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Erschöpfung, nichts geht mehr

Letzte Nachricht: 4. Oktober 2015 um 15:54
G
gereon_12076287
02.10.15 um 15:39

Ich versteh s nicht.
War früher der totale Bewegungsfreak.
Sport wurde mir dann ja verboten und ich hab auf fast null reduziert.
Seit ein paar Tagen hab ich zuhause begonnen mit leichten Übungen. Vor allem auch, da ich mich im Hungerstoffwechsel befinde.
Aber ich schaff gar nichts mehr.
Habe null Energie und Kraft mehr, in meinen Waden ist Wasser statt Muskeln, ich könnt heulen.
Dabei hab ich kein schlimmes Gewicht !!!
Wieder 48 kg bei 1,64.
Allerdings seit die Fressattacken weg sind (schaffe es, die psychisch zu steuern) , hab ich fast gar keinen Appetit mehr....
Heut hab ich mich gezwungen eine 150gramm Packung Butterkekse zu essen. Kam gerade zur Tür rein und schon wieder so am Ende, dass ich eingeschlafen bin.
Gestern hatte ich Gliederschmerzen und jetzt immer so diffuessie Angstzustände.

Bin körperlich am Ende auch wenn das niemand in meinem Umfeld glaubt aufgrund des Gesicht.

Wie soll das bloß weitergehen.

Kliniken hab ich drei durch.

Sollte ich mein Minisportprogramm ganz sein lassen (Situps, BBP,...) ?

Stirbt man wenn der Stoffwechsel sich nicht mehr regeneriert ?

Bin heut total am Boden sorry

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S
selver_11957295
02.10.15 um 16:24

Hallo Schafschubserin,
es fällt schwer, etwas zu deinem Beschwerdebild zu schreiben. Gliederschmerzen können von der Umstellung des Stoffwechsels herrühren. Aber auch Ödeme können schmerzhaft sein. Wenn sich bei dir diffuse Ängste verstärken, kann das auch auf eine depressive Stimmung zutreffen. Die körperliche Schwäche muss daher keineswegs nur körperliche Ursachen haben.

Wenn du nach einer Unterernährung zunächst keinen Hunger verspürst, ist das normal und nicht bedrohlich. Hier hilft es dir nur, vernunftgesteuert zu essen, insbesondere also so viel, dass du den Hungerstoffwechsel überwindest. Damit erreichst du bereits viel für deine körperliche Gesundheit und normalerweise müsstest du dich dann auch wieder viel leistungsfähiger fühlen. Du solltest davon ausgehen, dass dir das Überwinden des Hungerstoffwechsels gelingen wird.

LG Nus

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gereon_12076287
02.10.15 um 17:12
In Antwort auf selver_11957295

Hallo Schafschubserin,
es fällt schwer, etwas zu deinem Beschwerdebild zu schreiben. Gliederschmerzen können von der Umstellung des Stoffwechsels herrühren. Aber auch Ödeme können schmerzhaft sein. Wenn sich bei dir diffuse Ängste verstärken, kann das auch auf eine depressive Stimmung zutreffen. Die körperliche Schwäche muss daher keineswegs nur körperliche Ursachen haben.

Wenn du nach einer Unterernährung zunächst keinen Hunger verspürst, ist das normal und nicht bedrohlich. Hier hilft es dir nur, vernunftgesteuert zu essen, insbesondere also so viel, dass du den Hungerstoffwechsel überwindest. Damit erreichst du bereits viel für deine körperliche Gesundheit und normalerweise müsstest du dich dann auch wieder viel leistungsfähiger fühlen. Du solltest davon ausgehen, dass dir das Überwinden des Hungerstoffwechsels gelingen wird.

LG Nus

Lieber Nus,
eine depressive Episode ist sicherlich mit im Spiel.
Aber diese Erschöpfung in solch einem Ausmaß ist mir neu und unerträglich.
Mit dem vernunftgesteuerten Essen fällt es sehr schwer, da ich bis vor kurzem schlimme Essanfälle hatte und an allen anderen Tagen nur 300 - 400 kcal gegessen habe. So steigere ich mich jetzt minimal, ...
Die Essanfälle waren emotional bedingt und ich kann sie regeln. Jetzt sind die Essanfälle weg und mir geht es noch schlechter.
Ich habe mir verboten, zu entwässern, und es auszuhalten, es sind keine richtigen Ödeme, nur minimale Einlagerungen.
Bewegung würde helfen, aber ich bin einfach nur erschöpft und habe Angst.
Ich komme heute mit den Butterkeksen auf mehr Kalorien, und fühle mich trotzdem noch schlechter.
Ich bin 36 und habe meinen Körper wohl ruiniert.

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selver_11957295
03.10.15 um 8:34
In Antwort auf gereon_12076287

Lieber Nus,
eine depressive Episode ist sicherlich mit im Spiel.
Aber diese Erschöpfung in solch einem Ausmaß ist mir neu und unerträglich.
Mit dem vernunftgesteuerten Essen fällt es sehr schwer, da ich bis vor kurzem schlimme Essanfälle hatte und an allen anderen Tagen nur 300 - 400 kcal gegessen habe. So steigere ich mich jetzt minimal, ...
Die Essanfälle waren emotional bedingt und ich kann sie regeln. Jetzt sind die Essanfälle weg und mir geht es noch schlechter.
Ich habe mir verboten, zu entwässern, und es auszuhalten, es sind keine richtigen Ödeme, nur minimale Einlagerungen.
Bewegung würde helfen, aber ich bin einfach nur erschöpft und habe Angst.
Ich komme heute mit den Butterkeksen auf mehr Kalorien, und fühle mich trotzdem noch schlechter.
Ich bin 36 und habe meinen Körper wohl ruiniert.

Liebe Schafschubserin,
es gibt bei den psychischen Störungen keine feste Symptomatik. Ebenso wie bei der Depression kann sich auch bei der Anorexie das Beschwerdebild täglich verändern. Bisherige Symptome können sich abschwächen oder verstärken. Neue Symptome können auftreten und dann auch die Diagnose einer psychischen Zweiterkrankung rechtfertigen.Bei Depressivität kann sich eine körperliche Schwäche einstellen, kann sich verstärken, bei schweren Depressionen bis hin zum Stupor, einem Zustand der völligen Erstarrung.

Mit psychisch bedingten Essanfällen werden kurzfristig innere Spannungen dekompensiert. Es ist daher leicht nachvollziehbar, dass du ohne diese Ventilfunktion eine stärkere Anspannung verspürst und das Gefühl entsteht, dass es dir schlechter geht. Ohne Essanfälle sind 300-400 Kcal am Tag natürlich deutlich zu wenig. Deine körperliche Schwäche kann auch allein auf dieser starken Unterernährung beruhen. In diesem Zustand solltest du momentan auf Sport verzichten.

LG Nus

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gereon_12076287
03.10.15 um 8:57
In Antwort auf selver_11957295

Liebe Schafschubserin,
es gibt bei den psychischen Störungen keine feste Symptomatik. Ebenso wie bei der Depression kann sich auch bei der Anorexie das Beschwerdebild täglich verändern. Bisherige Symptome können sich abschwächen oder verstärken. Neue Symptome können auftreten und dann auch die Diagnose einer psychischen Zweiterkrankung rechtfertigen.Bei Depressivität kann sich eine körperliche Schwäche einstellen, kann sich verstärken, bei schweren Depressionen bis hin zum Stupor, einem Zustand der völligen Erstarrung.

Mit psychisch bedingten Essanfällen werden kurzfristig innere Spannungen dekompensiert. Es ist daher leicht nachvollziehbar, dass du ohne diese Ventilfunktion eine stärkere Anspannung verspürst und das Gefühl entsteht, dass es dir schlechter geht. Ohne Essanfälle sind 300-400 Kcal am Tag natürlich deutlich zu wenig. Deine körperliche Schwäche kann auch allein auf dieser starken Unterernährung beruhen. In diesem Zustand solltest du momentan auf Sport verzichten.

LG Nus

Lieber Nus
Vielen Dank für die informative Antwort.
Mit Depressionen nach einer Posttraumatischen Belastungsstörung kämpfe ich leider schubweise immer wieder.
Dass die 300-400 kcal viel zu wenig sind, ist mir bewusst, aber an denen habe ich mich nun orientiert, da dass meine "Menge" an normalen Tagen war. Gestern habe ich auf knapp 1000 kcal erhöht und 300 Gramm abgenommen.
Vielleicht ist mein Stoffwechsel doch noch zu retten.
"Sport" ist das nicht wirklich, was ich da mache, kleine Hundespaziergänge wie immer plus eben 15 Minuten Kräftigungsübungen aus dem Yoga, leichte Gymnastik und leider wieder die 2x tgl 200 Situps, die bei mir in meinem letzten Klinikaufenthalt zum inneren Zwang wurden.
Zum Joggen fehlt mir zum Glück die Kraft.
Wie lange sollte ich auf 1000 kcal bleiben ?

Im Moment habe ich keine ambulante Therapeutin mehr, sie ging in Ruhestand und die Praxis wurde nicht übernommen. Ich stehe nun auf vielen Wartelisten...

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S
selver_11957295
03.10.15 um 14:48
In Antwort auf gereon_12076287

Lieber Nus
Vielen Dank für die informative Antwort.
Mit Depressionen nach einer Posttraumatischen Belastungsstörung kämpfe ich leider schubweise immer wieder.
Dass die 300-400 kcal viel zu wenig sind, ist mir bewusst, aber an denen habe ich mich nun orientiert, da dass meine "Menge" an normalen Tagen war. Gestern habe ich auf knapp 1000 kcal erhöht und 300 Gramm abgenommen.
Vielleicht ist mein Stoffwechsel doch noch zu retten.
"Sport" ist das nicht wirklich, was ich da mache, kleine Hundespaziergänge wie immer plus eben 15 Minuten Kräftigungsübungen aus dem Yoga, leichte Gymnastik und leider wieder die 2x tgl 200 Situps, die bei mir in meinem letzten Klinikaufenthalt zum inneren Zwang wurden.
Zum Joggen fehlt mir zum Glück die Kraft.
Wie lange sollte ich auf 1000 kcal bleiben ?

Im Moment habe ich keine ambulante Therapeutin mehr, sie ging in Ruhestand und die Praxis wurde nicht übernommen. Ich stehe nun auf vielen Wartelisten...

Liebe Schafschubserin,
ich gehe fest davon aus, dass sich dein Stoffwechsel bei ausreichender und regelmäßiger Ernährung wieder normalisieren wird. Dazu musst du allerdings die Kalorienzufuhr auf zunächst 1800 Kcal langsam erhöhen. Mein Rat wäre es, ab Dienstag die Kalorienmenge alle 3 Tage um 100 Kcal zu erhöhen, also zunächst auf 1100. Das Problem ist, die Erhöhung der Nahrungszufuhr gegen die bestehende Gewichtsphobie durchsetzen zu können und die eintretende Gewichtszunahme zu verkraften.

Bei traumatischen Erlebnissen ist die Entstehung von Depressionen, Ängsten und/oder Essstörungen eine typische und häufige Folge. Um zu einer umfassenden Heilung zu gelangen ist eine Traumabehandlung erforderlich. Es ist also richtig, dass du dich um eine ambulante Psychotherapie bemühst.

Ich lehne im Heilungsverlauf der Anorexie Sport keineswegs strikt ab. Bei dir ist es mir für Sport nur noch zu früh. Sport kann eine gute unterstützende Wirkung haben. Es kommt allerdings ganz entscheidend auf die richtige Einstellung an. Bei mir hat eine Frau von Anfang an Kraft- und Ausdauersport gemacht, zwei andere haben während der Zunahme mit Krafttraining (im Fitnessstudio) begonnen. Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht. Die Frauen berichten übereinstimmend von einem besseren Körpergefühl, davon dass sie ihren Körper wieder annehmen können und sogar durch eine gesündere Ernährung besser für ihn sorgen .Das Essen erfährt dadurch eine neue Bedeutung.Die Frauen gehen mit ihrem Körper, von dem sie ja Leistungen erwarten, fürsorglicher um. Die Identifizierung über das Aussehen verliert an Wichtigkeit. Daneben hilft Sport Spannungen abzubauen. Aber die Gewichtszunahme darf nicht unter Sport leiden. Daran hapert es in vielen Fällen. Dann ist Sport kontraproduktiv.

LG Nus

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gereon_12076287
03.10.15 um 18:27
In Antwort auf selver_11957295

Liebe Schafschubserin,
ich gehe fest davon aus, dass sich dein Stoffwechsel bei ausreichender und regelmäßiger Ernährung wieder normalisieren wird. Dazu musst du allerdings die Kalorienzufuhr auf zunächst 1800 Kcal langsam erhöhen. Mein Rat wäre es, ab Dienstag die Kalorienmenge alle 3 Tage um 100 Kcal zu erhöhen, also zunächst auf 1100. Das Problem ist, die Erhöhung der Nahrungszufuhr gegen die bestehende Gewichtsphobie durchsetzen zu können und die eintretende Gewichtszunahme zu verkraften.

Bei traumatischen Erlebnissen ist die Entstehung von Depressionen, Ängsten und/oder Essstörungen eine typische und häufige Folge. Um zu einer umfassenden Heilung zu gelangen ist eine Traumabehandlung erforderlich. Es ist also richtig, dass du dich um eine ambulante Psychotherapie bemühst.

Ich lehne im Heilungsverlauf der Anorexie Sport keineswegs strikt ab. Bei dir ist es mir für Sport nur noch zu früh. Sport kann eine gute unterstützende Wirkung haben. Es kommt allerdings ganz entscheidend auf die richtige Einstellung an. Bei mir hat eine Frau von Anfang an Kraft- und Ausdauersport gemacht, zwei andere haben während der Zunahme mit Krafttraining (im Fitnessstudio) begonnen. Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht. Die Frauen berichten übereinstimmend von einem besseren Körpergefühl, davon dass sie ihren Körper wieder annehmen können und sogar durch eine gesündere Ernährung besser für ihn sorgen .Das Essen erfährt dadurch eine neue Bedeutung.Die Frauen gehen mit ihrem Körper, von dem sie ja Leistungen erwarten, fürsorglicher um. Die Identifizierung über das Aussehen verliert an Wichtigkeit. Daneben hilft Sport Spannungen abzubauen. Aber die Gewichtszunahme darf nicht unter Sport leiden. Daran hapert es in vielen Fällen. Dann ist Sport kontraproduktiv.

LG Nus

Herzlichen Dank
für die Beratung. Ich werde es versuchen und mein Bestes geben. Mit der Kalorienzahl war ich mir nämlich in der Tat unsicher, da es ja eine Zeitlang Schwankungen durch Essattacken gab, die nun wegfallen.

Auch die Information zu Sport und Anorexie waren für mich nochmals hilfreich, da sich diesbezüglich die Ansichten der Fachleute ja stark unterscheiden.

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G
gereon_12076287
04.10.15 um 15:54

Liebe Dori
Danke für deine Zeilen.
Du hast recht, auch wenn ich es nur ungern höre. Ich beschränke mich jetzt wieder auf Gassi gehen (ist schon genug), und Yoga, aber eine sanfte Art.
Im Moment bleibe ich stark, denn seit ich alle Entwässerungsmittel weggeworfen habe und Reis aus meiner Liste gestrichen habe, steht mein Gewicht... Ich esse auch wieder Salz in Maßen und Milchprodukte. Davor ist es zwar durch Essanfälle hochgegangen aber mit Reistagen hab ich danach immer bis zu einem Kilo verloren. Jetzt stagniert es, ohne Essanfälle, und die Zahl auf der Waage muss ich eben aushalten . Sie sollte ja eigentlich sogar nach oben gehen ...
Ich will mir auch keinen Kopf mehr machen, ob ich zuviele Kohlenhydrate gegessen habe, oder zu wenig Proteine, ... einfach wieder Platz im Kopf schaffen für andere Dinge !

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