Home / Forum / Fit & Gesund / Es ist wieder soweit!

Es ist wieder soweit!

28. Oktober 2010 um 22:50

Hallo zusammen,finde es toll, dass man hier ungeniert über psychische Krankeiten schreiben kann! Erstmal Lob dafür. Tolles Forum hier. Nun zu meinem "Problem".Obwohl man es so gar nicht nennen kann. Es SOLLTE jedenfalls nicht mein Problem sein. Meine Mutter (59) ist, seit ich acht Jahre alt bin, manisch-depressiv erkrankt. Meine Kindheit (in der DDR damals) war also nicht so prickelnt. Ich habe es so empfunden, dass ich nie eine richtige Mutter hatte und auch heut, ich bin 35 inzwischen, habe ich oft das Gefühl, das Mutter-Tochter-Verhältnis wäre verdreht bei uns. Ich verhalte mich wie die Mutter und sie wie die Tochter obwohl doch SIE meine Mutter ist! Jetzt dazu, warum es nicht MEIN Problem sein sollte: Ich wohne 600km weit weg von ihr und habe somit das Ohnmachtsgefühl, als Angehörige einer psychisch kranken Frau nichts tun zu können, von mir schieben können. Andererseits ist und bleibt es meine Mutter. Ich hab sie doch lieb und frage mich, wie es ihr geht? Im Moment wohl sehr schlecht. Sie hat Wahnvorstellungen und ist ganz allein zu Haus. Zum Glück wohnt mein Bruder (22) in der selben Kleinstadt, sodass noch jemand da ist und mal nach ihr schaut. Sie war überraschend in die offene Psychiatrie rein (hat sich selbst eingewiesen, denn gegen seinen Willen in die Psychiatrie wie zu DDR Zeiten, das geht nur, wenn Leib und Leben in Gefahr sind, zB sie würde jemanden mit Messer bedrohen o ä.) war drei Wo. drin und nun ist sie in einer Tagesklinik. Seit einer Wo. circa zu Hause und kein Lebenszeichen von ihr. Naja...klar mache ich mir Sorgen. Denke, warum ruft sie nicht an? Gehts ihr gut? Aber ich habe mich nicht getraut anzurufen, aus Angst vor ihren unvorhersehbaren Reaktionen (zb einfach auflegen, wenn das Gegenüber was gesagt hat, was anscheinend ihr gegen den Strich ging.) Diese jahrelangen seelischen Verletzungen,zB Beleidigungen, für die nie eine Entschuldigung kam oder kommen wird ("da war ich ja krank") das hat so an mir gefressen innen drin, dass ich mittlerweile "sprachlos" bin, weil ich nicht weiß, wie oder was ich ihr sagen oder schreiben soll? Es kommt nur sowas wie "Ich wünsche dir gute Besserung." von mir.Habe eine innere Blockade! Weiß nicht, wie ich ihr helfen soll, kann es ja nicht! Und doch ein schlechtes Gewissen, wenn ich sie nicht anrufe...kennt jemand diese Situation? Hat einer psychisch kranke Elternteile? Es gibt wohl eine Selbsthilfegruppe, die sich einmal im Monat trifft, aber 30km von hier in einer Stadt.Ist mir zu weit. Sowas wäre gut,sich mit Leuten austauschen zu können ( Danke fürs "Zuhören".
Eure NetteKleine

Mehr lesen

25. November 2010 um 15:39

Kann dich sehr gut verstehen.
Hallo du!

Meine Mutter ist auch krank (Schizophrenie)... seit 3 Jahren. Sie lässt sich nicht wirklich helfen und meint sie ist nicht krank... Im Mai hatte sie Tabletten abgesetzt und 3 MOnate später wohl schon wieder Symptome, die sie vor mir und meinem Stiefvater versteckt hat. Ende Oktober konnte sie es nicht mehr verstecken und hat sich überreden lassen in die Klinik zu gehen... Seit 2 Woche ist sie wieder zu Hause. Sie kriegt den Alltag nicht auf die Reihe. sitzt vorm tv und pc...

Ich bin 22 jahre alt und wohne noch zu Hause... Es belastet mich sehr, ich kann jedoch nicht ausziehen... Von vielen Leute höre ich, dass ich besser ausziehen sollte und Abstand gewinnen sollte... damit ich nicht kaputt gehe... Das kann ich auch verstehen... aber ich habe Angst meine Mutter "allein" zu lassen... Ich habe angst das ich das irgendwann bereue... anderer seits möchte ich MEIN leben leben.

In den nächsten tagen entscheidet sich, was als nächstes getan wird... Es beunruhigt mich, nicht zu wissen was als nächstes passiert... jedes mal wenn ich nach Hause komme, habe ich angst, dass "irgendwas" was passiert ist...

Ich habe mich heute in so manchem Forum durchgearbeitet und es hilft ein bisschen zu wissen, dass es anderen Menschen genauso/ähnlich geht...

Gruß
Ichbinich

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

4. Dezember 2010 um 22:18
In Antwort auf lesedi_11964153

Kann dich sehr gut verstehen.
Hallo du!

Meine Mutter ist auch krank (Schizophrenie)... seit 3 Jahren. Sie lässt sich nicht wirklich helfen und meint sie ist nicht krank... Im Mai hatte sie Tabletten abgesetzt und 3 MOnate später wohl schon wieder Symptome, die sie vor mir und meinem Stiefvater versteckt hat. Ende Oktober konnte sie es nicht mehr verstecken und hat sich überreden lassen in die Klinik zu gehen... Seit 2 Woche ist sie wieder zu Hause. Sie kriegt den Alltag nicht auf die Reihe. sitzt vorm tv und pc...

Ich bin 22 jahre alt und wohne noch zu Hause... Es belastet mich sehr, ich kann jedoch nicht ausziehen... Von vielen Leute höre ich, dass ich besser ausziehen sollte und Abstand gewinnen sollte... damit ich nicht kaputt gehe... Das kann ich auch verstehen... aber ich habe Angst meine Mutter "allein" zu lassen... Ich habe angst das ich das irgendwann bereue... anderer seits möchte ich MEIN leben leben.

In den nächsten tagen entscheidet sich, was als nächstes getan wird... Es beunruhigt mich, nicht zu wissen was als nächstes passiert... jedes mal wenn ich nach Hause komme, habe ich angst, dass "irgendwas" was passiert ist...

Ich habe mich heute in so manchem Forum durchgearbeitet und es hilft ein bisschen zu wissen, dass es anderen Menschen genauso/ähnlich geht...

Gruß
Ichbinich

Ja.....
Hallo IchundIch (bist du Fan von ich und ich?)
na das tut mir leid, dass du in so einer Lage bist Bei mir ist es so, dass ich einmal in einer Art Selbsthilfegruppe war und andere Leute, Angehörige psychisch Kranker, getroffen und gesprochen habe. Das hat mir ungemein geholfen. Vor etwa einer Wo hab ich meine Mutter angerufen (musste mich echt überwinden dazu, weil ich wieder Angst hatte, seelisch verletzt zu werden) und das Gespräch war positiv. Es scheint ihr besser zu gehen Das beruhigt mich ungemein. So wie Du schreibst habe ich früher auch gefühlt. Aber leider ist es so, dass man eben nicht "helfen" kann. Die Hilfe verpufft, denn als Angehöriger kannst du GAR NICHTS TUN. So ist es. Es deprimiert einen (Mich und dich) dann nur, denn deine Hilfe wird nichts bringen. Was willst du auch tun?? Und das ist das ganze Drama daran. Am Ende gehst du echt dran kaputt. Ich kann dir auch nur raten auszuziehen. Sie hat ja noch einen Mann und wenn du in dem gleichen Ort wohnst oder in unmittelbarer Nähe, dann bist du schnell dort. Aber wie gesagt, das hilft ja auch nicht. Ich habe gelesen, und ich arbeite daran es auch in meinem Kopf umzusetzten, die Dinge so hinzunehmen, wie sie eben sind. Warum immer gegen eine Mauer ankäpfen und dann dran kaputtgehen, weil sich nichts dadurch ändert. Nur hoffen und beten. Abwarten und Tee trinken. Alles Gute für dich! Denk an dich und deine Seele!! Viel Glück! Gruss Anja

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

29. Dezember 2010 um 8:57
In Antwort auf river_11887572

Ja.....
Hallo IchundIch (bist du Fan von ich und ich?)
na das tut mir leid, dass du in so einer Lage bist Bei mir ist es so, dass ich einmal in einer Art Selbsthilfegruppe war und andere Leute, Angehörige psychisch Kranker, getroffen und gesprochen habe. Das hat mir ungemein geholfen. Vor etwa einer Wo hab ich meine Mutter angerufen (musste mich echt überwinden dazu, weil ich wieder Angst hatte, seelisch verletzt zu werden) und das Gespräch war positiv. Es scheint ihr besser zu gehen Das beruhigt mich ungemein. So wie Du schreibst habe ich früher auch gefühlt. Aber leider ist es so, dass man eben nicht "helfen" kann. Die Hilfe verpufft, denn als Angehöriger kannst du GAR NICHTS TUN. So ist es. Es deprimiert einen (Mich und dich) dann nur, denn deine Hilfe wird nichts bringen. Was willst du auch tun?? Und das ist das ganze Drama daran. Am Ende gehst du echt dran kaputt. Ich kann dir auch nur raten auszuziehen. Sie hat ja noch einen Mann und wenn du in dem gleichen Ort wohnst oder in unmittelbarer Nähe, dann bist du schnell dort. Aber wie gesagt, das hilft ja auch nicht. Ich habe gelesen, und ich arbeite daran es auch in meinem Kopf umzusetzten, die Dinge so hinzunehmen, wie sie eben sind. Warum immer gegen eine Mauer ankäpfen und dann dran kaputtgehen, weil sich nichts dadurch ändert. Nur hoffen und beten. Abwarten und Tee trinken. Alles Gute für dich! Denk an dich und deine Seele!! Viel Glück! Gruss Anja

Wieder gesund..
hallo ihr Lieben,
wollte euch berichten, meine Mutter ist nun stabil Endlich, nach drei Monaten. Es kommt 3mal am Tag jemand gucken. (Diakonie??) Hat der Sozialpsychiatrische Dienst angeordnet. So fühle ich mich beruhigt, zu wissen, dass regelmäßig geschaut wird, ob alles "Im grünen Bereich" ist. Nach anfänglichen Problemen kennt meione Mutter auch die Leute vom Pflegedienst, sind ja immer die gleichen, und es gefällt ihr auhc gut )
Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch und ein psychisch gesundes Jahr 2011!!!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Noch mehr Inspiration?
pinterest

Das könnte dir auch gefallen