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Essstörung? Keine Essstörung? HILFE!

31. Oktober 2014 um 11:23 Letzte Antwort: 9. November 2014 um 0:29

Hallo lieben Foren Nutzer,
das Thema Essstörungen beschäftigt mich wie so oft gerade mal wieder. Ich bin wie besessen von diesem Thema und selbst weiß ich nicht, ob ich Hilfe brauche oder nicht.
Angefangen hat alles vor 10 Jahren. Damals habe ich mich von pummelig auf sehr schmal reduziert. Bemerkt habe ich es selbst im Spiegel nicht, aber die Kommentare von Mitschülern, auch wenn sie nicht durchweg positiv waren wie "ein Schnitzel solltest du aber ab und an schon noch essen" oder "wenn du so weiter machst, dann löst du dich noch auf" habe ich genossen.
Ich war endlich jemand, es war besonders und ich war endlich schlank, schlanker als so manche Freundin.
Kontrolle im Bezug auf Essen und Sport treiben zieht sich seither durch. Ich habe zwar wieder Normalgewicht, aber die Gedanken kreisen den ganzen Tag nur um ein Thema: stimmt deine Energiebilanz, war es zu viel, hast du genug Sport getrieben? Und du hast den ganzen Tag nur auf deinem dicken Hintern gesessen! Du darfst gar nichts essen.
Kontrollerhalt und -verlust wechseln sich ab, ich finde mich nicht schön, sondern nur unförmig und auch, wenn ich mich mit meinem Gewicht von 58 kg bei 1,65 m gerade einigermaßen arrangiere überlege ich doch, wie ich wieder schlanker bis hin zu dünn werden kann.
Ich wünsche mir, dass die Leute bemerken, dass ich Gewicht verliere, wünsche mir regelrecht, dass sie sich sorgen, bin neidisch auf Personen, die Gewicht verlieren, wenn ich gerade stehe. Und auf der anderen Seite möchte ich einfach endlich genießen können, es hinter mir lassen und ohne das alles vollkommen sein.
Es ist so verzwickt, so schizophren...

Es tut mir leid, wenn ich hier schreibe, mit meinem eigentlichen Normalgewicht (und mir aktuell dennoch zu viel, weil ich mich plump fühle und mich schäme die Maße zu posthier posten). Körperlich gehts sicherlich vielen hier wirklich schlecht, während bei mir "nur" der Kopf durchdreht, aber ich fühle mich manchmal so leer und kann die Lage nicht mehr einschätzen....
Ich weiß nicht was das ist. Essstörung oder nicht? Ganz normales Problem und völlig übertrieben über eine Therapie nachzudenken und auf einen ambulanten Platz zu warten?

Kann jemand Erfahrungen teilen und wie würdet ihr das einschätzen?

Ich bitte um Antworten.

Sabrina

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31. Oktober 2014 um 15:02

Hallo Sabrina,
eine Essstörung ist eine psychische Krankheit, an der man auch mit Normalgewicht leiden kann. Wenn du früher deutlich im Untergewicht warst, wird man bei deiner typischen psychischen Symptomatik davon ausgehen müssen, dass du zumindest früher anorektisch warst. Inzwischen hast du zugenommen, aber das reicht zur völligen Heilung einer Anorexie nicht aus.Wichtig ist, dass man sich gedanklich von dem Thema Essen/Gewicht/Aussehen löst und sich mit seinem Normalgewicht selbst annehmen kann. Dazu ist in der Regel eine psychologische Hilfestellung erforderlich.

LG Nus

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31. Oktober 2014 um 16:08

Danke!
Hallo Nus,

Danke für deine Antwort. Ich bin grade erleichtert, dass es jemand mal ernst nimmt und nicht nur sagt: "Ja dann wach doch endlich mal auf und sieh ein, dass alles top ist, dann brauchst auch nicht so komisch zu essen." Manchmal denke ich dann, es sei ja einfach nicht wichtig und es wird schon, aber es wird schon 10 Jahre nicht...
Ich hab das Gefühl selbst bei psychologen wird man nicht richtig ernst genommen.
Die letzten Male wurde mir gesagt: "latente Esssucht ist nicht dringend behandlungsbedürftig." Mittlerweile warte ich auf einen Platz bei EINEM einzigen, der mich auf die Warteliste genommen hat.
Manchmal würde ich mir gerne die Unterarme verstümmeln, um gehört zu werden....

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1. November 2014 um 22:51

Hallo
ich weiß ganz genau was du meinst und wie du dich fühlst, mir geht es derzeit genauso und ich habe immer geglaubt, vielleicht bin ich die einzige der es so geht...ich habe eine Zeit lang zu wenig gewogen und so gut wie nichts gegessen. Das hat sich nach einem Jahr wieder geändert und ich habe ständig zugenommen. Jetzt fühle ich mich nicht mehr wohl in meinem Körper und finde mich zu dick! Liegt das daran dass ich vorher einfach zu dünn war?? ich weiß nicht mehr was normal ist!

Und das selbe betrifft meine Essgewohnheiten...ich weiß nicht mehr was normal ist, wie viel ich essen soll. Ich mache sehr viel Sport, weil ich immer noch abnehmen will, aber es funktioniert nicht. Meine Gedanken drehen sich den ganzen Tag nur ums Essen, ich richte meinen Tagesablauf danach und es ist mein erster Gedanke wenn ich am Morgen aufwache...ich hasse es, aber ich kann nichts dagegen tun!

Keine Sorge, es geht nicht nur dir so...

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1. November 2014 um 23:18

Nicht allein
In meiner Jugend war ich magersüchtig...Wie auch immer hat es sich im Laufe der Zeit eingepegelt. Aber aus dem Kopf verschwunden ist es nie. Es erleichtert mich,hier zu lesen,dass es offensichtlich vielen Betroffenen so geht.
Im Moment habe ich wieder massive Probleme. Fressattacken, Sportwagen, ja kein Gramm zu nehmen u der Zwang täglich jede Kalorie zu kontrollieren. Auswärts Essen? Der blanke Horror, nicht berechenbar,nicht kalkulierbar. Ich führe akribisch Buch über jedes gegessene Lebensmittel u kämpfe täglich gg Fressattacken. Einmal habe ich bereits wieder erbrochen.
Als ich die Beiträge hier laß,war ich fast erleichtert. Andere,denen es auch so geht. Una gleichzeitig die ernüchternde Frage: Hört das niemals auf???
Es ist mir peinlich, dass diese vermeintliche Jugendspinnerei jetzt wieder voll ausbricht. Ich schäme mich,trau mich nicht darüber zu reden. Die Einzigen, die mein Problem kennen, sind nicht in der Lage mir zu helfen.
Was macht ihr jetzt?
Habt ihr Hilfe?

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2. November 2014 um 17:44
In Antwort auf

Nicht allein
In meiner Jugend war ich magersüchtig...Wie auch immer hat es sich im Laufe der Zeit eingepegelt. Aber aus dem Kopf verschwunden ist es nie. Es erleichtert mich,hier zu lesen,dass es offensichtlich vielen Betroffenen so geht.
Im Moment habe ich wieder massive Probleme. Fressattacken, Sportwagen, ja kein Gramm zu nehmen u der Zwang täglich jede Kalorie zu kontrollieren. Auswärts Essen? Der blanke Horror, nicht berechenbar,nicht kalkulierbar. Ich führe akribisch Buch über jedes gegessene Lebensmittel u kämpfe täglich gg Fressattacken. Einmal habe ich bereits wieder erbrochen.
Als ich die Beiträge hier laß,war ich fast erleichtert. Andere,denen es auch so geht. Una gleichzeitig die ernüchternde Frage: Hört das niemals auf???
Es ist mir peinlich, dass diese vermeintliche Jugendspinnerei jetzt wieder voll ausbricht. Ich schäme mich,trau mich nicht darüber zu reden. Die Einzigen, die mein Problem kennen, sind nicht in der Lage mir zu helfen.
Was macht ihr jetzt?
Habt ihr Hilfe?

Hilfe?
Tut mir leid, aber ich habe auch keine Ahnung was ich dagegen machen soll...ich leide total darunter! Oft suche ich Ausreden um mich nicht mit Freunden oder Familie treffen kann, und der einzige Grund daran ist, dass ich nicht dort essen will! Das kann doch nicht so weitergehen! Der Gedanke an Essen und Kalorienzähen bestimmt meinen ganzen Tagesablauf und mein ganzes Leben!

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2. November 2014 um 21:39

Hey
Es ist wirklich gut, wenn du Normalgewichtig bist, auch wenn du es dir selbst nicht glaubst.

Aber das spielt in erster Linie keine Rolle: viel wichtiger ist deine Psyche. Ich kenne von mir auch sehr gut wie es ist. Es ist ein Zwang. Du brauchst dringend jemanden zum Reden! Das ist das was zählt. Sei es ein Psychologe, Freund oder jemand aus der Familie und jemanden, den du wirklich vertraust. Du merkst, dass was mit dir nicht stimmt. Ich habe eine Frage an dich: Kehrst du z.B: Dinge die dir nicht gefallen unter den Tisch bzw. sagst sie nicht? Weil daher suchst du vielleicht die Kontrolle im Essen.
Es gibt aber noch Weiteres, das dafür verantwortlich sein kann. Wahrscheinlich denkst du dir, dass du nicht gut genug bist? oder
dass dich niemand sieht, wie du wirklich bist?
Wurdest du vllt. mal gemobbt, wegen deines Äußeren und ausgegrenzt? Hast du dich als eine Person gefühlt, die dazugehören möchte?

Ich kenn das ja... man macht sich um sein Gewicht sorgen, aber man weiß nicht warum. Man will nur wenig wiegen... hm... und dann vielleicht noch weniger und noch weniger usw.
Du musst auf jeden Fall deine Gefühle zum Ausdruck bringen und das auch den jenigen zeigen, zu denen du eine vertraute Bindung aufgebaut hast. Z.B wenn jemand was wegen deinem Gewicht sagt: "Hast du zugenommen?" (BEISPIEL!) und du dich verletzt fühlst, sag es. Wirklich. Sag es!
Das hilft auf jeden Fall.

Du bist nicht weniger wert, wenn du abnimmst.
Du bist auch nicht weniger wert, wenn du zunimmst.
Du bist einfach du, und das ist auch gut so.
Und du darfst zu dir stehen.

Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen, Kopf hoch und

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3. November 2014 um 7:36
In Antwort auf

Nicht allein
In meiner Jugend war ich magersüchtig...Wie auch immer hat es sich im Laufe der Zeit eingepegelt. Aber aus dem Kopf verschwunden ist es nie. Es erleichtert mich,hier zu lesen,dass es offensichtlich vielen Betroffenen so geht.
Im Moment habe ich wieder massive Probleme. Fressattacken, Sportwagen, ja kein Gramm zu nehmen u der Zwang täglich jede Kalorie zu kontrollieren. Auswärts Essen? Der blanke Horror, nicht berechenbar,nicht kalkulierbar. Ich führe akribisch Buch über jedes gegessene Lebensmittel u kämpfe täglich gg Fressattacken. Einmal habe ich bereits wieder erbrochen.
Als ich die Beiträge hier laß,war ich fast erleichtert. Andere,denen es auch so geht. Una gleichzeitig die ernüchternde Frage: Hört das niemals auf???
Es ist mir peinlich, dass diese vermeintliche Jugendspinnerei jetzt wieder voll ausbricht. Ich schäme mich,trau mich nicht darüber zu reden. Die Einzigen, die mein Problem kennen, sind nicht in der Lage mir zu helfen.
Was macht ihr jetzt?
Habt ihr Hilfe?

Danke
Hallo twoattwice,

Danke für deine ehrliche Antwort.
Absolut, ich erkenne mich in den Fragestellungen wieder. Es ist halt ein Teufelskreis. Man nimmt sich nicht wichtig, fühlt sich aber selbst furchtbar. Man glaubt man sei unverstanden und behält alles für sich. Wahrscheinlich ist das Problem, was wir alle drei, die wir hier gepostet haben, dass wir uns selten mitteilen.... Fängt wohl mit der Essstörung an und hört mit Alltagsplagen auf....

Hattet ihr denn schon einmal professionelle Hilfe in Erwägung gezogen? Manchmal denke ich, es ist der einzige Weg aus der Spirale raus.

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4. November 2014 um 19:50
In Antwort auf

Danke
Hallo twoattwice,

Danke für deine ehrliche Antwort.
Absolut, ich erkenne mich in den Fragestellungen wieder. Es ist halt ein Teufelskreis. Man nimmt sich nicht wichtig, fühlt sich aber selbst furchtbar. Man glaubt man sei unverstanden und behält alles für sich. Wahrscheinlich ist das Problem, was wir alle drei, die wir hier gepostet haben, dass wir uns selten mitteilen.... Fängt wohl mit der Essstörung an und hört mit Alltagsplagen auf....

Hattet ihr denn schon einmal professionelle Hilfe in Erwägung gezogen? Manchmal denke ich, es ist der einzige Weg aus der Spirale raus.

Professionelle Hilfe
Seit einiger Zeit spiele ich tatsächlich mit dem Gedanken, mir professionelle Hilfe zu holen. Erst heute wieder akut...das ewige Drama...fette Fressattacke u dann völlig beim Sport verausgabt, um irgendwie das gegessene ohne Erbrechen ungeschehen machen. Das kann so einfach nicht weiter geher. Aber es ist mir so peinlich. Ich habe Angst, dass man mir nicht glaubt, weil ich, genau wie du ja normal gewichtig bin. Ich weiß nicht wo ich da anfangen sollte zu erklären, was das Problem ist?! Da denkt doch jeder Arzt ich denke mir das aus.
Ich habe keine Ahnung. Leider habe ich niemand zum reden sonst. Wenn ich mich mal wem anvertraut hab,hab ich mich immer unverstanden gefühlt. Entweder wurde alles nur runter geredet o völlig fehl verstanden.
Wo soll man da anfangen, wenn man noch nicht mal unter eigentlich Vertrauten auch nur ansatzweise verstanden wird?
Jetzt sitze ich wieder hier,meine Muskeln brennen u der Bauch tut weh...

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7. November 2014 um 14:32
In Antwort auf

Danke
Hallo twoattwice,

Danke für deine ehrliche Antwort.
Absolut, ich erkenne mich in den Fragestellungen wieder. Es ist halt ein Teufelskreis. Man nimmt sich nicht wichtig, fühlt sich aber selbst furchtbar. Man glaubt man sei unverstanden und behält alles für sich. Wahrscheinlich ist das Problem, was wir alle drei, die wir hier gepostet haben, dass wir uns selten mitteilen.... Fängt wohl mit der Essstörung an und hört mit Alltagsplagen auf....

Hattet ihr denn schon einmal professionelle Hilfe in Erwägung gezogen? Manchmal denke ich, es ist der einzige Weg aus der Spirale raus.

Hm
Hey, ineverwas
Ja, ich verstehe was du meinst.
Ja auch professionelle Hilfe habe ich in Anspruch genommen, geht aber alles nur sehr langsam vorran, derzeit... und die Therapeutin bei der ich bin, muss ich wechseln, da sie sich auf den Gebieten nicht auskennt.
Ich empfehle euch professionelle Hilfe zu holen, da es einem selbst bei der Verarbeitung seiner Gefühle hilft und einem auch vorgeschlagen wird, wie man stattdessen eher handeln und denken sollte, da man diesen gewissen Scheuklappen Blick hat...

Alles Liebe. Twoatatwice.

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7. November 2014 um 14:37
In Antwort auf

Professionelle Hilfe
Seit einiger Zeit spiele ich tatsächlich mit dem Gedanken, mir professionelle Hilfe zu holen. Erst heute wieder akut...das ewige Drama...fette Fressattacke u dann völlig beim Sport verausgabt, um irgendwie das gegessene ohne Erbrechen ungeschehen machen. Das kann so einfach nicht weiter geher. Aber es ist mir so peinlich. Ich habe Angst, dass man mir nicht glaubt, weil ich, genau wie du ja normal gewichtig bin. Ich weiß nicht wo ich da anfangen sollte zu erklären, was das Problem ist?! Da denkt doch jeder Arzt ich denke mir das aus.
Ich habe keine Ahnung. Leider habe ich niemand zum reden sonst. Wenn ich mich mal wem anvertraut hab,hab ich mich immer unverstanden gefühlt. Entweder wurde alles nur runter geredet o völlig fehl verstanden.
Wo soll man da anfangen, wenn man noch nicht mal unter eigentlich Vertrauten auch nur ansatzweise verstanden wird?
Jetzt sitze ich wieder hier,meine Muskeln brennen u der Bauch tut weh...

Hallo
Hey, dondel0906

Wie chillgal bereits sagte, professionelle Hilfe ist gut, da sie einen stärken kann. Ich wollte dir nur auch noch von mir persönlich sagen, dass es ein guter Weg ist, mit (Ess-)Problemen klar zu kommen und sie sogar zu überwinden.

Alles Gute. Twoatatwice.

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9. November 2014 um 0:29
In Antwort auf

Hallo
Hey, dondel0906

Wie chillgal bereits sagte, professionelle Hilfe ist gut, da sie einen stärken kann. Ich wollte dir nur auch noch von mir persönlich sagen, dass es ein guter Weg ist, mit (Ess-)Problemen klar zu kommen und sie sogar zu überwinden.

Alles Gute. Twoatatwice.

Danke
Danke für die Worte. Ich werde sie mir zu Herzen nehmen...bisher lähmen mich die Zweifel daran, dass ein fremder mich verstehen, mir Hilfe zu suchen. Ich hoffe ich finde den Mut u die Kraft...

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