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Erfahrungen Tagesklinik

10. August 2016 um 18:45

Hallo ihr lieben

Es läuft zu Hause nicht so wie erhofft. Da ich , 2 Monate nach Entlassung, nicht gleich wieder voll stationär gehen möchte, kam heute die Idee einer Tagesklinik auf.
Ich bin zwar derzeit auf Arbeit in der Wiedereingliederung jedoch werde ich diese abbrechen müssen.
Habt ihr Erfahrungen mit Tageskliniken?
Könnt ihr mir was darüber sagen?
Allg Ablauf?
Aufnahme Kriterien?
Erfolgschancen?
Ich wäre euch überaus dankbar.
Liebe Grüße
Eure Bergsteigerin

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10. August 2016 um 23:55

Pro/kontra
Liebe Bergsteigerin,

ich habe deine Klinikerfahrungen hier im Forum ab und an mitverfolgt, weiß nun aber nicht: hast du eine/n Psychologin/en, der dich ambulant betreut? Weißt du, woran es liegt, dass es zuhause nicht so läuft?
Ich war in einer Tagesklinik, die ja auch alle unterschiedlich mit verschiedenen Konzepten sind. Mir war wichtig, dass es konkret um Essstörungen geht, im Hinterkopf hatte ich, dass ich alltagsnah "Essen lernen" wollte.
Meine ganz persönliche, eigene Erfahrung und Meinung war: Für mich war diese Form mit meiner Essstörung, meiner Persönlichkeit, meinen sozialen und beruflichen Umständen nicht unbedingt das Richtige. Ich musste relativ weit pendeln und nebenher eine ganze Menge stemmen, so dass mich das sehr gestresst hat, zudem waren Konzept, etc. nicht das Richtige, Druck in Sachen Essen greift null bei mir, aber ich bin auch im NG.
Ich fand die Tagesklinik aber ideal, um am Essverhalten selbst zu arbeiten. Wir mussten jeden Tag zusammen frühstücken, snacken und jeden zweiten Tag kochen, Tagespläne erstellen und Analysen schreiben. Abende wurden vorbereitet und nachbesprochen. Ich habe nie so viel Unterstützung beim Essen erhalten und gleichzeitig Verantwortung (für die Abende) getragen. Ein Tag hat mich ein bisschen an Schule erinnert, wir hatten ein sehr engmaschiges Programm mit verschiedenen Therapieangeboten und Besprechungsgruppen. Gerade um zuzunehmen oder Gewicht zu halten und dabei im gewohnten Umfeld zu bleiben, eignen sich Tageskliniken (meiner Meinung nach gut).
Schwierig finde ich, wenn bestimmte psychische Probleme o.Ä. aufkommen, die direkt das soziale Umfeld betreffen, da man keinen Abstand hat, um damit umzugehen. Wenn das Umfeld allerdings stabil/ gut ist, finde ich, es ist auf jeden Fall einen Versuch wert.
Wir hatten in der Klinik einen Mindest-BMI, der höher lag als der in vielen stationären Einrichtungen.

Viel Erfolg!

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11. August 2016 um 7:15
In Antwort auf adena_12505165

Pro/kontra
Liebe Bergsteigerin,

ich habe deine Klinikerfahrungen hier im Forum ab und an mitverfolgt, weiß nun aber nicht: hast du eine/n Psychologin/en, der dich ambulant betreut? Weißt du, woran es liegt, dass es zuhause nicht so läuft?
Ich war in einer Tagesklinik, die ja auch alle unterschiedlich mit verschiedenen Konzepten sind. Mir war wichtig, dass es konkret um Essstörungen geht, im Hinterkopf hatte ich, dass ich alltagsnah "Essen lernen" wollte.
Meine ganz persönliche, eigene Erfahrung und Meinung war: Für mich war diese Form mit meiner Essstörung, meiner Persönlichkeit, meinen sozialen und beruflichen Umständen nicht unbedingt das Richtige. Ich musste relativ weit pendeln und nebenher eine ganze Menge stemmen, so dass mich das sehr gestresst hat, zudem waren Konzept, etc. nicht das Richtige, Druck in Sachen Essen greift null bei mir, aber ich bin auch im NG.
Ich fand die Tagesklinik aber ideal, um am Essverhalten selbst zu arbeiten. Wir mussten jeden Tag zusammen frühstücken, snacken und jeden zweiten Tag kochen, Tagespläne erstellen und Analysen schreiben. Abende wurden vorbereitet und nachbesprochen. Ich habe nie so viel Unterstützung beim Essen erhalten und gleichzeitig Verantwortung (für die Abende) getragen. Ein Tag hat mich ein bisschen an Schule erinnert, wir hatten ein sehr engmaschiges Programm mit verschiedenen Therapieangeboten und Besprechungsgruppen. Gerade um zuzunehmen oder Gewicht zu halten und dabei im gewohnten Umfeld zu bleiben, eignen sich Tageskliniken (meiner Meinung nach gut).
Schwierig finde ich, wenn bestimmte psychische Probleme o.Ä. aufkommen, die direkt das soziale Umfeld betreffen, da man keinen Abstand hat, um damit umzugehen. Wenn das Umfeld allerdings stabil/ gut ist, finde ich, es ist auf jeden Fall einen Versuch wert.
Wir hatten in der Klinik einen Mindest-BMI, der höher lag als der in vielen stationären Einrichtungen.

Viel Erfolg!

Guten Morgen
Ich danke dir für deine Antwort!
Die Tagesklinik sollte bei mir die Anorexie und die Borderline Störung behandeln.
Was hattest du denn für Therapien?
Ich habe ja in der letzten Klinik auch zugenommen ( knapp 10 kg ) jedoch kam ich mit der Zunahme nicht klar. Ich konnte mich nicht ertragen. Und habe abgenommen.
Wie war denn das gemeinsame Essen dort? Vorportioniert? Konntest du auswählen was du essen willst? Hattest du sowas wie körperbild Arbeit?
Ich habe so panische Angst vor der Zunahme. Obwohl ich weiß dass ich mit mehr Gewicht wesentlich leistungsfähiger bin. Es ist ein Teufelskreis und ich hasse mich dafür. Ich hasse mich dafür dass dieser Mensch aus mir geworden ist.
Wie hoch war der mindestbmi?
Lg Bergsteigerin

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11. August 2016 um 8:58
In Antwort auf tuyet_988758

Guten Morgen
Ich danke dir für deine Antwort!
Die Tagesklinik sollte bei mir die Anorexie und die Borderline Störung behandeln.
Was hattest du denn für Therapien?
Ich habe ja in der letzten Klinik auch zugenommen ( knapp 10 kg ) jedoch kam ich mit der Zunahme nicht klar. Ich konnte mich nicht ertragen. Und habe abgenommen.
Wie war denn das gemeinsame Essen dort? Vorportioniert? Konntest du auswählen was du essen willst? Hattest du sowas wie körperbild Arbeit?
Ich habe so panische Angst vor der Zunahme. Obwohl ich weiß dass ich mit mehr Gewicht wesentlich leistungsfähiger bin. Es ist ein Teufelskreis und ich hasse mich dafür. Ich hasse mich dafür dass dieser Mensch aus mir geworden ist.
Wie hoch war der mindestbmi?
Lg Bergsteigerin

Rate
dir wirklich sehr, in eine auf Es spezialisierte zu gehen und nicht in eine allgemeine psychosomatische bzw. psychatrische...!

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11. August 2016 um 9:24
In Antwort auf tc188

Rate
dir wirklich sehr, in eine auf Es spezialisierte zu gehen und nicht in eine allgemeine psychosomatische bzw. psychatrische...!

Hast du auch Erfahrungen?
Könntest du mir deine schildern?

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11. August 2016 um 9:45
In Antwort auf tuyet_988758

Hast du auch Erfahrungen?
Könntest du mir deine schildern?

Ja,
mache ich gerne...etwas später heute, ok?

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11. August 2016 um 12:24
In Antwort auf tc188

Ja,
mache ich gerne...etwas später heute, ok?

Danke
Das ist lieb von dir

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11. August 2016 um 19:44
In Antwort auf tuyet_988758

Danke
Das ist lieb von dir

Liebe Bergsteigerin,
versuche mal, dir zu antworten...

erstmal - lese hier im Forum schon einige Zeit mit, habe deinen Klinik_Thread mitverfolgt, und finde es sehr sehr gut, dass du immer wieder versuchst, dich deinen Ängsten und Schwierigkeiten zu stellen.
Bin, glaube ich , ähnlich alt wie du, habe die Ms schon über die Hälfte meines Lebens. Du schreibst du wärst erst seit ein paar jahren erkrankt und verstündest nicht, warum sie so tief sitzt ( ist das richtig?).
Erstmal denke ich nicht, dass die Dauer unbedingt etwas über die Schwere aussagt, und deshalb würde ich dir auch sehr raten zu versuchen, dich nicht anzuklagen, davon so schwer loszukommen.

Meine persönliche Tagsklinik-Erfahrung kam so zustande, dass ich so zusagen auch aufgrund von chron. Schmerzen einen Anorexie-Rückfall erlitten habe ( wobei ich davor nur eine funktionierende Essgetörte war...).
ich musste mein Studium abbrechen, die Schmerzen in den Griff bekommen und dann wieder in einen geregelten Alltag finden, um etwas Neues beginnen zu können.
Ich hatte mir nicht eingestanden, wie schwerwiegen auch der Ms-Rückfall war, alles auf die Schmerzen geschoben.

Die Tagesklinik erschien mir da als gute Zwischenlösung...Nun ja, ich bin dorthin, auch, weil ich in der Stadt bleiben wollte, war 6 Wochen dort...
Die Klinik an und fürsich war schon mal vom Konzept nicht sehr intensiv, nicht viel Programm.
Mit ES kannten sie sich dort nicht aus, und ich habe auch nicht darüber gesprochen...und in dieser Hinsicht auch nicht weitergekommen.
NAch den 6 Wochen habe ich sehr kurzfristig einen Platz für ein duales Studium angenommen, dort angefangen, 3 Monate später Magen-Darm -Grippe...Probezeit dort nicht bestanden...


Was ich dir mit meinem ganzen Geschreibsel eigentlich sagen will- bzw. vl zum Nachdenken anregen möchte....
Warum Tagesklinik?
Denkst du wirklich, dass dich das weiterbringen kann?
Warum nicht nochmal stationär?
Was erhoffst du dir dort für Unterstützung?
Kannst du dich evtl. nochmal an Therapeuten aus deiner letzten Klinik wenden?

Ich fürchte einfach, dass so, wie du deine Situation beschreibst und ich es versuche nachzufühlen...eine Tagesklinik nicht genug sein könnte... und eher Ausflucht...

Möchte dir nichts unterstellen... aber um lernen sich auszuhalten, ohne daran kaputtzugehen ooder anderweitig Druck abzubauen, braucht man intensivere Unterstützung, außer, man aht aus irgendeinem Grund selbst diesen massiv starken Willen...

Diesen Kampf fechte zumindest ich gerade mit mir aus...nach dem ich so gut wie alles ( STudium, Arbeit, freund, und jetzt zuletzt meinen Freund ) verloren habe....

Entschuldige wirklich das Gelaber.... aber so, wie ich dich "kennengelernt" ahbe, wünsche ich dir irgendwie mehr als "nur" tagesklinische Unterstützung...


Alles Gute!

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11. August 2016 um 20:01
In Antwort auf tc188

Liebe Bergsteigerin,
versuche mal, dir zu antworten...

erstmal - lese hier im Forum schon einige Zeit mit, habe deinen Klinik_Thread mitverfolgt, und finde es sehr sehr gut, dass du immer wieder versuchst, dich deinen Ängsten und Schwierigkeiten zu stellen.
Bin, glaube ich , ähnlich alt wie du, habe die Ms schon über die Hälfte meines Lebens. Du schreibst du wärst erst seit ein paar jahren erkrankt und verstündest nicht, warum sie so tief sitzt ( ist das richtig?).
Erstmal denke ich nicht, dass die Dauer unbedingt etwas über die Schwere aussagt, und deshalb würde ich dir auch sehr raten zu versuchen, dich nicht anzuklagen, davon so schwer loszukommen.

Meine persönliche Tagsklinik-Erfahrung kam so zustande, dass ich so zusagen auch aufgrund von chron. Schmerzen einen Anorexie-Rückfall erlitten habe ( wobei ich davor nur eine funktionierende Essgetörte war...).
ich musste mein Studium abbrechen, die Schmerzen in den Griff bekommen und dann wieder in einen geregelten Alltag finden, um etwas Neues beginnen zu können.
Ich hatte mir nicht eingestanden, wie schwerwiegen auch der Ms-Rückfall war, alles auf die Schmerzen geschoben.

Die Tagesklinik erschien mir da als gute Zwischenlösung...Nun ja, ich bin dorthin, auch, weil ich in der Stadt bleiben wollte, war 6 Wochen dort...
Die Klinik an und fürsich war schon mal vom Konzept nicht sehr intensiv, nicht viel Programm.
Mit ES kannten sie sich dort nicht aus, und ich habe auch nicht darüber gesprochen...und in dieser Hinsicht auch nicht weitergekommen.
NAch den 6 Wochen habe ich sehr kurzfristig einen Platz für ein duales Studium angenommen, dort angefangen, 3 Monate später Magen-Darm -Grippe...Probezeit dort nicht bestanden...


Was ich dir mit meinem ganzen Geschreibsel eigentlich sagen will- bzw. vl zum Nachdenken anregen möchte....
Warum Tagesklinik?
Denkst du wirklich, dass dich das weiterbringen kann?
Warum nicht nochmal stationär?
Was erhoffst du dir dort für Unterstützung?
Kannst du dich evtl. nochmal an Therapeuten aus deiner letzten Klinik wenden?

Ich fürchte einfach, dass so, wie du deine Situation beschreibst und ich es versuche nachzufühlen...eine Tagesklinik nicht genug sein könnte... und eher Ausflucht...

Möchte dir nichts unterstellen... aber um lernen sich auszuhalten, ohne daran kaputtzugehen ooder anderweitig Druck abzubauen, braucht man intensivere Unterstützung, außer, man aht aus irgendeinem Grund selbst diesen massiv starken Willen...

Diesen Kampf fechte zumindest ich gerade mit mir aus...nach dem ich so gut wie alles ( STudium, Arbeit, freund, und jetzt zuletzt meinen Freund ) verloren habe....

Entschuldige wirklich das Gelaber.... aber so, wie ich dich "kennengelernt" ahbe, wünsche ich dir irgendwie mehr als "nur" tagesklinische Unterstützung...


Alles Gute!

Hey
Vielen lieben Dank für deine ausführliche Antwort.
Warum nicht nochmal voll stationär?
Ich bin vor 2 Monaten erst entlassen wurden. Ich hatte gehofft dass wenn ich aus der Klinik komme werde ich zu Hause besser zurecht kommen als vorher aber des war nicht so. Und jetzt habe ich die Angst dass es in nem voll stationären Aufenthalt zwar besser ist -aber wenn ich nach Hause komme wieder das gleiche wie jetzt.
Und mit der Tagesklinik hätte ich ja einen Bezug zu zu Hause... Geregelter Tagesablauf zu Hause und so ... Verstehst was ich mein?
Ich hab jetzt auch schon wieder schmerzen... Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, arme tun mir weh generell sehr schlapp und heute bin ich den ganzen Tag schon von Magenschmerzen und Durchfall geplagt. Was natürlich auch nicht gerade förderlich ist.
Liebe Grüße

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11. August 2016 um 20:08
In Antwort auf tuyet_988758

Hey
Vielen lieben Dank für deine ausführliche Antwort.
Warum nicht nochmal voll stationär?
Ich bin vor 2 Monaten erst entlassen wurden. Ich hatte gehofft dass wenn ich aus der Klinik komme werde ich zu Hause besser zurecht kommen als vorher aber des war nicht so. Und jetzt habe ich die Angst dass es in nem voll stationären Aufenthalt zwar besser ist -aber wenn ich nach Hause komme wieder das gleiche wie jetzt.
Und mit der Tagesklinik hätte ich ja einen Bezug zu zu Hause... Geregelter Tagesablauf zu Hause und so ... Verstehst was ich mein?
Ich hab jetzt auch schon wieder schmerzen... Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, arme tun mir weh generell sehr schlapp und heute bin ich den ganzen Tag schon von Magenschmerzen und Durchfall geplagt. Was natürlich auch nicht gerade förderlich ist.
Liebe Grüße

Verstehe ich,
aber denkst du nicht vielleicht, dass du jetzt in einer stat. Therapie "anders arbeiten könntst? Dich in anderer Weise wieter stabilisieren könntest?Jetzt die Tücken des Alltag kennst?

ich denke einfach, dass, wenn du daheim bleibst, auch bald die schöne Gewichtszunahme wieder los bist...nur meine Einschätzng, und das wäre für die Stabiliesierung in keinster Weise hilfreich

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11. August 2016 um 20:39
In Antwort auf tc188

Verstehe ich,
aber denkst du nicht vielleicht, dass du jetzt in einer stat. Therapie "anders arbeiten könntst? Dich in anderer Weise wieter stabilisieren könntest?Jetzt die Tücken des Alltag kennst?

ich denke einfach, dass, wenn du daheim bleibst, auch bald die schöne Gewichtszunahme wieder los bist...nur meine Einschätzng, und das wäre für die Stabiliesierung in keinster Weise hilfreich

STABILISIERUNG...
...

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11. August 2016 um 21:53
In Antwort auf tc188

STABILISIERUNG...
...

Ich hab schon einiges an Gewicht verloren
Und weiß nicht ob es förderlich wäre schon wieder aus meinem Umfeld gerissen zu werden. Am Dienstag gehe ich zu meiner Ärztin und werde da auch erstmal mit ihr reden, und sie fragen was sie dazu meint.

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11. August 2016 um 22:34
In Antwort auf tuyet_988758

Guten Morgen
Ich danke dir für deine Antwort!
Die Tagesklinik sollte bei mir die Anorexie und die Borderline Störung behandeln.
Was hattest du denn für Therapien?
Ich habe ja in der letzten Klinik auch zugenommen ( knapp 10 kg ) jedoch kam ich mit der Zunahme nicht klar. Ich konnte mich nicht ertragen. Und habe abgenommen.
Wie war denn das gemeinsame Essen dort? Vorportioniert? Konntest du auswählen was du essen willst? Hattest du sowas wie körperbild Arbeit?
Ich habe so panische Angst vor der Zunahme. Obwohl ich weiß dass ich mit mehr Gewicht wesentlich leistungsfähiger bin. Es ist ein Teufelskreis und ich hasse mich dafür. Ich hasse mich dafür dass dieser Mensch aus mir geworden ist.
Wie hoch war der mindestbmi?
Lg Bergsteigerin

Individuelle Erfahrungen
Liebe Bergsteigerin,

ich dachte ich hätte dir geantwortet. Da ist wohl etwas schief gegangen.
Ich denke immer noch, dass Tageskliniken, genau wie stationäre Einrichtungen, sehr unterschiedliche Konzepte haben und du dich am besten vorort erkundigen solltest. Wir mussten damals zum Vorgespräch kommen, uns wurde das Konzept erklärt, die Räumlichkeiten gezeigt, usw., was ich auch gut fand.
Wo ich war, war es so, dass man nur aufgrund einer Diagnose behandelt werden konnte (entweder Essstörungen oder Depressionen). Es wurde auch sehr darauf geachtet, in den Gruppentherapien keine anderen Diagnosen ausführlich zu besprechen, sondern rein auf Essstörungen und individuelle oder allgemeine Probleme zu gucken.
In der Einzeltherapie gab es die Möglichkeit, auch andere Diagnosen oder Problematiken aufzugreifen (z.B. Skills Training), allerdings nur in sehr oberflächlichem Umfang,
Wir hatten Einzel, Gruppen-, Kunst-, Tanz-, Entspannungstherapie, soziales Kompetenztraining sowie diverse Essverhaltenbezogene Gruppen, dazu noch Einzelernährungsberatung und natürlich die Mahlzeiten sowie Kochen.
Der Tag war also sowieso recht voll, eher wie Schule. Wenn mal nichts anstand durfte man bei geeignetem Gewicht, die Klinik verlassen, das hauseigene Fitnesscenter nutzen oder konnte Zeit im Aufenthaltsbereich/Ruheraum verbringen.
Körper(schema)therapie hatten wir nicht.
Das Essen lieg folgendermaßen ab:
Jeden Morgen zusammen mit der Ernährungsberaterin Frühstück, tageweise abwechselnd Brötchen mit Belag oder Müsli, Joghurt/Milch, Obst. Jeder hatte die gleiche Menge in einer bestimmten Zeit zu essen, gewisse Richtlinien, was Belag, etc. anbelangte, mussten eingehalten werden. Die Zunehmer hatten teilweise eine individuelle Vereinbarung, noch ein kleines Extra zu sich zu nehmen (Kakao, o.Ä.). Es gab zwei große Tische, einen mit Ernährungsberaterin und einen ohne.
Wer das vereinbart hatte, bekam vormittags eine ZMZ ausgehändigt, die er selbstständig zwischen den Therapien essen sollte.
Mittags wurde dann zusammen gekocht, für alles dasselbe, es sei denn es bestanden Unverträglichkeiten oder Vegetarismus. Dann wurde angepasst. Die Gerichte suchte entweder die Ernährungsberaterin aus, oder zwei Patient/innen waren für das gesamte Mittagessen (Einkauf, Zuteilung der Aufgaben, Organisation, etc.) zuständig. Alle halfen mit. Es musste sich jeder unter dem Blick der Ernährungsberaterin selbst nehmen, orientiert an einem vorportionierten Teller, den ebenfalls eine Patientin vorab erstellt hatte.
Als Tagesabschluss wurde noch Kaffee getrunken und eine Kleinigkeit verspeist, die ebenfalls beim Kochen zubereitet worden war. Für die Abende und Wochenenden plante man selbstständig nach den Vorgaben der Klinik. Dies wurde vor- und nachbesprochen.
Das Essen war je nach Gruppenzusammensetzung und Tagesstimmung anstrengend und nervtötend oder lustig, enstpannend. Die Gruppendynamik spielt eine ganz besondere Rolle, finde ich, man lernt auf jeden Fall sich zusammenzureißen, seine eigene Motivation zu hinterfragen und sich zu distanzieren.
Um "Essen zu lernen", fand ich das Konzept empfehlenswert, gerade wenn es an "praktischen Dingen" im Alltag scheitert.
Bei mir lag es eher am Alltag selbst, daher war der Aufenthalt nur bedingt erfolgreich, zumal ich mit strengen Konzepten wenig anfangen kann, was aber nichts mit einem Tagesklinikkonzept zu tun hat, sondern allgemein so ist.
Der Mindest-BMI lag bei gutem körperlichen Zustand bei 15.

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12. August 2016 um 6:27
In Antwort auf adena_12505165

Individuelle Erfahrungen
Liebe Bergsteigerin,

ich dachte ich hätte dir geantwortet. Da ist wohl etwas schief gegangen.
Ich denke immer noch, dass Tageskliniken, genau wie stationäre Einrichtungen, sehr unterschiedliche Konzepte haben und du dich am besten vorort erkundigen solltest. Wir mussten damals zum Vorgespräch kommen, uns wurde das Konzept erklärt, die Räumlichkeiten gezeigt, usw., was ich auch gut fand.
Wo ich war, war es so, dass man nur aufgrund einer Diagnose behandelt werden konnte (entweder Essstörungen oder Depressionen). Es wurde auch sehr darauf geachtet, in den Gruppentherapien keine anderen Diagnosen ausführlich zu besprechen, sondern rein auf Essstörungen und individuelle oder allgemeine Probleme zu gucken.
In der Einzeltherapie gab es die Möglichkeit, auch andere Diagnosen oder Problematiken aufzugreifen (z.B. Skills Training), allerdings nur in sehr oberflächlichem Umfang,
Wir hatten Einzel, Gruppen-, Kunst-, Tanz-, Entspannungstherapie, soziales Kompetenztraining sowie diverse Essverhaltenbezogene Gruppen, dazu noch Einzelernährungsberatung und natürlich die Mahlzeiten sowie Kochen.
Der Tag war also sowieso recht voll, eher wie Schule. Wenn mal nichts anstand durfte man bei geeignetem Gewicht, die Klinik verlassen, das hauseigene Fitnesscenter nutzen oder konnte Zeit im Aufenthaltsbereich/Ruheraum verbringen.
Körper(schema)therapie hatten wir nicht.
Das Essen lieg folgendermaßen ab:
Jeden Morgen zusammen mit der Ernährungsberaterin Frühstück, tageweise abwechselnd Brötchen mit Belag oder Müsli, Joghurt/Milch, Obst. Jeder hatte die gleiche Menge in einer bestimmten Zeit zu essen, gewisse Richtlinien, was Belag, etc. anbelangte, mussten eingehalten werden. Die Zunehmer hatten teilweise eine individuelle Vereinbarung, noch ein kleines Extra zu sich zu nehmen (Kakao, o.Ä.). Es gab zwei große Tische, einen mit Ernährungsberaterin und einen ohne.
Wer das vereinbart hatte, bekam vormittags eine ZMZ ausgehändigt, die er selbstständig zwischen den Therapien essen sollte.
Mittags wurde dann zusammen gekocht, für alles dasselbe, es sei denn es bestanden Unverträglichkeiten oder Vegetarismus. Dann wurde angepasst. Die Gerichte suchte entweder die Ernährungsberaterin aus, oder zwei Patient/innen waren für das gesamte Mittagessen (Einkauf, Zuteilung der Aufgaben, Organisation, etc.) zuständig. Alle halfen mit. Es musste sich jeder unter dem Blick der Ernährungsberaterin selbst nehmen, orientiert an einem vorportionierten Teller, den ebenfalls eine Patientin vorab erstellt hatte.
Als Tagesabschluss wurde noch Kaffee getrunken und eine Kleinigkeit verspeist, die ebenfalls beim Kochen zubereitet worden war. Für die Abende und Wochenenden plante man selbstständig nach den Vorgaben der Klinik. Dies wurde vor- und nachbesprochen.
Das Essen war je nach Gruppenzusammensetzung und Tagesstimmung anstrengend und nervtötend oder lustig, enstpannend. Die Gruppendynamik spielt eine ganz besondere Rolle, finde ich, man lernt auf jeden Fall sich zusammenzureißen, seine eigene Motivation zu hinterfragen und sich zu distanzieren.
Um "Essen zu lernen", fand ich das Konzept empfehlenswert, gerade wenn es an "praktischen Dingen" im Alltag scheitert.
Bei mir lag es eher am Alltag selbst, daher war der Aufenthalt nur bedingt erfolgreich, zumal ich mit strengen Konzepten wenig anfangen kann, was aber nichts mit einem Tagesklinikkonzept zu tun hat, sondern allgemein so ist.
Der Mindest-BMI lag bei gutem körperlichen Zustand bei 15.

Guten Morgen
Ich danke dir für dein ausführliche Antwort.
Mit dem Essen hätte ich da echt ein Problem weil ich es selbst von der letzten Klinik so kenne dass man sich alles selbst nehmen kann und es nur kontrolliert wird ob man dich genug nimmt. Weil ich halt nicht alles esse. Milch, Butter, Margarine, sind bspw Sachen die gar nicht gehen.
Und das liegt nicht an der Essstörung. Ich hab solche Sachen vorher schon nicht gemocht. Nächste Woche hab ich schon ein Termin Umzug einem Vorgespräch bekommen. Da werd ich mal direkt hinter fragen und mir alles genau anschauen.

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12. August 2016 um 22:51
In Antwort auf tuyet_988758

Ich hab schon einiges an Gewicht verloren
Und weiß nicht ob es förderlich wäre schon wieder aus meinem Umfeld gerissen zu werden. Am Dienstag gehe ich zu meiner Ärztin und werde da auch erstmal mit ihr reden, und sie fragen was sie dazu meint.

Liebe Bergsteigerin
Ich habe deinen Klinik-Thread auch mitverfolgt und versuche mal, meine Einschätzung und Gefühl zu formulieren.

Dein harter, zäher Kampf ist hautnah zu spüren. Dein Aufs und Abs, deine Ambivalenz, dein Hin- und Hergerissen sein, deine Bemühungen, auch deine Verzweiflung. Ganz sicher machst du es dir nicht leicht (aber wer macht das schon?).

Frage dich nochmal ganz tief im Herzen - egal ob nochmal vollstationär oder Tagesklinik - was HÄLT dich in der ES? Was gibt sie dir? Warum dieses zähe Ringen und teilweise auch Ankämpfen (ja, genau: KÄMPFEN) gegen die Zunahme? Warum macht dich das höhere Gewicht so todunglücklich, dass du dein ganzes Leben danach ausrichtest?

Wenn du das für dich selbst nicht klar hast, dann wird es auf jeder Ebene schwer sein, DAUERHAFT gesund zu werden und zu bleiben! Dann geht der Kampf immer wieder von vorne los.

Versteh mich bitte nicht falsch: Das soll nicht heißen, dass du dich nicht in professionelle Hände begeben sollst. Auf keinen Fall! Aber schau dir das mal genau an, überlege: Was will ich WIRKLICH vom Leben? Was sind meine ZIELE?

Wenn du eine Motivation hast, dann wird es bestimmt leichter, dich nicht mehr so an die ES zu klammern, sondern deine ganze Kraft ins Gesundwerden zu stecken!

Vielleicht wäre eine Tagesklinik für dich wirklich nicht schlecht. Dann wäre es nicht so ein abgekapseltes Gesundwerden, sondern eine Integration in dein Alltagsleben möglich. Nicht so eine extreme Rückfallgefahr, weil du weiterhin im Leben drin bleibst.... Nur so ein Gedanke von mir.

Auf jeden Fall würde ich dir raten - egal wofür du dich entscheidest: Zögere nicht mehr lange! Entscheide dich für die eine oder andere Variante, möglichst schnell. Ich glaube, es wäre gut, wenn du so schnell wie möglich wieder aus der Abwärtsspirale herauskommst, wieder Unterstützung erhälst und mit deren Hilfe dann auch langfristig an deiner Genesung dran bleiben kannst.

Du kannst das schaffen, ganz bestimmt! Gib nicht auf!

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