Home / Forum / Fit & Gesund / Essen = Liebesersatz

Essen = Liebesersatz

1. Mai 2014 um 0:12 Letzte Antwort: 3. Mai 2014 um 7:40

Nach jahrelanger Bulimie habe ich endlich die Ursache erkannt. Doch weiter weiß ich auch nicht. Also:

Meine Eltern waren zwar immer da, doch sie hatten meistens keine Zeit. Sie waren den ganzen Tag auf dem Bau, ich weiß nicht, warum sie mich nie mitnahmen. Warscheinlich weil ein Kind dort nur stört. Der Einzige Moment in denen ich meine Eltern hatte, war das Essen. Es war ein Beweis, dass ich ihnen doch nicht ganz egal sein kann. Es war der Einzige Leiter für Liebe. Die mir fehlte.

Sehr häufig habe ich eben diese Auslöser z.B. wenn sich meine Eltern lieber etwas im Fernsehn ansehen anstatt sich zu unterhalten. Dann kommt das Gefühl von damals hoch, Eltern da, aber nicht greifbar.

Wär das ne Lösung? Sich wo anders Liebe zu suchen. Wie kann ich diese Assoziazion "Essen = Liebesersatz" löschen?

Oh bitte bitte beantworte mir diese eine letzte Frage!

Mehr lesen

1. Mai 2014 um 8:16

Hallo Pantoffelchen,
so einfach ist das nicht. Grundsätzlich kann eine emotionale Vernachlässigung in der Kindheit als Ursache für eine spätere Essstörung in Betracht kommen. Das sich oft wiederholende Gefühl der Missachtung führt zwangsläufig zu einer Selbstentwertung. Man kann leicht die Vorstellung entwickeln,selbst nur wenig liebenswert zu sein und von anderen nicht akzeptiert zu werden. Es wird dann oft versucht, die fehlende Anerkennung zu erlangen, indem man sich verstärkt um die Bedürfnisse anderer kümmert, nicht aber um seine eigenen. Gleichzeitig macht man sich abhängig von den Erwartungen und den Reaktionen anderer, Man unterliegt Fremdeinflüssen und reagiert überempfindlich und verletzt auf negativ empfundene Anmerkungen.

Eine Heilung kann nur darin bestehen, indem dieser Prozess umgekehrt bzw. rückgängig gemacht wird, indem man lernt, sich von den Erwartungen anderer zu lösen, indem man sein herabgesetztes Selbstwertgefühl verbessert, weg von einem fremdbestimmten zu einem selbstbestimmten Leben findet und seine Einstellung zu Konflikten und eigenen Emotionen ändert. Das lernt man am besten in einer Psychotherapie.

LG Nus

Gefällt mir
3. Mai 2014 um 0:22
In Antwort auf selver_11957295

Hallo Pantoffelchen,
so einfach ist das nicht. Grundsätzlich kann eine emotionale Vernachlässigung in der Kindheit als Ursache für eine spätere Essstörung in Betracht kommen. Das sich oft wiederholende Gefühl der Missachtung führt zwangsläufig zu einer Selbstentwertung. Man kann leicht die Vorstellung entwickeln,selbst nur wenig liebenswert zu sein und von anderen nicht akzeptiert zu werden. Es wird dann oft versucht, die fehlende Anerkennung zu erlangen, indem man sich verstärkt um die Bedürfnisse anderer kümmert, nicht aber um seine eigenen. Gleichzeitig macht man sich abhängig von den Erwartungen und den Reaktionen anderer, Man unterliegt Fremdeinflüssen und reagiert überempfindlich und verletzt auf negativ empfundene Anmerkungen.

Eine Heilung kann nur darin bestehen, indem dieser Prozess umgekehrt bzw. rückgängig gemacht wird, indem man lernt, sich von den Erwartungen anderer zu lösen, indem man sein herabgesetztes Selbstwertgefühl verbessert, weg von einem fremdbestimmten zu einem selbstbestimmten Leben findet und seine Einstellung zu Konflikten und eigenen Emotionen ändert. Das lernt man am besten in einer Psychotherapie.

LG Nus

Hört sich ja nach Arbeit an ^^
Danke für deine Antwort! Meinst du, dass die Essstörung "automatisch" weg ist, wenn ich mein Selbstwertgefühl nicht fremd bestimmen lasse?

Gefällt mir
3. Mai 2014 um 7:40
In Antwort auf reva_11861883

Hört sich ja nach Arbeit an ^^
Danke für deine Antwort! Meinst du, dass die Essstörung "automatisch" weg ist, wenn ich mein Selbstwertgefühl nicht fremd bestimmen lasse?

Es ist Arbeit,
es ist eine harte und langwierige Arbeit an sich selbst. Dazu ist es erforderlich, dass man sich von bisherigen Bewertungen und Einstellungen trennt und sich neue Denkmuster aneignet, mit denen man besser durch sein Leben kommt. Wer an seinem bisherigen Verhalten, mit dem er krank geworden ist, festhält, bleibt krank. Es ist für eine Heilung immer die Bereitschaft erforderlich, Veränderungen im Denken und Verhalten vorzunehmen. Dabei kann es auch notwendig werden, zurückliegende und immer noch belastende Erlebnisse neu zu bewerten und zu verarbeiten. In demselben Umfang, in dem sich die allgemeine psychische Verfassung bessert, verbessert sich auch die Essstörung. Eine Essstörung ist immer eine psychische Störung. Heilung einer Essstörung ist immer die Behebung einer psychischen Störung.Man kann diesen Prozess nicht auf eine bloße Gewichtszunahme beschränken.

LG Nus

Gefällt mir