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Essstörung und Schule/Studium? BITTE HILFE!

16. November 2011 um 21:13 Letzte Antwort: 17. November 2011 um 22:22

Hey,

Ich bin neu hier, verfolge die Diskussionen aufmerksam und bin immer wieder über viele, wirklich hilfreiche Tipps erstaunt... Und wollte deshalb fragen, ob mir vielleicht auch jemand helfen kann.

Seit ich 14 bin versuche ich schon extrem streng mein Gewicht zu kontrollieren. Angefangen hat es mit einer Gewichtsreduktion von 10 kg, von 65 kilo auf 55 Kilo bei einer Größe von 1.68 m. Eigentlich ein ganz normales Gewicht, aber was wirklich dahiner steckte, wusste nur ich: ich hab maxial 500 kcal zu mir genommen, war schlapp und kraftlos den ganzen Tag, aber das Essproblem hat mich irgendwie...erfüllt, komplett und besonders gemacht. Ihr wisst wahrscheinlich, wovon ich rede.
Irgendwann jedenfalls hat meine Mutter der Moralapostel mir eine Standpauke gehalten mit Vorwürfen und allem inklusive und irgendwie ist was in meinem Kopf "gerissen". Auf einmal hab ich gegessen ohne Ende, gestopft ohne richtig zu kauen als hätte ich monatelang nichts zu essen bekommen. Hab mein Hirn einfach ausgeschaltet.
Ich hab ALLES, wirklich alles versucht um den Fressanfällen (die wirklich bis ins absolute Extrem gingen) entgegenzuwirken; regelmäßig und ausgewogen essen, Tagebuch führen, ablenken,... Nichts hat Wirkung gezeigt.
Meine ursprüngliches Ziel vom Abnehmen musste ich verwerfen für dieses ständige Fressgelage... Es hat mich innerlich zerrissen, weil ich so stolz auf meine Gweichtsabnahme war und es ins totale Gegenteil gekippt ist.
Hab dann insgesamt 25 Kilo zugenommen, mich unwohl gefühlt und mir einfach gewünscht, aus meinem Körper austreten zu können und jemand anderes zu sein...
Januar letzten Jahres hab ich dann völlig verzweifelt einen weiteren von unzähligen Abnehmversuchen (die immer in Fressanfällen und Aufgeben endeten) gestartet, der mich erstaunlich weit gebracht hat: die 25 kilo bin ich in 4 monaten losgeworden. so stolz war ich noch NIE. Doch dann Ende mai, gab es wieder so ein auslösendes Erlebnis, dass ich wieder angefangen habe zu fressen ohne Ende. Wollte es diesmal aber nicht aufgeben und habe nach einigen zugenommenen Kilos vor ein paar Wochen angefangen, nach dem Essen zu erbrechen.
Ich schäme mich so und jedes erbrechen macht mich richtig fertig; es kostet Kraft, Energie und Zeit, ich weiß dass es meinem Körper schadet, aber ich will nicht NOCH mehr zunehmen, es ist eh schon wieder viel zu viel. Ich ekele mich so vor mir selbst, Spiegel meide ich sowieso und ach... ich kann einfach nicht mehr. Das ganze fressen, was ich nicht will aber nicht abschalten kann (egal was ich auch versuche!) und das anschließende Erbrechen machen mich physisch und psychisch einfach kaputt. Das Problem ist, dass ich kommendes Frühjahr Abitur mache. Und ich weiß nicht, wie ich das packen soll. Ich bin jetzt schon mit allem überfordert und vernachlässige die Schule absolut, weil sich alles ums Fressen, Kotzen, Gewicht dreht.
Wie macht ihr das denn mit der Essstörung und der Schule/Studium/Beruf (gut, Abitur ist ja auch irgendwie ne Ausnahmesituation... hat da jemand Erfahrung oder weiß jemand was ich tun kann...?)

Für jede Hilfe und jeden Ratschlag wäre ich sehr, sehr dankbar!

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16. November 2011 um 21:14

Ohh...
Sorry für den langen Roman ich hoffe das liest trotzdem jemand

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16. November 2011 um 21:54
In Antwort auf thyra_12519412

Ohh...
Sorry für den langen Roman ich hoffe das liest trotzdem jemand

Natürlich wird das gelesen!
Ich erkenne mich da soo gut wieder-das könnte ja in etwa meine geschichte sein....ich nehme momentan auch an einem seminar teil und leider kann ich in dem Punkt keinen rat geben da Ich selbst teilweise stundenlang im Unterricht bin und dann irgendwann merke dass Ich mal wieder nichts mitbekommen habe weil Ich mal wieder überlegt habe was Ich zu Essen kaufe/nicht kaufe,wann ich dann wieviele esse und wann genau ich meine am nehmen muss damit sie zum richtigen zeitpunkt einsetzen....ich HASSE jeden dieser Gedanken!!!!
Was gäbe ich dafür einfach mal für ne Woche das ganze Thema zu vergessen

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16. November 2011 um 22:56
In Antwort auf lis_12724260

Natürlich wird das gelesen!
Ich erkenne mich da soo gut wieder-das könnte ja in etwa meine geschichte sein....ich nehme momentan auch an einem seminar teil und leider kann ich in dem Punkt keinen rat geben da Ich selbst teilweise stundenlang im Unterricht bin und dann irgendwann merke dass Ich mal wieder nichts mitbekommen habe weil Ich mal wieder überlegt habe was Ich zu Essen kaufe/nicht kaufe,wann ich dann wieviele esse und wann genau ich meine am nehmen muss damit sie zum richtigen zeitpunkt einsetzen....ich HASSE jeden dieser Gedanken!!!!
Was gäbe ich dafür einfach mal für ne Woche das ganze Thema zu vergessen

Hey
ich kenne das ganze auch sehr gut. denke viele haben eine sehr ähnliche entwicklung durchgemacht wie du. das wichtigste ist, dass du sofort mit dem erbrechen aufhörst. bitte setz alles daran dir die abwärtsspirale der bulimie zu ersparen. wenn du grad erst damit angefangen hast ist es vielleicht noch nicht zu spät. ich habe mir dadurch schon nach ca. einem jahr bleibende herzrhytmusstörungen eingehandelt und bin damit kein einzelfall. das geht schneller als du denkst.
du musst dir klarmachen, dass die sache mit den fressanfällen damit nur immer schlimmer wird und du zusätzlich noch körper und seele kaputt machst. es gibt leider keine einfache lösung um aus so einer situation wieder rauszukommen. ich versuche mich gesund zu ernähren und esse relativ wenig so dass es mit dem gewicht halt annehmbar ist. dein essverhalten und damit auch dein gewicht pendeln sich nur dann wieder richtig ein wenn du wirklich geduld hast und mit viel disziplin versuchst aus diesem teufelskreis rauszukommen.
ich habe so inzwischen wieder das gewicht abgenommen, das ich letztendlich durch die esstörung zugenommen hatte.
es ist wirklich schwer und ich als geheilt würde ich mich auch nicht bezeichnen aber man muss hart an sich arbeiten um mit einer gestörten beziehung zum thema essen und gewicht irgendwann umgehen zu können.
Kannst du nicht wenn es gar nicht geht mit dem Schulstres vielleicht das Jahr wiederholen und die Zeit nutzen um gesund zu werden und wieder zu dir zu finden? Ich glaube Stress ist in deiner Situation echt nicht förderlich und es ist ganz wichtig, dass du dich auf dich konzentrierst.

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17. November 2011 um 0:38

In der selbe Situation
Hey,
Ich mach auch nächstes Jahr Abi und weiß nur zu gut wie die ES dein Leben einnimmt. Ich habe seit 3 1/2 Jahren Bulimie ,bin aber auf dem besten Wege daraus zu kommen.
Mittlerweile hab ich einen Monat ohne Fressanfälle überstanden und das nur wegen meiner Therapeutin. Ich bin seit ca. 5 Monaten in Therapie und nach und nach sind meine Essanfälle weniger geworden und jetzt eben seit einem Monat ganz weg. Ich empfehle dir nur , falls du nicht schon in Therapie bist, setzt sich mit einem in Verbindung. Ich dachte persönlich auch das ich nur Bulimie habe weil ich das als leichtesten Abnehmweg empfinde. Aber diese ganze Gewichtsphobie geht viel tiefer in deine Psyche und Vergangenheit ein als du vielleicht denken magst. Es tut unheimlich gut mal mit jemandem darüber zu reden(mein Umfeld weiß nichts davon) und auch wenn deine Freunde/Familie es weiß, kann dir ein spezialisierte Therapeut einfach die besten Ratschläge geben mit deinen Gefühlen anders umzugehen als sie mit essen zu kompensieren...

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17. November 2011 um 3:30
In Antwort auf ermete_12933932

In der selbe Situation
Hey,
Ich mach auch nächstes Jahr Abi und weiß nur zu gut wie die ES dein Leben einnimmt. Ich habe seit 3 1/2 Jahren Bulimie ,bin aber auf dem besten Wege daraus zu kommen.
Mittlerweile hab ich einen Monat ohne Fressanfälle überstanden und das nur wegen meiner Therapeutin. Ich bin seit ca. 5 Monaten in Therapie und nach und nach sind meine Essanfälle weniger geworden und jetzt eben seit einem Monat ganz weg. Ich empfehle dir nur , falls du nicht schon in Therapie bist, setzt sich mit einem in Verbindung. Ich dachte persönlich auch das ich nur Bulimie habe weil ich das als leichtesten Abnehmweg empfinde. Aber diese ganze Gewichtsphobie geht viel tiefer in deine Psyche und Vergangenheit ein als du vielleicht denken magst. Es tut unheimlich gut mal mit jemandem darüber zu reden(mein Umfeld weiß nichts davon) und auch wenn deine Freunde/Familie es weiß, kann dir ein spezialisierte Therapeut einfach die besten Ratschläge geben mit deinen Gefühlen anders umzugehen als sie mit essen zu kompensieren...


Die ratschläge der Anderen würde ich sofort so unterschreiben-was mir noch einfiel:es gibt umfangreiche Bücher zur Selbsthilfe die einen dabei unterstützen können(einfach mal googeln).
Und mir hat es auch schon sehr geholfen dass ich den Mut fand zumindest 2 Menschen davon zu erzählen denen ich vertraue-im nachhinein sieht man dann doch dass man sich umsonst vor der Ablehnung gefürchtet hat.
Bei aufkommenden FAs habe ich so auch mit einer Person vereinbart mich jederzeit melden zu können und derjenige der dann ja weiss was in dem Moment los ist,kann dann versuchen dich ein wenig runter zu bringen....

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17. November 2011 um 22:22

Danke
euch für die vielen Ratschläge und Erfahrungen!
Und ich finde es sehr beruhigend, dass andere in einer ähnlichen Situation sind....

Ich hatte vergessen zu erwähnen, dass ich seit August ungefähr alle zwei Wochen einen Termin in einer Erziehungsberatungsstelle wahrnehme. Ich weiß nicht, in wieweit sich dass mit einer richtigen ambulanten Therapie vergleichen lässt, aber es schlägt irgendwie überhaupt nicht an. Nicht, dass meine "Therapeutin" einen schlechten Job machen würde, aber es zeigt einfach alles dort keine Wirkung. Ich verlasse jede Sitzung mit dem euphorischen Gedanken "Hey, ab sofort will ich es wirklich besser machen" und am nächsten Morgen artet es dann wieder ins Extrem aus. ES WILL EINFACH NICHT KLAPPEN!
Grade heute wieder. Heekommen, Hirn ausgeschaltet und gefressen, gefressen, gefressen. In erster Linie esse ich unheimlich (!) viel Brot, Quark, Obst und Babybrei. Klingt jetzt vielleicht harmlos im Gegensatz zu anderen was ich so gelesen habe und das ist es wahrscheinlich auch, aber ich esse SO viel von den genannten Nahrungsmitteln, dass ich mich manchmal kaum vor Schmerzen noch bewegen kann Ich weiß auch nicht auf welche Kalorienzahl ich es da bringe, da ich die Nahrungsmittel nicht wiege, aber ich würde mal auf mindestens 2000 kcal tippen.
Heute war es sogar so schlimm mit dem Erbrechen, dass mein Rachen jetzt schlimm schmerzt und ich auch Blut erbrochen habe. Die Details erspare ich euch lieber

Und ja, ich möchte gerne JETZT und SOFORT aus dem Teufelskreis austreten und einfach mal wieder LEBEN, nicht ans Essen denken müssen wenn es nicht erforderlich ist. Ich will mein Leben einfach nicht mehr ans Essen anpassen müssen. Wenn das doch nur alles so einfach wäre...

Wenn noch jemand Tipps hat, immer her damit!

Danke euch allen nochmal! Das hat mich alles sehr aufgebaut!!

@ lilie: Das mit der Selbsthilfebüchern werde ich auf jeden Fall ausprobieren, danke! Hast du Erfahrungen damit?

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