größere Mahlzeit?

Das ist alles sehr individuell und auch entsprechend zu untersuchen.

War jetzt etwas chaotisch, aber ich hoffe ich konnte die Frage einigermaßen beantworten. Wenn nicht, gib bescheid.

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4. Dezember 2015 um 13:04
In Antwort auf debbi_12929054

Liebe Blamimibla
Nein, du verwechselst mich nicht, ich war und bin im Eventbereich tätig und habe in der letzten Woche meine letzte Veranstaltung für dieses Jahr abgeschlossen, langsam wird es ruhiger und ich kann etwas zur Ruhe kommen. Das Problem ist, dass wir ein winzigkleiner e.V. sind mit nur zwei Kräften (mein Chef und ich). Wir haben beide nur Teilzeitstellen und könnten unsere Jobs ohne Herzblut und Engagement auch in der Freizeit nicht stemmen. Mein Chef wird Anfang des Jahres an den Augen operiert werden müssen und fällt längere Zeit aus. Ich bin dann allein. Wenn ich auch nicht da wäre, müssten wir dicht machen. Das allein geht nicht, dann wir dann de facto nicht mehr da wären. Außerdem ist es von unserer Vereinsstruktur und unserem Vereinsvermögen her (Kulturverein) nicht möglich, für zwei Kräfte Krankengeld über einen längeren Zeitraum zu zahlen und dafür den regulären Betrieb komplett stillzulegen. Jetzt kann man natürlich argumentieren, dass es auch gehen müsste, wenn wir beide gleichzeitig einen Unfall hätten. Ja, irgendwie müsste es dann gehen. Aber solange ich versuchen kann, eine andere Lösung zu finden, mit der ich nicht untergehe (! Das ist mir klar!), versuche ich es. Man kann mich wegen Krankheit nicht rausschmeißen. Aber es kann passieren, dass unsere Jobs einfach nicht mehr existieren, wenn wir beide gleichzeitig längere Zeit ausfallen (oder uns überschneiden). Das ist der Nachteil meines Berufs. Der Vorteil ist, dass ich es absolut liebe, was ich tue. Abgesehen von den sehr stressigen Projektwochen, die mich körperlich auch sehr gefordert haben, kann ich mir nichts schöneres vorstellen. Sonst könnte ich diesen Job nicht machen - schon gar nicht nur im Zweierteam! Aber natürlich MUSS es irgendwie gehen, wenn es keine Alternative gibt. Darüber habe ich mit meinem Chef bereits gesprochen und es wäre dann so.
Die andere Sache ist die, dass ich eine schwerst depressive Mutter habe, die verwitwet und absolut lost ist. Da ruft man nicht einfach einen Pflegedienst, wenn es nicht anders geht. Auch hier: Wenn es MÜSSTE, würde es gehen. Aber solange es Alternativen gibt, möchte ich diese ausprobieren. Bin aber selbstreflektiert und achtsam genug, auf mich und meine Signale zu hören.
Der letzte Grund, und du wirst ihn nachvollziehen können: Da meine Ma sich nicht mehr um ihren kleinen Hund kümmern konnte, habe ich ihn übernommen. Er musste Zeit seines Lebens zwischen ihr und mir hin- und herpendeln, je nach ihrem Gesundheitszustand. Wenn ich ihn nun erneut abgeben müsste, wäre er völlig zerstört. Und für mich wäre es kaum denkbar. Der Kleine ist mein Ein und Alles.

Also: Wenn es nicht anders geht, werden und müssen sich Lösungen finden und dann wird es auch funktionieren. Der Punkt ist für mich derzeit aber einfach noch nicht. Ich bin bereit, zuzunehmen und mich behandeln zu lassen, sonst würde ich hier nicht schreiben (denn das hat lang genug gedauert). Dass Ängste dazugehören, ist nicht verwerflich, sondern normal. Schwierig wird es, wenn man diese Ängste auch hier nicht mehr äußern kann, denn ein Forum sollte auch dafür da sein. Und natürlich für die klaren und heilsam harten Worte, auch da stimme ich vollkommen zu

Auf jeden Fall lieben Dank für die Antwort!

Gute Nacht und liebe Grüße

Liebe Peanut,
(unten ist eine "Antwort 2" von fawkes, bitte nicht übersehen, weil ich mich dazwischenquetsche )

erstmal: Ach du Schreck! Was hat sich denn da alles getan! Oh je!

Dennoch muss ich mich fawkes leider anschließen, du kannst nicht die Welt retten... Und auch generell ist das "jemanden retten" nicht dein Job...

Tja, das mit deiner Mutter ist echt ne Baustelle. Aber Depressionen müssen behandelt werden. Da du kein Psychiater und keine Therapeutin bist, kannst du wirklich kaum helfen. Eher Unterstützt du die Aufrechterhaltung der Depression, indem du deiner Mutter alle Verantwortung und Verpflichtung abnimmst... Das führt auch zu einer Verschlimmerung. Es wäre also ratsam sich da Hilfe zu nehmen um deiner Mutter eine Behandlung zu ermöglichen.

Das mit dem Hund verstehe ich völlig. Dennoch wird der Hund auf kurz oder lang vielleicht sowieso ein neues Zuhause finden müssen, da auch bei dir früher oder später vieles in die Brüche gehen wird, wenn du nicht in der Lage bist, die Dinge in die Hände zu geben wo sie hingehören, und dich selbst in die Hände zu nehmen.
Lieber "kurz" trennen, als für immer. Oder eben, wenn deine Mutter mit einer Behandlung bald wieder etwas besser gehen würde, könnte sie ihn nehmen.
Ich selbst habe auch total miese Phasen, in denen ich nicht raus will und generell gar nichts machen will außer im Bett bleiben und schlafen... Aber mein Hund hält mich "am laufen". Es ist also auch ein Schutz vorm Totalabsturz.
Deshalb pack deine Mutter nicht in Watte. Sie muss genauso was machen wie du. Oder wer soll dich UND sie demnächst aufpeppeln?

Die Frage ist... wie kam das mit den Augen bei deinem Chef? War das abzusehen? Unfall? Oder wäre es aufschiebbar gewesen? Denn wenn es nicht absolut akut wäre, dann hätt' ich definitv gesagt: Erstmal kommst DU, bevor die Augen kommen....
Nun denn... aber es ist wie es ist...

Würde dir ans Herz legen, dich auf sämtliche Wartelisten setzen zu lassen und regelmäßig alle 3 - 4 Wochen die Therapeuten durchzutelefonieren... Ist zwar absolut ätzend (muss ich auch machen), aber die Therapie bei deiner alten Therapeutin klingt einfach nicht danach, als das sie dir auch nur einen Fußbreit helfen würde...

Liebe Peanut, ich weiß du sagst du bist reflektiert. Aber vielleicht musst du dich auch mal fragen, ob dir das Chaos nicht auch manchmal ganz recht ist...!? Denn dann muss man ja nix machen...
Mir persönlich ging es oft so, dass ich Chaos genossen hab, weil man dann perfekt Essstörung leben kann.

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4. Dezember 2015 um 16:42
In Antwort auf dolly_12688854

Liebe Schafschubserin,
die Angaben von 18,5 +1 kg, bzw + 2 - 3 kg, habe ich aus der stationären Arbeit. Das war quasi das Mindest-Zielgewicht auf das man mit den Betroffenen hingearbeitet hat. Für viele war dieses eine Kilo nicht auszuhalten, bzw. generell der "Zustand des Normalgewichts" (ab BMI 18,5 bzw. 19 - je nach Definition - gilt ja NG) nicht aushaltbar. Das ist für viele Betroffene eine hohe Hürde. "Normalgewicht" wird mit "fett" gleichgesetzt - und dem ganzen langen Gedankenschwanz der da eben noch folgt. Natürlich ist ein BMI von 20, 21 besser (bei kleinen Betroffenen ist der ja mit 2 - 3 kg direkt erreicht), aber NG und das HALTEN des mind. Kilos drüber ist eben ein Langzeitziel.

Großartig, dass es für dich nicht gruselig ist und gut vorstellbar für dich.

Bei diesem Gewichtsziel war es egal ob Anorexie oder Bulimie. Bei Binge Eatern war häufig - wenn gewünscht - Abnahme auf ein NG das Ziel (BMI 19 wurde jetzt nicht unbedingt als Ziel akzeptiert). Ansonsten bei BE das Halten, sofern das Gewicht medizinisch unbedenklich war (bedenklich erst ab BMI 29/30).

Also FA's und bulimische Symptomatik können natürlich absolut gewichtsunabhängig auftreten. Bspw. wenn sich jmd. von einem BMI 25 auf einen 20er gehungert/gesportelt/gekotzt hat. Es kommt auch auf den Typus an. Die Anorektischen Patient_Innen vom restriktiven Typus neigen generell kaum bis gar nicht zu bulimischen Verhalten - das liegt einfach im Unterschied der Krankheitsdynamik und den ursprünglichen Problemen und Bedürfnissen.
Natürlich kann das umschwenken. Hab dazu jetzt keine allgemein gültige Quelle aus der Literatur - ist jetzt eher meine Arbeitserfahrung.
Somit hab ich die bulimische Symptomatik auch eher bei denen mit Bulimie/Anorexie bulimischen Typus erlebt - egal mit welchem BMI - aber abhängig vom Stand der Krankheit/Gesundheit/aktuellen Lage.

In der Regel sollte Heißhunger mit erreichen des NG aufhören bzw. einpendeln. Generell sollte man einfach mal ehrlich draufschauen: Ist das wirklich ein Essanfall? Oder esse ich überhaupt genug und ausreichend? Hab ich vielleicht einfach noch Hunger und brauche noch eine Zwischenmahlzeit, oder eine größere Mahlzeit?

Das ist alles sehr individuell und auch entsprechend zu untersuchen.

War jetzt etwas chaotisch, aber ich hoffe ich konnte die Frage einigermaßen beantworten. Wenn nicht, gib bescheid.

Liebe blamimibla
Vielen Dank für deine Mühe ! Das beantwortet meine Fragen diesbezüglich sehr umfassend.

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4. Dezember 2015 um 17:05

Ich habe deine Zeilen natürlich gelesen
und auch lange darüber nachgedacht.
Dass ich "nicht annähernd auf dem Weg der Genesung bin", kann ich so nicht stehen lassen. Ich habe einen > 17er BMI erreicht und es ging mir schon wesentlich schlechter.

Dass ich schon so lange erkrankt bin, ist vielleicht irreführend, die Anorexie hat bei mir eine andere Sache abgelöst, also insgesamt bin ich vielleicht noch nicht länger ess gestört als viele hier.

In so einem Forum tritt man ja nicht alles breit, aber meine Hauptprobleme liegen in einer über ein jahrzehntelangen Traumatisierung in der Kindheit und frühen Jugend in der eigenen Familie und zu den psychischen Geschichten kam dann eine chronische Erkrankung hinzu, die nichts entschuldigen soll, aber eben vieles schwierig macht. Ich bin dadurch gezwungen, einiges an Medikamenten zu nehmen (deshalb auch die ständigen MD Probleme, die nicht in direktem Zusammenhang mit der Anorexie stehen).
Was mein Umfeld betrifft, ich habe keine "Familie".
Freunde sind rar geworden und die halbe Handvoll, die ich noch habe, sieht alles nicht so kritisch. Ich habe ja einen 17er BMI...

Ich stehe jeden Morgen auf, um wieder neu zu kämpfen. Mir bleibt ja nicht s anderes übrig.

Gerade wenn man alleine kämpft wird es immer schwieriger. Es tut mir leid, wenn meine Beiträge immer als Entschuldigung rüber kommen.

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6. Dezember 2015 um 21:30

Liebe fawkes
Danke für die liebe Nachricht, es freut mich, dass wir uns wieder eingroovt haben Und danke für die Tipps und Überlegungen, ich bin inzwischen auch zu dem Schluss gekommen, dass das mit meiner alten Therapeutin nicht das richtige ist... Das war der Verzweiflung der letzten Zeit geschuldet und dem Versuch, mit der Brechstange Hilfe zu suchen. Ich werde morgen eine Liste abtelefonieren an Therapeuten, die auf ES spezialisiert sind, habe am Wochenende recherchiert. Dann heißt es warten, aber zumindest geht's in die richtige Richtung. Danke für die klaren Worte! Dir auch alles Gute und liebe Grüße

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6. Dezember 2015 um 21:34
In Antwort auf dolly_12688854

Liebe Peanut,
(unten ist eine "Antwort 2" von fawkes, bitte nicht übersehen, weil ich mich dazwischenquetsche )

erstmal: Ach du Schreck! Was hat sich denn da alles getan! Oh je!

Dennoch muss ich mich fawkes leider anschließen, du kannst nicht die Welt retten... Und auch generell ist das "jemanden retten" nicht dein Job...

Tja, das mit deiner Mutter ist echt ne Baustelle. Aber Depressionen müssen behandelt werden. Da du kein Psychiater und keine Therapeutin bist, kannst du wirklich kaum helfen. Eher Unterstützt du die Aufrechterhaltung der Depression, indem du deiner Mutter alle Verantwortung und Verpflichtung abnimmst... Das führt auch zu einer Verschlimmerung. Es wäre also ratsam sich da Hilfe zu nehmen um deiner Mutter eine Behandlung zu ermöglichen.

Das mit dem Hund verstehe ich völlig. Dennoch wird der Hund auf kurz oder lang vielleicht sowieso ein neues Zuhause finden müssen, da auch bei dir früher oder später vieles in die Brüche gehen wird, wenn du nicht in der Lage bist, die Dinge in die Hände zu geben wo sie hingehören, und dich selbst in die Hände zu nehmen.
Lieber "kurz" trennen, als für immer. Oder eben, wenn deine Mutter mit einer Behandlung bald wieder etwas besser gehen würde, könnte sie ihn nehmen.
Ich selbst habe auch total miese Phasen, in denen ich nicht raus will und generell gar nichts machen will außer im Bett bleiben und schlafen... Aber mein Hund hält mich "am laufen". Es ist also auch ein Schutz vorm Totalabsturz.
Deshalb pack deine Mutter nicht in Watte. Sie muss genauso was machen wie du. Oder wer soll dich UND sie demnächst aufpeppeln?

Die Frage ist... wie kam das mit den Augen bei deinem Chef? War das abzusehen? Unfall? Oder wäre es aufschiebbar gewesen? Denn wenn es nicht absolut akut wäre, dann hätt' ich definitv gesagt: Erstmal kommst DU, bevor die Augen kommen....
Nun denn... aber es ist wie es ist...

Würde dir ans Herz legen, dich auf sämtliche Wartelisten setzen zu lassen und regelmäßig alle 3 - 4 Wochen die Therapeuten durchzutelefonieren... Ist zwar absolut ätzend (muss ich auch machen), aber die Therapie bei deiner alten Therapeutin klingt einfach nicht danach, als das sie dir auch nur einen Fußbreit helfen würde...

Liebe Peanut, ich weiß du sagst du bist reflektiert. Aber vielleicht musst du dich auch mal fragen, ob dir das Chaos nicht auch manchmal ganz recht ist...!? Denn dann muss man ja nix machen...
Mir persönlich ging es oft so, dass ich Chaos genossen hab, weil man dann perfekt Essstörung leben kann.

Liebe blamimibla
nur kurz: Ja, wenn ich ehrlich bin, triffst du durchaus ins Schwarze. Wenn man immer stark war für alle und dadurch ordentlich geschleppt und mitgetragen hat, dann selbst ausfällt und feststellt, dass es schön ist, wenn sich andere mal um einen sorgen, geht's verflucht schnell, sich auch darin einzurichten. Keine schöne Erkenntnis und auch nicht allein des Rätsels Lösung, aber auf jeden Fall auch ein Aspekt in dieser komplexen Krankheit. Puh. Raus da, es wird Zeit! Heute nicht gewogen

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